Ansehen/Wiedersehen

Hier bündeln wir alle Texte, die sich nicht um aktuelle Filme drehen. Wie der Name schon sagt: Dinge, die wir uns selbst gerade ansehen, oder Streifen, die wir gerade wiederentdeckt haben.
Der brillanteste Trick an "Amadeus", der vielleicht besten Filmbiografie überhaupt, ist, dass es gar keine Filmbiografie ist. Während sich andere Biopics stetig damit schwer tun, ihrem legendären Subjekt gerecht zu werden, ohne es jedoch gleichzeitig völlig unreflektiert zu glorifizieren, portraitiert "Amadeus" seine vermeintliche Hauptfigur aus den Augen eines anderen.
Wie in der Welt-, so kommen auch in der Filmgeschichte Revolutionen meistens dann, wenn ein Staat (bzw. seine nationale Filmkultur) am schwächsten ist und in einer tiefen Krise steckt. Für die amerikanische Filmindustrie begann ihre größte Malaise in den 1950er Jahren.
Ersparen wir uns falsche Bescheidenheit und konstatieren: David Lynch ist der letzte große Visionär Hollywoods und vermutlich der künstlerisch bedeutendste Filmemacher der letzten 20 Jahre. Sein Meisterwerk ist "Blue Velvet". So, nun ist es gesagt. We'll take it from here.
Egal wie oft man sich diesen auf höchstem Grad unterhaltsamen Kultfilm vom amerikanischen Komödienfachmann John Landis noch anschaut - es werden immer 106 Meilen nach Chicago sein, sie werden genug Benzin im Tank und ein halbes Päckchen Zigaretten haben, es wird dunkel sein und sie werden Sonnenbrillen tragen.
Eines muss der Neid den zahllosen Plagiatoren in der Zelluloidwelt lassen: Sie orientieren sich an den Besten, gerade im Genrebereich. Weswegen im Bereich Science Fiction-Action gerne von den beiden Alienfilmen geklaut wird, von den beiden Terminator-Actionkrachern, oder dass z.B. John Carpenters "Die Klapperschlange" oder George Millers "Mad Max"-Trilogie beliehen werden.
Man hatte bei Paramount Einiges gewagt mit der dritten Staffel von "Enterprise". Der radikale Bruch vom gewohnten Konzept mit einzelnen Charakter-Episoden und wenigen Mehrteilern hin zu einer einzigen, alle Episoden bestimmenden Storyline kam bei den Fans auch überwiegend gut an. Nur wenige lehnten diese Idee ab, die meisten (so bekannterweise auch die Filmszene-Redaktion) liebten sie.
Es war dann doch allen Beteiligten irgendwie klar geworden: Nach Anfangserfolgen aufgrund des interessanten Konzepts und der Neugier des Publikums war man auch mit "Enterprise" viel zu schnell wieder ins bekannte Fahrwasser zurückgerudert. Auch die Geschichten über die Anfänge der Sternenflotte bestanden viel zu oft nur aus dem "Alien der Woche" und den schön nach Wichtigkeit der einzelnen Figuren verteilten Charakterepisoden.
Es stand nicht mehr allzu gut um die Star Trek-Franchise im Jahre 2001. Während lange Zeit sogar zwei TV-Serien gleichzeitig liefen und auch alle zwei Jahre ein neuer aufwendiger Kinofilm gedreht wurde, hatte das Interesse zuletzt doch stark nachgelassen. Was zum einen sicherlich an einer gewissen Sättigung des Publikums lag, andererseits aber auch an einer nicht zu leugnenden Einfallslosigkeit von Seiten der Autoren.
Es hatte sich ja schon in den beiden vorherigen Staffeln angedeutet, und als feststand, dass auch "Voyager" wie die beiden Vorgänger-Serien wieder genau sieben Jahre lang laufen würde, war eines klar: Am Ende dieser siebten Staffel würde die Crew endlich zurück zur Erde gelangen. Dadurch fokussierte sich die Aufmerksamkeit des Publikums natürlich sehr stark auf die letzte Folge und viele konnten es kaum erwarten, das nun unvermeidliche "Happy End" zu sehen zu bekommen.
Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet ein Borg-Charakter für mehr Sex im - in dieser Hinsicht meist recht biederen - Star Trek-Universum sorgen würde. Bei dessen ersten Auftritt im "Skorpion"-Zweiteiler konnte man das auch noch nicht unbedingt vermuten, denn besonders attraktiv wirkte die als junges Mädchen assimilierte Borgdrohne Seven of Nine in ihrer Montur ja gerade nicht.
Als im Jahre 1993 feststand, dass die siebte Staffel der immens erfolgreichen Serie "The Next Generation" definitiv auch deren letzte sein würde, begannen bei der Produktionsfirma Paramount sofort einige kreative Köpfe zu rauchen. Denn nachdem sich herausgestellt hatte, dass der Markt durchaus zwei parallel laufende Star Trek-Serien verkraften konnte, galt es die zu dieser Zeit florierende Franchise weiter optimal zu vermarkten.
Es gibt verdammt viel zu entdecken und gerade zu rücken, wenn man sich mit der klassischen TV-Serie "Mission: Impossible" beschäftigt. Verbinden doch viele Zeitgenossen mit diesem Titel seit einigen Jahren nichts Anderes als die leidlich erfolgreichenKinoabenteuer des von Tom Cruise dargestellten Spezialagenten Ethan Hunt.

Nach sechs überaus erfolgreichen Jahren wurde der Vertrag für die "Next Generation"-Serie 1993 noch einmal um ein weiteres Jahr verlängert. Dabei gelang es dann auch, sämtliche Hauptdarsteller (die ihren Marktwert seit Beginn der Serie deutlich gesteigert hatten) zur Unterschrift für weitere Folgen zu bewegen. Die Aussicht, direkt im Anschluss an das Ende der Serie den Sprung auf die große Kinoleinwand zu wagen, dürfte dabei für zusätzliche Motivation gesorgt haben.

In den Jahren 1991 und 92 hatte sich die Aufregung um den neuen "Star Trek"-Ableger "Deep Space Nine" erst einmal etwas gelegt und die "Next Generation" sich als die nach wie vor beliebtere und zugkräftigere Serie erwiesen. Und musste man beim Gesamteindruck des fünften Jahres ein wenig bangen, ob den Autoren nicht langsam die Ideen ausgehen würden, so zerstreute Staffel 6 diese Bedenken nahezu komplett.
Zu Beginn der Neunziger Jahre hatte sich die "Next Generation"-Serie nicht nur als zugkräftiger Quotenbringer im TV etabliert, sondern der Marke "Star Trek" auch zugleich zu einem noch nicht da gewesenen Boom verholfen. Die Zahl der angebotenen (und von den Fans auch gierig angenommenen) Mechandisingartikel erreichte ganz neue Dimensionen und überall auf der Welt schossen mehr und mehr sogenannter "Conventions" aus dem Boden, auf denen sich Gleichgesinnte über ihr Hobby austauschen konnten und prominente Serienschauspieler als Gast auftraten.
Nach ihrem etwas holperigen Beginn begab sich die "Next Generation" schnell in einen qualitativen Höhenflug, der sich auch im vierten Jahr der Serie ungebremst fortsetzen sollte. Das Team vor und hinter der Kamera hatte sich gefunden und blieb auch konstant zusammen. Lediglich der bei vielen Fans (weniger bei den "Normalzuschauern") eher unbeliebte Wesley Crusher verließ in "Die letzte Mission" die Enterprise.
Im dritten Produktionsjahr (1990) begab sich die neue Star Trek - Generation endgültig auf den Höhenflug, der dieser Serie eine bis heute andauernde Popularität verschaffte. Die Autoren hatten die anfängliche Ratlosigkeit im Umgang mit den Charakteren überwunden und begannen nun deren Potential wirklich auszuschöpfen. Dazu kam der Mut, sich auch handlungstechnisch an Orte zu begeben, an denen noch keine Star Trek-Crew je gewesen war.

Nur kurz nach der Premiere der ersten Box liegt nun auch bereits die zweite Staffel der Next Generation auf sechs DVDs vor. Nur sechs statt der sonst üblichen sieben, denn die zweite Staffel ist mit nur 22 Folgen die kürzeste der Serie. Zurückzuführen ist dies auf den Streik der Drehbuchautoren im Jahr 1988, denn dadurch wurde die Produktion doch stark behindert. Das ist dann aber auch so ziemlich das einzige Manko dieser Box, denn ansonsten bedeutet diese einen deutlichen Qualitätssprung im Vergleich zum Vorgänger.
Ein Projekt, auf das viele "Star Trek"-Fans schon lange Zeit gewartet haben nimmt nun konkrete Formen an: Die Veröffentlichung der kompletten "Next Generation"-Serie auf DVD. Schöne Zeiten also für die "Trekkies", aber auch kostenintensive - wurde doch noch nie eine TV-Serie von diesem Umfang vollständig für das Medium DVD bearbeitet.

Es gibt nicht gerade viele TV-Serien, die eine Laufzeit von sieben Jahren vorweisen können, und besonders im Bereich der Fantastik gelang das im letzen Jahrzehnt lediglich einer handvoll Produktionen. Wenn nun also "Charmed", die Serie um drei zaubernde Schwestern, in diesen Tagen bereits die 150. Folge erreicht und ein Ende noch überhaupt nicht abzusehen ist, sollte einem das schon ein wenig Respekt abnötigen.

Es gibt nicht gerade viele TV-Serien, die eine Laufzeit von sieben Jahren vorweisen können, und besonders im Bereich der Fantastik gelang das im letzen Jahrzehnt lediglich einer handvoll Produktionen. Wenn nun also "Charmed", die Serie um drei zaubernde Schwestern, in diesen Tagen bereits die 150. Folge erreicht und ein Ende noch überhaupt nicht abzusehen ist, sollte einem das schon ein wenig Respekt abnötigen.