Was zum Teufel kann einen
eigentlich an England begeistern? Regnen tut es dort
dauernd, aber
kochen kann dafür da drüben keiner. Wenn es etwas gibt,
wofür man die Insulaner doch irgendwie gern haben muss,
dann
ist es die Regelmäßigkeit, mit der dort filmische Juwelen
produziert werden.
Dem britischen Regisseur Marc Mylod haben wir das Comedy-Desaster
"Ali G in da House" zu verdanken. Vielleicht steht man
deshalb zunächst mit einiger Skepsis seinem neuen Werk
gegenüber.
Doch, welch Überraschung, sein zweiter Film distanziert
sich
sehr von der vulgären Gagkanonade die er noch mit Ali G
voller
Vergügen quer über die Leinwand schoss.
Ein Kriegsfilm ohne Soldaten. Ein Epos ohne Helden. Die Schlachtfelder, auf denen hier gekämpft wird, sind die staubigen Strassen von Tijuana, die blankgewienerten Kongresshallen in Washington, D.C. oder aber miese Hotelzimmer in Los Angeles.
Nach seiner gefeierten und mit einem Oscar ausgezeichneten Johnny Cash-Biographie "Walk the Line" kehrt Regisseur James Mangold nun mit einem waschechten Western zurück auf unsere Leinwände. Damit reiht er sich in eine kleine Wiederbelebung dieses ur-amerikanischen Filmgenres ein:
London:
Die russisch-stämmige Krankenschwester Anna (Naomi Watts)
erlebt,
wie eine minderjährige Russin bei der Kindsgeburt stirbt.
Mithilfe
des Tagebuchs der Verstorbenen versucht sie, deren Familie
zu finden
- und gerät dabei schnurstracks ins Milieu der Vory Z
Zavore,
der russischen Mafia, in Gestalt von Gangsterboss Semyon
(Armin
Müller-Stahl), seinem Sohn Kirill (Vincent Cassel) und
dessen
bestem Kumpel Nikolai (Viggo Mortensen).
Wer in irischen Trinksprüchen nach Erfüllung sucht, der wird wohl schwer enttäuscht werden. Die meisten sehen in uns armen Erdenbewohnern Sünder und fordern von uns Reumütigkeit ein.
Mo Folchart (Brendan Fraser) besitzt eine besondere Gabe: Er ist eine "Zauberzunge" und sorgt beim lauten Vorlesen dafür, dass die Figuren aus den jeweiligen Büchern in unsere Welt hinüber wechseln.