Ansehen/Wiedersehen

Hier bündeln wir alle Texte, die sich nicht um aktuelle Filme drehen. Wie der Name schon sagt: Dinge, die wir uns selbst gerade ansehen, oder Streifen, die wir gerade wiederentdeckt haben.
"Nenn mich nicht dämlich!" Wer schon mindestens einmal "Ein Fisch namens Wanda" gesehen hat, muss bei diesem Satz bereits unweigerlich anfangen zu schmunzeln, ist er doch einer der zahlreichen grandiosen Running Gags in der vielleicht besten britischen Komödie, die Monty Python nie gemacht hat.
Ironie ist vorbei. So kann man den seit ein paar Jahren im Horrorgenre vorherrschenden Trend zusammenfassen. Nach dem im Fahrwasser von "Scream" jeder zweite Film selbstreferentiell dem Zuschauer zuzwinkerte, macht sich seit einiger Zeit wieder das bitterernste und im Ton ziemlich grimmige Grauen breit, deutlich inspiriert vom Hinterwaldhorror der 1970er Jahre.
Was ist das für ein Film? Er erzählt die Geschichte einer einzigen Nacht und packt dabei das ganze Leben. Gewinnen oder verlieren. Fallen, aufstehen. Fallen, aufstehen. Und immer wieder fallen und so lange es geht, aufstehen.
Heute ist der 15. Januar 2002. Am gestrigen Montag verstarb Ted Demme im Alter von 37 Jahren aufgrund eines Herzinfarktes während eines Benefiz-Basketballspiels in Los Angeles.
Es gibt nicht sehr viele berühmte Geschwisterpaare in der Filmindustrie. Von den wenigen vorhandenen ist das berühmteste sicherlich das Gespann Joel und Ethan Coen. Bei diesen beiden klugen Köpfen, die hinter einer Reihe wahrer Kultfilme und Meisterwerke stecken („The Hudsucker Proxy“, „Arizona junior“, „Fargo“, „The Big Lebowski“ etc.), herrscht klare Arbeitsteilung-
Es gibt nicht sehr viele berühmte Geschwisterpaare in der Filmindustrie. Von den wenigen vorhandenen ist das berühmteste sicherlich das Gespann Joel und Ethan Coen. Bei diesen beiden klugen Köpfen, die hinter einer Reihe wahrer Kultfilme und Meisterwerke stecken („The Hudsucker Proxy“, „Arizona junior“, „Fargo“, „The Big Lebowski“ etc.), herrscht klare Arbeitsteilung.
Jeder Mensch macht mal Fehler. Und jeder Mensch hat eine zweite Chance verdient. Ob im Beruf, in der Liebe oder sogar vor Gericht. Carlito Brigante kann sich dieser Meinung nur anschließen. Eigentlich sollte der Puerto Ricaner für dreißig Jahre in den Knast. Ein Verfahrensfehler beschert ihm nach fünf abgesessenen Jahren die vorzeitige Entlassung. Jetzt soll alles besser werden.
In diesem Jahrzehnt der Mega-Millionen-Mammut-Budgets gelang es zwei Filmen, einen gewissen Bekanntheitsgrad allein aufgrund ihrer (sehr geringen) Produktionskosten zu erreichen. Der eine soll hier Erwähnung finden, wenn ich zum Buchstaben E komme, der andere war „Clerks“ von Kevin Smith.
Am Anfang von Alex Proyas‘ „Dark City“ erhält der Zuschauer eine minimale Einführung durch den Off-Kommentar einer asthmatisch-abgehackten Stimme: Seit Anbeginn der Zeit existierte im Universum eine Spezies, die allen anderen in der Entwicklung so weit voraus war, daß sie inzwischen sogar die Veränderung physikalischer Dinge durch bloße Gedankenkraft beherrschte. Doch nach vielen Millionen Jahren war ihre Spezies dabei, zu sterben, und so machten sie sich auf, durch das Universum, auf der Suche nach einem Weg, Unsterblichkeit zu erreichen. 
Ein Zug setzt sich in Bewegung. Ganz langsam, unter großer Anstrengung sozusagen, mit lautem Ächzen und Knirschen rollen die Räder an. An der vereisten Oberleitung blitzt es ein paar mal, das Licht im Waggon flackert, aber dann geht die Reise nach Hause weiter. So beginnt Ang Lees "Der Eissturm", einer der unangenehmsten Familienfilme, mit denen uns Hollywood im letzten Jahrzehnt verstört hat.
Im Artikel zum Buchstaben C habe ich einen Film für diesen Buchstaben angekündigt, der noch billiger war als „Clerks“. Dieser Film ist „El Mariachi“, das Erstlingswerk von Robert Rodriguez, später bekannt geworden als Regisseur von „Desperado“, „From Dusk till Dawn“ und „The Faculty“.
Die Zukunft. Ein totalitäres System mit Bürgern ohne Emotionen. Der Herrscher, ein Mann der sich "Vater" nennt, hat menschliche Gefühle zur Ursache für den Krieg erklärt. Daher muss jeder Bürger täglich seine Dosis Prozium spritzen um sämtliche Gefühle zu unterdrücken. Bücher, Kunst, Kultur - kurz alles, was an frühere, gefühlsgeprägte Zeiten erinnert, ist verboten.
Dokumentarfilme haben es in Zeiten des 100 Millionen Dollar Mainstreamkinos schwer. Oft werden sie sträflich vernachlässigt und kommen erst gar nicht auf die Leinwände unserer Kinos. Ausnahmen wie Michael Moores Populismus-Projekte bestätigen nur die Regel. Umso aufmerksamer wird man, wenn ein Film aus Frankreich selbst auf DVD eine kleine Revolution unter Genrekennern auslöst.
Manchmal ist klassische Bildung ja doch zu was nütze. Latein, diese momentan zum zweiten Mal aussterbende ausgestorbene Sprache, wird selbst im Kino der Jahrtausendwende bisweilen noch gerne bemüht, um einem Film besonderes, meist bedrohliches oder verschwörerisches Flair zu verleihen.
In den Videotheken verschimmelt seit gut einem Jahr ein Film der Extraklasse - made in Austria. "Funny Games" schlägt so tief in der Magengrube ein, daß man sich nach Genuß dieses morbiden Filmexperiments tunlichst nur noch ins Bett legen sollte.
Schnee. Das große Weiß. Seit jeher hat Schnee etwas magisches an sich, gleichzeitig jedoch etwas unheimlich elegisches. Kein Wunder, dass Paul Schrader seine große amerikanische Tragödie in der schneeweißen Winterlandschaft New Hampshires ansiedelt. Die Landschaft ist wie die Protagonisten in "Der Gejagte": kalt, kantig, grimmig, verlassen.
Eine festliche Straßenparade. Ausgezeichnete Stimmung und feierliche Musik, zu der eine Gruppe von Schulmädchen in Kostümen und mit kleinen Stäben in den Händen tanzend marschiert. Schnitt auf eines der Mädchen, das in Zeitlupe ihren Stab hoch in die Luft wirft, dann erneut Schnitt auf die amerikanische Flagge, die heroisch im Wind flackert und vom Feuerwerk im nächtlichen Hintergrund dramatisch erhellt wird.
Der Werbeslogan zu „Glengarry Glen Ross“ lautet:  „A movie for everybody who is working for a living.“ Das soll weniger implizieren, daß dies ein Film für die arbeitende Bevölkerung ist. Es ist viel mehr ein Film über Arbeit. Was sie aus uns macht, wie wir von ihr abhängen, und wie sie uns an unsere eigenen Grenzen treiben kann.
Einen der gelungensten Action-Thriller der 90er präsentierte uns 1995 der Regisseur Michael Mann mit "Heat". Dabei steht eigentlich weniger die (natürlich geniale) Story im Vordergrund, sondern eher die interessanten Charaktere, die den Film erst zum Leben erwecken.
Eines meiner Lieblingszitate des großen Roger Ebert stammt aus seiner Kritik zu diesem Film: „Adulthood could be defined as the process of learning to be shocked by things that do not shock teenagers.“
In jedem von uns steckt ein Poet. Die Poesie lauert überall, genau wie die Liebe. Und genauso, wie sich jeder von uns verlieben kann, kann auch jeder von uns Poesie schaffen. Dafür muß man nicht klug, nicht gebildet, und nicht wortgewandt sein. Man muß nur sein Herz sprechen lassen.
Es gibt kaum einen Regisseur, der für die Repräsentierung der Afro-Amerikaner im Film soviel getan hat wie Spike Lee. Obwohl er anfing mit kleinen Independent-Produktionen und teilweise sehr extreme Standpunkte vertrat, verhalfen ihm seine unbestreitbaren Fähigkeiten als Regisseur und Autor alsbald zu einer enormen Reputation und großen Möglichkeiten.
Das „Neue Deutsche Kino“ mit Blütezeit Mitte der Neunziger brachte vor allem eins: Beziehungskomödien bis zum Abwinken und darüber hinaus. Losgetreten hatte all dies die Comic-Verfilmung „Der bewegte Mann“, die sich zu DEM Überraschungshit 1994 entwickelt hatte, schnell zu einer der erfolgreichsten deutschen Nachkriegsproduktionen wurde, und ihren Hauptdarsteller Til Schweiger zum Superstar und Gallionsfigur des neuen Film-Nationalbewußtseins machte.
Fressen oder gefressen werden: Diese einfache Weisheit gilt auch im Großstadt-Dschungel des Berliner Problembezirks Wedding, und für welche Alternative sich Cliquen-Königin Kroko entschieden hat, macht schon ihr Spitzname klar.
Wenn es eine Stadt auf diesem Planeten gibt, die jeder halbwegs zu kennen glaubt, dann ist es Los Angeles. Nicht umsonst liegt der Welt größte Filmproduktionsstätte in der kalifornischen Metropole. Hollywood macht nach wie vor die meisten Filme direkt vor der Haustür, und so gibt es eigentlich kaum eine Ecke von L.A., die der Kinofan noch nicht gesehen hat. Dank dem schonungslosen Umgang mit den sogenannten dunklen Seiten der Großstadt sind wir uns inzwischen auch ziemlich sicher, daß L.A. ein ebenso finsterer wie hoffnungsloser Moloch ist.