Ein Haus in Irland

tragikomödie, irland/usa 2005
original
tara road
regie
gillies mackinnon
drehbuch
cynthia cidre, shane connaughton
cast

andie macdowell,
olivia williams,
jean-marc barr,
august zirner,
heike makatsch, u.a.

spielzeit
101 min.
kinostart
29.12.2005
homepage
http://www.concorde-film.de
bewertung


(4/10 augen)




 

 



 

 

"Ein Haus in Irland" ist die Verfilmung eines Buchs namens "Tara Road" von Maeve Binchy, der irischen Rosamunde Pilcher, die besonders in den USA geliebt wird und mit ihren Frauenromanen wochenlang Bestseller-Plätze auf Oprah Winfreys Buchliste einnahm. Obwohl filmisch nicht überzeugend und uninspiriert abgedreht, wird sich gewiss ein weibliches Zielpublikum finden, welches einen Abend voll Herz-Schmerz-Kino mit Happy-End schätzt. Doch Frauen, lasst bitte wenigstens eure Männer zu Hause sitzen und nehmt stattdessen eure beste Freundin mit. Denn ein Besuch dieses Films kann Nicht-Schmonzetten-Fans wahrlich den Abend versauen.

In Neu-England trauert Marilyn (Andie MacDowell) um ihren 15-jährigen Sohn, der an seinem Geburtstag bei einem Unfall starb, während in Dublin Ria (Olivia Williams) fassungslos ist, weil eine andere Frau (Heike Makatsch) ein Kind von Rias Mann erwartet. Beide Frauen sprechen sich zufällig am Telefon und beschließen, für zwei Sommermonate ihr Haus zu tauschen. So steht die unterkühlt-traurige Marilyn plötzlich in einem großen Haus in der Tara Road in Irlands Hauptstadt und sieht sich mit irischer Fröhlichkeit und Neugier konfrontiert, während Ria, die sich nicht mehr begehrenswert findet, auf einmal den äußerst attraktiven Bruder (Jean-Marc Barr) von Marylins Mann (August Zirner) beherbergen muss. Während Marilyn in einem Haus voller Kinderspielzeug steht, betrachtet Ria fremde Spitzenunterwäsche und findet das abgeschlossene Zimmer von Marilyns totem Sohn.

"Ein Haus in Irland" wirkt wie eine entschärfte Kuschelversion von "Club der Teufelinnen" mit vielen Tränen. Wie beide Frauen ins Leben zurück finden, ist nicht unbedingt eine spannende oder innovative Geschichte, doch die Konsequenzen eines Häusertausches, der auch Freundeskreise, Verwandte und Geheimnisse der Besitzer beinhaltet, sind hier amüsant dargestellt. Andie MacDowell zeigt, was sie am besten kann: den Übergang von unterkühlt-verletzt zu offen-warmherzig.
Die deutschen Darsteller August Zirner und Heike Makatsch sind nur in kleinen Nebenrollen besetzt, doch offenbart sich an diesen Parts das größte Problem des Films: die absolut stereotypen Darstellungen von Charakteren, die als Abziehbildchen einfache Handlungsschemata und Verwicklungen herunterspulen müssen. Heike Makatsch ist die doofe hochschwangere junge Geliebte, während Zirner den freundlichen, aber desinteressierten Professor mimt. Der untreue Gatte Iain Glen darf schleimig-charmanter Loser sein, während sich die Geliebte seines Chefs sogar im Schrank (!) verstecken muss, wenn seine Frau erscheint. Während die weiblichen Hauptdarstellerinnen wenigstens einen etwas differenzierten Charakter haben dürfen (sie müssen ja zurück ins Leben finden), sind die Männer so einseitig und uninteressant dargestellt, dass man sich fragt, warum die Frauen in "Ein Haus in Irland" nicht einfach alle lesbisch werden.

So ist "Ein Haus in Irland" zwar ein netter Frauenselbstbestätigungsfilm, doch nur in solchen Momenten sehenswert, in denen man so etwas gut gebrauchen kann. Ansonsten sollte man sich von diesem langweilig-süßlichen Kitsch fernhalten. Wer gerade sauer ist auf die Vertreter des männlichen Geschlechts, sollte lieber den "Club der Teufelinnen" ausleihen, da dieser wenigstens ehrlich mit dem Thema abrechnet und nicht müde vor sich hin Rosamunde-Pilchert, ohne das Original zu erreichen.

M. Semenowicz

 


Name: moni aus mannheim
Email: -
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

diese kritik hat ja wohl das größte machoarsch überhaupt geschrieben!
wir sind im 20 jahrhundert angekommen!
WIR, also auch IHR männer!



Name: kein name
Email: auchkeine@adresse
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)


Ich weiß zwar nicht, ob die Kritik überhaupt ein MANN geschrieben hat. Aber ich bin mir ziemlich sicher, bereits im 21. Jahrhundert angekommen zu sein.

Dir Moni, aber weiterhin viel Spaß im Zwanzigsten!

(ist ja drollig hier)



Name: Punkt
Email: habeich@t-online.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Der beste Film seit langen, freue mich schon auf Juli 2006 da kommt er auf DVD!