Filmszene. - Von Filmfans, für Filmfans https://www.filmszene.de/ de Snowpiercer - Folge 1 + 2 https://www.filmszene.de/snowpiercer-folge-1-2 <span property="schema:name" class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Snowpiercer - Folge 1 + 2</span> <div class="field field--name-field-specials field--type-entity-reference field--label-hidden field__item"><a href="/specials/serien" hreflang="de">Serien</a></div> <span rel="schema:author" class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/users/matthias" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype=""> Matthias Kastl </span></span> <span property="schema:dateCreated" content="2020-05-29T11:17:22+00:00" class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">29. Mai 2020 - 13:17</span> <div property="schema:text" class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Als Science-Fiction-Bombe des Jahres hatten wir 2014 Bong Joon-Hos ("<a href="https://www.filmszene.de/filme/host">The Host</a>", "Parasite") Comic-Verfilmung "<a href="https://www.filmszene.de/filme/snowpiercer">Snowpiercer</a>" geadelt. Nun möchte der amerikanische Fernsehsender TNT gerne eine zweite Erfolgsbombe zünden und schickt den postapokalyptischen Zug in Serienproduktion. Und dank Netflix dürfen wir seit dieser Woche auch in Deutschland eine Fahrkarte lösen. Die ersten beiden Folgen lassen dabei vermuten, dass die Reise zwar durchaus kurzweilig, aber nicht unbedingt sehr tiefgründig verlaufen dürfte.</p> <p>Die Serie übernimmt dabei das Grundszenario aus dem Film, der seinerseits ja wiederum auf einer französischen Comicserie basierte. Nach einem missglückten wissenschaftlichen Versuch, die Erderwärmung zu stoppen, herrscht auf unserem Planeten Eiszeit. Aus Mangel an Alternativen haben sich die wenigen Überlebenden in die 1001 Waggons des ständig in Bewegung bleibenden High-Tech-Zuges "Snowpiercer" gerettet. Unter der Führung des mysteriösen Mr. Wilford genießen dabei die Schönen und Reichen die Annehmlichkeiten der ersten Klasse, während im hinteren Teil des Zuges furchtbare Bedingungen herrschen und die dort abgeschottete ärmere Schicht an Rebellion denkt.</p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="333" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/serien/snowpiercer/snowpiercer_01.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p>Angesichts des Mangels an Waffen eigentlich ein aussichtsloses Unterfangen für die Unterschicht, doch genau hier sorgt die Serie mit einem neuen Storytwist für einen kleinen Hoffnungsschimmer. Melanie Cavill (Jennifer Connelly, "<a href="https://www.filmszene.de/filme/dark-city">Dark City</a>", "<a href="https://www.filmszene.de/filme/requiem-dream">Requiem for a Dream</a>"), die "Kommunikationsmanagerin" des Snowpiercer, wird von Mr. Wilford beauftragt einen prekären Mordfall zu lösen – und soll dabei auf die Dienste des einzigen erfahrenen Mordermittlers an Bord des Zuges zurückgreifen. Das ist aber ausgerechnet der "Unterschichten"-Passagier Andre Layton (Daveed Diggs), der eigentlich gerade leidenschaftlich an der Planung der großen Rebellion arbeitet. Ausgestattet mit völlig neuen Privilegien darf sich Layton bei seinen Ermittlungen nun also ein Bild von den Sicherheitsvorkehrungen im Rest des Zuges machen – in der Hoffnung wertvolle Informationen für die geplante Revolution sammeln zu können.&nbsp; &nbsp;</p> <p>Dieser Einfall der Serienautoren ist dann auch gleich der erste große Kritikpunkt an "Snowpiercer". Dass sich die High-Society des Zuges bei einem delikaten Mordfall ausgerechnet an einen abgehalfterten Ex-Ermittler aus dem kurz vor der Rebellion stehenden hinteren Zugteil wendet, ist einfach komplett unglaubwürdig. Diesem mehr als wackeligen Storygerüst wird dann auch nicht gerade dadurch geholfen, dass sich rein zufällig auch noch eine Ex-Geliebte unseres Ermittlers unter den Verdächtigen befindet. Wir erwarten ja nicht Shakespeare, aber so ein klein wenig hätte man sich bei der Konzeption der Geschichte ja doch anstrengen können und nicht Standard-TV-Plots recyclen müssen.</p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="333" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/serien/snowpiercer/snowpiercer_02.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p>Vielleicht könnte man diese Kröten etwas leichter schlucken, wenn der gute Layton sich wenigstens als brillanter Ermittler entpuppen würde. Zumindest in den ersten beiden Folgen ist dessen Kombinationsgabe aber dann doch eher reglementiert. Stattdessen schläft Layton lieber mit der verdächtigen Ex-Freundin, was ihn dann auch davon überzeugt, dass bei soviel Zärtlichkeit die Dame wohl kaum als Mörderin in Frage kommt. Sherlock Holmes, he ain't. Ebenso fragwürdig ist Laytons genauso halsbrecherische wie sinnfreie Aktion am Ende der zweiten Folge, mit der er eine geheime Botschaft zu seinen alten Kameraden schicken möchte. Durchdacht sieht anders aus, aber es sorgt halt für etwas Action auf dem Bildschirm.</p> <p>Und damit sind wir auch schon beim entscheidenden Punkt. "Snowpiercer" möchte lieber unterhalten als wirklich zum komplexen Nachdenken anregen. Was vielleicht auch daran liegt, dass die Serie vom amerikanischen TV-Sender TNT produziert wird und eher ein breiteres Fernsehpublikum abholen möchte. So bekommt man dann auch die klassischen Mini-Cliffhanger (oder in Dramaturgen-Englisch: "act breaks") vor der ursprünglichen Werbepause serviert, die sich für den Netflix-Zuschauer allerdings nur durch das kurze Ein- und Ausblenden eines Schwarzbilds äußert. Durch diese klassische Fernsehserien-Struktur wird man als Drehbuchautor aber eben auch leicht dazu verleitet, alles nur auf diese "Act Breaks" auszurichten und das große Ganze aus dem Auge zu verlieren. Und genau darunter leidet der "Intellekt" der Serie.</p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="280" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/serien/snowpiercer/snowpiercer_03.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p>Im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch, dass man mit "Snowpiercer" trotzdem durchaus seinen Spaß haben kann. Nicht nur, weil die Handlung zügig voranschreitet und immer irgendetwas passiert. Sondern vor allem auch, weil die Grundprämisse einfach immer noch einen großen Reiz ausübt. Hinter jeder Tür gibt es ja einen neuen&nbsp;kleinen&nbsp;Mikrokosmos zu entdecken. Und auch wenn man angesichts der unterschiedlichen Größenverhältnisse einiger Wagons etwas irritiert sein mag, blickt man doch fasziniert auf dieses komprimierte Gesellschaftssystem mit seinen Nachtclubs, Viehwägen, Restaurants und Gewächshäusern. Diese konstante Neugier sorgt dafür, dass man als Zuschauer eben doch weiter am Ball bleibt.</p> <p>Es überrascht dann auch nicht, dass die Figur der Kommunikationsmanagerin Melanie Cavill mit Abstand die reizvollste des ganzen Zuges ist. Gespielt von der wie immer wunderbaren Jennifer Connelly, die schauspielerisch ihren Kollegen deutlich überlegen ist, muss die gute Melanie zwischen den Luxusproblemen der Erste-Klasse-Passagiere und dem Revolutionsdrang der Unterschicht vermitteln. Wie Melanie hier mit kühler Eleganz versucht&nbsp;es allen irgendwie recht zu machen&nbsp;und spürbar immer mehr unter Druck gerät, ist eine deutlich faszinierendere Angelegenheit als der viel zu konstruiert wirkende Mordfall.</p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="334" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/serien/snowpiercer/snowpiercer_04.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p>Keine Frage, in "Snowpiercer" steckt angesichts der vorhandenen Konflikte an Bord ein riesiges Potential eben mehr als nur flüchtiges Entertainment zu sein. Nur fokussiert sich der Serie in den ersten Folgen leider nicht darauf. Was schade ist, denn im Gegensatz zum Film hätte die Serie ja die Chance, die Funktionsweise dieses Mikrokosmos noch viel ausgiebiger zu beleuchten. So bleibt es aber oft bei visuellen Leckerbissen, wie einer Action-Sequenz rund um einen Viehwaggon, die uns aber leider viel zu wenig über die Mechaniken hinter diesem komplexen System verraten.</p> <p>So ist "Snowpiercer" eine zwar immer noch ganz unterhaltsame, aber eben doch auch&nbsp;frustrierende Angelegenheit geworden, was eventuell auch den chaotischen Bedingungen hinter den Kulissen zu verdanken ist. Der ursprüngliche Showrunner wurde nach kurzer Zeit gefeuert, die Pilotfolge noch einmal komplett neu abgedreht, und im Anschluss berichteten verblüffte Schauspieler, dass sie auf einmal komplett neue Figuren spielen mussten. Womit die Serie zumindest in dieser Hinsicht ihrem großen Vorbild gerecht wird, denn auch hinter den Kulissen der 2014er Version tobte damals ja ein berüchtigter kreativer Machtkampf zwischen Regisseur Bong Joon-Ho und Produzent Harvey Weinstein.</p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="250" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/serien/snowpiercer/snowpiercer_05.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p>Wer "Snowpiercer" trotz ruckeligem Beginn aber eine Chance geben möchte, der hat leider noch ein weiteres Hindernis zu überwinden. Aus vertraglichen Gründen zeigt Netflix die Serie nur in Häppchen, und so muss die Binge-freudige Community immer bis zum nächsten Montag warten&nbsp;um eine weitere Folge schauen zu dürfen. Was dann doch die Frage aufwirft, ob dieser Zug wirklich genug Fahrt aufnehmen kann, um seine Zuschauer nicht schon an einer der ersten Haltestellen wieder zu verlieren.</p> </div> <section class="field field--name-comment-node-page field--type-comment field--label-hidden comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=15649&amp;2=comment_node_page&amp;3=comment_node_page" token="i2LEBg6Nw2dCnDBPKPdjUPp8n7vfNSWLeQFouX9N7RE"></drupal-render-placeholder> </section> <div class="field field--name-field-copyright field--type-string-long field--label-hidden field__item">Netflix</div> <div class="field field--name-field-notonfrontpage field--type-boolean field--label-above"> <div class="field__label">Auf Startseite verstecken</div> <div class="field__item">Off</div> </div> <div class="field field--name-field-personen field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Personen</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/personen/jennifer-connelly" hreflang="de">Jennifer Connelly</a></div> </div> </div> Fri, 29 May 2020 11:17:22 +0000 matthias 15649 at https://www.filmszene.de https://www.filmszene.de/snowpiercer-folge-1-2#comments Die Turteltauben https://www.filmszene.de/filme/die-turteltauben <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Die Turteltauben</span> <div class="field field--name-field-kategorie field--type-entity-reference field--label-hidden field__item"><a href="/kategorie/streaming" hreflang="de">Streaming</a></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/users/frami" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype=""> Frank-Michael Helmke </span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">26. Mai 2020 - 23:16</span> <div class="field field--name-field-kritikart field--type-entity-reference field--label-hidden field__item"><a href="/taxonomy/term/10310" hreflang="de">Kurz-Kritik</a></div> <div class="field field--name-field-streaming-anbieter field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Streaming</div> <div class="field__item"><a href="/kategorie/netflix" hreflang="de">Netflix</a></div> </div> <div class="field field--name-field-original-title field--type-string-long field--label-above"> <div class="field__label">Originaltitel</div> <div class="field__item">Lovebirds</div> </div> <div class="field field--name-field-genres field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Genre</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/23" hreflang="de">Komödie</a></div> <div class="field__item"><a href="/genres/romanze" hreflang="de">Romanze</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-laender field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Land</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/laender/usa" hreflang="de">USA</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-year field--type-integer field--label-above"> <div class="field__label">Jahr</div> <div class="field__item">2020</div> </div> <div class="field field--name-field-regie field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Regie</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/personen/michael-showalter" hreflang="de">Michael Showalter</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-cast field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Cast</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/personen/issa-rae" hreflang="de">Issa Rae</a></div> <div class="field__item"><a href="/personen/kumail-nanjiani" hreflang="de">Kumail Nanjiani</a></div> <div class="field__item"><a href="/personen/paul-sparks" hreflang="de">Paul Sparks</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-duration field--type-integer field--label-above"> <div class="field__label">Laufzeit</div> <div content="86" class="field__item">86 min</div> </div> <div class="field field--name-field-release-date field--type-datetime field--label-above"> <div class="field__label">Release Date</div> <div class="field__item"><time datetime="2020-05-22T12:00:00Z" class="datetime">22. Mai 2020</time> </div> </div> <div class="field field--name-field-bewertung field--type-fivestar field--label-above"> <div class="field__label">Bewertung</div> <div class="field__item"><form class="fivestar-form-1" id="vote" data-drupal-selector="fivestar-form-1" action="/rss.xml" method="post" accept-charset="UTF-8"> <div class="clearfix fivestar-none-text fivestar-average-stars fivestar-form-item fivestar-basic"><div class="js-form-item form-item js-form-type-fivestar form-type-fivestar js-form-item-vote form-item-vote form-no-label"> <input class="vote" data-drupal-selector="edit-vote" type="hidden" name="vote" value="70" /> <div class="fivestar-static-form-item"><div class="js-form-item form-item js-form-type-item form-type-item js-form-item- form-item-"> <div class="fivestar-"><div class="fivestar-widget-static fivestar-widget-static- fivestar-widget-static-10 clearfix"><div class="star star-1 star-odd star-first"><span class="on">7</span></div><div class="star star-2 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-3 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-4 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-5 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-6 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-7 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-8 star-even"><span class="off"></span></div><div class="star star-9 star-odd"><span class="off"></span></div><div class="star star-10 star-even star-last"><span class="off"></span></div><div class="ratingzahl">7/10</div></div> </div> </div> </div> </div> </div><input style="display:none" data-drupal-selector="edit-submit" type="submit" id="edit-submit" name="op" value="" class="button js-form-submit form-submit" /> <input autocomplete="off" data-drupal-selector="form-m-vl8ws7xz8ptficvbnnjht38toraanxiqhdn72bjvw" type="hidden" name="form_build_id" value="form-M_VL8ws7xZ8PtfiCvBNnjHt38toraAnxiqhDn72bjVw" /> <input data-drupal-selector="edit-fivestar-form-1" type="hidden" name="form_id" value="fivestar_form_1" /> </form> </div> </div> <div class="field field--name-field-copyright field--type-string-long field--label-hidden field__item">Netflix</div> <div class="field field--name-field-poster field--type-image field--label-hidden field__item"> <img src="/sites/default/files/styles/poster_180x255/public/plakate/turteltauben.jpg?itok=BkIjHH4Y" width="172" height="255" alt="" typeof="foaf:Image" class="image-style-poster-180x255" /> </div> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:Calibri,sans-serif">“Die Turteltauben” beginnt als eine sehr charmante und originelle Rom-Com und fängt in wenigen Minuten ein, wie sein Hauptpaar Leilani (Issa Rae) und Jibran (Kumail Nanjiani) sich kennengelernt und verliebt hat. hat. Einen schnellen Zeitsprung beziehungsweise vier Jahre später ist davon scheinbar nichts mehr übrig geblieben. Im ernüchternden Beziehungsalltag versackt und wegen jener Kleinigkeit streitend, sind Leilani und Jibran eigentlich fertig miteinander und ihrer Beziehung. Dummerweise fahren sie in diesem Moment einen Fahrradfahrer an. Und kurz darauf taucht ein vermeintlicher Cop auf, kapert den Wagen der beiden und gibt dem flüchtenden Radfahrer endgültig den Rest. Mehrfach. Der Kerl flieht vom Tatort – ebenso wie Leilani und Jibran als ihnen klar wird, dass sie wie die Mörder dastehen.</span></span></span></p> <p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:Calibri,sans-serif">Was folgt, ist in seiner generischen Pärchenkomödie-Struktur schon recht offensichtlich. Zwei, die nicht mehr daran glauben, miteinander funktionieren zu können, müssen miteinander funktionieren, um ihre eigene Unschuld zu beweisen. Und erkennen durch dieses Abenteuer, wie gut sie eigentlich doch zusammen funktionieren. </span></span></span></p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" height="333" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/t/turteltaubenlift.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:Calibri,sans-serif">Der Thriller-Plot, der hierfür als Folie dient, läuft solide seine Etappenpunkte ab, während er Leilani und Jibran alle paar Minuten in ein neues Szenario wirft, durch das sie sich zusammen irgendwie durchimprovisieren müssen. Was mal mehr, mal weniger gut klappt, und was auch mal mehr, mal weniger witzig ist. </span></span></span></p> <p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:Calibri,sans-serif">Was „Die Turteltauben“ dabei von durchschnittlicher Genre-Mittelklasse abhebt ist das Glück, dass er zwei Hauptdarsteller mit großem komödiantischem Talent besitzt, die mit ihrem Gefühl für Timing und Tempo die Screwball-artigen Streitereien zwischen ihren Charakteren mit genau der richtigen Mischung aus Witz und Glaubwürdigkeit rüberbringen. Issa Rae und Kumail Nanjiani geben dem oft benutzten Muster „Pärchen fängt sich in den unmöglichsten Situationen an zu streiten“ den nötigen Schwung und die so wichtige Leichtfüßig- und Liebenswürdigkeit, dass man mit ihnen als Paar mitfiebert. Es hat eine etwas traurige Ironie, dass der Film bei Netflix erscheint, denn eigentlich wäre er der perfekte Date-Film. Aber ins Kino kann man derzeit ja leider sowieso nicht so richtig. </span></span></span></p> <p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:Calibri,sans-serif">Das Zusammenspiel seiner Hauptdarsteller hält „Die Turteltauben“ auch dann noch am Laufen, wenn die schlagfertige Dynamik der beiden etwas in den Hintergrund gedrängt wird, weil der Krimiplot abgewickelt werden möchte. Der ist weder sonderlich spannend noch sonderlich einfallsreich – abgesehen von der großen „Verschwörung“, in die Leilani und Jibran hier reinstolpern. Der Höhepunkt ihrer Amateur-Ermittlungsarbeiten ist so köstlich schräg und durchgeknallt, dass Leilanis Frage „Haben wir gerade denselben Traum?“ sehr angebracht ist. </span></span></span></p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" height="333" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/t/turteltaubenparty.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:Calibri,sans-serif">Die knusprige Laufzeit von nur 86 Minuten ist ein Indikator dafür, dass „Die Turteltauben“ nicht viele Asse im Ärmel hat, um mit seinem Plot zu punkten. Sie weist aber auch darauf hin, dass der Film um seine Stärken weiß: Rae und Nanjiani dürfen gemeinsam ihr Dialog-Feuerwerk abfeuern, und dazwischen beeilt man sich, zum nächsten Setup für die beiden zu kommen, bevor die Sache anfängt durchzuhängen. </span></span></span></p> <p><span style="font-size:11.0pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">So ist „Die Turteltauben“ flott und kurzweilig weggesnackt. Kein großer Wurf, aber für einen netten Filmabend ohne viel Anspruch absolut in Ordnung. Und vielleicht kann man auch auf dem heimischen Sofa ein kleines Date daraus machen. </span></span></span></p> </div> <section class="field field--name-comment-node-review field--type-comment field--label-hidden comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=15648&amp;2=comment_node_review&amp;3=comment_node_review" token="_xesJnNxwRP_LAZSoNb-4GADKpw-3CHiGAVSNvOUFkc"></drupal-render-placeholder> </section> <div class="field field--name-field-notonfrontpage field--type-boolean field--label-above"> <div class="field__label">Auf Startseite verstecken</div> <div class="field__item">Off</div> </div> <div class="field field--name-field-sorting-title field--type-computed-string field--label-above"> <div class="field__label">Sorting Title</div> <div class="field__item">Turteltauben, Die</div> </div> <div class="field field--name-field-sorting-abc field--type-computed-string field--label-above"> <div class="field__label">Sorting ABC</div> <div class="field__item">T</div> </div> Tue, 26 May 2020 21:16:07 +0000 frami 15648 at https://www.filmszene.de https://www.filmszene.de/filme/die-turteltauben#comments Nur die halbe Geschichte https://www.filmszene.de/filme/nur-die-halbe-geschichte <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Nur die halbe Geschichte</span> <div class="field field--name-field-kategorie field--type-entity-reference field--label-hidden field__item"><a href="/kategorie/streaming" hreflang="de">Streaming</a></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/users/frami" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype=""> Frank-Michael Helmke </span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">3. Mai 2020 - 23:30</span> <div class="field field--name-field-kritikart field--type-entity-reference field--label-hidden field__item"><a href="/taxonomy/term/10309" hreflang="de">Kritik</a></div> <div class="field field--name-field-streaming-anbieter field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Streaming</div> <div class="field__item"><a href="/kategorie/netflix" hreflang="de">Netflix</a></div> </div> <div class="field field--name-field-original-title field--type-string-long field--label-above"> <div class="field__label">Originaltitel</div> <div class="field__item">The Half of It</div> </div> <div class="field field--name-field-genres field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Genre</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/genres/teenager" hreflang="de">Teenager</a></div> <div class="field__item"><a href="/genres/romanze" hreflang="de">Romanze</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/23" hreflang="de">Komödie</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-laender field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Land</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/laender/usa" hreflang="de">USA</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-year field--type-integer field--label-above"> <div class="field__label">Jahr</div> <div class="field__item">2020</div> </div> <div class="field field--name-field-regie field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Regie</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/personen/alice-wu" hreflang="de">Alice Wu</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-duration field--type-integer field--label-above"> <div class="field__label">Laufzeit</div> <div content="104" class="field__item">104 min</div> </div> <div class="field field--name-field-release-date field--type-datetime field--label-above"> <div class="field__label">Release Date</div> <div class="field__item"><time datetime="2020-05-01T12:00:00Z" class="datetime">1. Mai 2020</time> </div> </div> <div class="field field--name-field-bewertung field--type-fivestar field--label-above"> <div class="field__label">Bewertung</div> <div class="field__item"><form class="fivestar-form-2" id="vote--2" data-drupal-selector="fivestar-form-2" action="/rss.xml" method="post" accept-charset="UTF-8"> <div class="clearfix fivestar-none-text fivestar-average-stars fivestar-form-item fivestar-basic"><div class="js-form-item form-item js-form-type-fivestar form-type-fivestar js-form-item-vote form-item-vote form-no-label"> <input class="vote" data-drupal-selector="edit-vote" type="hidden" name="vote" value="90" /> <div class="fivestar-static-form-item"><div class="js-form-item form-item js-form-type-item form-type-item js-form-item- form-item-"> <div class="fivestar-"><div class="fivestar-widget-static fivestar-widget-static- fivestar-widget-static-10 clearfix"><div class="star star-1 star-odd star-first"><span class="on">9</span></div><div class="star star-2 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-3 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-4 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-5 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-6 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-7 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-8 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-9 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-10 star-even star-last"><span class="off"></span></div><div class="ratingzahl">9/10</div></div> </div> </div> </div> </div> </div><input style="display:none" data-drupal-selector="edit-submit" type="submit" id="edit-submit--2" name="op" value="" class="button js-form-submit form-submit" /> <input autocomplete="off" data-drupal-selector="form-bkglh5vfnuybxrd46zjnfspndqz0yktdruextuo-bk8" type="hidden" name="form_build_id" value="form-bKgLh5VFNUyBXrd46ZJnFspnDQZ0YKtDrUExTuO-BK8" /> <input data-drupal-selector="edit-fivestar-form-2" type="hidden" name="form_id" value="fivestar_form_2" /> </form> </div> </div> <div class="field field--name-field-copyright field--type-string-long field--label-hidden field__item">Netflix</div> <div class="field field--name-field-poster field--type-image field--label-hidden field__item"> <img src="/sites/default/files/styles/poster_180x255/public/plakate/halbegeschichte_0.jpg?itok=n1VGuXWu" width="172" height="255" alt="" typeof="foaf:Image" class="image-style-poster-180x255" /> </div> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Im diverse Male verfilmten und x-fach in Film und Fernsehen zitierten Literaturklassiker "Cyrano de Bergerac" schreibt ein durch eine riesige Nase entstellter Sonderling als Ghostwriter die Liebesbriefe für einen verliebten Jüngling an eine reizende Schöne, in die der Titelheld selbst verliebt ist. Regisseurin und Autorin Alice Wu erweist mit "Nur die halbe Geschichte" dieser Vorlage nun ein weiteres Mal die Ehre, mit einem modernen Spin in der Geschichte.&nbsp;</p> <p>Ellie Chu (Leah Lewis) hat keine riesige Nase, aber als Super Nerd, die viel zu intelligent für das Kaff irgendwo im Nirgendwo ist, in dem sie lebt, ist auch sie ein ganz klarer Sonderling. Als der sehr einfach gestrickte Footballspieler Paul Munsky (herrlich überfordert und planlos: Daniel Diemer) sie darum bittet, für ihn einen Liebesbrief an die unerreichbare Aster (Alexxis Lemire) zu schreiben, kommt Ellies einsames Eigenbrötler-Leben gehörig durcheinander, geht es doch um ihre eigene, heimliche Liebe.</p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="333" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/h/halbegeschichtebrief.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p>Aus dieser speziellen Konstellation macht Alice Wu eine universelle Liebesgeschichte von außergewöhnlicher Authentizität, Ehrlichkeit und aufrichtiger Herzenswärme. Ein&nbsp;Film, in den man sich als junger Mensch so richtig selbst verlieben kann. Aber auch ein Film aus einer Nische, die wie so viele Subgenres in Hollywood schon seit Jahren kaum noch stattfindet. So fand "Nur die halbe Geschichte" sein Zuhause bei Netflix. Und das ist vermutlich eine sehr gute Sache. Denn der Film nimmt sein ländliches Setting viel ernster, als es sich eine mainstreamige Hollywood-Version dieser Geschichte wohl je getraut hätte. Wie sehr Religion an einem solchen Ort auch für viele Teenager ein wichtiger und ernstzunehmender Faktor in ihrem Handeln und Denken ist, hätte ein Hollywood-Film niemals so unvoreingenommen dargestellt wie hier.</p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="209" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/h/halbegeschichteaster.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p>In seiner sehr süßen und einnehmenden Eröffnung stellt sich "Nur die halbe Geschichte" als aufrichtig romantischer Liebesfilm vor, und genau das ist er auch - selbst wenn Ellie diese Eröffnung umgehend für Quatsch erklärt und darauf besteht, dass das hier keine Liebesgeschichte ist - "jedenfalls keine, in der irgendwer das kriegt, was er will". Im Folgenden erzählt der Film eine wundervoll einfühlsame Geschichte, in der es gar nicht so sehr darum geht, wann Aster hinter die Wahrheit kommt. Das eigentliche Zentrum ist die Beziehung zwischen Ellen und Paul. Und auch wenn das tatsächlich keine Liebesgeschichte ist, so entwickelt sie sich doch in sehr berührenden Momenten.&nbsp;</p> <p>"Nur die halbe Geschichte" lebt dabei nicht nur von seinen liebenswerten Figuren, sondern auch und vor allem von Alice Wus bemerkenswerter Nase für originelle kleine <em>set pieces</em>, um ihre Geschichte auf sehr abwechslungsreiche und filmisch starke Weise zu erzählen. Wie Ellie und Aster zusammen ein Kunstwerk kreieren, ohne sich jemals persönlich zu begegnen, hat schon fast etwas Magisches. Und das zweite Date zwischen Paul und Aster (und Ellie) ist gleichzeitig enorm komisch und enorm berührend.&nbsp;</p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="333" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/h/halbegeschichtehandy.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p>Man muss ein bisschen über ein paar Stellen hinwegsehen, an denen die Glaubwürdigkeit des Films auf etwas wackeligen Füßen steht. Dass Aster zum Beispiel nicht merkt, dass sie es mit einem Mädchen zu tun hat, obwohl Ellies Handschrift schon recht verräterisch auf ihr Geschlecht hinweist. Oder dass zwischen Pauls und Asters erstem und zweitem Date gefühlte Monate vergehen. Aber das sind absolut zu vernachlässigende Kleinigkeiten, die man einem Film gerne nachsieht, wenn er einen so sehr einzunehmen weiß.&nbsp;</p> <p>Ich war nur einmal kurz enttäuscht während des Films. Fast die gesamte Laufzeit über hatte ich angenommen, dass er mit einem bestimmten Twist enden würde, und hatte das trügerische Gefühl, dass der Film sich dieses Ende auch geschickt als Möglichkeit offen hielt. Tat er aber gar nicht. Es war fast etwas ärgerlich zu erkennen, dass ich falsch gelegen hatte. Aber das werde ich "Nur die halbe Geschichte" ganz sicher nicht vorwerfen. Denn meine Variante hätte ein viel konventionelleres (und weniger ehrliches) Ende ergeben, das&nbsp;diesem sehr weisen Film nicht gestanden hätte. Das echte Ende ist nahezu perfekt und unterstreicht, dass "Nur die halbe Geschichte" einer der besten Teenager-Filme seit langer Zeit ist.&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p> </div> <section class="field field--name-comment-node-review field--type-comment field--label-hidden comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=15647&amp;2=comment_node_review&amp;3=comment_node_review" token="eES5fsV8vp-I2SjRzczYJbjs-Zl8V_mgyQBhkC9UkbM"></drupal-render-placeholder> </section> <div class="field field--name-field-notonfrontpage field--type-boolean field--label-above"> <div class="field__label">Auf Startseite verstecken</div> <div class="field__item">Off</div> </div> <div class="field field--name-field-sorting-title field--type-computed-string field--label-above"> <div class="field__label">Sorting Title</div> <div class="field__item">Nur die halbe Geschichte</div> </div> <div class="field field--name-field-sorting-abc field--type-computed-string field--label-above"> <div class="field__label">Sorting ABC</div> <div class="field__item">N</div> </div> Sun, 03 May 2020 21:30:05 +0000 frami 15647 at https://www.filmszene.de https://www.filmszene.de/filme/nur-die-halbe-geschichte#comments Die Feel-Good-Filme der Filmszene-Redaktion https://www.filmszene.de/die-feel-good-filme-der-filmszene-redaktion <span property="schema:name" class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Die Feel-Good-Filme der Filmszene-Redaktion</span> <div class="field field--name-field-specials field--type-entity-reference field--label-hidden field__item"><a href="/spotlight/special" hreflang="de">Special</a></div> <span rel="schema:author" class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/users/frami" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype=""> Frank-Michael Helmke </span></span> <span property="schema:dateCreated" content="2020-04-26T12:47:15+00:00" class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">26. April 2020 - 14:47</span> <div property="schema:text" class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Im Moment kann man ein kleines bisschen Eskapismus und einen gelegentlichen Stimmungsaufheller besonders gut gebrauchen. Gott sei Dank bietet die Filmgeschichte nicht nur haufenweise großes Drama, sondern auch eine Menge Filme, die einem ein seliges Lächeln ins Gesicht zaubern und für zwei Stunden dafür sorgen, dass man einfach nur Freude hat. Wir haben redaktionsintern ein bisschen gesammelt, und hier kommen sieben ganz persönliche Bekenntnisse unserer Mitarbeiter, was für sie jeweils ihrer liebster Feel-Good-Movie ist. Nicht ganz überraschend hat das häufig etwas mit der (eigenen) Jugend zu tun, und nicht selten auch mit dem besonderen Zauber von Musik. Here we go.&nbsp;</p> <p><strong>Matthias Kastl</strong><br /> Mein Lieblingsfach während meines Studiums an der San Francisco State University war mit Abstand die "Film-Noir"-Klasse von Professor Jim Kitses. Ein für das Thema eigentlich viel zu gut gelaunter Herr, der seine Studenten jede Woche mit so düsteren Werken wie "<a href="https://www.filmszene.de/filme/rattennest">Kiss me Deadly</a>". "Out of the Past" oder "<a href="https://www.filmszene.de/filme/double-indemnity-frau-ohne-gewissen">Double Indemnity</a>" beglückte. Filmisch ein Genuss, für eine positive Stimmung und den Glauben an die Menschheit aber eher kontraproduktiv. Als dann auch noch der triste Winter anbrach, sah sich unser Professor wohl in einer gesellschaftlichen Verantwortung. Was tun, damit keines seiner Schäfchen stets depressiv den Nachhauseweg antritt?</p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="140" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/specials/gold/singinlampe.jpg" width="220" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p>Seine Lösung: In der düsteren Winterzeit spielte er nach jedem Film die Regenschirm-Tanzszene von Gene Kelly aus <strong>"Singin'&nbsp;in the rain"</strong>. Verbunden mit der Aussage, dass es einfach unmöglich sei, danach nicht mit einem Lächeln den Vorführraum zu verlassen. Noch heute denke ich an diese weisen Worte und lege, immer wenn das Leben eine falsche Richtung einzuschlagen droht, die DVD bei mir ins Laufwerk. Dabei ist es nicht nur die ikonische Tanzsequenz im Regen, die "Singin'&nbsp;in the rain" zu so einem aufmunternden Erlebnis macht. Wer morgens schlecht gelaunt aus dem Bett kippt, sollte sich doch einfach mal die "Good Morning"-Sequenz gönnen. Der komplette Film sorgt einfach für pure Glückseligkeit, die wir ja auch <a href="https://www.filmszene.de/filme/singin-rain">hier</a> schon in aller Ausführlichkeit gewürdigt haben. Ich fühle mich bei dem Film auf jeden Fall jedes Mal wieder in einen kleinen wohligen Vorführraum an der amerikanischen Westküste versetzt. <em>What a glorious feeling, I'm happy again...</em></p> <p><strong>Maximilian Schröter</strong><br /> <span><span><span>Konzerte sind wie alle anderen Großveranstaltungen für die nächsten Monate ja untersagt. Für echtes Rockkonzert-Feeling muss man sich also derzeit mit Konzertfilmen begnügen. Einen noch höheren „Feel-Good-Faktor“ hat aber Cameron Crowes <strong>„Almost Famous“</strong>. </span></span></span></p> <p><span><span><span>In dem an wahre Erlebnisse des Drehbuchautors und Regisseurs angelehnten Film bekommt der 15-jährige William Miller (Patrick Fugit) den traumhaften Auftrag, für den Rolling Stone einen Artikel über die aufstrebende (fiktive) Rockband Stillwater zu schreiben. Dafür darf er sie auf ihrer 1973er Tour durch die USA begleiten, wobei sich ihm eine völlig neue Welt auftut, bevölkert zum einen von den Bandmitgliedern und zum anderen von ihren Groupies, pardon: „Band Aids“, darunter in erster Linie die bezaubernde und sich mysteriös gebende Penny Lane (Kate Hudson). Der Alltag zwischen Hotelzimmern, grandiosen Konzerten, Backstage-Erlebnissen und sehr langen Fahrten im Tourbus wird für William auch zu einer Coming-of-Age-Reise, die innerhalb weniger Wochen für William zahlreiche prägende Erlebnisse bereithält und seit dem Erscheinen des Films auch für viele Zuschauer unvergesslich geworden ist.</span></span></span></p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="287" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/specials/almost_tinydancer.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p><span><span>​</span></span></p> <p><span><span><span>Man muss gar nicht schon vor dem Anschauen des Films ein großer Fan der Rockmusik der 70er Jahre sein (obwohl „Almost Famous“ dann definitiv noch mehr Spaß macht), denn danach ist man es sowieso. Neben den neu komponierten Stillwater-Songs ist der Soundtrack gespickt mit Stücken von Größen wie Led Zeppelin, The Who oder David Bowie. Und längst legendär ist die Szene, die Cameron Crowe mit Elton Johns „Tiny Dancer“ unterlegt hat. Dank der hier nicht nur akustisch, sondern auch optisch mit viel Liebe zum Detail wieder erschaffenen 70er Jahre entführt „Almost Famous“ seine Zuschauer gleich zweifach in andere, zumindest im nostalgischen Rückblick oft bessere Zeiten: die Jugend und eben die Siebziger „vor Disco und Spiegelkugeln“, wie es auf der Bluray-Hülle so schön heißt. Die teilweise zum Niederknien famosen Dialoge von Cameron Crowe („<a href="https://www.filmszene.de/filme/say-anything">Say Anything</a>“, „Jerry Maguire“) und der bis in die kleinsten Rollen perfekt zusammen gestellte Cast (u.a. Frances McDormand, Philip Seymour Hoffman, Billy Crudup, Anna Paquin, Jason Lee, Zooey Deschanel, Noah Taylor und Jimmy Fallon) tun ihr übriges und machen „Almost Famous“ zum idealen „Feel-Good-Film“. </span></span></span></p> <p><span><span><span>Die Kinofassung des Films kann man bei mehreren Streaming-Anbietern kostenpflichtig ausleihen. Es existiert jedoch auch ein über zweieinhalb Stunden langer „Untitled“-Cut des Films, der auf Bluray und DVD erhältlich ist und in dem vor allem Kate Hudsons Rolle noch mehr zur Geltung kommt. So richtig perfekt wird "Almost Famous" eigentlich erst in dieser Variante.&nbsp;</span></span></span></p> <p><strong><span><span><span>Margarete Prowe</span></span></span></strong><br /> <span><span>Mein Feel-Good-Film ist der Animationsfilm <strong>"<a href="https://www.filmszene.de/filme/coco">Coco - Lebendiger als das Leben</a>"</strong> von den Pixar Studios. In "Coco" geht es um den mexikanischen Feiertag "Día de los Muertos", den Tag der Toten. Der 12-jährige Miguel landet im Reich der Toten und sucht dort seinen verstorbenen Ururgroßvater, der als Musiker in die Welt zog, aber nie&nbsp;zur Familie zurückkehrte. Der Film berührt mich, weil die Toten in dieser liebevoll gezeichneten und an Musik so reichen Erzählung erst dann vergehen, wenn niemand von den Lebenden sich mehr an sie erinnert.<br /> <br /> Meine Familie ist polnisch-katholisch, daher musste auch ich als Kind jedes Jahr zu Allerheiligen nach Polen fahren, um dort auf dem Friedhof alle verstorbenen Familienmitglieder zu besuchen. Die Friedhöfe leuchten dann durch hunderte von Kerzen auf den Gräbern, diese sind voller frischer Blumen und man gedenkt nicht nur der eigenen Verstorbenen, sondern auch der Nachbarn und Bekannten, die dort liegen. </span></span></p> <p><span><span>Lange konnte ich dem ganzen allerdings wenig abgewinnen.Nachdem ich "Coco" sah, sehe ich diese Friedhöfe aber mit anderen Augen und nehme nun auch meine eigenen kleinen Kinder mit und erzähle ihnen Geschichten von ihren Vorfahren und deren Bekanntschaften. Und wer weiß, vielleicht freuen sich diese ja irgendwo darüber. </span></span></p> <p><strong>Moritz Hoppe</strong><br /> <span><span><span>Richard Linklaters Highschool-Komödie <strong>„Dazed and Confused“</strong> (in Deutschland unter dem grausamen Titel „Confusion – Sommer der Ausgeflippten“ erhältlich) lässt sein Publikum am letzten Schultag an einer amerikanischen Highschool in den 70er Jahren teilhaben. Beim sogenannten <em>Hazing</em> werden die zukünftigen&nbsp;<em>Freshmen</em>&nbsp;der Schule von den kommenden&nbsp;<em>Seniors</em> durch unterschiedliche Aufnahmerituale willkommen geheißen. Richard Linklater („<a href="https://www.filmszene.de/filme/boyhood">Boyhood</a>“) versucht dabei erst gar nicht, eine wirkliche Geschichte zu erzählen. Vielmehr entwirft er eine bezaubernd präzise Momentaufnahme des Highschool-Lebens der 1970er Jahre und&nbsp;zeigt eine Gruppe Jugendlicher, die einfach nur jede Sekunde ihres noch jungen und unbeschwerten Lebens genießen wollen – nicht mehr und nicht weniger. </span></span></span></p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="281" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/specials/dazed.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p><span><span>​</span></span><span><span><span>Und genau das macht „Dazed and Confused“ zu einem besonderen Feel-Good-Movie. Nur wenige Filme schaffen es, die Leichtigkeit der Jugend dermaßen natürlich und lässig einzufangen, ohne dabei mit der Moralkeule um sich zu schwingen oder ihren Figuren bedeutungsschwangere Lektionen fürs Leben zu erteilen. Selbst wenn man keinerlei persönlichen Bezug zur Handlungsära des Films oder zum amerikanischen Highschool-Leben hat, so versetzt einen Linklater durch seine Figuren und die eingefangenen Momente doch in ein wohltuendes Nostalgie-Gefühl, das an die eigene Jugendzeit erinnern lässt. Darüber hinaus ist der Film natürlich von einem grandiosen Soundtrack unterlegt. 100 Minuten pure Sorglosigkeit, die wie im Flug vergehen – „Dazed and Confused“ ist eine Reise in die (eigene) Vergangenheit und Wohlfühlkino in Perfektion. </span></span></span></p> <p><strong><span><span><span><span><span>Simon Staake</span></span></span></span></span></strong><br /> <span lang="FR" xml:lang="FR"><span>Na gut, na</span></span><span><span> gut, da war der Kollege schneller und hat den empirisch bewiesen besten Feel Good-Film aller Zeiten, „Almost Famous“ schon vor mir hochgepriesen. Es sei nur der erneute Hinweis gestattet, dass man ihn unbedingt in der „Untitled“-Langfassung sehen sollte. Also Plan B mit Feel-good-Movie B, den ich trotzdem alle paar Jahre aus dem DVD-Regal ziehe, wenn wir uns mal wieder amüsieren wollen. </span></span></p> <p><span><span><strong>„Die Monster-AG“</strong> geht bei den Elogen auf Pixar ja meist unter: nicht so strukturell einzigartig wie „Wall-E“, nicht so erfolgreich wie „Findet Nemo“, kein anerkannter Klassiker wie die „Toy Story“-Reihe. Aber was für ein Vergnügen ist es immer wieder, diesen Film zu sehen. Sich an den kleinen Details zu erfreuen, die hier wie selbstverständlich eingestreut wurden. Oder an dem fantastischen World Building, das dieser Film mal eben so aus dem Ärmel schüttelt. Oder der Art, wie der Film zwar die menschliche Welt persifliert, aber eben ausgehend von einem großartig in sich schlüssigen Storykonzept. </span></span></p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="173" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/specials/monstertuer.jpg" width="200" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p><span><span>Aber das sind alles Filmkritiker-Argumente. "Feel Good" ist dieser Film, weil er die Lachmuskeln eben so bedient wie das Herz, weil diverse&nbsp;der Dialogzeilen hier seit mittlerweile über 18 Jahren als geflügelte Worte in den Sprachgebrauch von meiner Frau und mir übergegangen sind („Uhh, it's a work in progress, it'll get better“, „You're making it wooooorse“), weil „Boo“ einer der zauberhaftesten Figuren der Filmgeschichte ist, und weil einem jedesmal das Herz übervoll ist und trotzdem aufgeht, wenn ganz am Ende ungesehen Boo ihr „Kitty“ grüßt. </span></span></p> <p><span><span>Auch Gags, die ich nun schon ein Dutzend male gesehen habe, bringen mich immer wieder zum Schmunzeln, ob es nun Sullys Ohnmächtigkeits-Grimassen sind, als Boo vermeintlich im Müllkompaktor umgekommen ist, oder das Kleinkindmonster, das Mike in den Arm beißt – es sind bei diesem Film für mich nicht die großen <em>set pieces</em>, sondern die fast nebensächlichen Gags, die mich am meisten kriegen. Der großartige Rest dieses modernen Klassikers ist dann nur noch die sprichwörtliche Kirsche auf dem Kuchen. <a href="https://www.filmszene.de/filme/die-monster-ag">Damals gesagt</a>, immer noch und immer wieder wahr: Monstermäßig gut.</span></span></p> <p><strong>Frank-Michael Helmke</strong><br /> Mein Vater hatte immer schon die etwas merkwürdige Angewohnheit, gern den neusten Stand der Technik im Haus zu haben, obwohl er diese Technik dann so gut wie nie benutzte. Darum hatten wir in meiner Kindheit in den frühen 80er Jahren auch einen Video2000-Rekorder zuhause (noch vor dem endgültigen Siegeszug der VHS), aber nur eine handvoll Kassetten dafür mit Filmen, die meine Eltern warum auch immer aufgezeichnet hatten, ohne sie sich je selbst nochmal anzusehen. Zwei dieser Filme habe ich mit meinen Geschwistern zusammen immer wieder geguckt. Der eine war Peter Bogdanovichs Screwball-Komödie "<a href="https://www.filmszene.de/filme/was-doc">Is' was, Doc?</a>", für mich bis heute einer der lustigsten Filme aller Zeiten. Und der andere war <strong>"Der Clou"</strong> von George Roy Hill.</p> <p>Älteren Semestern ist dieser Film ganz sicher ein Begriff, denn "Der Clou" war einer der größten Publikumshits der 70er Jahre und gewann seinerzeit sieben Oscars, u.a. für den besten Film, Regie und Drehbuch. Für alle anderen: "Der Clou" spielt im Chicago der 30er Jahre und erzählt von den zwei einfachen Trickbetrügern Johnny Hooker und Henry Gondorff (Robert Redford und Paul Newman, damals die größten Stars unter der Sonne), die sich zusammentun, um sich am unantastbaren Mafia-Boss Doyle Lonnegan zu rächen. Und weil ein Mann wie Lonnegan besser nie begreifen sollte, dass du ihn ausnimmst, wenn du ihn ausnimmst, ziehen Hooker und Gondorff einen extrem elaborierten Trickbetrug auf, um den Mafiosi um eine halbe Million Dollar zu erleichtern.&nbsp;&nbsp;</p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="234" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/specials/clou.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p><span><span>​</span></span>Es gab viele Facetten der Handlung dieser Gaunerkomödie, die ich als naiver Grundschüler noch gar nicht richtig verstehen konnte. So kam mir eine halbe Million als große Beute immer sehr wenig vor, weil ich keine Ahnung hatte, wie viel eine halbe Million während der Großen Depression in den 1930er Jahren eigentlich wert war. Ich war auch jedes Mal verwirrt darüber, dass Hooker des öfteren mit Lonnegan zusammensitzt, um einen vermeintlichen gemeinsamen Deal abzukaspern, um dann gleich in der nächsten Szene fast von einem seiner Häscher erschossen zu werden. Es brauchte Jahre, bis ich kapiert hatte, dass es ein zentraler Kniff der Handlung war, dass Lonnegan nie wusste, dass ihm derselbe Typ gegenüber saß, auf den er bereits vor Wochen seine Auftragskiller angesetzt hatte. Und es dauerte noch ein bisschen länger, bis mir klar wurde, dass die lustigen Mädchen im Etablissement von Gondorffs Freundin Billie Prostituierte waren und Billie ihre Puff-Mutter. Oder warum Gondorff in seiner allerersten Szene&nbsp;seinen Kopf in ein Becken voll Eiswasser hält.&nbsp;</p> <p>Aber sei's drum. Trotzdem fand ich schon mit sieben, acht Jahren die cleveren Tricksereien und gekonnten Improvisationen der Gauner wahnsinnig schlau, die mir völlig fremde Welt der 30er Jahre spannend und exotisch, und das ganze Prozedere des geschickt eingefädelten großen Plans bis zum finalen, titelgebenden "Clou" so herrlich kurzweilig vor sich hin schnurrend, dass ich es mir immer und immer wieder angucken konnte. Und bis heute brauche ich nur ein paar Takte einer der Ragtime-Melodien von Jazz-Pianist&nbsp;Scott Joplin hören, die durch diesen Film damals wieder ausgegraben und unsterblich gemacht wurden, und schon sehe ich mich wieder mit meinen Geschwistern in unseren Schlafanzügen völlig gebannt auf einer Matratze vor dem Fernseher liegen.&nbsp;</p> <p><strong>Volker Robrahn</strong><br /> <span><span><span><span><span>Es ist ein deutlicher Hinweis auf die emotionale Wirkung von Musik, wenn sich unter all den tausenden im Laufe des Lebens aufgesogenen Filmen letztlich ein leichtes, harmloses und eher oberflächliches Musical aus der Hollywood-Glanzzeit der 50er Jahre als der ultimative, persönliche Feel Good-Movie herausschält. Nun denn, es nützt nichts sich etwas Anderes vorzumachen, denn wenn ich einen Film benennen soll, der mir immer wieder unmittelbar gute Laune macht, dann fällt die Wahl auf <strong>„High Society“</strong> oder „Die oberen Zehntausend“, wie er hierzulande zunächst hieß. </span></span></span></span></span></p> <p><span><span><span><span><span>Die Geschichte ist dabei an sich nicht der Rede wert, zudem sie auch noch ein Remake des Oscar-prämierten Schwarz/Weiß-Klassikers „The Philadelphia Story“ von 1940 ist: Die bevorstehende&nbsp;Heirat der „Tochter aus gutem Hause“ mit einem Langweiler kann gerade noch rechtzeitig von ihrem ersten Ehemann und im Grunde einzig wahren Liebe verhindert werden, mit viel Charme und Gesang. </span></span></span></span></span></p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="360" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/specials/hqdefault.jpg" width="480" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p><span><span><span><span><span>Hier wird diese Handlung jedoch aufgepeppt durch die Musik Cole Porters, dem es dabei gelungen ist fast ein Dutzend herrlicher, einprägsamer Nummern zu komponieren. Die reichen vom sentimentalen Liebeslied „You're Sensational“,über selbstironisch-geistreiche Duette („Who wants to be a Millionaire?“, „Well, did you evah?“) bis zum Schnellkurs in Sachen Jazz-Grundlagen („Now you has Jazz“). Und nie war eine Grace Kelly anmutiger und gleichzeitig natürlicher als wenn sie zusammen mit Bing Crosby auf dem Segelboot das berühmte „True Love“ schmachtet. Auch schauspielerisch konnte die zukünftige Fürstin von Monaco in ihrem letzten Film nochmal zeigen, was in ihr steckt. Die Szene, in der sie den Klatschreportern Frank Sinatra&nbsp; und Celeste Holm die affektierte, eingebildete Diva vorspielt, ist ein einziger Genuss.&nbsp;Wie so viele weitere Sequenzen in diesem bunten Star-Vehikel, das in einer Rahmenhandlung vom großen Jazz-Trompeter Louis Armstrong zusammengehalten und immer wieder süffisant kommentiert wird - ein weiterer Mosaikstein, der im Verbund mit dem ausnahmslos gut aufgelegten Ensemble ein rundherum stimmiges Werk ergibt, das</span></span></span></span></span><span><span><span><span><span>&nbsp;unter Kritikern zwar weit weniger angesehen ist als das gesanglose Original, aber einfach so viel mehr Spaß macht. </span></span></span></span></span></p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="318" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/specials/ufa82-08-crop%20a.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p><span><span><span><span><span>Nachdem mich „High Society“ bei einer Fernsehausstrahlung schon als Jugendlicher faszinierte, besorgte ich mir im Vor-Video-Zeitalter die damals sündhaft teure Super 8-Fassung, die das Werk auf gerade mal 40 Minuten zusammengekürzte und nicht viel mehr als die Musiknummern enthielt. Die Rollen liefen dennoch unzählige Male durch den heimischen Filmprojektor, bevor es irgendwann möglich war sich die VHS-Cassette und später die DVD-und BluRay-Version des Films zuzulegen. Bei jeder neuen Anschaffung wurde er dann erneut geschaut, und die Begeisterung und das durchgehende Lächeln im Gesicht sind im Laufe der Jahre nicht geringer geworden.</span></span></span></span></span></p> </div> <section class="field field--name-comment-node-page field--type-comment field--label-hidden comment-wrapper"> <article data-comment-user-id="0" id="comment-254625" class="comment js-comment by-anonymous"> <mark class="hidden" data-comment-timestamp="1588578922"></mark> <footer class="comment-wrap"> <div class="author-comments"> <div class="content"> <h3><a href="/comment/254625#comment-254625" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="de">Ausgekramt</a></h3> <p class="comment-submitted"> Ulrich Holweger am 4. Mai 2020 - 9:26 </p> <div class="field field--name-field-bewertung field--type-fivestar field--label-hidden field__item"><form class="fivestar-form-3" id="vote--3" data-drupal-selector="fivestar-form-3" action="/rss.xml" method="post" accept-charset="UTF-8"> <div class="clearfix fivestar-average-text fivestar-average-stars fivestar-form-item fivestar-basic"><div class="js-form-item form-item js-form-type-fivestar form-type-fivestar js-form-item-vote form-item-vote form-no-label"> <input class="vote" data-drupal-selector="edit-vote" aria-describedby="edit-vote--6--description" type="hidden" name="vote" value="" /> <div class="fivestar-static-form-item"><div class="js-form-item form-item js-form-type-item form-type-item js-form-item- form-item-"> <div class="description"> <div class="fivestar-summary fivestar-summary-average-count"></div> </div> </div> </div> </div> </div><input style="display:none" data-drupal-selector="edit-submit" type="submit" id="edit-submit--3" name="op" value="" class="button js-form-submit form-submit" /> <input autocomplete="off" data-drupal-selector="form-as7msojj3u04zgsvzvmibt7pztzaotuqrqiaiaucwmc" type="hidden" name="form_build_id" value="form-AS7msOJJ3U04ZgSVzvmIBT7PzTzAOTUqrQIAIAUcWmc" /> <input data-drupal-selector="edit-fivestar-form-3" type="hidden" name="form_id" value="fivestar_form_3" /> </form> </div> <div class="clearfix text-formatted field field--name-comment-body field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Ich finde es immer spannend, was andere Leute - vor allem, wenn sie vom Fach sind -, als Klassiker, Feelgood-Movie oder Lieblingsfilme haben, denn nicht nur einmal habe ich so von mir sträflich ignorierte Meisterwerke nachgeholt.<br /> Da ich nun auch vermehrt im Heimkino verweile, nutze ich die Gelegenheit, immer mal wieder Filme aus unserer &quot;kleinen&quot; DVD Sammlung herauszupicken und sie teilweise nach Jahren (fast schon Jahrzehnten) mal wieder anzuschauen.<br /> So geschehen also mit &quot;Ein ganz normaler Held&quot;, eine tolle Komödie mit einem fantastischen Dustin Hoffman, der als zynischer Kleinganove unbeabsichtigt einigen Menschen das Leben rettet, den verdienten Ruhm aber durch unglückliche Umstände an einen Obdachlosen verliert, der wiederum mit dem Medienrummel nicht umgehen kann. Super konstruiert, zum Lachen und irgendwie auch rührend. Meiner Meinung nach völlig unterschätzt, denn der Film ist so gut wie nirgends präsent.<br /> Der zweite Film, der mal wieder im Player landete ist &quot;Und täglich grüßt das Murmeltier&quot;, der wohl DER Klassiker ist, wenn es um das Wiedererleben ein und desselben Tages geht. Das Thema ist nicht neu und war es schon damals nicht wirklich, aber das unnachahmliche Schauspiel von Bill Murray hebt diese Komödie auf eine ganz andere Stufe. Immer wenn ich den Song &quot;I got you babe&quot; höre, sehe ich sofort den Analogwecker vor mir, der gerade auf 06:00 Uhr springt. Ein untrügliches Zeichen, wie sich dieser Film in mir festgefressen hat.</p> </div> <a href="/comment/254625#comment-254625" hreflang="de">Permalink</a> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderLinks" arguments="0=254625&amp;1=default&amp;2=de&amp;3=" token="y1Yy6myvvzkTqdG_wm0d2aLazcyHN8Ss9eXFXY4vX8E"></drupal-render-placeholder> </div> </div> </footer> </article> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=15646&amp;2=comment_node_page&amp;3=comment_node_page" token="wafP0jyeSVI8tYQqC6waxau3vQBHeb46HCpZ2RHv6dI"></drupal-render-placeholder> </section> <div class="field field--name-field-notonfrontpage field--type-boolean field--label-above"> <div class="field__label">Auf Startseite verstecken</div> <div class="field__item">Off</div> </div> Sun, 26 Apr 2020 12:47:15 +0000 frami 15646 at https://www.filmszene.de https://www.filmszene.de/die-feel-good-filme-der-filmszene-redaktion#comments Tyler Rake: Extraction https://www.filmszene.de/filme/tyler-rake-extraction <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Tyler Rake: Extraction</span> <div class="field field--name-field-kategorie field--type-entity-reference field--label-hidden field__item"><a href="/kategorie/streaming" hreflang="de">Streaming</a></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/users/matthias" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype=""> Matthias Kastl </span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">25. April 2020 - 11:39</span> <div class="field field--name-field-kritikart field--type-entity-reference field--label-hidden field__item"><a href="/taxonomy/term/10309" hreflang="de">Kritik</a></div> <div class="field field--name-field-streaming-anbieter field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Streaming</div> <div class="field__item"><a href="/kategorie/netflix" hreflang="de">Netflix</a></div> </div> <div class="field field--name-field-original-title field--type-string-long field--label-above"> <div class="field__label">Originaltitel</div> <div class="field__item">Tyler Rake: Extraction</div> </div> <div class="field field--name-field-genres field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Genre</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/genres/action" hreflang="de">Action</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-laender field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Land</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/laender/usa" hreflang="de">USA</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-year field--type-integer field--label-above"> <div class="field__label">Jahr</div> <div class="field__item">2020</div> </div> <div class="field field--name-field-regie field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Regie</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/personen/sam-hargrave" hreflang="de">Sam Hargrave</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-cast field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Cast</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/personen/chris-hemsworth" hreflang="de">Chris Hemsworth</a></div> <div class="field__item"><a href="/personen/golshifteh-farahani" hreflang="de">Golshifteh Farahani</a></div> <div class="field__item"><a href="/personen/rudhraksh-jaiswal" hreflang="de">Rudhraksh Jaiswal</a></div> <div class="field__item"><a href="/personen/david-harbour" hreflang="de">David Harbour</a></div> <div class="field__item"><a href="/personen/randeep-hooda" hreflang="de">Randeep Hooda</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-duration field--type-integer field--label-above"> <div class="field__label">Laufzeit</div> <div content="116" class="field__item">116 min</div> </div> <div class="field field--name-field-release-date field--type-datetime field--label-above"> <div class="field__label">Release Date</div> <div class="field__item"><time datetime="2020-04-24T12:00:00Z" class="datetime">24. April 2020</time> </div> </div> <div class="field field--name-field-bewertung field--type-fivestar field--label-above"> <div class="field__label">Bewertung</div> <div class="field__item"><form class="fivestar-form-4" id="vote--4" data-drupal-selector="fivestar-form-4" action="/rss.xml" method="post" accept-charset="UTF-8"> <div class="clearfix fivestar-none-text fivestar-average-stars fivestar-form-item fivestar-basic"><div class="js-form-item form-item js-form-type-fivestar form-type-fivestar js-form-item-vote form-item-vote form-no-label"> <input class="vote" data-drupal-selector="edit-vote" type="hidden" name="vote" value="50" /> <div class="fivestar-static-form-item"><div class="js-form-item form-item js-form-type-item form-type-item js-form-item- form-item-"> <div class="fivestar-"><div class="fivestar-widget-static fivestar-widget-static- fivestar-widget-static-10 clearfix"><div class="star star-1 star-odd star-first"><span class="on">5</span></div><div class="star star-2 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-3 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-4 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-5 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-6 star-even"><span class="off"></span></div><div class="star star-7 star-odd"><span class="off"></span></div><div class="star star-8 star-even"><span class="off"></span></div><div class="star star-9 star-odd"><span class="off"></span></div><div class="star star-10 star-even star-last"><span class="off"></span></div><div class="ratingzahl">5/10</div></div> </div> </div> </div> </div> </div><input style="display:none" data-drupal-selector="edit-submit" type="submit" id="edit-submit--4" name="op" value="" class="button js-form-submit form-submit" /> <input autocomplete="off" data-drupal-selector="form-0ii5g-ewne04bqdm81ihgllo7fxfvxnhdnyu-r2poai" type="hidden" name="form_build_id" value="form-0ii5G_EwnE04BQdm81ihgllO7fXFvxnhdNyU_R2pOaI" /> <input data-drupal-selector="edit-fivestar-form-4" type="hidden" name="form_id" value="fivestar_form_4" /> </form> </div> </div> <div class="field field--name-field-copyright field--type-string-long field--label-hidden field__item">Netflix</div> <div class="field field--name-field-poster field--type-image field--label-hidden field__item"> <img src="/sites/default/files/styles/poster_180x255/public/plakate/extraction_plakat_neu.jpg?itok=t7L6irbh" width="172" height="255" alt="" typeof="foaf:Image" class="image-style-poster-180x255" /> </div> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p align="LEFT" style="margin-bottom: 0cm">Es gibt so etwas wie einen kleinen Mini-Trend in Hollywood. Stunt-Koordinatoren, die ihren Job so gut erledigen, dass man mal eben einen Platz auf dem Regiestuhl für sie freiräumt. So durften die "<a href="https://www.filmszene.de/filme/matrix">Matrix</a>"-Veteranen Chad Stahelski und David Leitch mit "<a href="https://www.filmszene.de/filme/john-wick">John Wick</a>" Keanu Reeves eine neue Franchise bescheren und "<a href="https://www.filmszene.de/filme/once-upon-time-hollywood">Once Upon a Time in Hollywood</a>"-Stuntman Nash Edgerton mit Charlize Theron die Action-Komödie "Gringo" drehen.</p> <p align="LEFT" style="margin-bottom: 0cm">Als nächstes ist also nun "<a href="https://www.filmszene.de/filme/avengers">Avengers</a>"-Stunt-Koordinator Sam Hargrave dran. Er darf sich den Marvel-Kollegen Chris Hemsworth schnappen und mit diesem in "Tyler Rake: Extraction" sein eigenes Süppchen kochen. In Sachen Action ist das auch durchaus erfolgreich, wie insbesondere eine fast zehnminütige fulminante One-Shot-Action-Sequenz beweist. Aber zu einem guten Film gehört eben noch deutlich mehr. Klischeehafte Charakterzeichnung, mangelnde Chemie zwischen den Hauptdarstellern und stellenweise überraschend billig wirkende Computereffekte trüben am Ende das Testosteron-Fest dann leider doch deutlich.</p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="333" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/t/tyler_extraction_03.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p align="LEFT" style="margin-bottom: 0cm">Ausgangspunkt der Handlung ist die brutale Entführung des jungen Ovi (Rudhraksh Jaiswal) in Mumbai. Der Sohn eines berüchtigten Drogenbosses wird von einem skrupellosen Konkurrent nach Bangladesh verschleppt. Der Vater von Ovi sitzt zwar im Gefängnis, zwingt aber seinen "Angestellten" Saju (Randeep Hooda) mit Nachdruck, doch bitte alle Hebel in Bewegung zu setzen um den geliebten Spross zu befreien. Saju wiederum hat die Idee, dafür doch lieber mal einen Profi anzuheuern: den Elite-Söldner Tyler Rake (Chris Hemsworth). Der säuft sich aufgrund einer privaten Tragödie zwar gerade in Australien den Frust von der Seele, hält sich aber für fit genug die Mission durchzuführen. Eine Mission, die dann aber natürlich ganz anders läuft als es sich Tyler vorgestellt hat.</p> <p align="LEFT" style="margin-bottom: 0cm">&nbsp;</p> <p align="LEFT" style="margin-bottom: 0cm">Die gute Nachricht gleich vorneweg: Wer einfach nur ein paar kompetent inszenierte Action-Sequenzen sehen will, kann mit "Tyler Rake: Extraction" nicht viel falsch machen. Dabei zeigt sich deutlich, woher Regisseur Sam Hargraves seine Inspiration zieht. Töten ist hier eine blutige und anstrengende Tätigkeit, die meist aus intensiven Nahkämpfen besteht, bei denen der Gegner schließlich mit Schusswaffen aus kürzester Distanz aus dem Weg geräumt wird. Geschnitten wird dabei nur wenig, stattdessen zelebriert man das "Handwerk" lieber am Stück. Markenzeichen, die wir vor allem schon in "John Wick" bewundern durften.</p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="333" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/t/tyler_extraction_02.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p align="LEFT" style="margin-bottom: 0cm">Das wiederum verwundert nicht, denn Sam Hargraves war auch Stunt-Koordinator bei "<a href="https://www.filmszene.de/filme/atomic-blonde">Atomic Blonde</a>". Und das war wiederum der erste Solo-Film von "John Wick" Co-Regisseur David Leitch, in dem diese Art der Kampfchoreographie ebenfalls stilprägend war. Zwar reichen die Kampfszenen in "Tyler Rake: Extraction" nicht ganz an die Qualität der Vorbilder heran, wie zum Beispiel die grandiose Treppenhaus-Sequenz in "Atomic Blonde", überzeugen tun sie aber trotzdem. Es ist eben einfach schön zu sehen, wenn Filme bei ihrer Action Wert auf das "klassische Handwerk" legen anstatt uninspirierte Kampfchoreographien durch ein wildes Schnittgewitter kaschieren zu wollen.</p> <p align="LEFT" style="margin-bottom: 0cm">&nbsp;</p> <p align="LEFT" style="margin-bottom: 0cm">Den Höhepunkt bildet dabei sicher eine knapp zehnminütige One-Shot-Action-Sequenz im ersten Drittel des Filmes. Vor allem die ziemlich clevere Kameraführung muss man hier loben, bei der wir unsere Hauptfigur manchmal für kurze Zeit aus den Augen verlieren, bevor diese sich dann wieder mit einem netten Überraschungseffekt eindrucksvoll in den Kampf zurückmeldet. Kein Zweifel, Sam Hargraves hat sich hier jede Menge Gedanken gemacht und vieles davon funktioniert auch wirklich gut. Allerdings muss auch angemerkt werden, dass die späteren Actionszenen zwar gut sind, aber dann doch nie an die Intensität dieser frühen Sequenz heranreichen. So verschießt "Tyler Rake: Extraction" sein bestes Pulver leider etwas zu früh.</p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="238" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/t/tyler_extraction_04.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p align="LEFT" style="margin-bottom: 0cm">Richtig ärgerlich ist aber, dass die Qualität der Action-Inszenierung stellenweise durch den Einsatz von teils erschreckend billig wirkenden Spezialeffekten untergraben wird. Für die Visualisierung von Bränden oder Explosionen haben die Macher nämlich gefühlt den alten Amiga-Rechner ausgepackt. Solche lächerlichen Effekte ist man normalerweise aus billigen B-Movies gewöhnt. Sorry Netflix, um mit Hollywood-Blockbustern mitzuhalten müsst ihr hier schon deutlich tiefer in die Tasche greifen.</p> <p align="LEFT" style="margin-bottom: 0cm">&nbsp;</p> <p align="LEFT" style="margin-bottom: 0cm">Leider haben aber auch die Story und einige ihrer Figuren den rustikalen Charme eines B-Movies. Hierfür ist übrigens ein weiterer "Avengers"-Recke verantwortlich. Als Drehbuchautor zeigt Joe Russo, Co-Regisseur von "<a href="https://www.filmszene.de/filme/avengers-endgame">Avengers - Endgame</a>" und "<a href="https://www.filmszene.de/filme/avengers-infinity-war">Avengers: Infinity War</a>", aber deutlich weniger Talent. Sein Tyler Rake ist eine relativ einfallslos gestrickte Figur aus der Actionhelden-Bibliothek, die trotz Trauma und Trinklaune hellwach und in astreiner körperlicher Verfassung seine Gegner niedermetzelt. Das passt irgendwie nicht so richtig zusammen, wird aber zumindest noch irgendwie von einem durchaus charismatischen Hemsworth aufgefangen, der sich leidenschaftlich und überzeugend in jeden Kampf wirft.</p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="333" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/t/tyler_extraction_01.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p align="LEFT" style="margin-bottom: 0cm">Aber auch Hemsworth kann nicht kaschieren, dass es ein großes Problem mit der zweiten Hauptfigur gibt. Der entführte Ovi wirkt wie ein Fremdkörper im Film, der nie wirklich Charisma oder irgendeine emotionale Verbindung zu seinem Retter aufbauen kann. Wieso dieser Junge dem schießwütigen Fremden bedingungslos folgt, wird nie glaubhaft erklärt. Vor allem, da Ovi von Tyler lange Zeit im Wesentlichen ignoriert wird. Ovi ist für ihn ja nur ein weiterer Job. Wenn Ovi im Gegenzug aber dann in schrecklich geschriebenen Dialogen Tyler mit Lebensweisheiten versorgt und offen über seine Gefühle plaudert, wird einfach zu offensichtlich, dass diese Figur nicht mehr als nur eine lieblos installierte Plotmechanik ist.</p> <p align="LEFT" style="margin-bottom: 0cm">&nbsp;</p> <p align="LEFT" style="margin-bottom: 0cm">Ähnlich ergeht es auch dem kurzen Auftritt von "<a href="https://www.filmszene.de/stranger-things-staffel-1">Stranger Things</a>"-Veteran&nbsp;David Harbour oder dem unglaublich klischeebeladenen und langweilig gespielten Oberschurken, den man in seiner überzogenen "coolen Grausamkeit" nie wirklich ernst nehmen kann. Da passt dann auch irgendwie die restliche Inszenierung gut dazu, die Indien und Bangladesh entweder in Slums oder protzige Paläste unterteilt. Und über alles wird bei der Kamera dann auch noch ein schöner orangener Farbfilter gelegt, so wie man die Region eben aus dem Hollywoodkino kennt.</p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="231" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/t/tyler_extraction_09.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p align="LEFT" style="margin-bottom: 0cm">Zugegeben, es gibt vereinzelte Momente in denen man dem Film anmerkt, dass er etwas mehr will als nur tumbes Actionkino zu sein. Dass&nbsp;Tyler sich mit Kindern als Gegner konfrontiert sieht, hat durchaus interessantes Potential in Sachen "Moral", wird aber am Ende doch nur für ein paar coole Sprüche genutzt. Und das sich ein Scherge als mehr als nur Kanonenfutter entpuppt, wird vom Film leider dramaturgisch dann dadurch zunichte gemacht, dass man für diesen im Schlussdrittel eine extrem unglaubwürdige Wendung parat hält.</p> <p align="LEFT" style="margin-bottom: 0cm">&nbsp;</p> <p align="LEFT" style="margin-bottom: 0cm">So krankt "Tyler Rake: Extraction" einfach an zu vielen Enden, um den Film trotz netter Action wirklich empfehlen zu können. Wobei hier ja jeder selbst entscheiden darf, wie wichtig ihm in einem Action-Streifen eine halbwegs plausible Story und charismatische Figuren sind. Wirklich überzeugen kann Sam Hargrave bei seinem Regiedebüt aber nur in seiner Paradedisziplin, und das wird auf die Dauer zu wenig sein, um auch langfristig auf diesem bequemen Regiestuhl sitzen zu dürfen.</p> </div> <section class="field field--name-comment-node-review field--type-comment field--label-hidden comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=15645&amp;2=comment_node_review&amp;3=comment_node_review" token="dUzhwDgxxUx-VL_G-BGtNoHTUPhbXSLNjMyg_iTyhfI"></drupal-render-placeholder> </section> <div class="field field--name-field-notonfrontpage field--type-boolean field--label-above"> <div class="field__label">Auf Startseite verstecken</div> <div class="field__item">Off</div> </div> <div class="field field--name-field-sorting-title field--type-computed-string field--label-above"> <div class="field__label">Sorting Title</div> <div class="field__item">Tyler Rake: Extraction</div> </div> <div class="field field--name-field-sorting-abc field--type-computed-string field--label-above"> <div class="field__label">Sorting ABC</div> <div class="field__item">T</div> </div> Sat, 25 Apr 2020 09:39:43 +0000 matthias 15645 at https://www.filmszene.de https://www.filmszene.de/filme/tyler-rake-extraction#comments Trolls World Tour - ein Blockbuster geht neue Wege https://www.filmszene.de/filme/trolls-world-tour-ein-blockbuster-geht-neue-wege <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Trolls World Tour - ein Blockbuster geht neue Wege</span> <div class="field field--name-field-kategorie field--type-entity-reference field--label-hidden field__item"><a href="/kategorie/streaming" hreflang="de">Streaming</a></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/users/volker" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype=""> Volker Robrahn </span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">23. April 2020 - 12:30</span> <div class="field field--name-field-kritikart field--type-entity-reference field--label-hidden field__item"><a href="/taxonomy/term/10309" hreflang="de">Kritik</a></div> <div class="field field--name-field-streaming-anbieter field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Streaming</div> <div class="field__item"><a href="/kategorie/amazon-prime" hreflang="de">Amazon Prime</a></div> </div> <div class="field field--name-field-original-title field--type-string-long field--label-above"> <div class="field__label">Originaltitel</div> <div class="field__item">Trolls World Tour</div> </div> <div class="field field--name-field-genres field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Genre</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/genres/animation" hreflang="de">Animation</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-laender field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Land</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/laender/usa" hreflang="de">USA</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-year field--type-integer field--label-above"> <div class="field__label">Jahr</div> <div class="field__item">2020</div> </div> <div class="field field--name-field-regie field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Regie</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/personen/walt-dohrn" hreflang="de">Walt Dohrn</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-cast field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Cast</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/personen/anna-kendrick" hreflang="de">Anna Kendrick</a></div> <div class="field__item"><a href="/personen/justin-timberlake" hreflang="de">Justin Timberlake</a></div> <div class="field__item"><a href="/personen/lena-meyer-landrut" hreflang="de">Lena Meyer-Landrut</a></div> <div class="field__item"><a href="/personen/mark-forster" hreflang="de">Mark Forster</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-duration field--type-integer field--label-above"> <div class="field__label">Laufzeit</div> <div content="91" class="field__item">91 min</div> </div> <div class="field field--name-field-release-date field--type-datetime field--label-above"> <div class="field__label">Release Date</div> <div class="field__item"><time datetime="2020-04-23T12:00:00Z" class="datetime">23. April 2020</time> </div> </div> <div class="field field--name-field-bewertung field--type-fivestar field--label-above"> <div class="field__label">Bewertung</div> <div class="field__item"><form class="fivestar-form-5" id="vote--5" data-drupal-selector="fivestar-form-5" action="/rss.xml" method="post" accept-charset="UTF-8"> <div class="clearfix fivestar-none-text fivestar-average-stars fivestar-form-item fivestar-basic"><div class="js-form-item form-item js-form-type-fivestar form-type-fivestar js-form-item-vote form-item-vote form-no-label"> <input class="vote" data-drupal-selector="edit-vote" type="hidden" name="vote" value="80" /> <div class="fivestar-static-form-item"><div class="js-form-item form-item js-form-type-item form-type-item js-form-item- form-item-"> <div class="fivestar-"><div class="fivestar-widget-static fivestar-widget-static- fivestar-widget-static-10 clearfix"><div class="star star-1 star-odd star-first"><span class="on">8</span></div><div class="star star-2 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-3 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-4 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-5 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-6 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-7 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-8 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-9 star-odd"><span class="off"></span></div><div class="star star-10 star-even star-last"><span class="off"></span></div><div class="ratingzahl">8/10</div></div> </div> </div> </div> </div> </div><input style="display:none" data-drupal-selector="edit-submit" type="submit" id="edit-submit--5" name="op" value="" class="button js-form-submit form-submit" /> <input autocomplete="off" data-drupal-selector="form-o18wpsdw0r-4soqlvy9dagk9hyuizvlf0tjubgcs4vi" type="hidden" name="form_build_id" value="form-O18WPSDw0r-4SOQLvy9daGK9HyUIZvLF0tJubgCS4vI" /> <input data-drupal-selector="edit-fivestar-form-5" type="hidden" name="form_id" value="fivestar_form_5" /> </form> </div> </div> <div class="field field--name-field-copyright field--type-string-long field--label-hidden field__item">Universal Pictures</div> <div class="field field--name-field-poster field--type-image field--label-hidden field__item"> <img src="/sites/default/files/styles/poster_180x255/public/plakate/UPI-Trolls2-dt-f%C3%BCrZuhause-A4-RGB-neu.jpg?itok=OtBPUSBb" width="180" height="255" alt="" typeof="foaf:Image" class="image-style-poster-180x255" /> </div> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p><strong>Trolls World Tour – ein Blockbuster geht neue Wege </strong></p> <p>Nach dem Erfolg des ersten „Trolls“-Films war die Fortsetzung natürlich eine klare Sache. Für die zweite Runde spendierte man ein deutlich üppigeres Budget und verpflichtete erneut prominente Namen für die Sprech- und Gesangsrollen, so dass einem weiteren sicheren Hit wenig im Wege zu stehen schien. Bis auf die Terminierung letztlich, denn mit dem avisierten Start im April 2020 wurde der Film eines der prominentesten Opfer der Corona-Krise, die bekanntlich zur Schließung der Kinos führte. Doch während man anderswo erstmal verschiebt und auf bessere Zeiten hofft, wird „Trolls World Tour“ dem Publikum trotz der widrigen Umstände zum vorgesehenen Termin präsentiert. Allerdings (von gut zwei Dutzend amerikanischen Autokinos mal abgesehen) nicht in öffentlichen Lichtspielhäusern,&nbsp;sondern in den heimischen. Seit dem 16. April und nun eine Woche später auch bei uns steht die Animationskomödie auf diversen Streamingdiensten von Amazon über Apple bis Sky zum Mieten und Anschauen zur Verfügung. Und aus der Not eine Tugend machend verkündete man von Seiten Universals auch prompt den erfolgreichsten Streaming-Start und das größte digitale Film-Debüt aller Zeiten.</p> <p>Als willkommene Ablenkung in ansonsten eher trüben Zeiten ist „Trolls World Tour“ auch hervorragend geeignet, denn was den Einfallsreichtum der Geschichte angeht, schlägt er seinen Vorgänger deutlich. Die Welt der Trolle wird ein ganzes Stück größer aufgezogen und wir erfahren, dass eben diese Welt aus sechs großen Reichen besteht, die sich vor allem darin unterscheiden welcher Musikrichtung sie sich mit Leib und Leben verschrieben haben. Wir haben es also nicht mehr nur mit der poppig bunten Welt von Prinzessin Poppie (Originalstimme: Anna Kendrick, deutsche Stimme: Lena Meyer-Landrut) und ihrem Gefährten Branch (Justin Timberlake/Mark Forster) zu tun, sondern auch mit Gemeinschaften voller Funk-, Country-, Rock-, Techno- und sogar Klassik-Liebhabern. Aber da ein friedliches Nebeneinanderherleben eine wenig spannende Story ergeben hätte, entschließt sich die Königin des Hardrock-Reiches die Herrschaft über die gesamte Troll-Welt an sich zu reißen, so das unsere Helden sich aufmachen müssen das zu verhindern. Dabei begegnen sie noch weiteren musikalischen Randgruppen vom träumerischen Jazz, über K-Pop Girls bis zu (nun ja) deutschen Jodlern.</p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="207" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/t/10E27_SQ2660_S20_PUB_F188_2K_FINALR.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p>Das alles ist allerdings derart liebevoll und kreativ umgesetzt worden, dass es nicht nur höchst unterhaltsam gerät,&nbsp;sondern vor allem auch dem erwachsenen Zuschauer, der sich eventuell leicht widerwillig zum Mitgucken überreden lässt, eine Menge zu bieten hat. Auch dank bekannter musikalischer Klassiker und Gaststars von Kelly&nbsp;Clarkson über Mary J. Blige bis zum Grandfather of Funk George Clinton oder den diversen popkulturellen Anspielungen entpuppt sich „Trolls World Tour“ als eine extrem kurzweilige Angelegenheit. Und an Technik &amp; Aufwand für die Animation wurde eh nicht gespart, wobei es natürlich auch diesmal wieder extrem knallig und bunt zugeht, so dass es dem einen oder anderen da ganz kurz vielleicht doch mal etwas zu viel wird. Insgesamt kommt diese Fortsetzung aber sogar stärker als das Original daher und bietet beste Unterhaltung – auch auf dem kleinen Schirm.</p> <p>&nbsp;</p> <p><strong>„Trolls World Tour“ - Interviews mit den Sprechern &amp; Sängern der Hauptrollen</strong></p> <p>Im Vorfeld des zu dem Zeitpunkt noch geplanten Kinostarts stellten die Macher ihren Film in Berlin vor und präsentierten sowohl die Originalsprecher Anna Kendrick &amp; Justin Timberlake als auch deren deutsche Counterparts Lena Meyer-Landrut &amp; Mark Forster der Presse. Filmszene-Redakteur Volker Robrahn hat mit allen vier Künstlern gesprochen.</p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="401" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/t/001A1013.JPG" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p>&nbsp;</p> <p><strong>Interview mit den Originalsprechern Anna Kendrick &amp; Justin Timberlake</strong></p> <p><em>Filmszene: Ich war mir zunächst nicht ganz sicher, ob die Trolls-Geschichte interessant weitergeführt werden kann... </em></p> <p>Justin Timberlake: Wie, Du warst nicht sicher?</p> <p>Nein, tatsächlich nicht. Aber jetzt muss ich zugeben, dass dass ein tolles Konzept ist, mit der in unterschiedliche Musikrichtungen aufgeteilten Welt in der von Pop bis Country und sogar K-Pop alles seinen Platz hat.</p> <p>Anna Kendrick: Ich finde auch, dass das einfach eine schöne Idee ist. Das war der Einfall der Filmemacher um Regisseur Walt Dorn, die zwar schon sehr früh entschlossen waren eine Fortsetzung zu machen, aber dafür natürlich auch eine gute Story haben wollten. Wobei die ersten Ideen für den zweiten Film schon unter uns kursierten als der erste gerade erst ins Kino kam. Ich fand das Konzept von Anfang an sehr aufregend.</p> <p><em>Justin, Du bist diesmal auch als ausführender Produzent dabei, was bedeutet das konkret? </em></p> <p>Justin Timberlake: Das ist erst einmal nur ein schöner Titel . Ich bin eigentlich eher als „Musikproduzent“ bei dem Film dabei und habe einige Ideen für die musikalische Umsetzung beigesteuert. Es war klar, dass wir für diese Geschichte sehr viel und sehr unterschiedliche Musik benötigen würden und ich hab mich da in Bereiche gestürzt, die für mich zum Teil völlig neu waren. Man sagt ja „es gibt für Alles ein erstes Mal“, aber ich glaube, dass ist nur ein Satz um sich besser zu fühlen, falls man schlechte Entscheidungen getroffen hat (lacht).</p> <p><em>Und Ihr habt ja auch eine „Message“ mit in den Film eingebaut. </em></p> <p>Justin Timberlake: In erster Linie ist es natürlich ein Film der unterhalten soll. Aber klar, wir benutzen all die verschiedenen Musik-Stile und Genres als Plädoyer dafür, dass Vielfältigkeit und Inklusion wundervollen Sachen ist. Mit trauriger Country-Musik, aggressivem Rock und hypnotisierendem Jazz. Aber im Kern ist der Film dennoch eine Komödie und ein Musical, bei dem sich hoffentlich aufs Publikum überträgt wie viel Spaß wir dabei hatten.</p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="207" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/t/10E27_SQ100_S40_2_PUB_F270_2K_FINALR.jpg" width="500" /><span><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p><em>Eine Message, die man auch vorher schon in Deiner eigene Musik finden konnte, oder? </em></p> <p>Justin Timberlake: Das hoffe ich doch, ja. Die erste Einführung in die Musik ist ja für die Meisten die Plattensammlung der Eltern. Auch bei mir war das so , ich hab mir alles mögliche angehört, von Queen, über die Eagles, Al Green und Police bis zu Alice Cooper. Anna Kendrick: Damit hast Du eigentlich gerade jedes Genre das im Film vorkommt benannt. Justin Timberlake: Das war jetzt aber reiner Zufall. Ich denke, dass Musik eine der Kunstformen ist, die sehr stark von Kollaboration lebt, also der Zusammenarbeit und gegenseitigen Inspiration. Und unser kleiner Animationsfilm hat mir die Möglichkeit gegeben mit sehr vielen fantastischen Künstlern zusammenzuarbeiten von denen ich immer noch lernen kann.</p> <p><em>Anna, Du scheinst gern die erste Wahl für Filme zu sein bei denen es sowohl ums Schauspielern als auch ums Singen geht.Ist Dir das ganz recht, weil Du Beides gleich gerne hast? </em></p> <p>Anna Kendrick: Ja, im Grunde schon. Es gab zwar auch mal eine Phase in der ich keine Musicals gemacht habe, weil ich befürchtete dass es den Leuten sonst vielleicht zuviel wird mit mir und aktuell habe ich abgesehen von „Trolls“ auch keine weiteren Projekte mit Gesang laufen. Aber ich bin doch sehr früh gerade in diesen Filmen dabei zu sein. Denn ich möchte zwar keine hauptberufliche Sängerin sein die im Studio Platten aufnimmt, aber ein wenig was mit Musik möchte ich schon gerne machen in meinem Job und da kann ich mich in dieser Reihe richtig schön austoben.</p> <p><em>Welches ist denn Euer Lieblingssong im neuen Film? </em></p> <p>Justin Timberlake: Puh, das ist nicht einfach zu beantworten. Im ersten Teil haben wir ja hauptsächlich bekannte Songs gecovered, aber diesmal haben wir viel mehr Originale dabei und stellen uns auch wesentlich breiter auf. Und am meisten Gedanken haben wir uns über den passenden Song für das Ende gemacht, daher ist „Just Sing“ auch das Lied auf das ich am Meisten stolz bin.</p> <p><em>Worin besteht denn der Unterschied in ein Mikrophon zu singen oder für die gleiche Figur mit der Sprechstimme zu arbeiten? </em></p> <p>Justin Timberlake: Da gibt es keinen.</p> <p>Anna Kendrick: Weil er einfach all seine Texte singt (lacht). Ich versuche dann immer es zumindest ansatzweise wie einen richtigen Dialog klingen zu lassen. Es fühlt sich bei dieser Art Film aber immer eher an als wenn Du einfach nur kurze Sätze und Gags raus haust um Deine Freunde zum Lachen zum bringen die um Dich herumstehen. Man hat da schon seine Freiheiten und kann ein paar alberne Dinge einfach ausprobieren., von denen viele dann später niemand zu sehen bekommt. Das Einsprechen ist ja nicht der teure und aufwändige Part solch einer Produktion, das ist die Animation.</p> <p>Justin Timberlake: Genau, die wirklich harte Arbeit leisten ja die Animateure und die Autoren schon im Vorwege. Wir kommen dann nur vorbei, machen unseren Teil und haben ein bisschen Spaß dabei.</p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="364" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/t/2_001A1297.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p>&nbsp;</p> <p><strong>Interview mit Lena Meyer-Landrut </strong></p> <p><em>Filmszene: Lena, in welchem Land auf der Musik-Weltkarte der Trolls würde man Dich denn finden, wenn Du Dich entscheiden müsstest?</em></p> <p>Lena Meyer-Landrut: Ich bin natürlich ein klassischer Pop-Troll, ganz klar! Aber auch immer dafür sämtliche anderen Genres zu respektieren und mit einzubeziehen. Ich bin aktuell dabei ein paar Sachen zu schreiben und merke , dass ich gerade einen kleinen Country-Vibe habe und da Einiges doch ganz gut finde.Es geht halt darum sich immer weiter zu entwickeln.</p> <p><em>Vor allem in einer Zeit, in der sich die Musikbranche sehr stark wandelt, oder? </em></p> <p>Es verändert sich Einiges, auf jeden Fall. Die Art wie und wo man Songs veröffentlicht, die Wichtigkeit von Alben, Singles und Kooperationen. Wie viele monatliche Hörer hat man auf Spotify oder iTunes? Das entwickelt sich schon rasant und man kann sich nicht mal eben zurücklehnen und alles so laufen lassen wie man es schon immer gemacht hat. Aber dabei trotzdem versuchen sich treu zu bleiben und sein eigenes Ding zu machen.</p> <p><em>Siehst Du denn ein paar Gemeinsamkeiten zu Prinzessin Poppy? </em></p> <p>Nun, sie ist auf jeden Fall ein sehr positiver Charakter, wird sehr von ihren Emotionen gesteuert und würde es gerne allen recht machen. Außerdem denkt sie leider zu wenig über die Konsequenzen ihres Handelns nach, sonst würde sie das eine oder andere vielleicht anders angehen. Das sind so die Punkte mit denen ich mich durchaus identifizieren kann und die ich auch von mir selbst kenne.</p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="382" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/t/2_TROLLS_LENA_019.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p><em>Du hast jetzt schon öfter Synchronarbeit gemacht, das scheint Dir gut zu gefallen. </em></p> <p>Stimmt, das macht mir sehr viel Spaß und mir gefällt einfach alles daran. Die Verbindung zum Thema Film, die Körperlichkeit wenn man da steht und agiert, auch mal rumschreit, weil meine Figur gerade irgendeinen Abgrund runter fällt – ich liebe das. Auch dass ich nochmal auf eine ganz andere Art mit meiner Stimme arbeiten kann. Und die geregelten Arbeitszeiten, sowas hab ich nämlich sonst eigentlich nie (lacht).</p> <p><em>Wie geht es Dir denn wenn Du irgendwo sitzt und Deine eigene Stimme im Radio hörst? </em></p> <p>Das find ich schön und freu mich drüber. Das löst in mir immer noch ein Gefühl von Freude und Dankbarkeit aus. Ich kann mich auch heute noch genau daran erinnern wie ich mich das erste Mal selbst im Radio gehört habe, das war schon cool.</p> <p><em>Und seitdem hast Du eine Menge erlebt, denn es ist jetzt schon zehn Jahre her, seit Du den Eurovision Song Contest gewonnen hast. Andere denen das gelungen bleiben oft nur kurz im Rampenlicht, Du bist dagegen immer noch erfolgreich dabei. Bist Du zufrieden damit wie es sich seitdem entwickelt hat? </em></p> <p>Ja, ich bin aber auch so eine Art Chamäleon und kann mich gut anpassen, ohne mich deshalb verstellen zu müssen. Klar ist nicht immer alles optimal gelaufen und sind auch mal Dinge passiert die nicht unbedingt hätten sein müssen, aber es wäre doch auch komisch wenn es anders wäre. Daraus lernt man ja und entwickelt sich - hoffentlich – weiter.</p> <p><em>Und daran dass Dein Leben zu einem gewissen Teil in der Öffentlichkeit stattfindet hast Du Dich auch gewöhnt? </em></p> <p>Schon, denn das macht mir ja Spaß. „Berühmt sein“ ist jauch erst mal nichts wirklich Ernstes. Das wird erst dann ernst wenn man es für wichtige Themen nutzt um etwas zu verändern. Aber der Fame, kreischende Fans und die Zahl der Follower ist an sich kein Ernst sondern eher Spiel. Da hat meine Mutter mir auch eine gute Basis mit gegeben, was die Wichtigkeit der Dinge angeht.</p> <p><em>Der neue „Trolls“-Film ist ja an sich auch kein Ernst sondern ein lustiges, unterhaltsames Werk. Aber ist die Geschichte darin wirklich nur Spaß oder enthält sie nicht auch eine zeitgemäße Botschaft? </em></p> <p>„Botschaft“ ist ein großes Wort, aber es gibt schon eine, ja. An sich ist der Film natürlich ein Spaß mit viel Quatsch und das ist auch gut so, den kann man auch mal vertragen. Aber die Aussage, bei der es um Individualität und Toleranz geht und darum nicht ignorant gegenüber dem Anderen zu sein gefällt mir auch gut. Gerade für eine Generation die vielleicht recht anfällig dafür ist verführt zu werden, nur noch auf „Likes“ zu achten und dem nachzueifern was Social Media-Idole einem vorgeben. Dagegen heben wir in unserem Film gerne die bunte Fahne der Toleranz hoch – auf eine etwas naive und kindliche, aber dennoch nicht dumme Art, wie ich finde.</p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="281" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/t/20200217_143523_0.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p>&nbsp;</p> <p><strong>Interview mit Mark Forster </strong></p> <p><em>Filmszene:Mark, wenn wir mal in „Troll“-Kategorien denken: Gibt es irgendeinen Staat – also eine Musikrichtung – mit der Du richtig verfeindet bist, die Du so gar nicht magst? </em></p> <p>Mark Forster: Nun, ich spreche ja den „Branch“, der zu den Pop Trolls gehört., der lange Zeit gar nicht wusste, dass es noch andere Trolls und Musikstile gibt. Und das Tolle an Pop-Musik ist ja, dass man sich eigentlich überall bedienen darf und aus diversen Elementen einen runden, dreiminütigen Pop-Song basteln kann. Daher sind Pop-Musiker eigentlich auch nicht mit anderen verfeindet und auch ich finde so ziemlich alles was es sonst noch gibt interessant und inspirierend.</p> <p><em>Aber welche Musikrichtung soll denn letztlich die Weltherrschaft an sich reißen? </em></p> <p>Am Besten keine. Wäre doch eine ziemlich langweilige Welt, wenn es auf einmal nur noch Rock oder Rap gäbe – oder nur noch Deutsch-Pop Sänger, das wär ja ein echter Horror-Trip (lacht). Das ist aber auch am Ende nicht die Botschaft des Films, dass da der Eine den Anderen ausstechen soll. Die Message ist ja eher, dass man sich dem was man nicht kennt, was anders aussieht oder sich anders anhört ruhig öffnen sollte.</p> <p><em>Wäre das denn für Dich eine Option, auch mal eine ganz andere Art von Musik zu machen? </em></p> <p>Da will ich erst mal gar nichts ausschließen, auch wenn ich aktuell noch keine konkreten Pläne habe im Musikantenstadl aufzutreten. Aber ich hab mich ja hier und da auch schon mal woanders versucht, im Hip Hop zusammen mit Sido oder im Dance-Bereich mit Felix Jaehn. Ich mag es schon verschiedene Sachen auszuprobieren, ja.</p> <p><em>Was hat Dich denn musikalisch stark geprägt? </em></p> <p>Die musikalische Sozialisation beginnt ja meist mit dem Plattenschrank der eigenen Eltern. Der sah bei meiner Mutter eher poppig aus, mit Rod Stewart oder Whitney Hoston. Mein Vater hatte aber schon die großen Songwriter in der Sammlung, die Beatles und die Stones natürlich, aber auch Grönemeyer oder Udo Lindenberg. Ich selbst wollte immer gerne die Texte verstehen, deshalb kam dann irgendwann der deutsche Hip Hop dazu. Und meine eigene Musik ist dann wohl eine Art Mix aus Whitney Houston, den Beatles und Freundeskreis – da kommt dann am Ende Mark Forster bei heraus.</p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="385" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/t/2_TROLLS_1541_0.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p><em>Und was passiert wenn sich dieser Mark Forster selbst im Radio hört? </em></p> <p>Das ist schon ein ziemlich komisches Gefühl. Es ist ja so, dass ein Lied eine lange Zeit mit mir verbringt, bevor es dann veröffentlicht wird. Bis es komplett fertig geschrieben und produziert ist vergehen oft 1-2 Jahre. Ich hab das Stück also tausendfach gehört und weiß über jeden einzelnen Schritt der Entstehung Bescheid. Wenn ich das dann irgendwann im Radio höre verändert es sich total und hört sich für mich schon ganz weit weg an.</p> <p><em>Auch bei einem Film dauert es oft lange bis der dann veröffentlicht wird. Wann hast Du für „Trolls World Tour“ Deinen Part aufgenommen und wie viele Tage Arbeit steckten für Dich da drin? </em></p> <p>Ich hab vorhin gerade mit dem Regisseur Walt Dohrn gesprochen und der meinte zu mir, dass sie bereits am Release-Tag des ersten Films mit den Vorbereitungen für den zweiten begonnen hätten – also vor fast vier Jahren. So viele Jahre Arbeit stecken darin und wenn man sieht wie viele Namen von Beteiligten im Abspann stehen ist es fast schon absurd, dass man sowas dann in nur 90 Minuten weg guckt. Für mich als Synchronsprecher einer Figur war es natürlich nicht so viel Zeit, zumal es auch etwas schneller geht wenn gesungen wird. Ich war gut zwei Wochen damit beschäftigt das Drehbuch durchzugehen und meinem Part aufzunehmen.</p> <p><em>Stammst Du denn aus der Genration die mit dieser Art Troll-Figuren aufgewachsen ist? </em></p> <p>Ja, es gab da solche Hartplastik-Figuren und von denen hatte ich auch welche. Mit denen hat man nicht nur gespielt sondern auch daran rumgebissen, an den Haaren gezogen und sie dann kaputt gemacht – ich weiß noch, dass mir das ziemlichen Spaß gemacht hat. Das war aber wohl auch der Zweck des Ganzen (lacht). Ich bin aber auch mit den letzten großen Disney-Filmen aufgewachsen, vor allem „König der Löwen“, das war für mich der absolute Höhepunkt im Animationsbereich.</p> <p><em>Gibt es ein paar Gemeinsamkeiten mit Deiner Figur im Film?</em></p> <p>Nun, der Branch ist ja ein eher miesepetriger kleiner Troll mit sehr vielen Haaren – das trifft natürlich genau auf mich zu. Außerdem bestätigt die Tatsache, dass ich ihn nun erneut sprechen darf ja definitiv, dass ich der deutsche Justin Timberlake bin. Aber im Ernst: Der kann ja alles, singen, tanzen und schauspielern. Ich fühle mich doch wohler darin mich vor allem mit meiner Stimme auszudrücken, da bin ich zuhause.</p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="281" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/t/20200217_140342.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> </div> <section class="field field--name-comment-node-review field--type-comment field--label-hidden comment-wrapper"> <article data-comment-user-id="0" id="comment-254627" class="comment js-comment by-anonymous"> <mark class="hidden" data-comment-timestamp="1588614148"></mark> <footer class="comment-wrap"> <div class="author-comments"> <div class="content"> <h3><a href="/comment/254627#comment-254627" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="de">Guter Animationsspaß, aber ...</a></h3> <p class="comment-submitted"> NIKE am 4. Mai 2020 - 14:19 </p> <div class="field field--name-field-bewertung field--type-fivestar field--label-hidden field__item"><form class="fivestar-form-6" id="vote--6" data-drupal-selector="fivestar-form-6" action="/rss.xml" method="post" accept-charset="UTF-8"> <div class="clearfix fivestar-none-text fivestar-average-stars fivestar-form-item fivestar-basic"><div class="js-form-item form-item js-form-type-fivestar form-type-fivestar js-form-item-vote form-item-vote form-no-label"> <input class="vote" data-drupal-selector="edit-vote" type="hidden" name="vote" value="70" /> <div class="fivestar-static-form-item"><div class="js-form-item form-item js-form-type-item form-type-item js-form-item- form-item-"> <div class="fivestar-"><div class="fivestar-widget-static fivestar-widget-static- fivestar-widget-static-10 clearfix"><div class="star star-1 star-odd star-first"><span class="on">7</span></div><div class="star star-2 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-3 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-4 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-5 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-6 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-7 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-8 star-even"><span class="off"></span></div><div class="star star-9 star-odd"><span class="off"></span></div><div class="star star-10 star-even star-last"><span class="off"></span></div><div class="ratingzahl">7/10</div></div> </div> </div> </div> </div> </div><input style="display:none" data-drupal-selector="edit-submit" type="submit" id="edit-submit--6" name="op" value="" class="button js-form-submit form-submit" /> <input autocomplete="off" data-drupal-selector="form-ltmc3-ipivdxi7u-imxpzb7iou-okz9wtdpc9azztvw" type="hidden" name="form_build_id" value="form-ltMc3_ipiVdxi7u_ImXPZb7IOu_OKZ9wtdpc9AZZTvw" /> <input data-drupal-selector="edit-fivestar-form-6" type="hidden" name="form_id" value="fivestar_form_6" /> </form> </div> <div class="clearfix text-formatted field field--name-comment-body field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>... der 1. Teil ist eindeutig besser wegen der besseren story. Teil 2 ist eher ein Musical geworden, wer drauf steht, möge IHN besser finden :)</p> </div> <a href="/comment/254627#comment-254627" hreflang="de">Permalink</a> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderLinks" arguments="0=254627&amp;1=default&amp;2=de&amp;3=" token="4CoVvK9qNXhAzw7zb5CcBLyNGctAGgHlDz_PvoQttU4"></drupal-render-placeholder> </div> </div> </footer> </article> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=15644&amp;2=comment_node_review&amp;3=comment_node_review" token="ARmwbMlTVJikPCZFoE21DlK7_tBjnOLkmlQLYeUXAgo"></drupal-render-placeholder> </section> <div class="field field--name-field-notonfrontpage field--type-boolean field--label-above"> <div class="field__label">Auf Startseite verstecken</div> <div class="field__item">Off</div> </div> <div class="field field--name-field-sorting-title field--type-computed-string field--label-above"> <div class="field__label">Sorting Title</div> <div class="field__item">Trolls World Tour - ein Blockbuster geht neue Wege</div> </div> <div class="field field--name-field-sorting-abc field--type-computed-string field--label-above"> <div class="field__label">Sorting ABC</div> <div class="field__item">T</div> </div> Thu, 23 Apr 2020 10:30:39 +0000 volker 15644 at https://www.filmszene.de https://www.filmszene.de/filme/trolls-world-tour-ein-blockbuster-geht-neue-wege#comments 5 Stand-Up-Tipps in der Corona-Krise https://www.filmszene.de/5-stand-tipps-der-corona-krise <span property="schema:name" class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">5 Stand-Up-Tipps in der Corona-Krise</span> <div class="field field--name-field-specials field--type-entity-reference field--label-hidden field__item"><a href="/spotlight/special" hreflang="de">Special</a></div> <span rel="schema:author" class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/users/moritz2" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype=""> Moritz Hoppe </span></span> <span property="schema:dateCreated" content="2020-04-12T18:34:08+00:00" class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">12. April 2020 - 20:34</span> <div property="schema:text" class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">Ein weiterer Beitrag, um der angespannten Corona-Stimmung entgegenzuwirken – diesmal geradezu im wörtlichen Sinne. Denn nicht nur Serien und Filme stehen über die großen Streaming-Anbieter zum Home-Entertainment zur Verfügung, auch hat durch das vermehrte Streaming-Angebot die Stand-Up-Branche in den letzten Jahren medial einen regelrechten Aufschwung erfahren. So lassen sich auf Netflix &amp; Co. Unmengen an Stand-Up-Specials finden, die großen und kleinen Künstlern eine Bühne bieten. </span></span></span></p> <p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">Wir haben euch fünf Stand-Up-Tipps rausgesucht, die man sich in diesen Tagen nicht entgehen lassen sollte.</span></span></span></p> <p style="margin-bottom:11px"><strong><span style="font-size:11pt"><span style="tab-stops:141.5pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">Marc Maron - „End Times Fun“ (2020)</span></span></span></span></strong></p> <p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">Marc Maron dürfte vielen über ein anderes Medium bekannt sein: Der 56-jährige Amerikaner ist seit Jahren eine feste Podcast-Größe. In seinem „WTF with Marc Maron“-Podcast interviewt Maron zweimal wöchentlich Hollywood-Stars, Politiker, Musiker und Sportler – und das alles von seiner heimischen Garage aus. So konnte er bereits Barack Obama in den eigenen vier Wänden für eine Podcast-Episode begrüßen. Und auch in der Comedy-Branche ist Maron kein unbeschriebenes Blatt: In seiner eigenproduzierten Comedyserie „Maron“ spielte er sich jahrelang selbst, ehe er 2017 eine tragende Rolle in der Netflix-Serie "GLOW" zugeteilt bekam. </span></span></span></p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="281" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/spotlight/specials/Comedy-Special/Comedy-Special%201.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">Mit seinem 2020 erschienenen Stand-Up-Special „End Times Fun“ beweist Maron einmal mehr, welche Comedy-Fähigkeiten in ihm stecken. So philosophiert Maron über Religionen, Donald Trump sowie den&nbsp;bevorstehenden Weltuntergang. Und das lange bevor COVID-19 die Welt in einen Ausnahmezustand versetzte – makaber-perfektes Timing. </span></span></span></p> <p style="margin-bottom:11px"><strong><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">Daniel Sloss - „Live Shows“ (2018)</span></span></span></strong></p> <p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">Der nächste Tipp darf als eine Art Double Feature verstanden werden. Das zweiteilige Stand-Up-Special „Daniel Sloss: Live Shows“ des 29-jährigen hat so ziemlich alles zu bieten, was moderne Comedy auszeichnet und gilt (leider noch immer) als Geheimtipp. Zwar konnte Sloss in den USA durch diverse Auftritte bei Conan O’Brien bereits etwas Aufmerksamkeit auf sich ziehen, hierzulande jedoch dürfte er für die meisten ein noch unbekannter Name sein. Das durchdachte, schwarzhumorige und selbstreflexive Stand-Up-Special thematisiert unter anderem Behinderungen, Beziehungsmuster sowie die amerikanische (und schottische) Lebensart. </span></span></span></p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="281" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/spotlight/specials/Comedy-Special/Comedy-Special%202.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">Das Besondere dabei ist die Art und Weise, mit der Sloss diese Themen behandelt: Die Comedy wirkt nie aufgesetzt oder erzwungen, sondern entsteht voll und ganz aus der eigenen Lebensrealität. So wird jedes noch so sensible Thema aufgegriffen und humoristisch abgehandelt, Grenzen gibt es bei dem 29-jährigen Schotten keine. Daniel Sloss zeigt unglaublich pointiert und wortgewandt, in welch engem Verhältnis Leid und Humor zueinander stehen, was abermals verdeutlicht, wie philosophisch Stand-Up-Comedy sein kann. Humor als Bewältigungsstrategie, Kommunikationsmittel und Therapiewerkzeug - ein unbedingtes Must-See!</span></span></span></p> <p style="margin-bottom:11px"><strong><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">Iliza Shlesinger - „Elder Millenial“ (2018)</span></span></span></strong></p> <p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">Iliza Shlesinger bedient mit ihrem 2018 erschienenen Stand-Up-Special „Elder Millenial“ auf den ersten Blick zwar das altbekannte und binäre Comedy-Thema der Beziehung zwischen Mann und Frau, trotz allem sollte „Elder Millenial“ auf keiner Watchlist fehlen. Nicht nur, weil dieses Thema zumeist aus einer männlichen Perspektive heraus betrachtet wird. Shlesinger nutzt diese Stereotype auch, um gesellschaftsrelevante Schlussfolgerungen zu ziehen: So bricht sie mit weiblichen Hollywood-Archetypen und geschlechtsspezifischen Verhaltensmustern, diskutiert die Bedeutung der Kleidungswahl und hinterfragt männlichen Chauvinismus. „Elder Millenial“ ist moderne, unterhaltsame Stand-Up-Comedy mit feministischen Ansichten und hoher inhaltlicher Relevanz. </span></span></span></p> <p style="margin-bottom:11px"><strong><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">Judah Friedlander - "America is the Greatest Country in the United States" (2017)</span></span></span></strong></p> <p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">In seinem Stand-Up-Programm „America Is the Greatest Country in the United States“ erklärt Judah Friedlander, was Amerika von all den anderen Ländern abhebt – ganz zufällig in dem Jahr, in dem Donald Trump sein Amt als 45. Präsident der Vereinigten Staaten angetreten hat. Neben dem klar selbstironischen Ansatz begeistert Friedlander vor allem durch seine Improvisationskünste und die permanente Einbindung des Publikums. Intellektuellen Hochgenuss sollte man nicht erwarten, vielmehr wirkt es so, als würde Friedlander knappe 90 Minuten ungefiltert erzählen, was ihm gerade spontan durch den Kopf schwirrt. Das erzeugt nicht nur eine fast schon familiäre Atmosphäre, sondern besitzt auch einen ungemeinen Unterhaltungswert. </span></span></span></p> <p style="margin-bottom:11px"><strong><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">Hannah Gadsby - "Nanette" (2018)</span></span></span></strong></p> <p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">Zu guter Letzt darf natürlich nicht das vermutlich wichtigste Stand-Up-Special der letzten Jahre fehlen: Hannah Gadsbys „Nanette“ ist bei weitem kein Geheimtipp mehr, dennoch kann und sollte der einzigartige Auftritt der australischen Entertainerin nicht oft genug Erwähnung finden. Die Comedy-Branche ist männerdominiert, weibliche Comedians haben in der öffentlichen Wahrnehmung einen schweren Stand. Umso wichtiger ist es, dass Frauen wie Hannah Gadsby eindrucksvoll unter Beweis stellen, dass Humor komplex, divers und vielschichtig ist. </span></span></span></p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="281" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/spotlight/specials/Comedy-Special/Comedy-Special%203.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">In ihrem beeindruckend persönlichen und ergreifenden Stand-Up-Special thematisiert Gadsby toxische Männlichkeit, die fragwürdige Verehrung bekannter Künstler, die Aufgaben und Wirkungsweisen von Comedy und allen voran ihre eigene Lebensgeschichte als lesbische Frau in einer maskulinen, respektlosen Welt. Witzig, wütend, emotional – Hannah Gadsby zeigt unfassbar ehrlich und kraftvoll auf, wie tief Sexismus gesellschaftlich verankert ist und welche Relevanz ihre Geschichte für die junge, heranwachsende Generation hat. Ein absolutes Stand-Up-Erlebnis! </span></span></span></p> </div> <section class="field field--name-comment-node-page field--type-comment field--label-hidden comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=15643&amp;2=comment_node_page&amp;3=comment_node_page" token="niM-AgtM1Uk2ceQNs5-jlKdNuCHak_bh7_eLNX2hHd0"></drupal-render-placeholder> </section> <div class="field field--name-field-copyright field--type-string-long field--label-hidden field__item">Netflix</div> <div class="field field--name-field-notonfrontpage field--type-boolean field--label-above"> <div class="field__label">Auf Startseite verstecken</div> <div class="field__item">Off</div> </div> Sun, 12 Apr 2020 18:34:08 +0000 moritz2 15643 at https://www.filmszene.de https://www.filmszene.de/5-stand-tipps-der-corona-krise#comments Quibi - Serien im Kurzformat https://www.filmszene.de/quibi-serien-im-kurzformat <span property="schema:name" class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Quibi - Serien im Kurzformat</span> <div class="field field--name-field-specials field--type-entity-reference field--label-hidden field__item"><a href="/spotlight/special" hreflang="de">Special</a></div> <span rel="schema:author" class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/users/matthias" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype=""> Matthias Kastl </span></span> <span property="schema:dateCreated" content="2020-04-11T11:31:22+00:00" class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">11. April 2020 - 13:31</span> <div property="schema:text" class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Und schon wieder ein neuer Streaming-Anbieter. Kurz nach Disney+ ist vor wenigen Tagen Quibi online gegangen. Allerdings möchte Quibi sich mit seinem Video-Content nicht brav bei Netflix und Konsorten einreihen, sondern bewusst aus dem Rahmen fallen. Der Clou an der Plattform: Kein Video dauert länger als 10 Minuten und der Inhalt kann nur über Mobilgeräte abgespielt werden – das heimische Fernsehgerät bleibt außen vor.</p> <p>Wieso uns das als Film- und Serienliebhaber nun interessieren sollte? Quibi möchte, neben Dokumentationen, Shows und Nachrichtenprogrammen, sein Publikum auch mit hochwertig produzierten Serien im Kurzformat anlocken. Und für diese moderne Art des Erzählens hat man sich die Dienste von so namhaften Filmemachern wie Steven Spielberg oder auch Guillermo del Toro gesichert. Denn hinter Quibi steckt nicht nur jede Menge Kohle, sondern vor allem auch der Mitbegründer des Filmstudios Dreamworks: der ehemalige Disney-Veteran und Filmproduzent Jeffrey Katzenberg. Aber liegt in kleinen 10-Minuten-Serienhäppchen tatsächlich die Zukunft des seriellen Erzählens?</p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="219" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/spotlight/specials/quibi/quibi_game_02.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p>Es ist ein wenig Ironie des Schicksals, dass Quibi gerade während der Corona-Pandemie gelauncht wird. Ausgerechnet in einer Zeit, wo die Menschen deutlich mehr Zeit mitbringen und so der größte Vorteil der Plattform etwas zu verpuffen droht. Viele Beobachter sind deswegen auch etwas skeptisch, was den Erfolg von Quibi angeht. Und der erste Eindruck des Contents fällt auch eher weniger schmeichelhaft aus. Zumindest, wenn man auf den fiktionalen Serienbereich blickt, auf den wir uns hier fokussieren wollen.</p> <p>Gestartet ist man dort nämlich erst einmal ohne die versprochenen Big Names. Spielberg und del Toro müssen vorerst warten. Aber immerhin gibt es vor der Kamera schon ein paar bekannte Gesichter wie Christoph Waltz ("<a href="https://www.filmszene.de/filme/django-unchained">Django Unchained</a>") und Sophie Turner ("<a href="https://www.filmszene.de/game-of-thrones-staffel-1-4">Game of Thrones</a>") zu entdecken. Wir blicken hier jetzt exemplarisch auf die bisher jeweils erschienen ersten sieben Folgen der drei Mini-Serien "Most Dangerous Game", "Survive" und "When the Streetlights go on".</p> <p><br /> <strong>Most Dangerous Game</strong><br /> Mit Christoph Waltz und Liam Hemsworth ist die Action-Thriller-Serie "Most Dangerous Game" die am prominentesten besetzte Serie zum Start von Quibi. Und sie ist leider auch eine ziemliche Enttäuschung. Hemsworth spielt den todkranken und hochverschuldeten Dodge, dessen einziger Hoffnungsschimmer ein dubioses Angebot des reichen Miles Sellers (Christoph Waltz) ist. Sellers organisiert einen exquisiten Jagdclub, bei dem die vermögenden Mitglieder lieber Menschen statt Tiere meucheln. Dodge muss die Jagd lediglich 24 Stunden überleben, um sich und seiner Familie mehrere Millionen Dollar zu sichern. Ein Angebot, auf das dieser nach kurzer Bedenkzeit notgedrungen eingeht.</p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="275" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/spotlight/specials/quibi/quibi_game_01.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p>Es gibt einen ganzen Haufen Gründe, warum "Most Dangerous Game" nicht funktioniert. Allen voran aufgrund des blassen und so gar nicht charismatischen Hemsworth, der in keiner Sekunde das Publikum emotional an seinen Dodge binden kann. Waltz spielt dazu den Bösewicht auf Autopilot und auch der Rest des Ensembles bleibt kaum in Erinnerung. Vor allem aber fehlt es dem Drehbuch an Cleverness und Überraschungsmomenten. Das nicht sonderlich originelle und auch stark zusammenkonstruierte Szenario hätte man mit etwas Tempo, Witz oder Einfallsreichtum ja durchaus zu einer spaßigen Angelegenheit machen können. Doch "Most Dangerous Game" bietet nur seelenlose Standardware. Wenn Dodge im Aufzug neben sich einen möglichen Killer vermutet oder sich in der Toilette vor diesem versteckt, dann hat man das in dieser Art und Weise gefühlt schon hundertfach in anderen Filmen und Serien gesehen. Allerdings deutlich besser gespielt und inszeniert. Wirkliche Spannung ist hier einfach Mangelware und gerade die klischeehaften Killer wirken komplett uninspiriert.</p> <p>Gleichzeitig zeigt sich hier auch das Problem mit dem Mini-Episodenformat. "Most Dangerous Game" ist im Wesentlichen ein Film, der in 12 kleine Episoden gestückelt wurde. Nach zehn Minuten ist dabei spätestens Schluss und man darf einen Tag auf die nächste Folge warten. Das Problem an der Sache: Die Serie lässt sich unglaublich viel Zeit mit der Exposition. Es dauert bis zur fünften Folge, bis die Jagd überhaupt erst losgeht. Soviel Setup mag vielleicht bei einem Film oder in einer Serie mit Standardlänge funktionieren, hier dagegen ist es tödlich. Die Spannungskurve liegt in den ersten vier Folgen bei null und so kann auch nicht wirklich Vorfreude auf den nächsten Tag und die nächste Folge aufkommen.</p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="290" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/spotlight/specials/quibi/quibi_game_03.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p>&nbsp;</p> <p><strong>Survive</strong><br /> Zumindest etwas besser wird es mit dem Auftritt einer "Game of Thrones"-Veteranin. In "Survive" spielt Sophie Turner die junge Jane, die aus einer psychiatrischen Anstalt entlassen wird und sich eigentlich auf ihrem Heimflug in der Bordkabine des Fliegers das Leben nehmen möchte. Dazu kommt es aber nicht, da das Flugzeug über verschneitem Gebiet abstürzt. Nur Jane und ihr Sitznachbar Paul überleben. Paul überredet Jane sich gemeinsam auf die Suche nach Hilfe zu begeben, und so beginnt ein gnadenloser Überlebenskampf in der eisigen Berglandschaft.</p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="250" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/spotlight/specials/quibi/quibi_survive_03.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p>Zugegeben, die Story von "Survive" wirkt nicht weniger zusammenkonstruiert als die von "Most Dangerous Game". Natürlich stürzt der Flieger just in dem Moment ab, in dem sich Jane das Leben nehmen will. Und ihr Wandel hin zu neuem Überlebensdrang kommt schon sehr abrupt daher. So ist das halt, wenn man nicht viel Zeit für seine Story hat. Ebenfalls ist es etwas ärgerlich, dass die psychische Krankheit von Jane nur kurz und oberflächlich angerissen wird. Aber insbesondere die ersten drei Folgen sind dann doch emotional durchaus packend, weil Turner richtig gut spielt und ein paar wirkliche gelungene Charaktermomente dabei sind. Auch die Chemie zwischen Paul und Jane stimmt und dazu gesellen sich einige wirklich tolle Landschaftsaufnahmen.</p> <p>Leider entwickelt sich die Serie in den weiteren Folgen aber dann immer mehr zu einem klischeehaften Survival-Film, bei dem auf Teufel komm raus ein möglichst guter Cliffhanger ans Ende einer jeden Episode getackert wird. Auch hier hat man wieder das Gefühl, inhaltlich viel Altbekanntes zu sehen, das an anderer Stelle einfach schon besser umgesetzt wurde. Auch hier zeigt sich die Zeitproblematik, denn um Spannung aufzubauen braucht es eben auch einmal die Ruhe vor dem Sturm. Das lässt das 10-Minuten-Format aber nicht wirklich zu, zumindest wenn man, wie im Falle von "Survive", möglichst in jede Folge einen coolen Cliffhanger packen möchte. "Survive" ist deutlich unterhaltsamer als "Most Dangerous Game" und vor allem optisch eine Augenweide, insgesamt aber dann doch zu vorhersehbar.</p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="250" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/spotlight/specials/quibi/quibi_survive_02.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p>&nbsp;</p> <p><strong>When the Streetlights go on</strong><br /> Der beste Serien-Vertreter von Quibi ist ausgerechnet der mit den am wenigsten prominenten Darstellern. In "When the Streetlights go on" geht es um einen Mord an einem Lehrer und seiner Schülerin, der Mitte der 90er Jahre eine amerikanische Kleinstadt erschüttert. Eine Tat, die insbesondere an der örtlichen Schule zu vielen weiteren Problemen führen wird. Während die ermittelnde Polizistin (Queen Latifah) vor einem Rätsel steht, verfolgen wir die dramatischen Ereignisse dabei vor allem aus der Sicht des Schulreporters Charlie (Chosen Jacobs), der die Leichen der beiden Opfer als erstes entdeckte.</p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="304" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/spotlight/specials/quibi/quibi_street_01.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p>Eine Kleinstadt wird von einem Verbrechen heimgesucht, die Protagonisten sind hauptsächlich Schüler und die Serie nutzt jede Gelegenheit, um durch den häufigen Einsatz von schmissigen Popsongs Nostalgie für eine vergangene Zeit zu erzeugen. Ja, "When the Streetlights go on" hat einen ziemlich starken "<a href="https://www.filmszene.de/stranger-things-staffel-1">Stranger Things</a>"-Vibe. Nur, dass die 80er eben hier die 90er sind. Es gibt aber noch mehr Ähnlichkeiten. Auch dieser Serie gelingt es, einen sympathischen Mix aus großem Kriminalrätsel und den kleinen Alltagsproblemen von Teenagern zu finden. Die Serie findet schnell ihren eigenen entspannten Rhythmus und zeichnet eine sehr schöne Grundstimmung. Hauptdarsteller Chosen Jacobs taugt ebenfalls gut als zentrale Identifikationsfigur und auch das restliche Ensemble macht einen guten Job. So baut die Serie tatsächlich gekonnt Spannung und Empathie für ihre Figuren auf und man ist wirklich neugierig, wie die ganze Sache am Ende wohl ausgehen wird.</p> <p>Auch "When the Streetlights go on" mag keinen Preis für Originalität gewinnen, ist aber einfach ziemlich kurzweilige und sehr kompetent gemachte Unterhaltung. Auch bei den Cliffhangern hält man sich hier eher entspannt zurück und so wirkt der ganze Aufbau der Serie einfach etwas natürlicher als bei unseren anderen beiden Quibi-Serienvertretern. Allerdings stellt sich die Frage, ob das nun reicht um die Serie zu einem Must-See zu machen?</p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="231" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/spotlight/specials/quibi/quibi_street_02.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p>&nbsp;</p> <p><strong>Fazit</strong><br /> Wohl eher nicht, womit wir dann wir dann auch schon zum Fazit kommen. Was Quibi aktuell fehlt ist ein wirkliches Zugpferd im fiktionalen Bereich. Netflix hatte zum Start "<a href="https://www.filmszene.de/house-of-cards">House of Cards</a>" und Disney+ sein reichhaltiges Archiv sowie eine neue <a href="https://www.filmszene.de/chapter-1-mandalorian">"Star Wars"-Serie</a> zu bieten. So zieht man Zuschauer an. Der aktuelle Produktkatalog von Quibi lässt dies leider im fiktionalen Bereich vermissen. Und dann wäre da natürlich noch das ungewöhnliche Format.</p> <p>Wie man vor allem anhand von "Most Dangerous Game" und "Survive" sieht, hat das extrem kurze Episodenformat so seine Tücken. Man muss schnell auf den Punkt kommen, hat nur wenig Zeit in die Tiefe zu gehen und erliegt zu leicht der Verführung billige Cliffhanger einzusetzen. Eine fortlaufende Story in derart kleine Happen zu packen birgt dazu die Gefahr, dass man als Zuschauer nie wirklich richtig Zeit hat,&nbsp;um ausreichend in die Geschichte einzutauchen. Zehn Minuten sind einfach sehr wenig um eine emotionale Dynamik zu entfachen. Außer natürlich, man wartet als Zuschauer bis alle Folgen erschienen sind und bingt diese dann einfach. Dann aber wiederum stellt sich natürlich die Sinnfrage für das eigentliche Konzept der Plattform.</p> <p>Der Fokus auf Mobilgeräte ist auch durchaus diskussionswürdig. Die tollen Landschaftsaufnahmen von "Survive" hätte ich mir dann doch lieber auf einem großen Bildschirm gegönnt. Hochglanzproduktionen exklusiv für das Smartphone sind gefühlt doch schon ein bisschen Verschwendung. Und bei "Most Dangerous Game" kommt es sogar zu einem etwas irritierenden Moment, als ein Charakter über ein Gebäude am Horizont spricht, dass auf dem kleinen Handybildschirm einfach unmöglich zu entdecken ist. Und das, obwohl die Serie explizit für den kleinen Bildschirm konzipiert wurde. Das ging sogar soweit, dass man alle Produktionen mit zusätzlichen Kameras ausrüstete, um zusätzlich zum 16:9-Format auch ein spezielles Hochkantformat zu produzieren. Das automatisch immer dann abgespielt wird, wenn man das Handy dreht.</p> <p>Zugegeben, es ist durchaus faszinierend das einmal auszuprobieren und sich das Framing der Aufnahmen anzuschauen. Aber langjährig antrainierte Sehgewohnheiten sind schwierig abzutrainieren und es wirkt dann doch irgendwie irritierend und billig, wenn uns Christoph Waltz in der Bildschirmansicht eines Skype-Anrufs präsentiert wird. Nein, so richtig rund wirkt das Ganze noch nicht. Wobei es natürlich auch eine Frage der Zielgruppe ist. Der Schreiber dieser Zeilen gibt zu, dass er Filme und Serien lieber breit statt hoch und groß statt klein konsumiert. Aber auch eine jüngere Generation hätte einfach bessere Geschichten verdient, als das, was uns Quibi zu seinem Start zur Verfügung stellt.</p> <p>Aber wer weiß, was die Zukunft bringt. Die Beiträge von Spielberg und del Toro stehen ja noch aus und Katzenberg hat bereits verlauten lassen, dass er schon in Verhandlungen mit J.J. Abrams steht und auch gerne die Herren Cameron und Scorsese für die Plattform begeistern möchte. Am Ende liegt es dann wohl in der Hand der Geschichtenerzähler, uns einen wirklichen Grund für ein weiteres kostenpflichtiges Streaming-Abo zu liefern. Wer trotzdem jetzt schon neugierig ist, kann sich zumindest für 90 Tage einen kostenlosen Probe-Account sichern und sich über die ersten wackeligen Gehversuche dieses neuen Anbieters selbst ein Bild machen.</p> <p>Für die kostenlose 90-tägige Testversion von Quibi bitte hier entlang: <a href="https://quibi.com/">https://quibi.com/</a><a href="https://www.filmszene.de/%20https%3A//quibi.com/"> </a></p> <p>&nbsp;</p> </div> <section class="field field--name-comment-node-page field--type-comment field--label-hidden comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=15642&amp;2=comment_node_page&amp;3=comment_node_page" token="u9aneV6XNlnr6oel30d5BXz9l8-fxkQZTB5P0UAlzwg"></drupal-render-placeholder> </section> <div class="field field--name-field-copyright field--type-string-long field--label-hidden field__item">Quibi</div> <div class="field field--name-field-notonfrontpage field--type-boolean field--label-above"> <div class="field__label">Auf Startseite verstecken</div> <div class="field__item">Off</div> </div> <div class="field field--name-field-personen field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Personen</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/personen/christoph-waltz" hreflang="de">Christoph Waltz</a></div> </div> </div> Sat, 11 Apr 2020 11:31:22 +0000 matthias 15642 at https://www.filmszene.de https://www.filmszene.de/quibi-serien-im-kurzformat#comments Tiger King - Großkatzen und ihre Raubtiere https://www.filmszene.de/tiger-king-grosskatzen-und-ihre-raubtiere <span property="schema:name" class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Tiger King - Großkatzen und ihre Raubtiere</span> <div class="field field--name-field-specials field--type-entity-reference field--label-hidden field__item"><a href="/specials/serien" hreflang="de">Serien</a></div> <span rel="schema:author" class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/users/matthias" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype=""> Matthias Kastl </span></span> <span property="schema:dateCreated" content="2020-04-03T15:11:36+00:00" class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">3. April 2020 - 17:11</span> <div property="schema:text" class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p style="margin-bottom: 0cm"><font color="#000000">Im grauen Corona-Alltag freut man sich ja über jeden Farbklecks. Wie wäre es dann gleich mit einer ganzen Farbkanone? Die Netflix-Serie "Tiger King", in Deutschland deutlich weniger schmissig in "Großkatzen und ihre Raubtiere" umbenannt, ist die perfekte Ablenkung vom tristen Alltag. Die Ironie dabei: "Tiger King" ist keine Fiction-Serie, sondern eine Dokumentation. Ein Umstand, der einen schon nach den ersten fünf Minuten ziemlich sprachlos zurücklässt.</font><br /> &nbsp;</p> <p style="margin-bottom: 0cm"><font color="#000000">"Tiger King" ist eine Reise in eine vollkommen abgedrehte Parallelwelt, deren Figuren man sich nicht verrückter hätte ausdenken können, und deren Geschichten mehr abstruse Wendungen bereithalten&nbsp;als jede lateinamerikanische Telenovela. So ist die Serie, auf ihre ganz eigene Art, absolut grandiose Unterhaltung, auch wenn angesichts der stellenweise schon sehr reißerischen Inszenierung zumindest auch der ein oder andere kritische Kommentar angebracht ist.</font></p> <p style="margin-bottom: 0cm">&nbsp;</p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="308" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/specials/serien/TigerKing_01.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p style="margin-bottom: 0cm">&nbsp;</p> <p style="margin-bottom: 0cm"><font color="#000000">Zugegeben, es dürfte wohl nahezu unmöglich sein die Protagonisten dieser Serie nicht überzogen wirken zu lassen. Eigentlich wollte der Naturschützer und Filmemacher Eric Goode ja nur den Handel mit exotischen Reptilien unter die Lupe nehmen, stolperte dann aber über das noch schillerndere Geschäft mit Großwildkatzen in den USA. Ein Business, in dem die menschlichen Protagonisten, darunter vor allem etliche Privatzoo-Besitzer, sich schnell als deutlich exotischer herausstellten&nbsp;als ihre tierischen "Begleiter".</font><br /> &nbsp;</p> <p style="margin-bottom: 0cm"><font color="#000000">Drogen, Sexkults, Waffennarren, Mordkomplotte – was für ein Festmahl für einen Dokumentarfilmer. Selbst die kleinste Nebenfigur aus "Tiger King" könnte eigentlich eine komplette Serie füllen. So werden ein Sexkult oder die Geschichte eines mordenden Mafiosi, der sich als das Vorbild für Tony Montana aus "Scarface" bezeichnet, mal eben nur am Rande gestreift. Über allem thront nämlich "Joe Exotic", ein mit dem Attribut "extravagant" noch viel zu unzureichend beschriebener Privatzoo-Besitzer aus Oklahoma. Das mit dem Thron darf übrigens wörtlich genommen werden, da der sich selbst "Tiger King" nennende Joe sich gerne auch mal in königlicher Robe auf einem solchen filmen lässt. Wohlgemerkt mitten in seinem (nicht leeren) Tigerkäfig. Im Vergleich zu dem, was sonst so in der Serie passiert, ist das aber wohl noch einer der normalsten Momente. Vor allem der mit der Zeit immer heftiger eskalierende Streit zwischen Joe und der selbsternannten Tierrechtsaktivistin Carole Baskin birgt einen wahren Schatz an abstrusen Facetten und Wendungen. </font></p> <p style="margin-bottom: 0cm">&nbsp;</p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="281" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/specials/serien/TigerKing_02.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p style="margin-bottom: 0cm"><font color="#000000"><span lang="de-DE">So richtig weiß man ja gar nicht, wo man als Kritiker bei dieser Serie anfangen soll. Klar ist, dass vor allem die ersten beiden Folgen von "Tiger King" kleine Meisterwerke ihres Genres sind. Wie die beiden Filmemacher Eric Goode und </span>Rebecca Chaiklin<span lang="de-DE"> dieses völlig wahnsinnige Geflecht aus Figuren und Geschichten Stück für Stück dem Publikum näherbringen, ist wirklich grandios. Dabei spielt ihnen natürlich in die Karten, dass so gut wie alle Protagonisten einen unglaublich starken Geltungsdrang haben und nur zu gerne vor der Kamera ihre Meinung äußern. Und, zusätzlich zu den Interviews, auch oft auf ihrem eigenen Social-Media-Kanal oder, wie im Falle von Joe, in der eigenen TV-Show kein Blatt vor den Mund nehmen.</span></font><br /> &nbsp;</p> <p style="margin-bottom: 0cm"><font color="#000000"><span lang="de-DE">Aber soviel Content muss man ja auch erst einmal bändigen können, und das gelingt der Serie richtig gut. Dabei findet "Tiger King" gerade zu Beginn einen wundervollen Mittelweg aus Entertainment und Sozialmilieu-Studie. So werden immer wieder geschickt die wahren Motive der Protagonisten entlarvt, faszinierende Parallelen zwischen scheinbar unterschiedlichen Figuren aufgedeckt und auch das richtige Maß an Verständnis für den Werdegang dieser illustren "Darsteller" gezeigt. </span></font></p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="330" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/specials/serien/TigerKing_03.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p style="margin-bottom: 0cm"><font color="#000000"><span lang="de-DE">Es ist aber natürlich erst einmal die völlige Abgedrehtheit der Figuren und des Settings, die einen als Zuschauer in den Bann zieht. Alleine die Tatsache, dass hier jemand mitten auf dem Land in Oklahoma einen Zoo mit 187 Großkatzen baut, ist ja schon eine faszinierende Geschichte. Dass Joe und seine Mitarbeiter aber aus dem "White-Trash"-Milieu kommen, und sich zum Beispiel für das eigene Überleben dann auch immer wieder mal aus dem Futter der Tiere bedienen, lässt das Ganze erst so richtig surreal werden. Nebenbei werden dann auch noch reichlich Drogen konsumiert und sich mit Gewehren und Sprengstoff die Zeit vertrieben. Ein solcher Haufen gescheiterter Existenzen, der über Dutzende Raubtiere verfügt und immer kräftig weiter züchtet – das kann doch nicht gut gehen.</span></font><br /> &nbsp;</p> <p style="margin-bottom: 0cm"><font color="#000000"><span lang="de-DE">Tut es natürlich auch nicht. Aber die Serie macht nicht den Fehler, sich einfach nur über seine Protagonisten und deren irrwitziges Scheitern lustig zu machen und sie als reine Karikaturen zu betrachten. Vor allem zu Beginn wird clever aufgezeigt, welche Motive dahinterstecken und wie Joe den Zoo dazu benutzt, um sich Anerkennung zu verschaffen und sich als eine Art König der Außenseiter zu etablieren. Er holt sich nur Leute ins Team, die selbst nichts mehr zu verlieren haben. Immer wieder äußern sich seine Angestellten darüber, wie sie einst am Boden lagen und nun aber doch den geilsten Job der Welt hätten. Schaut her, ich arbeite jetzt mit Tigern und Löwen. Das menschliche Bedürfnis nach Anerkennung und Bedeutung schwebt über fast jeder Szene dieser Serie. </span></font></p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="281" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/specials/serien/TigerKing_04.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p style="margin-bottom: 0cm"><font color="#000000"><span lang="de-DE">Am allermeisten natürlich über ihrer Hauptfigur, dem nach Aufmerksamkeit gierenden Paradiesvogel Joe Exotic. Der Name ist Programm, aber auch für dessen unglaubliche Extrovertiertheit findet die Serie hin und wieder ein angenehmes Gegengewicht. Es wäre ein Einfaches, sich über Joes durchgeknallte Musikvideos und seine aggressiv-dümmliche TV-Show einfach nur lustig zu machen. Die Serie lässt dies aber auch in einem anderen Kontext erscheinen, wenn wir von Joes nicht gerade erfreulicher&nbsp;Lebensgeschichte erfahren. Überhaupt wirft uns die Serie bei vielen Figuren immer wieder ein paar mahnende Infobrocken zu deren Lebenslauf hin, die einen dann doch davon abhalten, diese Menschen als reine Witzfiguren zu betrachten.</span></font><br /> &nbsp;</p> <p style="margin-bottom: 0cm"><font color="#000000"><span lang="de-DE">Gleichzeitig entlarvt "Tiger King" geschickt sowohl die Selbstinszenierung als auch die Unsicherheit vieler ihrer Figuren. Dafür wird vor allem immer wieder auf einen der beliebtesten Tricks von Doku-Filmemachern zurückgegriffen: Man lässt einfach die Kamera beim Interview schon etwas früher oder länger laufen. So werden wir Zeuge, wie manche Protagonisten genaue Kamera-Anweisungen geben oder sich nach ihrer "Performance" erkunden. Ein Stilmittel, was ziemlich effektiv ist, um hinter die Kulissen zu blicken. Aber, und das sollte man ruhig auch erwähnen, natürlich auch ziemlich manipulativ sein kann. Das fällt insbesondere auf, wenn die Serie sich einem möglichen Mordkomplott rund um den verschollenen Ehemann der Tieraktivistin Carole Baskin widmet. Bei den Interviews mit Carole macht es sich die Serie doch sehr gerne zu nutze, dass viele Menschen ohne Anweisungen und Text vor der Kamera nun mal unsicher wirken.</span></font></p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="333" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/specials/serien/TigerKing_05.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p style="margin-bottom: 0cm"><font color="#000000"><span lang="de-DE">Carole Baskin, die Gegenspielerin von Joe Exotic, ist ebenfalls eine ziemlich spannende Figur. Auch wenn sie als selbsternannte Tierschützerin die scheinbar gute Seite repräsentiert, wird doch deutlich, dass auch ihre Motive und Mittel nicht immer ganz so ehrenhaft sind, wie sie das gerne hätte. Und auch hier zeigt sich, wie die Anziehungskraft von majestätischen Raubtieren zu leicht als Lockmittel und für den Machtmissbrauch genutzt werden kann. Aber auch bei Carole bekommen wir wieder eine berührende Backstory geliefert, die Verständnis für eine ebenfalls etwas durchgeknallt wirkende Persönlichkeit liefert.</span></font><br /> &nbsp;</p> <p style="margin-bottom: 0cm"><font color="#000000"><span lang="de-DE">Es ist allerdings eine etwas gefährliche Gratwanderung, wie die Serie die langjährigen Mordanschuldigungen an Baskin präsentiert, die Gerüchten zufolge ihren reichen Ehemann hat verschwinden lassen. Natürlich kommen alle Seiten zu Wort, aber man wird das Gefühl nicht los, dass die Serie mit Ihrer Meinung schon deutlich in eine Richtung tendiert. Und, wie es ein anderer Protagonist einmal ausdrückt, sollte Carole unschuldig sein wäre das Wiederaufkommen dieser Gerüchte wohl eine ziemlich traurige Angelegenheit. Und da kann man sich dann doch die Frage stellen, ob man dem Plot rund um das mysteriöse Verschwinden ihres Ehemanns wirklich eine komplette Folge hätte widmen müssen. </span></font></p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="281" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/specials/serien/TigerKing_06.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p style="margin-bottom: 0cm"><font color="#000000"><span lang="de-DE">Anderen Stoff gibt es nämlich eigentlich genug. Gerade dem Sex-Kult rund um den Privatzoo-Besitzer Doc Antle hätte man durchaus noch mehr Zeit spendieren können. Wobei auch dieses Segment absolut faszinierend umgesetzt ist und auf wundervolle Art und Weise aufzeigt, wie die "Herrchen" ihre Tiere einsetzen, um Macht und Anerkennung zu ernten. Und wie gleichzeitig auch die Medien mitspielen und sowohl Hollywood als auch berühmte amerikanische Late-Night Shows dem Zauber der Tiere verfallen und unsere Raubkatzenbesitzer nur weiter in ihrer Jagd nach Anerkennung bestärken.</span></font><br /> &nbsp;</p> <p style="margin-bottom: 0cm"><font color="#000000"><span lang="de-DE">Machen wir uns aber nichts vor, trotz dieser ernsteren Einschübe lachen wir lange Zeit hauptsächlich über und nicht mit den Figuren. Vor allem der Mangel an Selbstreflexion sorgt immer wieder für Erheiterung. Da präsentiert uns eine Dame stolz ihren Kleiderschrank mit Babyklamotten, die sie alle für ihre kleinen "Affenkinder" gekauft hat, nur um kurz darauf andere aus ihrem Umfeld als irgendwie "ein bisschen extravagant" zu brandmarken. Gepaart mit der Sucht nach Anerkennung und Selbstdarstellung lösen viele Figuren beim Betrachter oft eine ähnliche psychologische Reaktion aus&nbsp;wie die schreckliche Darbietung eines talentfreien Jugendlichen bei "Deutschland sucht den Superstar". Man ergötzt sich am Scheitern und der mangelnden Selbstreflexion der Teilnehmenden. Bei "Tiger King" eben nur auf einem noch viel abgedrehteren Level&nbsp;als es das deutsche Privatfernsehen bieten kann. </span></font></p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="333" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/specials/serien/TigerKing_07.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p style="margin-bottom: 0cm"><font color="#000000"><span lang="de-DE">Im zweiten Teil der Serie schlägt die Stimmung dann aber deutlich um. Was vor allem daran liegt, dass der Konflikt zwischen Joe und Carole nun deutlich ernster wird. Weitere Schicksalsschläge, wie der Tod eines von Joes Angestellten, sorgen ebenfalls dafür, dass einem das Lachen immer mehr im Halse stecken bleibt. Dabei ist auffällig, dass auch der zu Beginn oft leicht ironische Unterton von Regisseur Eric Goode, der immer mal wieder zu sehen und zu hören ist, deutlich ernster wird. Und spätestens in den letzten beiden Folgen wird dann endgültig deutlich, dass hier eigentlich gar nichts mehr zum Lachen ist.</span></font><br /> &nbsp;</p> <p style="margin-bottom: 0cm"><font color="#000000"><span lang="de-DE">Der Wechsel in der Tonalität ist eine Weise Entscheidung von Goode und Co-Regisseurin Chaiklin, denn am Ende geht es hier um echte Menschen und echte Schicksale. Leider gelingt es der Serie aber nicht immer sich so angenehm dezent aus der Affäre zu ziehen. Hin und wieder wird dann doch deutlich, dass man durchaus bereit ist eine Schippe für die Quote obendrauf zu legen. Es sind oft nur kleine Details, wie die Einführung einer ermittelnden Beamtin, welche die Macher erst einmal cool vor der Kamera posen lassen, die hier negativ aufstoßen. Oder das reißerische Nachstellen von Szenen, die wie aus einer billigen Reality-Serie daherkommen. Ein bisschen mehr Ernsthaftigkeit hätte der Serie in diesen Momenten sicher besser getan. </span></font></p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="271" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/specials/serien/TigerKing_08.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p style="margin-bottom: 0cm"><font color="#000000"><span lang="de-DE">Da lohnt es übrigens auch sich einmal&nbsp;kurz bewusst zu werden, dass auch Regisseur Goode durchaus eine schillernde Persönlichkeit ist. Neben seiner Leidenschaft für Tiere und das Filmemachen ist er nämlich auch eine feste Größe im New Yorker Nachtleben. Ihm gehören gleich mehrere Clubs, in denen die Reichen und Berühmten ein- und ausgehen. Und in den 80er Jahren "erfreuten" sich Madonna, Cher und weitere Stars in einem seiner Klubs an echten Haien in einem Aquarium. Da überrascht es am Ende also nicht wirklich, dass "Tiger King" doch in erster Linie Wert auf Entertainment legt.</span></font><br /> &nbsp;</p> <p style="margin-bottom: 0cm"><font color="#000000"><span lang="de-DE">Aber "Tiger King" ist eben einfach wahnsinnig gutes Entertainment, das wir wohl gerade zur Corona-Zeit doch sehr gut gebrauchen können. Der riesige Erfolg der Serie in den USA lässt sich sicher auch dadurch begründen, dass diese Serie die perfekte Ablenkung vom aktuell besonders trüben Alltag ist. Wie kann man noch an den Mangel von Toilettenpapier denken, wenn Joe Exotic mal eben den Abteilungsleiter der Waffenabteilung des lokalen Walmart&nbsp;davon überzeugt, sein Wahlkampfmanager für die US-Präsidentenwahl zu werden. Demgegenüber wirkt dann auch eine Pandemie-Welle irgendwie auf einmal ganz normal. </span></font></p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="282" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/specials/serien/TigerKing_09.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p style="margin-bottom: 0cm"><font color="#000000"><span lang="de-DE">Dieses Gesamtpaket aus Irrsinn und Intrigen rund um den selbsternannten Tigerkönig ist am Ende einfach zu faszinierend, um verpasst zu werden. Wer jemals wissen möchte, wie Shakespeare wohl auf Speed geschrieben hätte, sollte sich spätestens jetzt einen Netflix-Account zulegen. Und wer danach nicht genug hat, darf sich auf den Webseiten und YouTube-Kanälen der Protagonisten austoben, denn diese Geschichte ist noch lange nicht auserzählt. Und während dort der schwarze Peter weiter kräftig hin und hergeschoben wird, ist am Ende nur eines klar: Die wirklich Leidtragenden dieser Geschichte sind vor allem die Tiere. Bleibt zu hoffen, dass der Erfolg der Serie dem irrwitzigen Züchtungswahn von Großwildkatzen in den USA endlich ein Ende bereitet. Womit diese wahnsinnige Geschichte dann vielleicht doch noch ein Happy End bekommt...</span></font></p> </div> <section class="field field--name-comment-node-page field--type-comment field--label-hidden comment-wrapper"> <article data-comment-user-id="0" id="comment-254444" class="comment js-comment by-anonymous"> <mark class="hidden" data-comment-timestamp="1586243095"></mark> <footer class="comment-wrap"> <div class="author-comments"> <div class="content"> <h3><a href="/comment/254444#comment-254444" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="de">bravo</a></h3> <p class="comment-submitted"> eselhudi am 7. April 2020 - 1:02 </p> <div class="field field--name-field-bewertung field--type-fivestar field--label-hidden field__item"><form class="fivestar-form-7" id="vote--7" data-drupal-selector="fivestar-form-7" action="/rss.xml" method="post" accept-charset="UTF-8"> <div class="clearfix fivestar-average-text fivestar-average-stars fivestar-form-item fivestar-basic"><div class="js-form-item form-item js-form-type-fivestar form-type-fivestar js-form-item-vote form-item-vote form-no-label"> <input class="vote" data-drupal-selector="edit-vote" aria-describedby="edit-vote--14--description" type="hidden" name="vote" value="" /> <div class="fivestar-static-form-item"><div class="js-form-item form-item js-form-type-item form-type-item js-form-item- form-item-"> <div class="description"> <div class="fivestar-summary fivestar-summary-average-count"></div> </div> </div> </div> </div> </div><input style="display:none" data-drupal-selector="edit-submit" type="submit" id="edit-submit--7" name="op" value="" class="button js-form-submit form-submit" /> <input autocomplete="off" data-drupal-selector="form-rd19xzkx-sdg9lz-yt52fzvdffpp2-dmu6u-wzga-jc" type="hidden" name="form_build_id" value="form-rd19XZkx-SdG9lz-yt52fzVDfFpP2_DMu6u-wZGa_Jc" /> <input data-drupal-selector="edit-fivestar-form-7" type="hidden" name="form_id" value="fivestar_form_7" /> </form> </div> <div class="clearfix text-formatted field field--name-comment-body field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>grandios ge- und beschrieben. kann ich praktisch alles so unterschreiben.</p> </div> <a href="/comment/254444#comment-254444" hreflang="de">Permalink</a> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderLinks" arguments="0=254444&amp;1=default&amp;2=de&amp;3=" token="JItrlYW2PTsw5RySlcdWKI9op-ixllqseKzh-lswLPE"></drupal-render-placeholder> </div> </div> </footer> </article> <article data-comment-user-id="0" id="comment-254459" class="comment js-comment by-anonymous"> <mark class="hidden" data-comment-timestamp="1586280367"></mark> <footer class="comment-wrap"> <div class="author-comments"> <div class="content"> <h3><a href="/comment/254459#comment-254459" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="de">Genau wegen solcher Beiträge…</a></h3> <p class="comment-submitted"> mk am 7. April 2020 - 18:28 </p> <div class="field field--name-field-bewertung field--type-fivestar field--label-hidden field__item"><form class="fivestar-form-8" id="vote--8" data-drupal-selector="fivestar-form-8" action="/rss.xml" method="post" accept-charset="UTF-8"> <div class="clearfix fivestar-average-text fivestar-average-stars fivestar-form-item fivestar-basic"><div class="js-form-item form-item js-form-type-fivestar form-type-fivestar js-form-item-vote form-item-vote form-no-label"> <input class="vote" data-drupal-selector="edit-vote" aria-describedby="edit-vote--16--description" type="hidden" name="vote" value="" /> <div class="fivestar-static-form-item"><div class="js-form-item form-item js-form-type-item form-type-item js-form-item- form-item-"> <div class="description"> <div class="fivestar-summary fivestar-summary-average-count"></div> </div> </div> </div> </div> </div><input style="display:none" data-drupal-selector="edit-submit" type="submit" id="edit-submit--8" name="op" value="" class="button js-form-submit form-submit" /> <input autocomplete="off" data-drupal-selector="form-dor7yuljzw8-l-uajyxk9kbysyzpsqcgqepctowv1tg" type="hidden" name="form_build_id" value="form-doR7YuLjZw8-L_uaJyxk9kbYsyZpSQcGQepCtowv1tg" /> <input data-drupal-selector="edit-fivestar-form-8" type="hidden" name="form_id" value="fivestar_form_8" /> </form> </div> <div class="clearfix text-formatted field field--name-comment-body field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Genau wegen solcher Beiträge liebe ich eure Seite!<br /> Hatte mich schon gefragt, woher in letzter Zeit die ganzen Memes mit den Tigern und dem &quot;80er Typen&quot; herkommen... jetzt weiss ich es :)<br /> Wird über die Ostertage definitiv geguckt!</p> </div> <a href="/comment/254459#comment-254459" hreflang="de">Permalink</a> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderLinks" arguments="0=254459&amp;1=default&amp;2=de&amp;3=" token="VT-zBrznpFHPNiFMmF10huz0zoJ20GddHMtvM99sgBI"></drupal-render-placeholder> </div> </div> </footer> </article> <article data-comment-user-id="0" id="comment-254501" class="comment js-comment by-anonymous"> <mark class="hidden" data-comment-timestamp="1586560054"></mark> <footer class="comment-wrap"> <div class="author-comments"> <div class="content"> <h3><a href="/comment/254501#comment-254501" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="de">Der Tigerkönig</a></h3> <p class="comment-submitted"> Chris am 10. April 2020 - 16:06 </p> <div class="field field--name-field-bewertung field--type-fivestar field--label-hidden field__item"><form class="fivestar-form-9" id="vote--9" data-drupal-selector="fivestar-form-9" action="/rss.xml" method="post" accept-charset="UTF-8"> <div class="clearfix fivestar-average-text fivestar-average-stars fivestar-form-item fivestar-basic"><div class="js-form-item form-item js-form-type-fivestar form-type-fivestar js-form-item-vote form-item-vote form-no-label"> <input class="vote" data-drupal-selector="edit-vote" aria-describedby="edit-vote--18--description" type="hidden" name="vote" value="" /> <div class="fivestar-static-form-item"><div class="js-form-item form-item js-form-type-item form-type-item js-form-item- form-item-"> <div class="description"> <div class="fivestar-summary fivestar-summary-average-count"></div> </div> </div> </div> </div> </div><input style="display:none" data-drupal-selector="edit-submit" type="submit" id="edit-submit--9" name="op" value="" class="button js-form-submit form-submit" /> <input autocomplete="off" data-drupal-selector="form-kdcjyx47gwiehhj3o62dy2iafy0t7uga6c3ipdx3xis" type="hidden" name="form_build_id" value="form-kdCJyx47gWieHhJ3o62DY2iaFY0T7uGA6C3ipdx3xis" /> <input data-drupal-selector="edit-fivestar-form-9" type="hidden" name="form_id" value="fivestar_form_9" /> </form> </div> <div class="clearfix text-formatted field field--name-comment-body field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Es freut mich wirklich sehr, dass &quot;filmszene&quot; nun noch mehr das Angebot von Streamingplattformen aufgreift.</p> <p>Die Serie war nicht ganz meins. Faszinierend auf jeden Fall. Am Ende eben auch ziemlich bedrückend wenn klar wird, um was für schiefgelaufene Leben es sich bei nahezu allen Protagonisten handelt.</p> </div> <a href="/comment/254501#comment-254501" hreflang="de">Permalink</a> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderLinks" arguments="0=254501&amp;1=default&amp;2=de&amp;3=" token="t02BB3BExmpaFJIPayA4MK8VKs1iVHI_nL-Y70vEkzo"></drupal-render-placeholder> </div> </div> </footer> </article> <article data-comment-user-id="0" id="comment-254677" class="comment js-comment by-anonymous"> <mark class="hidden" data-comment-timestamp="1589904588"></mark> <footer class="comment-wrap"> <div class="author-comments"> <div class="content"> <h3><a href="/comment/254677#comment-254677" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="de">Suchtfaktor</a></h3> <p class="comment-submitted"> Gingi am 19. Mai 2020 - 12:14 </p> <div class="field field--name-field-bewertung field--type-fivestar field--label-hidden field__item"><form class="fivestar-form-10" id="vote--10" data-drupal-selector="fivestar-form-10" action="/rss.xml" method="post" accept-charset="UTF-8"> <div class="clearfix fivestar-average-text fivestar-average-stars fivestar-form-item fivestar-basic"><div class="js-form-item form-item js-form-type-fivestar form-type-fivestar js-form-item-vote form-item-vote form-no-label"> <input class="vote" data-drupal-selector="edit-vote" aria-describedby="edit-vote--20--description" type="hidden" name="vote" value="" /> <div class="fivestar-static-form-item"><div class="js-form-item form-item js-form-type-item form-type-item js-form-item- form-item-"> <div class="description"> <div class="fivestar-summary fivestar-summary-average-count"></div> </div> </div> </div> </div> </div><input style="display:none" data-drupal-selector="edit-submit" type="submit" id="edit-submit--10" name="op" value="" class="button js-form-submit form-submit" /> <input autocomplete="off" data-drupal-selector="form-ptfkqsmvoedslvcxhlmcoao0ucyw8jdebbn-zmq-b74" type="hidden" name="form_build_id" value="form-pTfKqsMvoEDsLVCXHlMCOAO0UCyw8jDEbBn-ZmQ_b74" /> <input data-drupal-selector="edit-fivestar-form-10" type="hidden" name="form_id" value="fivestar_form_10" /> </form> </div> <div class="clearfix text-formatted field field--name-comment-body field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Absolut faszinierende Doku und tolle Rezension. Obwohl ich die kleinen Vorwürfe darin nicht ganz nachvollziehen kann, denn das Verschwinden von Baskins Ehemann lässt eigentlich nur eine einzige plausible Erklärung zu und auch die reißerischen Stilmittel passen perfekt zu den Protagonisten.</p> </div> <a href="/comment/254677#comment-254677" hreflang="de">Permalink</a> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderLinks" arguments="0=254677&amp;1=default&amp;2=de&amp;3=" token="6V9uPP74PWJDKHFHkfGZGL8cmhZh3hzpKyXHcYye900"></drupal-render-placeholder> </div> </div> </footer> </article> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=15641&amp;2=comment_node_page&amp;3=comment_node_page" token="7luv3fhqbomvYCqNU9DceyzojkaYT8JZcHCindtJc6A"></drupal-render-placeholder> </section> <div class="field field--name-field-copyright field--type-string-long field--label-hidden field__item">Netflix</div> <div class="field field--name-field-notonfrontpage field--type-boolean field--label-above"> <div class="field__label">Auf Startseite verstecken</div> <div class="field__item">Off</div> </div> Fri, 03 Apr 2020 15:11:36 +0000 matthias 15641 at https://www.filmszene.de https://www.filmszene.de/tiger-king-grosskatzen-und-ihre-raubtiere#comments Giant Little Ones https://www.filmszene.de/filme/giant-little-ones <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Giant Little Ones</span> <div class="field field--name-field-kategorie field--type-entity-reference field--label-hidden field__item"><a href="/kategorie/filmtipp" hreflang="de">Filmtipp</a></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/users/moritz2" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype=""> Moritz Hoppe </span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">2. April 2020 - 18:06</span> <div class="field field--name-field-kritikart field--type-entity-reference field--label-hidden field__item"><a href="/taxonomy/term/10309" hreflang="de">Kritik</a></div> <div class="field field--name-field-original-title field--type-string-long field--label-above"> <div class="field__label">Originaltitel</div> <div class="field__item">Giant Little Ones</div> </div> <div class="field field--name-field-genres field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Genre</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/genres/coming-age" hreflang="de">Coming-of-Age</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-laender field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Land</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/laender/kanada" hreflang="de">Kanada</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-year field--type-integer field--label-above"> <div class="field__label">Jahr</div> <div class="field__item">2018</div> </div> <div class="field field--name-field-regie field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Regie</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/personen/keith-behrman" hreflang="de">Keith Behrman</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-cast field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Cast</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/personen/josh-wiggins" hreflang="de">Josh Wiggins</a></div> <div class="field__item"><a href="/personen/maria-bello" hreflang="de">Maria Bello</a></div> <div class="field__item"><a href="/personen/kyle-maclachlan" hreflang="de">Kyle MacLachlan</a></div> <div class="field__item"><a href="/personen/darren-mann" hreflang="de">Darren Mann</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-duration field--type-integer field--label-above"> <div class="field__label">Laufzeit</div> <div content="94" class="field__item">94 min</div> </div> <div class="field field--name-field-release-date field--type-datetime field--label-above"> <div class="field__label">Release Date</div> <div class="field__item"><time datetime="2020-03-27T12:00:00Z" class="datetime">27. März 2020</time> </div> </div> <div class="field field--name-field-bewertung field--type-fivestar field--label-above"> <div class="field__label">Bewertung</div> <div class="field__item"><form class="fivestar-form-11" id="vote--11" data-drupal-selector="fivestar-form-11" action="/rss.xml" method="post" accept-charset="UTF-8"> <div class="clearfix fivestar-none-text fivestar-average-stars fivestar-form-item fivestar-basic"><div class="js-form-item form-item js-form-type-fivestar form-type-fivestar js-form-item-vote form-item-vote form-no-label"> <input class="vote" data-drupal-selector="edit-vote" type="hidden" name="vote" value="80" /> <div class="fivestar-static-form-item"><div class="js-form-item form-item js-form-type-item form-type-item js-form-item- form-item-"> <div class="fivestar-"><div class="fivestar-widget-static fivestar-widget-static- fivestar-widget-static-10 clearfix"><div class="star star-1 star-odd star-first"><span class="on">8</span></div><div class="star star-2 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-3 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-4 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-5 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-6 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-7 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-8 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-9 star-odd"><span class="off"></span></div><div class="star star-10 star-even star-last"><span class="off"></span></div><div class="ratingzahl">8/10</div></div> </div> </div> </div> </div> </div><input style="display:none" data-drupal-selector="edit-submit" type="submit" id="edit-submit--11" name="op" value="" class="button js-form-submit form-submit" /> <input autocomplete="off" data-drupal-selector="form-s2xo8hc-nxhjfyp2nqjufowt2jokuvcou6h9vof-5j4" type="hidden" name="form_build_id" value="form-s2xO8HC_nxHjFYp2nQjUFOwt2JOKUvcou6h9VOF_5j4" /> <input data-drupal-selector="edit-fivestar-form-11" type="hidden" name="form_id" value="fivestar_form_11" /> </form> </div> </div> <div class="field field--name-field-poster field--type-image field--label-hidden field__item"> <img src="/sites/default/files/styles/poster_180x255/public/plakate/Giant%20Little%20Ones%20Plakat_0.jpg?itok=wLnWoIVV" width="172" height="255" alt="" typeof="foaf:Image" class="image-style-poster-180x255" /> </div> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">„<a href="https://www.filmszene.de/filme/lady-bird">Lady Bird</a>", „<a href="https://www.filmszene.de/filme/moonlight">Moonlight</a>“, „Mid-90s“ – das Subgenre des Coming-of-Age-Films hat Filmliebhabern in den letzten Jahren einige großartige und preisgekrönte Werke beschert. Dennoch läuft der Coming-of-Age-Film immer wieder Gefahr, problematische Ideale zu vermitteln: Seien es fragwürdige Schönheitsvorstellungen oder stereotypisierte, binäre Beziehungsbilder - Filme über das (sinnbildliche) Erwachsenwerden garantieren keinen hochqualitativen Filmgenuss. Vor allem die großen Streaming-Anbieter scheinen dabei nur so vor mittelmäßigen Teenager-Dramen zu strotzen. Umso erfreulicher ist es, dass nun mit „Giant Little Ones“ ein ebenso wichtiger wie feinfühliger Coming-of-Age-Film seinen Weg ins Heimkino findet. Wie schon bei „Call me by your Name“ oder auch „<a href="https://www.filmszene.de/filme/love-simon">Love, Simon</a>“ stehen gesellschaftliche Rollenbilder sowie das Ausleben der eigenen Sexualität im Mittelpunkt.</span></span></span></p> <p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">Seit Kindheitstagen sind die Klassenkameraden Franky (Josh Wiggins) und Bellas (Darren Mann) beste Freunde und scheinen ein unbeschwertes Teenager-Leben zu führen. Als die beiden jedoch nach Frankys siebzehnter Geburtstagsparty eine Nacht miteinander verbringen, gerät ihre Welt aus den Fugen, denn eigentlich haben beide eine feste Freundin. Während Bellas sein aktives Mitwirken an dem Vorfall abstreitet, sieht Franky sich an der Schule Mobbing und Beleidigungen ausgesetzt. Eine Situation, die nicht nur die Freundschaft der beiden auf eine harte Probe stellt, sondern auch die Frage nach der eigenen Identität aufwirft. </span></span></span></p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="271" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/g/Giant%20Little%20Ones_1.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">„Giant Little Ones“ ist sich zu jedem Zeitpunkt der genretypischen Erzählelemente bewusst. Diese werden vor allem in den ersten Minuten (die sich in ihrem flotten Erzähltempo auch stark vom Rest des Films abheben) aufgebaut und etabliert – nur um im weiteren Verlauf gebrochen zu werden. Hauptfigur Franky lebt nach klaren heteronormativen Vorstellungen: Er ist Mitglied im Schwimmteam der Schule, hat eine feste Freundin und will unbedingt sein erstes Mal haben – hauptsächlich, um nun endlich mitreden zu können. Doch je länger der Zuschauer Franky begleitet, desto deutlicher löst sich dieser von seinen gesellschaftlich-konventionellen Zwängen. Keith Behrmann inszeniert diesen Prozess mit viel Geduld und Liebe für das Beiläufige. Einzelne Blicke und scheinbar nebensächliche Dialoge werden zum Erzählwerkzeug, wodurch die Figuren ohne viele Worte ihren vielschichtigen Charakter offenbaren. </span></span></span></p> <p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">Die Themen, die Keith Behrmann in „Giant Little Ones“ anspricht, unterscheiden sich auf den ersten Blick nicht groß von den allgemeinen Genrekonventionen: Es geht um Mobbing, die große Liebe, das erste Mal und die eigene Identität. Diese Themenblöcke werden hier jedoch nicht verharmlost oder überdramatisiert – Keith Behrmann schafft es, beinahe jeden Moment mit einer eindringlichen Authentizität zu inszenieren. Zum einen liegt das an den tollen schauspielerischen Leistungen des gesamten Cast. Neben Josh Wiggins, welcher Frankys inneren Konflikt behutsam und angenehm unaufdringlich nach außen trägt, kann vor allem Kyle MacLachlan als Frankys schwuler Vater überzeugen. MacLachlan dürfte vielen noch als FBI-Spezialagent Dale Cooper aus der Kultserie „Twin Peaks“ bekannt sein. In seiner Rolle als Ray Winter glänzt er als sensibler und feinfühliger Vater, was in einer tollen Szene zu einem rührenden und ergreifenden Vater-Sohn-Gespräch führt. </span></span></span></p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="283" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/g/Giant%20Little%20Ones_2.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">Der Film zeigt einen offenen Umgang mit Sexualität und hebt dabei binäres Rollendenken auf. Dadurch zeigt sich ein buntes und komplexes Bild von Liebe und Sexualität, was durch einen grandiosen Soundtrack passend untermalt wird. Zwar wird dieser offene Umgang anhand eines Charakters etwas zu plakativ behandelt, wirklich stark fällt das aber nicht ins Gewicht. In der gezeigten Gesellschaft wird Homo- und Bisexualität als etwas Verbotenes, Skandalöses und Falsches gesehen, was nicht immer durch konkrete homo- oder biphobe Diskriminierung aufgezeigt wird, sondern oftmals durch subtile Bemerkungen und wertende Blicke seinen Weg auf die Leinwand findet. </span></span></span></p> <p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">Allerdings vermeidet Keith Behrmann eine simple Schwarz/Weiß-Zeichnung: Viele dieser Äußerungen sind in eigenen Unsicherheiten und Schwächen begründet. „Giant Little Ones“ schafft es durchaus, diese Ambivalenz deutlich zu machen, ohne eine Entschuldigung für sexuelle Diskriminierung zu suchen. </span></span></span></p> <p data-entity-type="" data-entity-uuid="" style="text-align: center;"><span><img alt="" data-entity-type="" data-entity-uuid="" height="278" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/g/Giant%20Little%20Ones_3.jpg" width="500" /><span title="Zum Vergrößern auswählen und ziehen">​</span></span></p> <p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">„Giant Little Ones“ richtet sich in erster Linie an ein jüngeres Publikum, was seinen offenen Umgang mit Sexualität umso wichtiger macht. Auch die genretypische Abgrenzung zwischen Jung und Alt wird in vielen Momenten aufgehoben: Die Jugendlichen und die Erwachsenen funktionieren nur im Wechselspiel, sie bedingen und beeinflussen sich gegenseitig. Es gibt keine permanente Rebellion gegen „die Alten“ und deren Lebensweisen, was eine erfrischende Wirkung hat. „Giant Little Ones“ schafft es, das Erwachsenwerden der heutigen Jugend in schönen Bildern, ohne viel Spielereien und mit jeder Menge Authentizität einzufangen.</span></span></span></p> <p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">Seit dem 27. März ist „Giant Little Ones“ auf Blu-ray, DVD und in Streaming-Videotheken erhältlich. </span></span></span></p> </div> <section class="field field--name-comment-node-review field--type-comment field--label-hidden comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=15640&amp;2=comment_node_review&amp;3=comment_node_review" token="yvY-GU5k_BRDFXC0TlGK9Nfr1e-7oq_VygclbN8njTc"></drupal-render-placeholder> </section> <div class="field field--name-field-notonfrontpage field--type-boolean field--label-above"> <div class="field__label">Auf Startseite verstecken</div> <div class="field__item">Off</div> </div> <div class="field field--name-field-sorting-title field--type-computed-string field--label-above"> <div class="field__label">Sorting Title</div> <div class="field__item">Giant Little Ones</div> </div> <div class="field field--name-field-sorting-abc field--type-computed-string field--label-above"> <div class="field__label">Sorting ABC</div> <div class="field__item">G</div> </div> Thu, 02 Apr 2020 16:06:08 +0000 moritz2 15640 at https://www.filmszene.de https://www.filmszene.de/filme/giant-little-ones#comments