Filmszene. - Von Filmfans, für Filmfans https://www.filmszene.de/ de Hillbilly-Elegie https://www.filmszene.de/filme/hillbilly-elegie <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Hillbilly-Elegie</span> <div class="field field--name-field-kategorie field--type-entity-reference field--label-hidden field__item"><a href="/kategorie/streaming" hreflang="de">Streaming</a></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/users/frami" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype=""> Frank-Michael Helmke </span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">21. November 2020 - 13:43</span> <div class="field field--name-field-kritikart field--type-entity-reference field--label-hidden field__item"><a href="/taxonomy/term/10309" hreflang="de">Kritik</a></div> <div class="field field--name-field-streaming-anbieter field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Streaming</div> <div class="field__item"><a href="/kategorie/netflix" hreflang="de">Netflix</a></div> </div> <div class="field field--name-field-original-title field--type-string-long field--label-above"> <div class="field__label">Originaltitel</div> <div class="field__item">Hillbilly Elegy</div> </div> <div class="field field--name-field-genres field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Genre</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/genres/drama" hreflang="de">Drama</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-laender field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Land</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/laender/usa" hreflang="de">USA</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-year field--type-integer field--label-above"> <div class="field__label">Jahr</div> <div class="field__item">2020</div> </div> <div class="field field--name-field-regie field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Regie</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/personen/ron-howard" hreflang="de">Ron Howard</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-cast field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Cast</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/personen/gabriel-basso" hreflang="de">Gabriel Basso</a></div> <div class="field__item"><a href="/personen/amy-adams" hreflang="de">Amy Adams</a></div> <div class="field__item"><a href="/personen/glenn-close" hreflang="de">Glenn Close</a></div> <div class="field__item"><a href="/personen/owen-asztalos" hreflang="de">Owen Asztalos</a></div> <div class="field__item"><a href="/personen/haley-bennett" hreflang="de">Haley Bennett</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-duration field--type-integer field--label-above"> <div class="field__label">Laufzeit</div> <div content="116" class="field__item">116 min</div> </div> <div class="field field--name-field-release-date field--type-datetime field--label-above"> <div class="field__label">Release Date</div> <div class="field__item"><time datetime="2020-11-24T12:00:00Z" class="datetime">24. November 2020</time> </div> </div> <div class="field field--name-field-bewertung field--type-fivestar field--label-above"> <div class="field__label">Bewertung</div> <div class="field__item"><form class="fivestar-form-1" id="vote" data-drupal-selector="fivestar-form-1" action="/rss.xml" method="post" accept-charset="UTF-8"> <div class="clearfix fivestar-none-text fivestar-average-stars fivestar-form-item fivestar-basic"><div class="js-form-item form-item js-form-type-fivestar form-type-fivestar js-form-item-vote form-item-vote form-no-label"> <input class="vote" data-drupal-selector="edit-vote" type="hidden" name="vote" value="40" /> <div class="fivestar-static-form-item"><div class="js-form-item form-item js-form-type-item form-type-item js-form-item- form-item-"> <div class="fivestar-"><div class="fivestar-widget-static fivestar-widget-static- fivestar-widget-static-10 clearfix"><div class="star star-1 star-odd star-first"><span class="on">4</span></div><div class="star star-2 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-3 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-4 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-5 star-odd"><span class="off"></span></div><div class="star star-6 star-even"><span class="off"></span></div><div class="star star-7 star-odd"><span class="off"></span></div><div class="star star-8 star-even"><span class="off"></span></div><div class="star star-9 star-odd"><span class="off"></span></div><div class="star star-10 star-even star-last"><span class="off"></span></div><div class="ratingzahl">4/10</div></div> </div> </div> </div> </div> </div><input style="display:none" data-drupal-selector="edit-submit" type="submit" id="edit-submit" name="op" value="" class="button js-form-submit form-submit" /> <input autocomplete="off" data-drupal-selector="form-css0kswi67-zzzcvoyu7objng5fnhzvufk5pf2mjvtk" type="hidden" name="form_build_id" value="form-cSs0kSWi67-ZzZcvOYu7OBJnG5FNHZVufk5pf2mJVTk" /> <input data-drupal-selector="edit-fivestar-form-1" type="hidden" name="form_id" value="fivestar_form_1" /> </form> </div> </div> <div class="field field--name-field-copyright field--type-string-long field--label-hidden field__item">2020</div> <div class="field field--name-field-poster field--type-image field--label-hidden field__item"> <img src="/sites/default/files/styles/poster_180x255/public/filme/h/hillbillyelegie.jpg?itok=qnaE3v0o" width="172" height="255" alt="" typeof="foaf:Image" class="image-style-poster-180x255" /> </div> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>"Hillbilly" ist in den USA die abfällige Bezeichnung für die Bewohner des Appalachen-Gebirgszugs und ist am treffendsten übersetzt mit "Hinterwäldler". Der Begriff beschreibt das klischierte Bild einer dummen, unzivilisierten und wirtschaftlich abgehängten Landbevölkerung, die seit Generationen in einem Teufelskreis aus Armut, Chancenlosigkeit und Suchtproblemen festhängt. J.D. Vance entstammt solch einer Familie, und als er 2016 seine Autobiografie "Hillbilly Elegy" herausbrachte, landete er damit einen unerwarteten Bestseller. Denn seine Insider-Einblicke ins Leben und Denken eines gleichermaßen vergessenen wie verachteten Teils der amerikanischen Gesellschaft kamen genau zum richtigen Zeitpunkt, ließen sie doch eine Ahnung zu, was diese weiße Unterschicht dazu trieb, in Scharen Donald Trump zu wählen. </p> <img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="65587c96-a867-460c-93c8-b9ed7d4a948f" height="333" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/h/hillbillyelegietrio.jpg" width="500" class="align-center" /><p>Ein erfolgreiches Buch nah am Zeitgeist, da muss natürlich rasch jemand auf die Idee kommen, es auch zu verfilmen. Was in diesem Falle allerdings nicht unbedingt die beste Idee war, denn dadurch trafen schon im Ansatz zwei unvereinbare ideologische Gegensätze aufeinander: J.D. Vance verfasste seine Autobiografie, nachdem er seinen Abschluss an der hochrenommierten juristischen Fakultät der Universität Yale geschafft hatte und auf dem besten Weg zu einer hochdotierten Karriere war - und er verkaufte sich selbst als schlagendes Argument dafür, dass es nur genug Einsatzwillen und Arbeitsbereitschaft braucht, um aus der Armuts-Endlosschleife seiner Herkunft herauszukommen. Im Kern vertrat Vance in seinem Buch eine Ansicht, die jedem Republikaner-Wähler aus dem Herzen spricht: Diese ganzen sozial abgehängten Landeier haben keine Hilfe vom Staat verdient, denn wenn sie wirklich wollten, könnten sie sich mit eigener Kraft aus diesem Dreck raus arbeiten, wie ein jeder guter Amerikaner. Im deutlich sozial-liberaler geprägten Hollywood sieht man Menschen natürlich nicht als die Schuldigen an ihren eigenen Umständen, sondern als deren Opfer. Wie also an die Verfilmung eines Buches herangehen, dessen politische Kernaussagen man am liebsten in ihr Gegenteil verkehren möchte? </p> <p>Indem man einfach jede politische Dimension der Geschichte entfernt. "Hillbilly-Elegie" verkommt als Film unter der Regie des Kann-keiner-Fliege-was-zuleide-tun-Routiniers Ron Howard zu einer haltungslosen Standardsauce voller abgegriffener Floskeln aus zahllosen Dramen über komplizierte Familien, die sich selbst das Leben schwer machen aber gleichzeitig doch immer unverbrüchlich zusammenhalten.</p> <img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="64b398b1-7b91-4b18-832c-8e16b8867593" height="333" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/h/hillbillyelegiebev.jpg" width="500" class="align-center" /><p>Um Vances Geschichte wenigstens ansatzweise so etwas wie eine filmische Struktur zu geben, behilft man sich einer sehr künstlichen Konstruktion: Ausgerechnet am Tag vor dem wohl wichtigsten Vorstellungsgespräch seines Lebens ereilt J.D. (Gabriel Basso) an seiner Universität die Nachricht, dass seine Mutter Beverly (Amy Adams) einen Rückfall in die Drogensucht hatte und nach einer Heroin-Überdosis im Krankenhaus liegt. Aus familiärem Pflichtbewusstsein macht sich J.D. auf die lange Autofahrt zurück in seine Heimat Ohio und hat nur einen knappen Tag Zeit dafür zu sorgen, dass seine Mutter irgendwo unterkommt, wo sie gut aufgehoben ist, wenn er es rechtzeitig zurück zu seinem Bewerbungsgespräch schaffen will.</p> <p>Diese Erzählung wird immer wieder unterbrochen von ausgiebigen Flashbacks in J.D.s Kindheit und Jugend (hier nun gespielt von Owen Asztalos), die zeigen, wie schwierig das Leben mit seiner von Suchtproblemen und ständig wechselnden Männergeschichten gebeutelten Mutter war, und wie sehr J.D. immer wieder entscheidenden Rückhalt bei seiner Großmutter "Mamaw" (Glenn Close) gefunden hat. </p> <p>Diese Rückblicke sind das eigentliche Herz von "Hillbilly-Elegie", sie verweisen aber auch zielgenau auf das zentrale Problem dieses Films: Denn die eigentliche, interessante Geschichte ist nicht die von J.D., sondern die von seiner Mutter und Großmutter. Ihre Biografien stehen sinnbildlich für den Teufelskreis einer Hillbilly-Existenz, sie illustrieren, wie Generation um Generation immer wieder in den gleichen sozialen Sackgassen enden kann. Doch letztlich interessiert sich "Hillbilly-Elegie" als Film ebenso wie als Buch nicht wirklich für die systemischen Ursachen der Lebensumstände seiner Protagonisten. Und so werden die Backstorys von Mamaw und Beverly nur in einigen sehr groben Strichen skizziert, ohne jemals so richtig in ihr persönliches Drama einzutauchen. </p> <img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="f5402eb6-e3da-44b4-a091-15b9a6fed7f9" height="333" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/h/hillbillyelegiemamaw.jpg" width="500" class="align-center" /><p>Die fehlende Ursachenforschung zeigt sich auch in ganz konkreten Schwächen des Filmplots: Als sich der erwachsene J.D. fragt, wann die Suchtprobleme seiner Mutter eigentlich so richtig angefangen haben, erinnert er sich zurück an den Tod seines Großvaters, und wie erschüttert Beverly damals davon war, denn "Papaw" war für sie der wichtigste Mensch in ihrem Leben. Behauptet jedenfalls der Film, ohne allerdings auch nur ein Indiz dafür zu liefern: Vor Papaws Tod gibt es genau Null direkte Interaktionen zwischen ihm und seiner Tochter zu sehen. </p> <p>In ähnlicher Form bleibt hier viel Behauptung und klebt an der Oberfläche, echten Tiefgang erreicht "Hillbilly-Elegie" nie. Das gilt auch und vor allem für die sozialen Abgründe, deren Darstellung die eigentliche Daseinsberechtigung dieses Films sein müssten. So richtig hässlich traut sich der Film nie zu werden, auch wenn die Hauptfiguren sich gerne und viel anschreien. Letztlich geht es in jeder RTL2-Sozialtrash-Doku heftiger zu als hier. Zu sehr möchte man doch lieber eine (wie es schon auf dem Filmplakat steht) inspirierende Geschichte erzählen rund um schlichte Lektionen wie "Sag Nein zu Drogen", "Halt' dich fern von schlechten Einflüssen" und "Mach immer deine Hausaufgaben". Resultat ist ein Film, der einen trotz der vermeintlichen Härten, die er zeigt, konsequent kalt lässt. </p> <img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="03ebceb8-de83-45a6-9a8d-768968171c36" height="333" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/h/hillbillyelegieduo.jpg" width="500" class="align-center" /><p>"Hillbilly-Elegie" wird davor bewahrt, zu einem echten Ärgernis zu werden, weil er immer noch über teilweise wirklich grandiose Darsteller verfügt. Sowohl Amy Adams als auch die formidable Glenn Close geben ihr Bestes (und das ist bekanntermaßen einiges bei diesen großartigen Aktricen), um ihren Figuren glaubwürdiges Leben einzuhauchen und sie vor dem Abrutschen in eine Karikatur zu bewahren, auch wenn die mutlose Regie und das klischeeüberfrachtete Skript ihnen nicht viel Raum dazu lassen. Zumindest für Close könnte hier trotzdem eine Oscar-Nominierung als beste Nebendarstellerin herausspringen. Und auch Jungdarsteller Owen Asztalos ebenso wie seine ältere Filmschwester Haley Bennett verdienen sich ein Lob. Der ziemlich hölzern agierende Gabriel Basso als älterer J.D. wartet indes gefühlt mit nur einem, fortlaufend betroffenen Gesichtsausdruck auf, und steht damit symptomatisch für den ziellosen Gegenwarts-Hauptplot des Films, der immerfort um die gleichen Motive wie Loyalität, Herkunftsscham, Loslösung und Vergebung kreist, aber bis zu seiner unbefriedigenden Auflösung nie so richtig weiß, was er seinem Publikum eigentlich erzählen will. </p> <p>Spätestens, wenn J.D. in seinem abschließenden Voice-Over pseudo-tiefsinnig resümiert, dass die eigene Herkunft bestimmt, wer man ist, aber man selbst jeden Tag bestimmt, wozu man wird, beweist "Hillbilly-Elegie" mit seiner Flucht in diese Plattitüde, wie nichtssagend er letztlich ist. Aus einem Buch mit einer zwar kontroversen, aber wenigstens klaren Haltung, wurde hier ein Film ohne jede Haltung, und damit auch ohne jeden Reiz.                               </p> </div> <section class="field field--name-comment-node-review field--type-comment field--label-hidden comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=15678&amp;2=comment_node_review&amp;3=comment_node_review" token="997LFua3ERuIoErFMqw3bytOEyIcH9EX9MrLRXQaR_0"></drupal-render-placeholder> </section> <div class="field field--name-field-notonfrontpage field--type-boolean field--label-above"> <div class="field__label">Auf Startseite verstecken</div> <div class="field__item">Off</div> </div> <div class="field field--name-field-sorting-title field--type-computed-string field--label-above"> <div class="field__label">Sorting Title</div> <div class="field__item">Hillbilly-Elegie</div> </div> <div class="field field--name-field-sorting-abc field--type-computed-string field--label-above"> <div class="field__label">Sorting ABC</div> <div class="field__item">H</div> </div> Sat, 21 Nov 2020 12:43:23 +0000 frami 15678 at https://www.filmszene.de https://www.filmszene.de/filme/hillbilly-elegie#comments The Crown - Staffel 4 https://www.filmszene.de/crown-staffel-4 <span property="schema:name" class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">The Crown - Staffel 4</span> <div class="field field--name-field-specials field--type-entity-reference field--label-hidden field__item"><a href="/specials/serien" hreflang="de">Serien</a></div> <span rel="schema:author" class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/users/frami" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype=""> Frank-Michael Helmke </span></span> <span property="schema:dateCreated" content="2020-11-19T09:35:42+00:00" class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">19. November 2020 - 10:35</span> <div property="schema:text" class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Seit ihrer Premiere im Jahr 2016 (unsere Besprechung zur ersten Staffel gibt es <a href="https://www.filmszene.de/the-crown-staffel-1">&gt;&gt;&gt; hier</a>) hat sich "The Crown" zu einem festen Highlight im Serien-Angebot von Netflix gemausert, und auch die nun erschienene vierte Staffel wurde medial wieder mit viel Aufmerksamkeit bedacht. Zurecht, denn die Mischung aus hochadeligem Glamour, englischem Geschichtsunterricht und genussvoll-spekulativer Innenansicht in die Seifenoper der britischen Königsfamilie hat auch bei der vierten Runde nichts von ihrem Reiz verloren. </p> <img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="20d04c26-c572-4fef-b0ba-1bc45813c76f" height="741" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/serien/TheCrown/crownS4.jpg" width="500" class="align-center" /><p>Ganz im Gegenteil sogar, denn je weiter die Chronologie der Serie fortschreitet, desto mehr nähert sie sich Personen und Ereignissen, die für viele Zuschauer bereits Teil der eigenen gelebten Erinnerung sind und nicht mehr weitgehend unbekannte britische Historie. Die bisherigen Staffeln besaßen zwar so etwas wie durchgehende Erzählbögen, waren weitgehend aber sehr episodisch strukturiert, so dass einzelne Folgen oftmals rund um konkrete (und teilweise in Vergessenheit geratene) Kapitel in der englischen Geschichte kreisten, so wie die sehr ergreifende Aufarbeitung des Minenunglücks in Aberfan von 1966 in der dritten Folge von Staffel 3. Showrunner Peter Morgan, der auch in der vierten Staffel wieder alle zehn Episoden entwickelt und beinahe alle geschrieben hat, legt dieses Prinzip in der neuen Season nicht völlig ad acta, und ein Highlight der Staffel ist definitiv die fünfte Folge, die sich um den frustrierten Arbeitslosen Michael Fagan dreht. Dem war es tatsächlich gelungen, unbemerkt des Nachts in den Buckingham Palace einzudringen, es bis ins Schlafzimmer der Queen zu schaffen und sich für einige Minuten ungestört mit ihr zu unterhalten.</p> <p>Die vierte Staffel konzentriert sich nun allerdings mehr als die vorherigen auf zwei zentrale Beziehungen. Die Grundstruktur der Serie basiert ja darauf, dass jede Staffel von der Amtszeit eines britischen Premierministers und seinen regelmäßigen Audienzen bei der Königin geprägt wird. Nach Winston Churchill in Staffel 1, Anthony Eden in Staffel 2 und Harold Wilson in Staffel 3 erreicht "The Crown" nun die 80er Jahre und damit die Amtszeit von Margaret Thatcher - womit eine ganz besondere Konstellation zustande kommt, denn erstmals hat es die Queen mit einer anderen Frau zu tun, noch dazu mit einer, die für ihre wenig zimperliche und sehr autoritäre Art berühmt und berüchtigt war. So erhalten die regelmäßigen Audienzen, die in den bisherigen Staffeln eher von stiller Dramatik und nicht immer sonderlich reizvoll waren, nun richtiges Feuer. Denn Queen Elizabeth (seit Staffel 3 ja von Oscar-Preisträgerin Olivia Colman gespielt) und Margaret Thatcher (mit perfekt herausgekehrten Thatcher-Manierismen portraitiert von "Akte X"-Veteranin Gillian Anderson) reiben sich teilweise heftig aneinander, und ihre unter dem unerschütterlichen Dekorum von Protokoll und Respekt ausgetragenen Duelle geben dem vierten Jahrgang von "The Crown" eine Würze, die willkommenen frischen Wind in den dramaturgischen Standard der Serie bringt. </p> <img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="2688604a-3e1f-4f25-8564-5772e13d044f" height="333" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/serien/TheCrown/crownS4thatcher.jpg" width="500" class="align-center" /><p>Noch viel dominanter als das Verhältnis zwischen Königin und Premierministerin ist in dieser Staffel jedoch eine andere Beziehung, nämlich die von Prinz Charles (Josh O'Connor) und Diana (Emma Corrin). Allein fünf der zehn Episoden drehen sich mehr oder weniger exklusiv um dieses Prinzenpaar und die Tragik ihrer von vornherein zum Scheitern verurteilten Ehe. Und obwohl man viele der hier abgehandelten Motive und Entwicklungen vielleicht noch gut vor Augen hat aus der medialen Ausschlachtung, die diese Ehe von ihrer Schließung bis zu ihrer Auflösung damals begleitet hat, so gewinnt Peter Morgans Interpretation der Ereignisse dennoch ihre ganz eigene Faszination. Natürlich stützt sich die Darstellung hier wie bei allem, was das private Innenleben der nach außen hin notorisch verschwiegenen Königsfamilie betrifft, auf Spekulation. Dennoch erhält Morgans überzeugende Nacherzählung der Frühphase dieser Beziehung, vom Kennenlernen der beiden bis zu Dianas Einzug ins Königshaus in den Wochen vor ihrer Hochzeit eine besondere unterliegende Dramatik durch das Wissen, wie diese Geschichte letztlich zu Ende ging. </p> <img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="12c4bced-1b8a-4720-a61b-7a90a908b732" height="333" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/serien/TheCrown/crownS4paar.jpg" width="500" class="align-center" /><p>An der klaren Verteilung der Sympathien in dieser Geschichte ändert auch Morgans Interpretation nichts: Zwar wird Diana hier sicher nicht als Heilige dargestellt, aber es bleibt doch offensichtlich, dass sie als junges, naives und vom Glanz der Royals geblendetes Mädchen zum ahnungslosen Opfer in einer arrangierten Ehe wurde, bei der es immer nur um die richtige Außenwirkung und nie um echte Zuneigung ging. Und auch wenn Charles' Zerrissenheit zwischen seinem Pflichtgefühl als designierter Thronfolger und seinem Wunsch nach einem freien Leben mit seiner großen Liebe Camilla Parker-Bowles hier sehr überzeugend eingefangen wird, so bleibt er dennoch der eindeutige Böse in dieser Beziehung, der Diana durch Lieblosigkeit bis hin zu bodenloser Gemeinheit für seine eigenen Enttäuschungen und sein verletztes Ego leiden lässt.</p> <p>Es ist naheliegend, dass sich diese vierte Staffel derart stark auf die Konstellation Charles-Diana konzentriert. So sehr die Serie sich seit Beginn an immer ähnlich ehrwürdig und gediegen gibt wie ihr Hauptsubjekt, so weiß sie letztlich auch, was ihr Publikum sehen will - und diese saftige Seifenoper voller Ehebrüche, Essstörungen und Ego-Trips bietet einfach zu viel Futter für Sensationslust, um sie nicht derart breit auszuweiden.   </p> <img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="4ebb059b-831a-4b97-9e5b-3d80e4f2a2f1" height="333" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/serien/TheCrown/crownS4queen.jpg" width="500" class="align-center" /><p>Diese Konzentration steht indes auch symptomatisch für ein zentrales Merkmal von "The Crown": Auch wenn im Zentrum der Serie nominell immer die Königin steht, so bleibt Elizabeth II. doch auch in Staffel 4 eine etwas unnahbare Figur. Mit Ausnahme der zweiten Staffel, die in ihrem größeren Erzählbogen die drohende Zersetzung der Ehe von Elizabeth und Prinz Philip unter die Lupe nahm und der Königin eine menschliche Seite als gehörnte und eifersüchtige Ehefrau gab, behandelt die Serie ihre Hauptfigur weitgehend funktional und reduziert ihren Charakter oftmals auf ihr Amt. Natürlich kann man sagen, dass ihr unbedingtes Pflichtbewusstsein die herausragende Eigenschaft von Elizabeth II. ist und das Verschwinden ihrer Persönlichkeit hinter den Gepflogenheiten und Erfordernissen ihres Ranges damit nur konsequent dargestellt ist. Dennoch hat man bei "The Crown" immer wieder das Gefühl, dass die Serie auf ehrfürchtiger Distanz zur Königin bleibt und es aus schierem Respekt nicht wagt, tiefer in sie als Figur einzudringen und ihren Charakter in ähnlicher Form auszuleuchten, wie es mit anderen Mitgliedern der Königsfamilie geschieht. </p> <p>Wie schon ihre Vorgängerin Claire Foy in den Staffeln 1 und 2 holt auch Olivia Colman mit ihrer hervorragenden Darstellung das Maximum aus dem dünnen Material heraus, das ihr die Drehbücher für ihre Figur zur Verfügung stellen. Aber es kommt nicht von ungefähr, dass die Königin auch in dieser Staffel in vielen Episoden nur eine bessere Nebenfigur ist, und die stärksten Episoden sich um andere Mitglieder der Königsfamilie drehen. Schon in den vorherigen Staffeln blieben oft die Folgen in bester Erinnerung, die sich mit Elizabeths tragischer Schwester Margaret befassten (seit Staffel 3 brillant gespielt von Helena Bonham Carter). Und auch die gelegentlichen Auftritte des in Ungnade gefallenen Ex-Königs Edward mit seiner in grandioser Arroganz herausgekehrten Verachtung für die eigene Familie, konterkariert mit seinem innigen Wunsch, mit Gnade der Königin in seine Heimat zurückkehren zu dürfen, waren immer besondere Höhepunkte. Weiterhin verlässliche Zuträger für unterhaltsame Momente bleiben die herrlich garstig-direkte Prinzessin Anne (Erin Doherty) und der unvergleichlich trockenhumorige Philip (Tobias Menzies). </p> <img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="657dec83-e759-4c1a-b5ee-e0092fad3c3c" height="333" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/serien/TheCrown/crownS4anne.jpg" width="500" class="align-center" /><p>Bei einer Serie, die letztlich so stark von ihren nominellen Nebenfiguren lebt, kann man nur hoffen, dass sich auch die anstehenden Neubesetzungen als ähnlich überzeugend erweisen werden wie der jetzige Cast: Mit Staffel 5 wird die Schauspielerriege erneut wechseln, um dem fortschreitenden Alter der Figuren Rechnung zu tragen - so übernimmt z.B. Imelda Staunton die Hauptrolle als Königin Elizabeth. Die schauspielerische Hochklassigkeit bei "The Crown" wird aber sicher auch weiterhin anhalten, und so kann man sich schon jetzt auf das nächste Kapitel dieser Serie freuen - allerdings werden wir uns bis 2022 gedulden müssen, bis wir mit den Royals die mehr als ereignisreichen 90er Jahre durchleben dürfen. </p> </div> <section class="field field--name-comment-node-page field--type-comment field--label-hidden comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=15677&amp;2=comment_node_page&amp;3=comment_node_page" token="dWoXVaJld36EM995LdlDi9HKvxXaZ6BG9b9EO1Inpdw"></drupal-render-placeholder> </section> <div class="field field--name-field-copyright field--type-string-long field--label-hidden field__item">Netflix</div> <div class="field field--name-field-notonfrontpage field--type-boolean field--label-above"> <div class="field__label">Auf Startseite verstecken</div> <div class="field__item">Off</div> </div> <div class="field field--name-field-personen field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Personen</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/personen/peter-morgan" hreflang="de">Peter Morgan</a></div> <div class="field__item"><a href="/personen/olivia-colman" hreflang="de">Olivia Colman</a></div> </div> </div> Thu, 19 Nov 2020 09:35:42 +0000 frami 15677 at https://www.filmszene.de https://www.filmszene.de/crown-staffel-4#comments Du hast das Leben vor dir https://www.filmszene.de/filme/du-hast-das-leben-vor-dir <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Du hast das Leben vor dir</span> <div class="field field--name-field-kategorie field--type-entity-reference field--label-hidden field__item"><a href="/kategorie/streaming" hreflang="de">Streaming</a></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/users/matthias" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype=""> Matthias Kastl </span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">15. November 2020 - 20:52</span> <div class="field field--name-field-kritikart field--type-entity-reference field--label-hidden field__item"><a href="/taxonomy/term/10309" hreflang="de">Kritik</a></div> <div class="field field--name-field-streaming-anbieter field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Streaming</div> <div class="field__item"><a href="/kategorie/netflix" hreflang="de">Netflix</a></div> </div> <div class="field field--name-field-original-title field--type-string-long field--label-above"> <div class="field__label">Originaltitel</div> <div class="field__item">La vita davanti a sé </div> </div> <div class="field field--name-field-genres field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Genre</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/genres/drama" hreflang="de">Drama</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-laender field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Land</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/laender/italien" hreflang="de">Italien</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-year field--type-integer field--label-above"> <div class="field__label">Jahr</div> <div class="field__item">2020</div> </div> <div class="field field--name-field-regie field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Regie</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/personen/edoardo-ponti" hreflang="de">Edoardo Ponti</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-cast field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Cast</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/personen/sophia-loren" hreflang="de">Sophia Loren</a></div> <div class="field__item"><a href="/personen/ibrahima-gueye" hreflang="de">Ibrahima Gueye</a></div> <div class="field__item"><a href="/personen/babak-karimi" hreflang="de">Babak Karimi</a></div> <div class="field__item"><a href="/personen/renato-carpentieri" hreflang="de">Renato Carpentieri</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-duration field--type-integer field--label-above"> <div class="field__label">Laufzeit</div> <div content="94" class="field__item">94 min</div> </div> <div class="field field--name-field-release-date field--type-datetime field--label-above"> <div class="field__label">Release Date</div> <div class="field__item"><time datetime="2020-11-13T12:00:00Z" class="datetime">13. November 2020</time> </div> </div> <div class="field field--name-field-bewertung field--type-fivestar field--label-above"> <div class="field__label">Bewertung</div> <div class="field__item"><form class="fivestar-form-2" id="vote--2" data-drupal-selector="fivestar-form-2" action="/rss.xml" method="post" accept-charset="UTF-8"> <div class="clearfix fivestar-none-text fivestar-average-stars fivestar-form-item fivestar-basic"><div class="js-form-item form-item js-form-type-fivestar form-type-fivestar js-form-item-vote form-item-vote form-no-label"> <input class="vote" data-drupal-selector="edit-vote" type="hidden" name="vote" value="60" /> <div class="fivestar-static-form-item"><div class="js-form-item form-item js-form-type-item form-type-item js-form-item- form-item-"> <div class="fivestar-"><div class="fivestar-widget-static fivestar-widget-static- fivestar-widget-static-10 clearfix"><div class="star star-1 star-odd star-first"><span class="on">6</span></div><div class="star star-2 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-3 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-4 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-5 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-6 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-7 star-odd"><span class="off"></span></div><div class="star star-8 star-even"><span class="off"></span></div><div class="star star-9 star-odd"><span class="off"></span></div><div class="star star-10 star-even star-last"><span class="off"></span></div><div class="ratingzahl">6/10</div></div> </div> </div> </div> </div> </div><input style="display:none" data-drupal-selector="edit-submit" type="submit" id="edit-submit--2" name="op" value="" class="button js-form-submit form-submit" /> <input autocomplete="off" data-drupal-selector="form-v8h5tnjlohf5imi-8up-og0kl4igcvu04vim1v-gtve" type="hidden" name="form_build_id" value="form-v8H5TNJlohF5imI_8UP_OG0KL4iGCvU04viM1v_GtVE" /> <input data-drupal-selector="edit-fivestar-form-2" type="hidden" name="form_id" value="fivestar_form_2" /> </form> </div> </div> <div class="field field--name-field-copyright field--type-string-long field--label-hidden field__item">Netflix </div> <div class="field field--name-field-poster field--type-image field--label-hidden field__item"> <img src="/sites/default/files/styles/poster_180x255/public/plakate/DuHastLebenVorDir_Poster.jpg?itok=9KprfP2n" width="179" height="255" alt="" typeof="foaf:Image" class="image-style-poster-180x255" /> </div> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Es wird einem als Kinoliebhaber ja immer ein bisschen warm ums Herz, wenn man eine der großen Ikonen der Leinwand trotz deren fortgeschrittenem Alter in einem neuen Film erblickt. Gleichzeitig trübt dies auch manchmal etwas die Urteilsfähigkeit, da man mit einer gewissen Milde und Nostalgie dann nur zu gerne über manche Schwäche hinwegsieht. Und leider gibt es bei dem eigentlich gut gemeinten “Du hast das Leben vor dir“ ein paar davon. Allen voran die Tatsache, dass der Film deutlich zu konstruiert daherkommt und ihm keine richtig überzeugende emotionale Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren gelingt. Dank einer gut aufgelegten Sophia Loren reicht es am Ende so nur zu einem nostalgischen aber eben nicht wirklich überzeugenden Comeback der italienischen Filmikone.</p> <p><br /> Sophia Loren spielt hier die ehemalige Prostituierte Madame Rosa, die als Jüdin einst Auschwitz überlebte und sich nun in ihrer Wohnung um die Kinder von ehemaligen Prostituierten kümmert. Eines Tages bittet ein Freund Rosa, sich doch dem etwas rebellischen Flüchtlingsjungen Momo (Ibrahima Gueye) anzunehmen. Widerwillig nimmt sie die Aufgabe an, doch sowohl Rosa als auch ihre beste Freundin, die Transfrau Lola (Abril Zamora), verzweifeln bald an dem aufmüpfigen Jungen, der seine Freizeit vor allem für den Verkauf von Drogen nutzt. Ob dieses ungleiche Paar am Ende doch noch zusammenfinden wird?</p> <img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="7d97460e-e8ce-4029-92f1-cb05de5ec15b" height="300" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/d/DuHastLebenVorDir_01.jpg" width="500" class="align-center" /><p><br /> Nicht vollkommen überraschend ist das natürlich eine rhetorische Frage. “Du hast das Leben vor dir“ spielt dramaturgisch auf der Standard-Klaviatur des Crowdpleaser-Dramas und so wird es niemanden überraschen, in welche Richtung sich diese Geschichte letztendlich entwickelt. Für den Erfolg beim Publikum ist aber natürlich der Weg dorthin entscheidend und leider übernimmt sich der Film dabei thematisch etwas. „Fokus, Fokus, Fokus“ sagte einer meiner Professoren früher immer gerne, und eine Reduktion auf das Wesentliche hätte hier sicher gut getan. Stattdessen wird irgendwie jedes gesellschaftlich brisante Thema in die Geschichte und Backstory der Figuren gepackt: ein bisschen Holocaust, etwas Flüchtlingskrise, die Transgender-Problematik und die Folgen der Prostitution.</p> <p><br /> Wirklich in die Tiefe geht der Film dabei aber bei keinem dieser heiklen Themen, sondern nutzt diese eher dazu um die Außenseiterrollen der Figuren zu verdeutlichen. Was zwar etwas enttäuschend und banal daherkommt, aber zumindest den Vorteil hat, dass der Film nur selten Gefahr läuft ins Manipulativ-Melodramatische abzudriften oder seine politische Botschaft zu stark heraus zu posaunen. Der Film schlägt eher leise als laute Töne an, was einer der Hauptgründe ist warum man ihm einige seiner Schwächen etwas leichter verzeihen kann.</p> <img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="ad29710e-d44f-4fe4-b0da-86d42832b956" height="281" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/d/DuHastLebenVorDir_02.jpg" width="500" class="align-center" /><p><br /> Eine zweite Schwäche ist nämlich eigentlich schon ziemlich gravierend für den Film: Die so wichtige Beziehung zwischen Momo und Rosa funktioniert nämlich nur bedingt. Der Wandel von gegenseitiger Abneigung zu liebevoller Zuneigung wird bei diesen Figuren einfach nicht glaubhaft genug vollzogen. Oft kritisieren wir hier ja Netflix-Filme dafür, dass sie zu lang geraten sind. “Du hast das Leben vor dir“ hätte dagegen mehr Laufzeit im Mittelteil gut getan, denn die Sinneswandel von Rosa und Momo kommen einfach viel zu unvermittelt.</p> <p><br /> Die beiden haben zwar ein paar durchaus schöne Momente zusammen, aber die Transformation von Feind zu Freund wirkt stellenweise doch leider schon sehr konstruiert. Denn eigentlich gibt keiner hier dem anderen einen wirklichen Anlass dafür, die Skepsis gegenüber dem Gegenspieler abzulegen. Gerade am Ende sorgt das für Probleme, da gerade Momo hier geradezu heldenhaft sich für Rosa einsetzt. Leider wirkt diese Annäherung und Hingabe aber eben eher wie ein Zwang des Drehbuches und nicht wie etwas, dass jetzt aus dem Inneren der Charaktere kommt.</p> <img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="a7a16348-78eb-4347-abc6-128424fc4581" height="277" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/d/DuHastLebenVorDir_03_0.jpg" width="500" class="align-center" /><p><br /> Teilweise betrifft das auch die Interaktion einiger anderer Nebenfiguren mit Momo. Wenn zum Beispiel dessen Arbeitgeber diesen erst als Nichtsnutz abtut, nur um ihm wenig später liebevoll mit einem Zitat von Victor Hugo eine poetische Lebensweisheit zu vermitteln. In diesen Momenten wirkt “Du hast das Leben vor dir“ so, als ob dessen Dialog eher für das gebildete Publikum geschrieben ist als für seine einfach gehaltenen Figuren.</p> <p><br /> Trotz dieser Schwächen bleibt man aber trotzdem am Ball, da der Film immer wieder durchaus gelungene Momente einstreut. Gerade die “Kinder-WG“ im Haus von Madame Rosa bietet ein paar nette Facetten und vor allem deutlich authentischere Momente, in denen sich die alleingelassenen Kinder gegenseitig mit einer spannenden Mischung aus Misstrauen und Respekt begegnen. Vielleicht funktioniert dieser Teil auch deswegen so gut, weil man ihn, im Gegensatz zu den anderen Plotelementen des Films, nicht schon gefühlt hundertmal gesehen hat.</p> <img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="2dc4afe8-54dc-4c9b-8a7b-d110d466459b" height="259" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/d/DuHastLebenVorDir_04.jpg" width="500" class="align-center" /><p><br /> Und am Ende ist da natürlich noch Sophia Loren. Die macht ihre Sache wirklich gut, genauso wie der junge Darsteller des Momo. Gerade die eher schroffe Art von Madame Rosa rettet den Film ebenfalls davor, nicht zu stark in Richtung Kitsch abzugleiten. Das manche Kritiker jetzt aber bereits schon Loren einen „Oscar“ in die Hand drücken wollen ist dann doch etwas übertrieben und eher der Nostalgie geschuldet.</p> <p><br /> Von einem Oscar ist der Film selbst auf jeden Fall weit entfernt, auch wenn der große Showdown am Ende noch einmal Vollgas in Sachen Dramatik gibt. Aber da der Film es bis dahin nicht geschafft hat ein wirklich überzeugendes emotionales Band zwischen Momo und Rosa zu knüpfen, wird das Ende schon deutlich seiner eigentlich anvisierten emotionalen Wucht beraubt. Da hilft dann auch eine Ikone des Kinos nicht weiter, und so können wir “Du hast das Leben vor dir“ höchstens den allergrößten Sophia Loren-Fans wirklich weiterempfehlen. Aber glücklicherweise haben wir anderen ja ein großes Reservoir an überzeugenderen Filmen der Grand Dame, aus dem wir schöpfen können...</p> </div> <section class="field field--name-comment-node-review field--type-comment field--label-hidden comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=15676&amp;2=comment_node_review&amp;3=comment_node_review" token="TLgBPh4rULGdF5PrlCDgnx-8uV7pT4AOTheRNF9pvNA"></drupal-render-placeholder> </section> <div class="field field--name-field-notonfrontpage field--type-boolean field--label-above"> <div class="field__label">Auf Startseite verstecken</div> <div class="field__item">Off</div> </div> <div class="field field--name-field-sorting-title field--type-computed-string field--label-above"> <div class="field__label">Sorting Title</div> <div class="field__item">Du hast das Leben vor dir</div> </div> <div class="field field--name-field-sorting-abc field--type-computed-string field--label-above"> <div class="field__label">Sorting ABC</div> <div class="field__item">D</div> </div> Sun, 15 Nov 2020 19:52:53 +0000 matthias 15676 at https://www.filmszene.de https://www.filmszene.de/filme/du-hast-das-leben-vor-dir#comments Damengambit https://www.filmszene.de/damengambit <span property="schema:name" class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Damengambit</span> <div class="field field--name-field-specials field--type-entity-reference field--label-hidden field__item"><a href="/specials/serien" hreflang="de">Serien</a></div> <span rel="schema:author" class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/users/matthias" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype=""> Matthias Kastl </span></span> <span property="schema:dateCreated" content="2020-10-28T19:06:31+00:00" class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">28. Oktober 2020 - 20:06</span> <div property="schema:text" class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Packend und cineastisch sind wohl die letzten Attribute, die man mit dem Schachspiel verbindet. Von Franz Beckenbauer einst legendär als "Klötzleschieber" gebrandmarkt, gelten die Protagonisten dieser Sportart nun nicht gerade als prädestiniert für großes TV-Entertainment. Ein Vorurteil, mit dem die siebenteilige amerikanische Netflix-Serie "Damengambit" aber wundervoll aufräumt. Dank einer grandiosen Hauptdarstellerin, atemberaubend schöner Settings und einer wundervollen Inszenierung wird das Spiel der Könige hier, bis auf ein paar kleinere Längen und Schwächen bei der Story, zu einem richtigen Genuss.</p> <p>Einen denkbar schlechten Start legt aber erst einmal das Leben der jungen Beth Harmon (Isla Johnston) hin. Nach dem Tod ihrer Mutter landet das junge Mädchen in einem Waisenhaus. Als größter Lichtblick entpuppt sich dort der Hausmeister Mr. Shaibel (Bill Camp), der Beth in die Geheimnisse des Schachspiels einweist. Beth zeigt sich als erstaunlich lernfähige Schülerin – freilich unterstützt durch ihren etwas unkontrollierten Genuss von Aufputschmitteln.</p> <img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="bdacb27d-ed14-414f-a0cb-42433847b198" height="334" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/serien/Damengambit/Damengambit_01.jpg" width="500" class="align-center" /><p>Als Beth (nun gespielt von Anya Taylor-Joy, "<a href="https://www.filmszene.de/filme/split">Split</a>", "<a href="https://www.filmszene.de/filme/x-men-new-mutants">X-Men: New Mutants</a>") im Teenageralter dann von einem unglücklich verheirateten Ehepaar adoptiert wird, nutzt sie ihre neuen Freiheiten, um ihre Fähigkeiten bei einem örtlichen Schachturnier zu testen. Den fast ausschließlich männlichen Gegnern blüht dort schnell, dass sie gerade Zeugen eines neuen Sterns am Schachbretthimmel werden. Doch Beths Weg zum Ruhm ist lang und selbst die besten Aufputschmittel können dabei nicht jeden Stein erfolgreich aus dem Weg räumen.   </p> <p>Es ist ja schon unglaublich, wie schön heutzutage viele Serien aussehen. Dabei muss man gar nicht auf solche großen Namen wie "<a href="https://www.filmszene.de/game-of-thrones-staffel-1-4">Game of Thrones</a>" verweisen, auch beim "Fußvolk" gibt es immer öfter optische Leckerbissen zu entdecken. Das Setdesign, mit dem die neue Netflix-Serie "Damengambit" aufwartet, gehört aber sicherlich zu dem schönsten der letzten Jahre. Noch nie haben die 60er Jahre in einer Serie so stylish ausgesehen – von Schach ganz zu schweigen. Die Serie mag ihre kleineren Schwächen haben, aber optisch ist sie ein unglaublicher Leckerbissen geworden.</p> <img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="993ba1a7-1c36-4478-8eb9-81b9e75b2504" height="334" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/serien/Damengambit/Damengambit_02.jpg" width="500" class="align-center" /><p>Ob liebevoll dekoriertes Kinderzimmer oder luxuriöses Design-Hotel, wie "Damengambit" spätestens ab der zweiten Folge das Lebensgefühl der 60er Jahre in Bilder packt ist einfach ein Traum. Man kann sich gar nicht sattsehen an diesen Farben, dem Design und den Kostümen, die alle nicht nur Mittel zum Zweck sind, sondern einfach wundervoll das Lebensgefühl der Zeit und die Stimmung der Figuren auf den Punkt bringen. Hier haben sich ein Haufen cleverer Leute viele Gedanken gemacht und man spürt bei jeder einzelnen Einstellung, mit wieviel Hingabe hier versucht wird den Look einer ganzen Generation wiederauferstehen zu lassen.</p> <p>Es kommt dann auch nicht von ungefähr, dass auch einer der schönsten dramaturgischen Kniffe ebenfalls ein optischer ist. Es ist ja immer schwierig, die inneren Gedanken von Figuren auf den Bildschirm zu bannen. Wenn Beth im Kopf unterschiedliche Zugkombinationen durchgeht, dann projiziert sie dafür ein virtuelles Schachbrett an die Decke. Wie die Schachfiguren bedrohlich über Beth schweben wird dann auch immer wieder für clevere Symbolik genutzt und führt zu einigen der intensivsten Momenten der Serie.</p> <img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="bd1575d5-0721-4118-ad9f-d05b6e3019f1" height="338" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/serien/Damengambit/Damengambit_05.jpg" width="500" class="align-center" /><p>All das ist wundervoll leichtfüßig und mit viel Feingefühl inszeniert. Oft gleitet die Kamera elegant durch die unterschiedlichen Settings und lässt diese dadurch nur noch umso stylischer wirken. Auch die Computeranimationen sind schön integriert und verleihen zum Beispiel dem Las Vegas oder Mexico City der 1960er eine Art traumhafte Aura.</p> <p>Im Zentrum dieser Aura steht die alles überstrahlende Hauptfigur. Zusammen mit Beth tauchen wir nicht nur in die Welt der 1960er, sondern vor allem auch in die des Schachsports ein. Dabei nehmen uns die Macher eng an die Hand und ein großer Reiz der Serie besteht dann auch darin, wie die Zuschauer zusammen mit Beth die Gepflogenheiten des professionellen Schachsports entdecken. Dabei wird sich durchaus um Realismus bemüht, auch wenn viele Partien mit einem deutlich höheren Zugtempo ausgestattet werden als man es bei einem echten Turnier erleben würde. Aber auch hier merkt man die Liebe fürs Detail und es macht einfach Spaß, Stück für Stück in diese Welt der Eröffnungen und Schlagabtäusche einzutauchen.  </p> <img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="05fcd2d8-65c3-4997-ac33-a4d3484211a7" height="280" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/serien/Damengambit/Damengambit_08.jpg" width="500" class="align-center" /><p>Kombiniert wird das Ganze mit einer kleinen Portion Coming-of-Age-Geschichte, inklusive einer engen Frauenfreundschaft zwischen Beth und ihrer Adoptivmutter. Hier kann die Story nicht immer ganz überzeugen. Zwar gibt es einige sehr schöne Momente und das ruhige Erzähltempo gibt den Figuren viel Luft zum Atmen, aber manche Abschnitte sind hier einfach etwas zu oberflächlich umgesetzt – wie zum Beispiel das Mobbing von Beth an ihrer Schule. Auch die Story zwischen der Adoptivmutter und Beth tritt manchmal ein bisschen zu lang auf der Stelle. Überhaupt zieht sich der Mittelteil der Serie ein klein wenig, da Beth auch nicht wirklich vor richtig große Herausforderungen gestellt wird. Was angesichts ihres durchaus komplexen Charakters etwas schade ist. Gerade in der Männerdomäne Schachsport geht man doch schon ungewöhnlich freundschaftlich mit ihr um. Ihr Alleinstellungsmerkmal, eine Frau unter Männern, sorgt höchstens am Anfang für die eine oder andere kleine Anpassungsschwierigkeit.</p> <p>Das alles ist aber nur halb so schlimm. Denn selbst wenn die Handlung einmal im Leerlauf ist, kann Anya Taylor-Joy ohne Mühe die Aufmerksamkeit des Publikums halten. Ihre Figur schwankt auf faszinierende Weise zwischen Schüchternheit und Selbstzerstörung, innerer Unsicherheit und fanatischem Siegeswillen. Taylor-Joy schafft es grandios diese Komplexität auf den Bildschirm zu bringen, so dass man ihr gefühlt stundenlang bei allem zuschauen möchte – ob intensives Schachspiel oder grundbanales Shopping. George Miller hat die junge Dame übrigens bereits für die Hauptrolle in seinem "<a href="https://www.filmszene.de/filme/mad-max-fury-road">Mad-Max</a>"-Spinoff "Furiosa" auserwählt – da darf man sich jetzt schon drauf freuen.</p> <img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="15e68090-bce2-452e-bcaa-773cce6e554f" height="296" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/serien/Damengambit/Damengambit_09.jpg" width="500" class="align-center" /><p>Ein klein wenig ist es trotzdem schade, dass man dieser Figur nicht größere Hürden in den Weg stellt – so hat deren Komplexität auf die eigentliche Handlung nur bedingt Auswirkungen. Im Laufe der Zeit fokussiert sich die Serie dann auch weniger auf die innere Zerrissenheit der Figur als viel mehr auf deren großen Traum vom Sieg gegen den Russen Borgov, und gutes Entertainment. So nutzt die Serie auch nicht die Chance, der Story rund um Beth noch eine politische Botschaft gegen die Unterdrückung von Frauen zu verpassen. Im Gegenteil, am Ende braucht Beth dann doch wieder Unterstützung von ihrer großen männlichen Liebe, was ein wenig enttäuschend ist angesichts dieses so faszinierenden Charakters.  </p> <p>Aber auch pures Spektakel ist ja eine schöne Sache und "Damengambit" liefert ein grandioses und emotional unglaublich befriedigendes Finale. Hier kommen alle Puzzleteile zusammen und münden in einem dramaturgisch exzellent aufbereiteten Showdown. So wird "Damengambit" zum Pflichtprogramm für Serienfans dieses Jahr, denn trotz kleiner Schwächen wird hier aus dem Spiel der Könige einfach faszinierende Unterhaltung. Schachmatt, lieber Franz Beckenbauer.</p> </div> <section class="field field--name-comment-node-page field--type-comment field--label-hidden comment-wrapper"> <article data-comment-user-id="0" id="comment-256119" class="comment js-comment by-anonymous"> <mark class="hidden" data-comment-timestamp="1605854931"></mark> <footer class="comment-wrap"> <div class="author-comments"> <div class="content"> <h3><a href="/comment/256119#comment-256119" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="de">Agenda-Schwachsinn</a></h3> <p class="comment-submitted"> Rainer Winkler am 20. November 2020 - 4:04 </p> <div class="field field--name-field-bewertung field--type-fivestar field--label-hidden field__item"><form class="fivestar-form-3" id="vote--3" data-drupal-selector="fivestar-form-3" action="/rss.xml" method="post" accept-charset="UTF-8"> <div class="clearfix fivestar-average-text fivestar-average-stars fivestar-form-item fivestar-basic"><div class="js-form-item form-item js-form-type-fivestar form-type-fivestar js-form-item-vote form-item-vote form-no-label"> <input class="vote" data-drupal-selector="edit-vote" aria-describedby="edit-vote--6--description" type="hidden" name="vote" value="" /> <div class="fivestar-static-form-item"><div class="js-form-item form-item js-form-type-item form-type-item js-form-item- form-item-"> <div class="description"> <div class="fivestar-summary fivestar-summary-average-count"></div> </div> </div> </div> </div> </div><input style="display:none" data-drupal-selector="edit-submit" type="submit" id="edit-submit--3" name="op" value="" class="button js-form-submit form-submit" /> <input autocomplete="off" data-drupal-selector="form-axmbtd6feif-f3izvltavf0mo45owhzahgg-gysv5dy" type="hidden" name="form_build_id" value="form-axMBTd6FEIF-F3iZvlTAVF0Mo45OWhzAhgg-gysv5DY" /> <input data-drupal-selector="edit-fivestar-form-3" type="hidden" name="form_id" value="fivestar_form_3" /> </form> </div> <div class="clearfix text-formatted field field--name-comment-body field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>&lt;i&gt;So nutzt die Serie auch nicht die Chance, der Story rund um Beth noch eine politische Botschaft gegen die Unterdrückung von Frauen zu verpassen.&lt;/i&gt;</p> <p>Genau diese Art von Agenda-Schwachsinn würde diese Geschichte zunichte machen. Einfach mal Fünf grade sein lassen und nicht jedem Trend hinterher rennen. Siehe Disney und ihre grandiose jüngste Trilogie. </p> <p>Ansonsten, die Serie ist über jeden Zweifel erhaben und besser konnte man da nix machen.</p> </div> <a href="/comment/256119#comment-256119" hreflang="de">Permalink</a> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderLinks" arguments="0=256119&amp;1=default&amp;2=de&amp;3=" token="mnE6Vy66iPHBJ5SPvcdKDDx2aQ64tI2HxccQ7yOJ2jM"></drupal-render-placeholder> </div> </div> </footer> </article> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=15675&amp;2=comment_node_page&amp;3=comment_node_page" token="tVlUyemr5s8QvNqxRTlaSqaXlyMwn5fDMbpskNMPyEY"></drupal-render-placeholder> </section> <div class="field field--name-field-copyright field--type-string-long field--label-hidden field__item">Netflix</div> <div class="field field--name-field-notonfrontpage field--type-boolean field--label-above"> <div class="field__label">Auf Startseite verstecken</div> <div class="field__item">Off</div> </div> <div class="field field--name-field-personen field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Personen</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/personen/anya-taylor-joy" hreflang="de">Anya Taylor-Joy</a></div> </div> </div> Wed, 28 Oct 2020 19:06:31 +0000 matthias 15675 at https://www.filmszene.de https://www.filmszene.de/damengambit#comments Barbaren https://www.filmszene.de/barbaren <span property="schema:name" class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Barbaren</span> <div class="field field--name-field-specials field--type-entity-reference field--label-hidden field__item"><a href="/specials/serien" hreflang="de">Serien</a></div> <span rel="schema:author" class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/users/matthias" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype=""> Matthias Kastl </span></span> <span property="schema:dateCreated" content="2020-10-25T13:49:06+00:00" class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">25. Oktober 2020 - 14:49</span> <div property="schema:text" class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Es ist ja gerade eine ziemlich spannende Zeit für deutsche TV-Produktionen. Mit Netflix hat ein Player den Markt betreten, der nun einst eher schwierig zu platzierenden Stoffen eine Chance gibt. So hat der berüchtigte Netflix-Algorithmus wohl erkannt, dass beim Publikum ein Bedarf nach historischen Geschichten à la "Vikings" besteht. Also bekommen wir nun die sechsteilige deutsche Mini-Serie "Barbaren" serviert, die sich der legendären Varusschlacht im Jahre 9 nach Christus annimmt. An einer wirklich epischen Repräsentation der Schlacht scheitert es zwar aus Budgetgründen und so richtig mitreißen kann die eher generische Story auch nur bedingt. Aber ein stimmungsvolles Setting und das relativ zügige Tempo machen "Barbaren" zu einer zwar nicht tiefgründigen, aber dann doch zumindest kurzweiligen Form von Entertainment.  </p> <p>Wir schreiben das Jahr 9 nach Christus. Und nein, ganz Germanien ist nicht von Römern besetzt. Sehr wohl aber die Gegend rund um den Teutoburger Wald, wo sich die germanischen Stämme mit dem römischen Befehlshaber Varus (Gaetano Aronica) herumschlagen müssen, der von ihnen utopische Tribute einfordert. Im Stamm der Cherusker brodelt es deswegen mächtig, doch deren Fürst Segimer (Nicki von Tempelhoff) möchte den Frieden mit den übermächtigen Römern nur ungern brechen. Die heißblütige Thusnelda (Jeanne Goursaud) und der nicht weniger rebellische Folkwin Wolfspeer (David Schütter) sehen das aber anders und möchten am liebsten jedem Römer direkt an die Gurgel.</p> <img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="172cad30-0c9f-4526-b231-2b8f14b2b719" height="277" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/serien/Barbaren/barbaren_01.jpg" width="500" class="align-center" /><p>Die vertrackte Situation wird nicht gerade dadurch einfacher, dass ausgerechnet Arminius (Laurence Rupp), der Ziehsohn des Varus, in die Gegend versetzt wird. Bei diesem handelt es sich nämlich um den leiblichen Sohn von Segimer und den besten Kindheitsfreund von Thusnelda, der einst von den Römern entführt wurde und der nun in deren Namen aufmüpfige Stammesrevolten niederschlagen darf. Spannungen sind vorprogrammiert und schon bald wird Arminius klar, dass er seine Gesinnung vielleicht doch noch einmal überdenken sollte.</p> <p>Nun ist das ja mit über 2000 Jahre alten historischen Ereignissen so eine Sache. Was damals im Teutoburger Wald wirklich wie und warum genau passiert ist, lässt sich nur noch bedingt ermitteln. Noch heute ist man sich ja sogar über den genauen Standort der legendären Schlacht unsicher. Eines ist aber sicher: der gute Arminius hat damals aus bescheidenen Mitteln das Maximum herausgeholt und mit einem losen Verbund germanischer Stämme mal eben ein Achtel der kompletten römischen Armee vernichtet.  </p> <img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="3b2c97e8-cfcb-4211-a95d-24902b2a6fa5" height="321" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/serien/Barbaren/barbaren_02.jpg" width="500" class="align-center" /><p>Im Vergleich zu großen Hollywood-Produktionen hat "Barbaren", was das Budget angeht, ebenfalls eine Underdog-Rolle inne. Schlachtspektakel a la "Gladiator" ist hier natürlich einfach nicht drin. Aber dieses Nachteils ist sich die Serie durchaus bewusst und so fokussiert man sich auf wenige Locations, stellt eher persönliche Beziehungen und auch mehr die Ereignisse vor der Schlacht in den Vordergrund. Mit anderen Worten, man hält die Geschichte erst mal eher klein und intim. Viel Zeit verbringen wir deswegen entweder im römischen Lager oder im Dorf der Cherusker, wobei vor allem letzteres mit ziemlich viel Liebe fürs Detail in Punkto Sets und Kostümen umgesetzt wurde. Überhaupt ist die Serie optisch durchaus stimmungsvoll und schön anzuschauen. Man merkt, dass die Macher sich wirklich Mühe geben wollten, trotz Budgetrestriktionen die Zuschauer auch optisch erfolgreich in die damalige Zeit zu transportieren.</p> <p>Es steckt also jede Menge Herzblut in der Ausstattung und auch die eher spärlichen Computeranimationen sind durchaus ordentlich umgesetzt. Die Macher geben sich auch die Mühe immer wieder ein paar nette Einblicke in die Bräuche der Barbaren zu vermitteln, wohingegen man über die Römer eher weniger interessantes erfährt – bei dem Namen der Serie aber durchaus nachvollziehbar und verschmerzbar. Auch an die entscheidenden Eckdaten rund um die Schlacht hält man sich, nimmt sich aber natürlich jede Menge dramaturgischer Freiheiten was das Figurenkarussell angeht.</p> <img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="2f7d84af-7f54-48c1-a389-dff355a0e02a" height="328" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/serien/Barbaren/barbaren_03.jpg" width="500" class="align-center" /><p>So wird die Motivation hinter Arminius' Entscheidung, den eigenen römischen Ziehvater zu verraten weniger als Konsequenz eines strategischen Plans, sondern viel mehr als eine emotionale Reaktion auf alte Gefühle dargestellt. Insbesondere die alte Freundschaft mit Thusnelda und Folkwin wird in der Serie für Arminius' Entscheidungen verantwortlich gemacht, was der ganzen Angelegenheit etwas sehr Persönliches gibt. Damit wird man zwar als Zuschauer enger an die zentralen Figuren gebunden, doch so ein bisschen raubt es der Schlacht auch an Größe und Bedeutung, wenn der zentrale Auslöser dafür hier nun eher als persönliche Laune denn großer strategischer Plan präsentiert wird.</p> <p>Die Serie braust dabei mit relativ hohem Erzähltempo durch ihre sechs Folgen, was Segen und Fluch zugleich ist. Für manche Passagen hätte man sich nämlich durchaus mehr Zeit und Kreativität nehmen sollen. So gibt es in der ersten Folge gleich einmal den obligatorischen Raub der römischen Standarte durch Thusnelda und Folkwin zu sehen – ein in dem Genre schon sehr oft genutzter Storystrang. Leider ist der Plan der zwei für den Raub nicht gerade einfallsreich. Trotzdem funktioniert er erstaunlich einfach, was wiederum die Römer nicht unbedingt in ruhmreichem Licht erscheinen lässt. Was eine mitreißende Angelegenheit hätte werden können wird so zu einem eher unspektakulären fünfminütigen Mini-Abenteuer, das den Zuschauer nur bedingt begeistert. Das hat man schon deutlich besser umgesetzt gesehen.</p> <img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="fef316fa-5714-4708-a5b2-b1f02c61b621" height="315" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/serien/Barbaren/barbaren_04.jpg" width="500" class="align-center" /><p>Genau das lässt sich über die meisten Handlungsstränge der Serie sagen. Es gibt den üblichen Verrat, natürlich ein emotionales Liebesdreieck und der gute Arminius hat Visionen von Wölfen, die ihn an die eigene Herkunft erinnern. Alles sehr vertraute Bilder und Storyelemente aus dem Genre und leider sind diese jetzt nicht so packend umgesetzt, um diese Vertrautheit komplett in den Hintergrund treten zu lassen. </p> <p>Gemischt fällt auch das Urteil über die Darsteller aus. Laurence Rupp macht als Arminius einen wirklich guten Job und wirkt dabei ein bisschen wie ein junger Gabriel Byrne (ein bisschen bezeichnend, schließlich ist der ein "Vikings"-Veteran). Auch die restlichen Darsteller werfen sich hochmotiviert ins Zeug, allerdings merkt man dann eben schon, dass es in Deutschland deutlich schwieriger ist auch die zweite Garde mit erstklassigen Darstellern zu besetzen. Stellenweise wirken die Auftritte wie die Proben der örtlichen Theatergruppe, was durch die teilweise etwas zu gestelzt und steif wirkenden Dialoge nur noch verstärkt wird. Und ob es dem Realismus zuträgt, dass Folkwin so klingt als ob er gerade aus einer Berliner Kneipe kommt, ist auch eher zweifelhaft.  </p> <img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="2be07426-2596-4839-aeea-c3de9d5b25d1" height="279" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/serien/Barbaren/barbaren_05.jpg" width="500" class="align-center" /><p>Am Einsatzwillen der Darsteller mangelt es aber wie gesagt nicht und auch die Inszenierung ist durchaus gelungen. Und so gibt es am Ende immer noch genug Interessantes auf dem Bildschirm zu sehen, um auch diese Schwächen zumindest teilweise kulant zur Seite schieben zu können. Aber es gelingt "Barbaren" eben nie so richtig packende Unterhaltung abzuliefern. Für pures Entertainment wirkt die Serie manchmal zu verkrampft und für eine intellektuelle Auseinandersetzung mit der damaligen Zeit mangelt es an der nötigen Tiefe und Kreativität. So bleibt die zentrale Stärke die gelungene Optik und das hohe Tempo, das "Barbaren" bis zum Ende durchzieht.</p> <p>Womit wir dann auch bei der großen Schlacht ankommen, die natürlich den Höhepunkt der Serie bildet. Und hier dürfen wir dann doch noch einmal loben, denn man hat sich durchaus erfolgreich Gedanken gemacht, wie man auch mit kleineren Mitteln ein ordentliches Ergebnis einfahren kann. Das Ganze ist zwar weit davon entfernt episch zu wirken, dramaturgisch aber dann doch durchaus überzeugend. Man bekommt auf jeden Fall ein gutes Gefühl dafür, wie Arminius eventuell die übermächtigen Römer aufs Kreuz gelegt haben könnte. </p> <img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="fb3a05f4-3823-4ffa-bc55-bf045b1b0992" height="247" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/serien/Barbaren/barbaren_06.jpg" width="500" class="align-center" /><p>Interessanterweise hat das Produktionsteam wohl aber sehr großen Respekt vor dieser Folge gehabt, weswegen man für das Finale der Serie extra den erfahrenen "Vikings"-Regisseur Steve Saint Leger anheuerte (womit das Vorbild der Serie noch einmal deutlich wird). So ganz traut man sich hierzulande dann vielleicht ja doch noch nicht alles zu. Und so wirkt die Serie dann eben doch ein wenig so, als ob man sich noch ein bisschen in der Experimentierphase in diesem für die hiesige Produktionslandschaft so ungewohntem Genre befindet.</p> <p>Und auch wenn wir aufgrund der deutlichen Schwächen die Serie hier nicht wirklich empfehlen können, ist es doch schön zu sehen, mit wieviel Herzblut und Einsatz die Macher diese schwierige Herausforderung angenommen haben. Und die Geschichte des Arminius ist ja mit der Varusschlacht noch lange nicht fertig erzählt...</p> </div> <section class="field field--name-comment-node-page field--type-comment field--label-hidden comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=15673&amp;2=comment_node_page&amp;3=comment_node_page" token="x7BG6O0ShKMhMC0V4z2iuM1DDE7JBKvbImVFdlym_sg"></drupal-render-placeholder> </section> <div class="field field--name-field-copyright field--type-string-long field--label-hidden field__item">Netflix</div> <div class="field field--name-field-notonfrontpage field--type-boolean field--label-above"> <div class="field__label">Auf Startseite verstecken</div> <div class="field__item">Off</div> </div> Sun, 25 Oct 2020 13:49:06 +0000 matthias 15673 at https://www.filmszene.de https://www.filmszene.de/barbaren#comments Borat: Anschluss Moviefilm https://www.filmszene.de/filme/borat-anschluss-moviefilm <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Borat: Anschluss Moviefilm</span> <div class="field field--name-field-kategorie field--type-entity-reference field--label-hidden field__item"><a href="/kategorie/streaming" hreflang="de">Streaming</a></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/users/frami" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype=""> Frank-Michael Helmke </span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">25. Oktober 2020 - 14:47</span> <div class="field field--name-field-kritikart field--type-entity-reference field--label-hidden field__item"><a href="/taxonomy/term/10309" hreflang="de">Kritik</a></div> <div class="field field--name-field-streaming-anbieter field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Streaming</div> <div class="field__item"><a href="/streaming-anbieter/amazon-prime-video" hreflang="de">Amazon Prime Video</a></div> </div> <div class="field field--name-field-original-title field--type-string-long field--label-above"> <div class="field__label">Originaltitel</div> <div class="field__item">Borat Subsequent Moviefilm: Delivery of Prodigious Bribe to American Regime for Make Benefit Once Glorious Nation of Kazakhstan</div> </div> <div class="field field--name-field-genres field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Genre</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/genres/satire" hreflang="de">Satire</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/23" hreflang="de">Komödie</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-laender field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Land</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/laender/usa" hreflang="de">USA</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-year field--type-integer field--label-above"> <div class="field__label">Jahr</div> <div class="field__item">2020</div> </div> <div class="field field--name-field-regie field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Regie</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/personen/jason-woliner" hreflang="de">Jason Woliner</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-cast field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Cast</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/personen/sacha-baron-cohen" hreflang="de">Sacha Baron Cohen</a></div> <div class="field__item"><a href="/personen/maria-bakalova" hreflang="de">Maria Bakalova</a></div> <div class="field__item"><a href="/personen/dani-popescu" hreflang="de">Dani Popescu</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-duration field--type-integer field--label-above"> <div class="field__label">Laufzeit</div> <div content="95" class="field__item">95 min</div> </div> <div class="field field--name-field-release-date field--type-datetime field--label-above"> <div class="field__label">Release Date</div> <div class="field__item"><time datetime="2020-10-23T12:00:00Z" class="datetime">23. Oktober 2020</time> </div> </div> <div class="field field--name-field-bewertung field--type-fivestar field--label-above"> <div class="field__label">Bewertung</div> <div class="field__item"><form class="fivestar-form-4" id="vote--4" data-drupal-selector="fivestar-form-4" action="/rss.xml" method="post" accept-charset="UTF-8"> <div class="clearfix fivestar-none-text fivestar-average-stars fivestar-form-item fivestar-basic"><div class="js-form-item form-item js-form-type-fivestar form-type-fivestar js-form-item-vote form-item-vote form-no-label"> <input class="vote" data-drupal-selector="edit-vote" type="hidden" name="vote" value="70" /> <div class="fivestar-static-form-item"><div class="js-form-item form-item js-form-type-item form-type-item js-form-item- form-item-"> <div class="fivestar-"><div class="fivestar-widget-static fivestar-widget-static- fivestar-widget-static-10 clearfix"><div class="star star-1 star-odd star-first"><span class="on">7</span></div><div class="star star-2 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-3 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-4 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-5 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-6 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-7 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-8 star-even"><span class="off"></span></div><div class="star star-9 star-odd"><span class="off"></span></div><div class="star star-10 star-even star-last"><span class="off"></span></div><div class="ratingzahl">7/10</div></div> </div> </div> </div> </div> </div><input style="display:none" data-drupal-selector="edit-submit" type="submit" id="edit-submit--4" name="op" value="" class="button js-form-submit form-submit" /> <input autocomplete="off" data-drupal-selector="form-jlrpyrblriqquv24qw3w1eszwfad4w9hf1zm6-k0kyw" type="hidden" name="form_build_id" value="form-jlRPYRblrIQquV24Qw3W1eSzwfaD4w9HF1ZM6-k0Kyw" /> <input data-drupal-selector="edit-fivestar-form-4" type="hidden" name="form_id" value="fivestar_form_4" /> </form> </div> </div> <div class="field field--name-field-copyright field--type-string-long field--label-hidden field__item">Amazon Prime Video</div> <div class="field field--name-field-poster field--type-image field--label-hidden field__item"> <img src="/sites/default/files/styles/poster_180x255/public/filme/b/borat2poster.jpg?itok=kHMaWTux" width="172" height="255" alt="" typeof="foaf:Image" class="image-style-poster-180x255" /> </div> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Man hatte nicht unbedingt damit gerechnet, dass Sacha Baron Cohen seine legendäre Kunstfigur <a href="https://www.filmszene.de/filme/borat">Borat</a> noch einmal in Filmform aufs ahnungslose Amerika loslassen würde. Doch die aktuellen Umstände sind besonders, und Cohen auf einer eindeutigen Mission unterwegs: Einen künstlerischen Beitrag leisten, um Amerika im Jahr 2020 den Spiegel vorzuhalten und damit ganz klare Anti-Wahlwerbung für Donald Trump zu betreiben.</p> <p>So ist der exklusiv über Amazons Streaming-Service vertriebene neue Borat-Film auch ganz spezifisch ein Machwerk dieses politischen Jahres, weswegen er längst nicht so gut altern wird wie sein <a href="https://www.filmszene.de/filme/borat">kultverdächtiger Vorgänger</a> - schon die Präsidentenwahl in weniger als zwei Wochen kann den Film teilweise obsolet erscheinen lassen. Umso mehr Grund, sich den Film rasch anzusehen, und sich wie schon damals 2006 90 Minuten lang irgendwo zwischen Fremdscham, Fassungslosigkeit, Faszination, brüllendem Gelächter und allgemeiner Ungläubigkeit ("Das macht der jetzt nicht wirklich?!") wiederzufinden. </p> <img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="4c8ed3b0-ea28-498d-a33b-5b65a1453db3" height="296" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/b/borat2tanz.jpg" width="500" class="align-center" /><p>Das Prinzip von "Borat Anschluss Moviefilm" ist an sich dasselbe wie beim ersten Teil: An einem losen pseudo-dokumentarischen Handlungsgerüst aufgehängt reihen sich Episoden aneinander, in denen Sacha Baron Cohen in der Rolle seiner Kunstfigur, dem kasachischen Fernseh-Reporter Borat Sagdiyev einige der schrägeren Ausprägungen der amerikanischen Kultur und ihre Vertreter aufs Korn nimmt. Manche dieser Episoden betreiben auf brachiale Weise Tabubruch und wollen einfach nur komisch sein, indem sie freudig weit jenseits jeder Geschmacksgrenze umherhüpfen. Die anderen wollen ihren ahnungslosen Spielpartnern den Spiegel vorhalten und kitzeln aus ihnen Aussagen heraus, die sie in all ihrer moralischen Verkommenheit und/oder verqueren Denkweise brillant (und ebenfalls saukomisch) entlarven. </p> <p>Das Ziel dieser satirischen Entlarvung sind diesmal fast ausnahmslos Anhänger der Republikaner bzw. glühende Verehrer Trumps, bis hin zu seinen direkten Kompagnons. Schon vor Veröffentlichung des Films hat sein größter Coup für einige Schlagzeilen gesorgt. Denn "Borat: Anschluss Moviefilm" gipfelt in einem Interview, das Borats Film-Tochter Tutar (mit furchtlosem Einsatz grandios gespielt von der bulgarischen Schauspielerin Maria Bakalova) mit Trumps Anwalt und Vertrautem Rudy Giuliani führt, und dies endet mit Aufnahmen, die eindeutig suggerieren wollen, dass Giuliani in dieser Situation drauf und dran war, sich auf mehr als nur ein Gespräch mit dieser jungen Frau einzulassen.  </p> <img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="3c605b68-d185-412e-b760-73b7f03ff67e" height="296" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/b/borat2giuliani.jpg" width="500" class="align-center" /><p>Es ist eine Szene, bei der einem tatsächlich erstmal fassungslos der Mund offen stehen bleibt. Sie ist allerdings auch der Gipfel der manipulativen Energie des Films, der nicht nur an dieser Stelle mit geschicktem Schnitt Momente verdichtet, um einen möglichst großen Aufreger zu erzeugen - und bei etwas näherer Betrachtung zumindest Zweifel zulässt, ob der Augenblick selbst wirklich so skandalös war wie das, was der Filmschnitt davon übriggelassen hat.</p> <p>Die wahren satirischen Höhepunkte (und größten Lacher) des Films warten an anderen Stellen. Wenn Borat beispielsweise während des Corona-Lockdowns für mehrere Tage bei zwei hinterwäldlerischen Trump-Fans und Q'Anon-Anhängern unterkommt, die ihm schließlich vor Augen führen wollen, dass Borats vermeintliche kasachische Volksmythen nichts anderes als Verschwörungstheorien sind. Oder wenn er getarnt als Country-Sänger eine Anti-Corona-Veranstaltung zu einem gemeinsamen Lied anführt, bei dem alle begeistert davon singen, Journalisten und Demokraten abzuschlachten. Einer der bittersten und gleichzeitig komischsten Höhepunkte ist der Besuch einer christlich-fundamentalistischen "Beratungsstelle", in der abtreibungswillige Frauen von einem Schwangerschaftsabbruch abgehalten werden sollen. Was der dortige Mitarbeiter für Aussagen absondert ist angesichts der Situation, mit der er vermeintlich konfrontiert ist, schlichtweg unfassbar. </p> <img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="5f1a1d1a-2b2a-4d16-abfe-f9c38ea779fb" height="281" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/b/borat2versteck.jpg" width="500" class="align-center" /><p>Dass "Borat Anschluss Moviefilm" in der Summe nicht ganz so sehr zündet wie sein Vorgänger, hat auch mit dem eigenen Erfolg zu tun: Der Film führt selbst vor Augen, dass Borat eine noch immer so bekannte (Kunst-)Figur ist, dass Cohen sich im klassischen Borat-Outfit oftmals nicht frei bewegen konnte, ohne dass er erkannt wurde und Leute Selfies mit ihm schießen wollten. Diese reale Tatsache bettet der Film zwar clever in seine fiktive Quatsch-Handlung ein, die Konsequenz bleibt in Fiktion und Realität jedoch dieselbe: Die meiste Zeit ist Borat/Cohen in anderweitiger Verkleidung unterwegs, schlüpft also in weitere Rollen, so dass Borat hier häufig nicht Borat ist - und damit irgendwie auch weniger komisch. </p> <p>Auch das deutliche Mehr an echtem Plot, was der Film im Vergleich zum Vorgänger aufweist, macht ihn nicht unbedingt besser: Die Rahmenhandlung über die sich entwickelnde Beziehung zwischen Borat und seiner Tochter Tutar und ihre absurd-komische Version von weiblicher Befreiung und Selbstverwirklichung ist dank der beiden tollen Darsteller zwar durchaus nett anzusehen, nimmt aber zu viel Raum ein, dafür dass die Witze hier eigentlich immer wieder die gleichen Akkorde anschlagen. </p> <p>Letztlich wird dieser Film keinen Trump-Wähler dazu bringen, sein Kreuz doch woanders zu machen. Ein erfreuliches Wiedersehen ist es dennoch, und für 95 Minuten ein ziemlich großer Spaß - auch wenn man sich bei manchen Bildern im Nachhinein wünscht, sie wieder aus dem Kopf rausbekommen zu können. Grandioser Klamauk und grandioser Ekel liegen bei Sacha Baron Cohen auch 2020 eben immer noch sehr dicht beieinander. </p> </div> <section class="field field--name-comment-node-review field--type-comment field--label-hidden comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=15674&amp;2=comment_node_review&amp;3=comment_node_review" token="gH1P0HQsf4TlYPL9zCcgOlOHHu10GWhUO_EynKCxIeQ"></drupal-render-placeholder> </section> <div class="field field--name-field-notonfrontpage field--type-boolean field--label-above"> <div class="field__label">Auf Startseite verstecken</div> <div class="field__item">Off</div> </div> <div class="field field--name-field-sorting-title field--type-computed-string field--label-above"> <div class="field__label">Sorting Title</div> <div class="field__item">Borat: Anschluss Moviefilm</div> </div> <div class="field field--name-field-sorting-abc field--type-computed-string field--label-above"> <div class="field__label">Sorting ABC</div> <div class="field__item">B</div> </div> Sun, 25 Oct 2020 13:47:02 +0000 frami 15674 at https://www.filmszene.de https://www.filmszene.de/filme/borat-anschluss-moviefilm#comments The Trial of the Chicago 7 https://www.filmszene.de/filme/trial-chicago-7 <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">The Trial of the Chicago 7</span> <div class="field field--name-field-kategorie field--type-entity-reference field--label-hidden field__item"><a href="/kategorie/streaming" hreflang="de">Streaming</a></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/users/matthias" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype=""> Matthias Kastl </span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">19. Oktober 2020 - 18:36</span> <div class="field field--name-field-kritikart field--type-entity-reference field--label-hidden field__item"><a href="/taxonomy/term/10309" hreflang="de">Kritik</a></div> <div class="field field--name-field-streaming-anbieter field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Streaming</div> <div class="field__item"><a href="/kategorie/netflix" hreflang="de">Netflix</a></div> </div> <div class="field field--name-field-original-title field--type-string-long field--label-above"> <div class="field__label">Originaltitel</div> <div class="field__item">The Trial of the Chicago 7</div> </div> <div class="field field--name-field-genres field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Genre</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/genres/drama" hreflang="de">Drama</a></div> <div class="field__item"><a href="/genres/historisch" hreflang="de">Historisch</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-laender field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Land</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/laender/usa" hreflang="de">USA</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-year field--type-integer field--label-above"> <div class="field__label">Jahr</div> <div class="field__item">2020</div> </div> <div class="field field--name-field-regie field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Regie</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/personen/aaron-sorkin" hreflang="de">Aaron Sorkin</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-cast field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Cast</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/personen/eddie-redmayne" hreflang="de">Eddie Redmayne</a></div> <div class="field__item"><a href="/personen/sacha-baron-cohen" hreflang="de">Sacha Baron Cohen</a></div> <div class="field__item"><a href="/personen/mark-rylance" hreflang="de">Mark Rylance</a></div> <div class="field__item"><a href="/personen/joseph-gordon-levitt" hreflang="de">Joseph Gordon-Levitt</a></div> <div class="field__item"><a href="/personen/frank-langella" hreflang="de">Frank Langella</a></div> <div class="field__item"><a href="/personen/michael-keaton" hreflang="de">Michael Keaton</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-duration field--type-integer field--label-above"> <div class="field__label">Laufzeit</div> <div content="129" class="field__item">129 min</div> </div> <div class="field field--name-field-release-date field--type-datetime field--label-above"> <div class="field__label">Release Date</div> <div class="field__item"><time datetime="2020-10-16T12:00:00Z" class="datetime">16. Oktober 2020</time> </div> </div> <div class="field field--name-field-bewertung field--type-fivestar field--label-above"> <div class="field__label">Bewertung</div> <div class="field__item"><form class="fivestar-form-5" id="vote--5" data-drupal-selector="fivestar-form-5" action="/rss.xml" method="post" accept-charset="UTF-8"> <div class="clearfix fivestar-none-text fivestar-average-stars fivestar-form-item fivestar-basic"><div class="js-form-item form-item js-form-type-fivestar form-type-fivestar js-form-item-vote form-item-vote form-no-label"> <input class="vote" data-drupal-selector="edit-vote" type="hidden" name="vote" value="80" /> <div class="fivestar-static-form-item"><div class="js-form-item form-item js-form-type-item form-type-item js-form-item- form-item-"> <div class="fivestar-"><div class="fivestar-widget-static fivestar-widget-static- fivestar-widget-static-10 clearfix"><div class="star star-1 star-odd star-first"><span class="on">8</span></div><div class="star star-2 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-3 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-4 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-5 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-6 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-7 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-8 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-9 star-odd"><span class="off"></span></div><div class="star star-10 star-even star-last"><span class="off"></span></div><div class="ratingzahl">8/10</div></div> </div> </div> </div> </div> </div><input style="display:none" data-drupal-selector="edit-submit" type="submit" id="edit-submit--5" name="op" value="" class="button js-form-submit form-submit" /> <input autocomplete="off" data-drupal-selector="form-yydjd5oarsdkbb4amij8fuhafd28khi61co-mnye4uw" type="hidden" name="form_build_id" value="form-YyDJd5OarSDKBB4AmiJ8fUhafD28KHi61Co-MnyE4Uw" /> <input data-drupal-selector="edit-fivestar-form-5" type="hidden" name="form_id" value="fivestar_form_5" /> </form> </div> </div> <div class="field field--name-field-copyright field--type-string-long field--label-hidden field__item">Netflix</div> <div class="field field--name-field-poster field--type-image field--label-hidden field__item"> <img src="/sites/default/files/styles/poster_180x255/public/plakate/trial_chicago_7_poster.jpg?itok=dpQRLuXk" width="170" height="255" alt="" typeof="foaf:Image" class="image-style-poster-180x255" /> </div> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Eskalierende Demonstrationen, Diskussionen über Polizeigewalt und eine zutiefst gespaltene Gesellschaft – mit diesen Themen beweist der neue Netflix-Film "The Trial of the Chicago 7" ein gutes Näschen für das aktuelle politische Klima in den USA. Allerdings handelt es sich hier nicht um eine aktuelle Momentaufnahme, sondern die Aufarbeitung eines berüchtigten Gerichtsprozesses rund um die Eskalation ursprünglich friedlicher Anti-Vietnam-Proteste Ende der 1960er. Den Parallelen zur heutigen Zeit ist sich Regisseur und Autor Aaron Sorkin ("<a href="https://www.filmszene.de/filme/steve-jobs">Steve Jobs</a>", "<a href="https://www.filmszene.de/filme/social-network">The Social Network</a>") dabei durchaus bewusst, doch er verzichtet auf den großen moralischen Zeigefinger und lässt einfach nur die Geschichte rund um den skandalösen Prozess für sich sprechen. Das kommt relativ geradlinig und fast schon überraschungsarm daher, doch angesichts eines großartigen Schauspielensembles und dem für Sorkin so typischen Einsatz von schmissigen Dialogen am Fließband ist das nur zu leicht verschmerzbar. Das Ergebnis ist wundervoll kurzweiliges und politisch relevantes Ensemblekino, zwei bei der Oscar-Academy ja sehr beliebte Kriterien, womit spätestens jetzt dann auch das Oscar-Rennen offiziell für eröffnet erklärt werden kann.</p> <p>Auslöser für die Ereignisse des Films ist dabei der Parteitag der Demokraten in Chicago im Jahre 1968, der angesichts des Vietnamkriegs von Demonstrationen diverser linker Gruppen begleitetet wird. Die Anfangs friedliche Atmosphäre eskaliert aber schließlich und es kommt zu blutigen Auseinandersetzungen. Für den Generalstaatsanwalt ist natürlich klar, auf welcher Seite hier die Schuldigen zu finden sind. So kommt es, dass wenig später der Bürgerrechtsanwalt William Kunstler (Mark Rylance, "<a href="https://www.filmszene.de/filme/bridge-spies-der-unterhaendler">Bridge of Spies</a>", "<a href="https://www.filmszene.de/filme/dunkirk">Dunkirk</a>") eine ziemlich bunte Truppe aus der linken Szene von der Anklagebank retten darf.</p> <img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="8640afcf-0349-4b81-ab33-d7216d426fb6" height="300" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/t/trial_chicago_7_01.jpg" width="500" class="align-center" /><p>Zu den sogenannten Chicago 7 gehören zum Beispiel die Gründer der anarchischen Yippie-Bewegung Abbie Hoffman (Sacha Baron Cohen, "<a href="https://www.filmszene.de/filme/borat">Borat</a>", "<a href="https://www.filmszene.de/filme/der-spion-und-sein-bruder">Der Spion und sein Bruder</a>") und Jerry Rubin (Jeremy Strong), sowie der politische Aktivist und Buchautor Tom Hayden (Eddie Redmayne, "<a href="https://www.filmszene.de/filme/danish-girl">The Danish Girl</a>", "<a href="https://www.filmszene.de/filme/phantastische-tierwesen-und-wo-sie-zu-finden-sind">Phantastische Tierwelten</a>"). Das zusätzlich zu vier weiteren Aktivisten auch noch der Black Panther-Vertreter Bobby Seale (Yahya Abdul-Mateen II) auf der Anklagebank sitzt, macht die Sache auch nicht gerade einfacher. Denn Kunstler bekommt es im Prozess nicht nur mit dem eloquenten Anwalt Richard Schultz (Joseph Gordon-Levitt, "<a href="https://www.filmszene.de/filme/inception">Inception</a>", "<a href="https://www.filmszene.de/filme/looper">Looper</a>") zu tun. Es stellt sich auch noch heraus, dass der verantwortliche Richter Julius Hoffman (Frank Langella, "<a href="https://www.filmszene.de/filme/robot-frank">Robot &amp; Frank</a>", "<a href="https://www.filmszene.de/filme/frostnixon">Frost/Nixon</a>") zur wirklich ganz alten konservativen Garde gehört.</p> <p>Aaron Sorkins zweite Regiearbeit (nach "<a href="https://www.filmszene.de/filme/mollys-game">Molly's Game</a>") passt thematisch natürlich perfekt zur aktuellen Atmosphäre in den USA. Und Atmosphäre ist auch das richtige Stichwort, denn in "The Trial of the Chicago 7" geht es weniger darum, wer am Ende diesen Prozess gewinnt, sondern in erster Linie um ein Porträt der damaligen Stimmungslage im Land. Und um die Frage, wie es eigentlich passieren konnte, dass eine friedliche Demonstration am Ende so eskalierte. Der Film legt dabei mehr Wert auf Charaktere als Plot und ist mehr an Motivation als Aktion interessiert. Und auch wenn der Film sich dabei auf die Seite der Underdogs schlägt, macht er auch deutlich, dass die Demonstranten ihre Hände nicht wirklich komplett in Unschuld waschen können.</p> <img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="b2417b56-665f-473a-b702-fc3e6dc06062" height="294" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/t/trial_chicago_7_02.jpg" width="500" class="align-center" /><p>Einer der interessantesten Aspekte des Films ist dabei das Zusammenspiel innerhalb der Chicago 7. Der Film arbeitet sehr schön heraus, dass wir es hier nicht mit einer homogenen Truppe, sondern ganz unterschiedlich motivierten Personen zu tun haben. Was insbesondere deren Verteidiger William Kunstler gleich mehrmals an den Rand der Erschöpfung treibt. Insbesondere dann, wenn der sich gerne selbst inszenierende Abbie Hoffmann sich mal wieder ohne Rücksicht auf Konsequenzen humorvoll am Richter abarbeitet.</p> <p>Genau dieser Richter ist dann aber auch der Beweis dafür, dass sich in den letzten 50 Jahren sehr wohl etwas in den USA getan hat. So witzig die provokanten Angriffe von Abbie Hoffman auf den erzkonservativen Richter auch sind, das Lachen bleibt einem spätestens dann im Halse stecken, wenn dieser Richter den aufmüpfigen Vertreter der Black Panther gefesselt und geknebelt auf die Anklagebank setzen lässt. Und das hat nicht nur genau so auch stattgefunden, viele andere fragwürdige Verhaltensweisen des echten Richters werden vom Drehbuch nicht einmal aufgegriffen (wie dessen Entscheidung, den Angeklagten im Gefängnis alle Haare schneiden zu lassen). Solch ein Bösewicht lässt die Frage der Sympathieverteilung des Publikums natürlich zu einer einfachen Sache werden.   </p> <img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="da1d0f8e-87fb-4d76-9f6a-07d8e996513d" height="298" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/t/trial_chicago_7_05.jpg" width="500" class="align-center" /><p>Glücklicherweise versteht der Film, bis auf eine Ausnahme, dass man bei einem so offensichtlich unfairen Prozess nicht noch künstliches Drama injizieren muss, um die wichtigsten moralischen Botschaften zu kommunizieren. Und so fokussiert sich Aaron Sorkin lieber ganz auf das, was er am Besten kann: Er widmet sich ohne Schnickschnack den Figuren und ergründet mit clever konstruierten Dialogen deren Motive. Sorkin hat sich vor kurzem ja einmal als Theaterautor beschrieben, der eigentlich nur Alibi-mäßig eine Kamera nutzt, damit die Leute nicht merken, dass sie eigentlich ein Stück sehen. Es überrascht also nicht, dass der Film mehr Wert auf Sprache denn Bilder legt, visuell also sehr unspektakulär daherkommt und eigentlich nur durch das Einstreuen von ein paar Originalaufnahmen etwas aufgelockert wird (und selbst die wurden laut Sorkin nur aus Budgetgründen genutzt).</p> <p>Viel wichtiger dagegen ist bei Sorkin Sprache und deren Rhythmus und genau das ist dann auch eine der größten Stärken des Filmes. Es mag hier vielleicht keine so markanten Dialoge geben wie in Sorkins wohl bekanntestem Gerichtsfilm ("Eine Frage der Ehre"), wo ein gewisser Jack Nicholson eindrücklich über den Sinn von Mauern und Männern mit Gewehren philosophierte. Aber es ist trotzdem ein Genuss, wie leichtfüßig und schwungvoll sich hier die Figuren gegenseitig die Redebälle zuwerfen. Gleich zu Beginn startet Sorkin zum Beispiel mit einer wundervollen Montage, in der die verschiedenen Demonstrationsführer ihre ganz unterschiedlichen Beweggründe für ihr jeweiliges Erscheinen in Chicago verkünden. Eine Montage mit einem tollen Flow, den der Film auch nur selten verlieren wird.</p> <img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="ab9b0033-a02e-455f-a2ce-86f503e8d95d" height="333" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/t/trial_chicago_7_04.jpg" width="500" class="align-center" /><p>Abseits seiner TV-Arbeit ("The West Wing") fokussierte sich Sorkin bisher ja vor allem auf die Porträts von eher extravaganten Einzelfiguren (Steve Jobs, Mark Zuckerberg). In "The Trial of the Chicago 7" zeigt er aber, wie gut er auch beim Spielfilm mit einem großen Ensemble umgehen kann. Jede Figur bekommt Raum sich zu entfalten und zu glänzen und die Darsteller zahlen dies mit wirklich starken Leistungen zurück. Dabei stellt sich jeder in den Dienst des Ensembles und selbst ein Sacha Baron Cohen achtet darauf, dass seine eher extrovertiert ausgelegte Rolle nicht über die Stränge schlägt. Überhaupt ist das ja eine wirklich schillernde Cast, die hier versammelt ist. Aber egal ob Eddie Redmayne den emotional labilen Tom Hayden oder Mark Rylance den ruhig-väterlichen Verteidiger gibt – nie hat man das Gefühl, dass irgendeiner sich in den Vordergrund spielen möchte. Das passiert eigentlich nur einmal und zwar beim grandiosen Kurzeinsatz von Michael Keaton ("<a href="https://www.filmszene.de/filme/birdman-oder-die-unverhoffte-macht-der-ahnungslosigkeit">Birdman</a>", "<a href="https://www.filmszene.de/filme/founder">The Founder</a>"), der mit seinem coolen Auftreten einfach mal für wenige Minuten die komplette Aufmerksamkeit des Publikums kapert.</p> <p>So passt am Ende einfach ziemlich viel zusammen und lässt "The Trial of the Chicago 7" zu einem richtig gut geschriebenen und gespielten Ensemble-Kino werden, das seine Warnung vor der Spaltung der amerikanischen Gesellschaft angenehm unpathetisch vermittelt. Zumindest bis auf die letzte Minute, in welcher der Film zugunsten von Hollywood-Pathos eine Szene erfindet, die es nicht unbedingt gebraucht hätte. Trotzdem darf Sorkin sich berechtigte Hoffnungen auf seinen zweiten Oscar machen und sich das Publikum auf eine sehr kurzweilige und auch im zweiten Abschnitt durchaus emotionale Zeitreise in die USA der 60er und 70er Jahre freuen. Schade nur, dass diese scheinbar vergangenen Zeiten uns aktuell noch so stark an die Gegenwart erinnern.</p> </div> <section class="field field--name-comment-node-review field--type-comment field--label-hidden comment-wrapper"> <article data-comment-user-id="0" id="comment-255915" class="comment js-comment by-anonymous"> <mark class="hidden" data-comment-timestamp="1603705141"></mark> <footer class="comment-wrap"> <div class="author-comments"> <div class="content"> <h3><a href="/comment/255915#comment-255915" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="de">Endlich mal wieder ein guter Netflix-Film</a></h3> <p class="comment-submitted"> Sebastian am 26. Oktober 2020 - 10:20 </p> <div class="field field--name-field-bewertung field--type-fivestar field--label-hidden field__item"><form class="fivestar-form-6" id="vote--6" data-drupal-selector="fivestar-form-6" action="/rss.xml" method="post" accept-charset="UTF-8"> <div class="clearfix fivestar-none-text fivestar-average-stars fivestar-form-item fivestar-basic"><div class="js-form-item form-item js-form-type-fivestar form-type-fivestar js-form-item-vote form-item-vote form-no-label"> <input class="vote" data-drupal-selector="edit-vote" type="hidden" name="vote" value="80" /> <div class="fivestar-static-form-item"><div class="js-form-item form-item js-form-type-item form-type-item js-form-item- form-item-"> <div class="fivestar-"><div class="fivestar-widget-static fivestar-widget-static- fivestar-widget-static-10 clearfix"><div class="star star-1 star-odd star-first"><span class="on">8</span></div><div class="star star-2 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-3 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-4 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-5 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-6 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-7 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-8 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-9 star-odd"><span class="off"></span></div><div class="star star-10 star-even star-last"><span class="off"></span></div><div class="ratingzahl">8/10</div></div> </div> </div> </div> </div> </div><input style="display:none" data-drupal-selector="edit-submit" type="submit" id="edit-submit--6" name="op" value="" class="button js-form-submit form-submit" /> <input autocomplete="off" data-drupal-selector="form-wp9wzsfkj1t36is8bzfuysdrd2q6pw1t0d-qxyddcyg" type="hidden" name="form_build_id" value="form-wP9wZSFkJ1t36is8bZFUysdrd2Q6pw1t0D-qXYDdCyg" /> <input data-drupal-selector="edit-fivestar-form-6" type="hidden" name="form_id" value="fivestar_form_6" /> </form> </div> <div class="clearfix text-formatted field field--name-comment-body field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Schön zu sehen, dass Netflix auch noch Qualität kann. Bei den Filmen aus dem eigenen Haus war das bislang ja leider allzu oft nicht der Fall. Aber &quot;The Trial...&quot; ist ein durchweg gelungenes Court-Room-Drama - vielleicht ein bisschen arg vorhersehbar und sehr eindeutig in seinem Gut-Böse-Schema, aber dennoch unterhaltsam und ein eher (außerhalb der USA) unbekanntes Stück Geschichte aufarbeitend.</p> </div> <a href="/comment/255915#comment-255915" hreflang="de">Permalink</a> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderLinks" arguments="0=255915&amp;1=default&amp;2=de&amp;3=" token="hO0PVVzPEIxpJxU3AgrPL8NlIi5gfQTz0xRGrB3cmDI"></drupal-render-placeholder> </div> </div> </footer> </article> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=15672&amp;2=comment_node_review&amp;3=comment_node_review" token="tckBJZbKcSWpJoAfrNvSrifvgQl50dbTNS-i-HhcVj4"></drupal-render-placeholder> </section> <div class="field field--name-field-notonfrontpage field--type-boolean field--label-above"> <div class="field__label">Auf Startseite verstecken</div> <div class="field__item">Off</div> </div> <div class="field field--name-field-sorting-title field--type-computed-string field--label-above"> <div class="field__label">Sorting Title</div> <div class="field__item">Trial of the Chicago 7, The</div> </div> <div class="field field--name-field-sorting-abc field--type-computed-string field--label-above"> <div class="field__label">Sorting ABC</div> <div class="field__item">T</div> </div> Mon, 19 Oct 2020 16:36:04 +0000 matthias 15672 at https://www.filmszene.de https://www.filmszene.de/filme/trial-chicago-7#comments Astronaut https://www.filmszene.de/filme/astronaut <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Astronaut</span> <div class="field field--name-field-kategorie field--type-entity-reference field--label-hidden field__item"><a href="/kategorie/kino" hreflang="de">Kino</a></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/users/volker" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype=""> Volker Robrahn </span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">14. Oktober 2020 - 18:45</span> <div class="field field--name-field-kritikart field--type-entity-reference field--label-hidden field__item"><a href="/taxonomy/term/10309" hreflang="de">Kritik</a></div> <div class="field field--name-field-original-title field--type-string-long field--label-above"> <div class="field__label">Originaltitel</div> <div class="field__item">Astronaut</div> </div> <div class="field field--name-field-genres field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Genre</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/genres/drama" hreflang="de">Drama</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-laender field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Land</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/laender/usa" hreflang="de">USA</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-year field--type-integer field--label-above"> <div class="field__label">Jahr</div> <div class="field__item">2019</div> </div> <div class="field field--name-field-regie field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Regie</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/personen/shelagh-mcleod" hreflang="de">Shelagh McLeod</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-cast field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Cast</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/personen/richard-dreyfuss" hreflang="de">Richard Dreyfuss</a></div> <div class="field__item"><a href="/personen/colm-feore" hreflang="de">Colm Feore</a></div> <div class="field__item"><a href="/personen/krista-bridges" hreflang="de">Krista Bridges</a></div> <div class="field__item"><a href="/personen/lyriq-bent" hreflang="de">Lyriq Bent</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-duration field--type-integer field--label-above"> <div class="field__label">Laufzeit</div> <div content="97" class="field__item">97 min</div> </div> <div class="field field--name-field-release-date field--type-datetime field--label-above"> <div class="field__label">Release Date</div> <div class="field__item"><time datetime="2020-10-15T12:00:00Z" class="datetime">15. Oktober 2020</time> </div> </div> <div class="field field--name-field-bewertung field--type-fivestar field--label-above"> <div class="field__label">Bewertung</div> <div class="field__item"><form class="fivestar-form-7" id="vote--7" data-drupal-selector="fivestar-form-7" action="/rss.xml" method="post" accept-charset="UTF-8"> <div class="clearfix fivestar-none-text fivestar-average-stars fivestar-form-item fivestar-basic"><div class="js-form-item form-item js-form-type-fivestar form-type-fivestar js-form-item-vote form-item-vote form-no-label"> <input class="vote" data-drupal-selector="edit-vote" type="hidden" name="vote" value="70" /> <div class="fivestar-static-form-item"><div class="js-form-item form-item js-form-type-item form-type-item js-form-item- form-item-"> <div class="fivestar-"><div class="fivestar-widget-static fivestar-widget-static- fivestar-widget-static-10 clearfix"><div class="star star-1 star-odd star-first"><span class="on">7</span></div><div class="star star-2 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-3 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-4 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-5 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-6 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-7 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-8 star-even"><span class="off"></span></div><div class="star star-9 star-odd"><span class="off"></span></div><div class="star star-10 star-even star-last"><span class="off"></span></div><div class="ratingzahl">7/10</div></div> </div> </div> </div> </div> </div><input style="display:none" data-drupal-selector="edit-submit" type="submit" id="edit-submit--7" name="op" value="" class="button js-form-submit form-submit" /> <input autocomplete="off" data-drupal-selector="form-qo5dblui2gpsnfyc3ud0garlo-gyzaxb1vl6cyteccg" type="hidden" name="form_build_id" value="form-QO5dBLui2GPsNFYC3ud0GaRlO-gYzaxB1Vl6cyTeccg" /> <input data-drupal-selector="edit-fivestar-form-7" type="hidden" name="form_id" value="fivestar_form_7" /> </form> </div> </div> <div class="field field--name-field-copyright field--type-string-long field--label-hidden field__item">JETS Filmverleih</div> <div class="field field--name-field-poster field--type-image field--label-hidden field__item"> <img src="/sites/default/files/styles/poster_180x255/public/plakate/astronaut%20plakat.jpg?itok=7W31Ly3y" width="156" height="220" alt="" typeof="foaf:Image" class="image-style-poster-180x255" /> </div> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Richard Dreyfuss reiste schon einmal ins All, im Kino zumindest. Das war im Jahr 1978 in „<a href="https://www.filmszene.de/filme/unheimliche-begegnung-der-dritten-art">Unheimliche Begegnung der 3. Art“</a> und dieser zweite Spielberg-Blockbuster mit ihm nur kurz nach dem „<a href="https://www.filmszene.de/filme/der-weisse-hai">Weissen Hai“</a> katapultierte den Schauspieler für ein paar Jahre in die oberste Kategorie Hollywoods. Das ist aktuell zwar nicht mehr der Fall, aber wenn Dreyfuss nach diversen Kurzauftritten im Kino und Fernsehen nun noch einmal mit einer Hauptrolle zurückkehrt, in der seine Figur darum kämpft ins Weltall aufbrechen zu dürfen, dann besitzt das natürlich schon eine gewisse Meta-Ebene. Doch „Astronaut“ ist weit weniger ein Science-Fiction-Film als es „Unheimliche Begegnung“ war, und Aliens gibt es hier auch keine zu sehen. Dafür ein gut gespieltes, intensives Drama, das sich im Hinblick auf den Realismus der präsentierten Geschichte allerdings ein paar Freiheiten nimmt.</p> <p>Angus Stewart (Richard Dreyfuss) hat sein ganzes Leben davon geträumt eine Reise ins All zu unternehmen. Mittlerweile ist der Witwer deutlich über siebzig Jahre alt und lebt eher ziel- und auch etwas antriebslos in den Tag hinein, auch seinen Kindern scheint er oft eher lästig. Als sich bei einem Gewinnspiel die Chance bietet einen Platz für den ersten kommerziellen Weltraumflug zu ergattern, nimmt er nur durch den Einfluss seines Enkels daran teil, wird aber tatsächlich als Gewinner ausgelost. Was sein Alter angeht hat Angus allerdings gelogen und auch sein Gesundheitszustand entspricht definitiv nicht den Anforderungen. Seinen Traum möchte er aber dennoch nicht so leicht aufgeben.</p> <p class="text-align-center"><img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="58725e06-bea9-4547-aaad-9c2fde6108ef" height="205" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/a/astronaut%201.jpg" width="240" /></p> <p>Wofür man lebt und was man bereit&nbsp;ist dafür zu tun ist eine auch im Kino schon oft verhandelte Frage.&nbsp;Die Entscheidung&nbsp;ins All aufzubrechen und alles zurückzulassen ist allerdings eine,&nbsp;vor die sich nur wenige Menschen gestellt sehen. Dem Film der Schauspielerin und Regie-Debütantin Shelagh McLeod gelingt es dabei sehr gut deutlich zu machen, wie außergewöhnlich und aufregend es ist so eine Gelegenheit zu bekommen – unverhofft und zu einem Zeitpunkt, an dem man seine Träume im Grunde schon allesamt begraben hat. Dass unser Angus zudem eine Koryphäe auf dem Gebiet der Astrophysik ist und sich sein Leben lang als gelernter Ingenieur damit beschäftigt hat, wird dabei allerdings ein wenig übertrieben, wenn er schließlich als Mahner auftritt, der über die Beschaffenheit des Untergrunds, von dem die Raumfähre starten soll, mehr weiß als sämtliche Wissenschaftler des dafür verantwortlichen Hightech-Konzerns. Die Entwicklung dieses Handlungsstrangs und dessen Auflösung lassen „Astronaut“ dann doch ein wenig zum Märchen werden, wobei es aber eine Geschmacksfrage ist, ob das dann als starkes Manko empfunden wird oder nicht.</p> <p>In anderen Momenten unterläuft die Geschichte aber auch gängige Erzählmuster, etwa wenn Angus sich in einer Vorauswahl dem TV-Publikum präsentieren darf und man erwartet, dass er dort mit einem emotionalen und anrührenden Auftritt die Herzen der abstimmenden Zuschauer gewinnt, während sein Konkurrent in Person eines eitlen, jungen Selbstdarstellers natürlich abgestraft werden wird. Doch diese Episode verläuft dann völlig anders, so wie Angus auch seine Freunde und Verwandten immer wieder mit unvorhersehbaren Aktionen überrascht, die allerdings weit öfter zu Kopfschütteln und leichter Panik führen als zu Begeisterung. Eine herrliche Altersrolle für Richard Dreyfuss, der seiner Figur mühelos die Sympathien sichert, trotz oder eben gerade wegen deren eigenwilligen und störrischen Verhaltens.</p> <p class="text-align-center"><img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="f665dec0-2d51-491f-81bf-fb2846349d9d" height="136" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/a/astronaut%202.jpg" width="240" /></p> <p>An Spezialeffekten und aufwändigen Sets gibt es hier nicht viel zu sehen, stattdessen wird die Schönheit und Faszination des Weltalls auf eher poetische Weise vermittelt,&nbsp;dabei auch gerne und bewusst auf der Gefühls-Klaviatur gespielt ohne aber die Grenze zum Kitsch wirklich zu überschreiten. Das Finale ist dann zwar auch sehr emotional angelegt, überzeugt jedoch durch seine Konsequenz. Und beendet einen schönen, kleinen Film mit einem Ausflug ins All, der völlig anders daherkommt als einst vor gut vierzig Jahren.</p> </div> <section class="field field--name-comment-node-review field--type-comment field--label-hidden comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=15671&amp;2=comment_node_review&amp;3=comment_node_review" token="xSGRrHN_K8oCNLqPo4-HmwzNjaRUtcnjKQpJsuxhVlk"></drupal-render-placeholder> </section> <div class="field field--name-field-notonfrontpage field--type-boolean field--label-above"> <div class="field__label">Auf Startseite verstecken</div> <div class="field__item">Off</div> </div> <div class="field field--name-field-sorting-title field--type-computed-string field--label-above"> <div class="field__label">Sorting Title</div> <div class="field__item">Astronaut</div> </div> <div class="field field--name-field-sorting-abc field--type-computed-string field--label-above"> <div class="field__label">Sorting ABC</div> <div class="field__item">A</div> </div> Wed, 14 Oct 2020 16:45:46 +0000 volker 15671 at https://www.filmszene.de https://www.filmszene.de/filme/astronaut#comments Vergiftete Wahrheit https://www.filmszene.de/filme/vergiftete-wahrheit <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Vergiftete Wahrheit</span> <div class="field field--name-field-kategorie field--type-entity-reference field--label-hidden field__item"><a href="/kategorie/kino" hreflang="de">Kino</a></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/users/frami" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype=""> Frank-Michael Helmke </span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">4. Oktober 2020 - 13:04</span> <div class="field field--name-field-kritikart field--type-entity-reference field--label-hidden field__item"><a href="/taxonomy/term/10309" hreflang="de">Kritik</a></div> <div class="field field--name-field-original-title field--type-string-long field--label-above"> <div class="field__label">Originaltitel</div> <div class="field__item">Dark Waters</div> </div> <div class="field field--name-field-genres field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Genre</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/genres/drama" hreflang="de">Drama</a></div> <div class="field__item"><a href="/genres/historisch" hreflang="de">Historisch</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-laender field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Land</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/laender/usa" hreflang="de">USA</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-year field--type-integer field--label-above"> <div class="field__label">Jahr</div> <div class="field__item">2019</div> </div> <div class="field field--name-field-regie field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Regie</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/personen/todd-haynes" hreflang="de">Todd Haynes</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-cast field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Cast</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/personen/mark-ruffalo" hreflang="de">Mark Ruffalo</a></div> <div class="field__item"><a href="/personen/anne-hathaway" hreflang="de">Anne Hathaway</a></div> <div class="field__item"><a href="/personen/tim-robbins" hreflang="de">Tim Robbins</a></div> <div class="field__item"><a href="/personen/bill-pullman" hreflang="de">Bill Pullman</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-duration field--type-integer field--label-above"> <div class="field__label">Laufzeit</div> <div content="126" class="field__item">126 min</div> </div> <div class="field field--name-field-release-date field--type-datetime field--label-above"> <div class="field__label">Release Date</div> <div class="field__item"><time datetime="2020-10-08T12:00:00Z" class="datetime">8. Oktober 2020</time> </div> </div> <div class="field field--name-field-bewertung field--type-fivestar field--label-above"> <div class="field__label">Bewertung</div> <div class="field__item"><form class="fivestar-form-8" id="vote--8" data-drupal-selector="fivestar-form-8" action="/rss.xml" method="post" accept-charset="UTF-8"> <div class="clearfix fivestar-none-text fivestar-average-stars fivestar-form-item fivestar-basic"><div class="js-form-item form-item js-form-type-fivestar form-type-fivestar js-form-item-vote form-item-vote form-no-label"> <input class="vote" data-drupal-selector="edit-vote" type="hidden" name="vote" value="80" /> <div class="fivestar-static-form-item"><div class="js-form-item form-item js-form-type-item form-type-item js-form-item- form-item-"> <div class="fivestar-"><div class="fivestar-widget-static fivestar-widget-static- fivestar-widget-static-10 clearfix"><div class="star star-1 star-odd star-first"><span class="on">8</span></div><div class="star star-2 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-3 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-4 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-5 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-6 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-7 star-odd"><span class="on"></span></div><div class="star star-8 star-even"><span class="on"></span></div><div class="star star-9 star-odd"><span class="off"></span></div><div class="star star-10 star-even star-last"><span class="off"></span></div><div class="ratingzahl">8/10</div></div> </div> </div> </div> </div> </div><input style="display:none" data-drupal-selector="edit-submit" type="submit" id="edit-submit--8" name="op" value="" class="button js-form-submit form-submit" /> <input autocomplete="off" data-drupal-selector="form-9hkv-ie-3usdmwlclzz7gugbgmquvmg-pweruw1ypdy" type="hidden" name="form_build_id" value="form-9HkV-Ie_3usdmwLcLzz7gugbgmQuvMG_pwerUW1yPdY" /> <input data-drupal-selector="edit-fivestar-form-8" type="hidden" name="form_id" value="fivestar_form_8" /> </form> </div> </div> <div class="field field--name-field-copyright field--type-string-long field--label-hidden field__item">Tobis Filmverleih</div> <div class="field field--name-field-poster field--type-image field--label-hidden field__item"> <img src="/sites/default/files/styles/poster_180x255/public/filme/v/vergiftetewahrheit.jpg?itok=KKXktfqy" width="180" height="255" alt="" typeof="foaf:Image" class="image-style-poster-180x255" /> </div> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Es fängt alles damit an, dass ein aufgebrachter Farmer im Jahr 1998 in das edle Büro des Unternehmensanwalts Rob Bilott (Mark Ruffalo) stürmt und zetert, das irgendwas den Bach auf seinem Land vergiftet, aus dem seine Tiere trinken. Der Farmer hat natürlich recht, denn gleich nebenan in seiner Heimatstadt Parkersburg liegt eine Mülldeponie des Chemie-Riesen Dupont. Doch bis Bilott herausgefunden und juristisch stichfest bewiesen hat, was da eigentlich in alle umliegenden Gewässer sickert und wie viele Menschen deswegen bereits erkrankt sind, vergehen viele niederschmetternde und entbehrungsreiche Jahre, denn der milliardenschwere Konzern wehrt sich mit allen erdenklichen Mitteln dagegen, dass die von ihm über Jahrzehnte vertuschte Sauerei ans Tageslicht kommt und er dafür tatsächlich zur Rechenschaft gezogen wird.</p> <p class="text-align-center"><img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="7125e0d5-636c-4a7b-88b2-7bf193a03a2f" height="333" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/v/vergiftetewahrheitfarmer.jpg" width="500" /></p> <p>Wenn dieses Schema ein bisschen bekannt vorkommt, dann deswegen, weil „Vergiftete Wahrheit“ letztlich die gleiche, auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte erzählt wie jedes andere Justiz-Drama, in dem wenige aufrechte Kämpfer für Gerechtigkeit es mit einem skrupellosen Industrie-Goliath aufnehmen, und dass diese Geschichten in der Realität eben immer den gleichen, oftmals deprimierenden Verlauf nehmen.</p> <p style="margin-bottom:11px">Auch in „Vergiftete Wahrheit“ sind alle üblichen Zutaten solch einer Geschichte enthalten: Die entrüsteten einfachen Leute, die alles lostreten, und lange Zeit die Missgunst ihrer Mitbürger ertragen müssen – denn schließlich verklagt man den größten Arbeitgeber in der eigenen Heimatstadt und sägt damit an dem Ast, auf dem der ganze Ort sitzt. Der aufrechte Anwalt, der sich mit glasklarem Gerechtigkeitssinn, aber auch mit zunehmender Obsession in einen immer endloseren Kampf stürzt, und dafür sein eigenes heiles Familienleben opfert. Unvermeidliche visuelle Standards wie die Szene, in der unendliche Mengen von Aktenkartons in eine Anwaltskanzlei gekarrt werden, weil der böse Großkonzern seinen Gegner mit der schieren Masse an zu durchwühlenden Beweismitteln zu erschlagen versucht. Und die immer wiederkehrende Debatte, ob es all diese Opfer wirklich wert ist oder man nicht lieber aufgeben sollte, gekontert von wütenden Plädoyers voller gerechtem Zorn, dass man solch einen Kampf einfach nicht aufgeben <i>darf</i>.</p> <p class="text-align-center" style="margin-bottom:11px"><img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="c44c7705-3a8e-47d3-a533-56c07d9b9c38" height="333" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/v/vergiftetewahrheitakten.jpg" width="500" /></p> <p style="margin-bottom:11px">„Vergiftete Wahrheit“ ist in dieser Hinsicht nicht gerade ein origineller Film, und er ist sicher auch kein Vergnügen. Nicht nur, weil seine Geschichte einem einmal mehr die deprimierende Tatsache vor Augen hält, dass Menschenleben nicht sonderlich viel zählen, wenn es um die Rendite eines milliardenschweren Aktienkonzerns geht. Sondern auch, weil die Bilder genau diese Erkenntnis so wirkungsvoll unterstreichen. Den geradezu lebensvernichtende Würgegriff, in dem der Chemie-Riese Dupont den Haupthandlungsort dieses Films hält, machen Regisseur Todd Haynes und sein Kameramann Edward Lachman deutlich in ihren grauen Bildern einer Welt, in der ewig ein trüber Herbst oder Winter herrscht – tatsächlich scheint in diesem Film nicht ein einziges Mal die Sonne.</p> <p style="margin-bottom:11px">Warum sollte man sich „Vergiftete Wahrheit“ trotzdem ansehen? Zum einen, weil er trotz seiner letztlich konventionellen Struktur und Erzählung meisterhaft ausgeführt ist. Denn angeführt vom grandiosen Regisseur Todd Haynes („<a href="https://www.filmszene.de/filme/dem-himmel-so-fern">Far from Heaven</a>“, „<a href="https://www.filmszene.de/filme/im-not-there">I’m not there</a>“, „<a href="https://www.filmszene.de/filme/carol">Carol</a>“) agiert hier ein herausragender Cast, zuvorderst Mark Ruffalo und Anne Hathaway als Rob Bilotts Ehefrau Sarah, der sich mit seinem zurückgenommenen Spiel ganz in den Dienst der Geschichte stellt.</p> <p class="text-align-center"><img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="6ddb2bac-0a6f-4329-9e50-345499c8ae64" height="281" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/filme/v/vergiftetewahrheitpaar.jpg" width="500" /></p> <p>Und zum anderen, weil einfach mehr Menschen diese Geschichte kennen sollten. Denn letztlich betrifft sie jeden von uns. Warum? Die Substanz, um die sich dieser ganze Film dreht und mit der so viele Menschen in Parkersburg buchstäblich vergiftet wurden, trägt viele Namen. Der bekannteste: Teflon. Auch du hast dieses Zeug zuhause in der Beschichtung deiner Bratpfannen. Mahlzeit.</p> </div> <section class="field field--name-comment-node-review field--type-comment field--label-hidden comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=15670&amp;2=comment_node_review&amp;3=comment_node_review" token="b1NP1TTELwYIV8x8zequo_yBQSaWD_2OdGZ7G91FrKM"></drupal-render-placeholder> </section> <div class="field field--name-field-notonfrontpage field--type-boolean field--label-above"> <div class="field__label">Auf Startseite verstecken</div> <div class="field__item">Off</div> </div> <div class="field field--name-field-sorting-title field--type-computed-string field--label-above"> <div class="field__label">Sorting Title</div> <div class="field__item">Vergiftete Wahrheit</div> </div> <div class="field field--name-field-sorting-abc field--type-computed-string field--label-above"> <div class="field__label">Sorting ABC</div> <div class="field__item">V</div> </div> Sun, 04 Oct 2020 11:04:46 +0000 frami 15670 at https://www.filmszene.de https://www.filmszene.de/filme/vergiftete-wahrheit#comments Das 28. Filmfest Hamburg in Zeiten von Corona https://www.filmszene.de/das-28-filmfest-hamburg-zeiten-von-corona <span property="schema:name" class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Das 28. Filmfest Hamburg in Zeiten von Corona</span> <div class="field field--name-field-specials field--type-entity-reference field--label-hidden field__item"><a href="/spotlight/special" hreflang="de">Special</a></div> <span rel="schema:author" class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/users/maggie" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype=""> Margarete Prowe </span></span> <span property="schema:dateCreated" content="2020-10-03T12:13:19+00:00" class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">3. Oktober 2020 - 14:13</span> <div property="schema:text" class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">Heute endet das 28. Filmfest Hamburg, welches trotz Corona stattfinden konnte. Durch die Abstandsregelungen wurden zwar nur halb so viele Filme gezeigt und durften weniger Zuschauer in die Kinosäle, doch dafür konnten Filme zusätzlich zur Kinovorführung kostenpflichtig gestreamt werden. So konnten diejenigen, die keine Karte für den Kinobesuch bekamen oder sich als Risikogruppe nicht ins Kino trauten, auf dem eigenen Sofa in den Genuss des Filmfests kommen. 2020 gibt es nur den Publikumspreis, auf Wettbewerbe und Jurys und die Verleihung des Douglas-Sirk-Preises wurde verzichtet. Da die „17. dokumentarfilmwoche hamburg“ coronabedingt ausfallen musste, wurde ein Teil davon (13 Dokumentarfilme) stattdessen auf dem Filmfest Hamburg gezeigt. Das parallel zum Filmfest stattfindende „Michel Kinder und Jugend Filmfest“ fand eingeschränkt mit nur vier Filmen und ohne Kinder-Jury statt.</span></span></span></p> <p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">Das 28. Filmfest Hamburg begann visuell aufreizend mit Oskar Roehlers („Die Unberührbaren“, „Elementarteilchen“) „Enfant Terrible“ über die Filmikone Rainer Werner Fassbinder (gespielt von Oliver Masucci, „Dark“). In Episoden erzählt Roehler aus Fassbinders Leben und von den verschiedenen Facetten seiner Persönlichkeit, vom Filmemacher-Genie über den nach Liebe Suchenden bis zum Tyrannen, der alle um sich herum schikanierte. Von seiner Erstürmung des Anti-Theaters in München 1967 mit 22 Jahren bis zu seinem vorzeitigen Tod mit 37 Jahren nach 39 Filmen blickt man hier in Kulissen auf Fassbinders irres Leben. „Enfant Terrible“ gehört 2020 zur offiziellen Auswahl der Filmfestspiele von Cannes (die aber Corona-bedingt im Mai nicht stattfanden).</span></span></span></p> <p class="text-align-center" style="margin-bottom:11px"><img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="3cd8fd8b-44bd-4acc-b7e3-d46b334ae546" height="281" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/spotlight/specials/FilmfestHamburg2020/EnfantTerrible.jpg" width="500" /></p> <p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">Fatih Akin bringt im Rahmen des Festivals sein Spielfilmdebüt „Kurz und schmerzlos“ 22 Jahre nach dessen Premiere erstmals in einer restaurierten Fassung auf die Leinwand. Akin sagt, dass er auf die Idee zur Restaurierung kam, weil „Kurz und Schmerzlos“ vor zwei Jahren auf DVD bei einer Veranstaltung des Hamburger Denkmalvereins gezeigt wurde und die Projektion durch das Alter der DVD häufig hakte. Zumal ist die DVD-Ausgabe des Films mittlerweile vergriffen.&nbsp;</span></span></span></p> <p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">Die komplette digitale Überarbeitung des Films war die Idee von Warner Bros. Der Film wurde neu gemixt, von Stereo auf Dolby Surround gebracht und die Kratzer und Fehler auf dem Material entfernt (unter anderem Mikrofone, die im Bild direkt oder als Spiegelung zu sehen waren) und die Farben angepasst. Durch das begrenzte Budget damals war es nicht möglich, die Farben nach Akins Vision umzusetzen, so dass ihm die Farben immer zu bunt und zu hell erschienen. Akin selbst findet seinen Erstling auch 22 Jahre später noch sehr aktuell im Zusammenhang mit dem Thema „People of Color im deutschen Film“. Warner Bros. planen nun einen Kinostart in Deutschland. Durch weniger Neuerscheinungen während Corona sieht Fatih Akin Chancen für seinen Film. Wie er sagt: „Der Film wurde fürs Kino gemacht und ich würde mich freuen, wenn der Film dann auch auf der großen Leinwand geschaut wird.“</span></span></span></p> <p class="text-align-center" style="margin-bottom:11px"><img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="d0ed97b4-0a1b-49e0-aec2-8088f4a75f39" height="331" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/spotlight/specials/FilmfestHamburg2020/KurzUndSchmerzlos.jpg" width="500" /></p> <p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">Berührend, aber schwer erträglich, sind manche der politischen Filme des Festivals wie zum Beispiel der iranische Film „Sohn – Mutter“, der von Mohammad Rasoulof geschrieben und von der iranischen Regisseurin Mahnaz Mohammadi verfilmt wurde. Die iranische Witwe Leila kann sich, ihr Kleinkind und ihren zwölfjährigen Sohn Amir kaum über Wasser halten. Die Fabrik muss Mitarbeiter entlassen und die Kollegen verleumden sie, da Kazem, der Busfahrer der Fabrik, ihr schöne Augen macht. Als er ihr einen Heiratsantrag macht, bietet sich für Leila ein Ausweg aus ihrer wirtschaftlichen Not. Doch Kazem hat eine Tochter in Amirs Alter. Die Tradition verbietet es, dass beide Kinder in einem Haushalt leben. Leila wird vor die Wahl zwischen ihrem Sohn und der finanziellen Sicherheit für sich und ihre Tochter gestellt und muss eine Entscheidung treffen, bei der es nur Verlierer gibt. Zu Beginn wird der Film aus der Sicht der Mutter gezeigt und im weiteren Verlauf aus der Sicht des zwölfjährigen Sohnes. </span></span></span></p> <p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">Wie die Filmemacherin im Anschluss in einem Videointerview sagte, handelt es sich hier um ganz typische Entscheidungen, die im Iran zum Alltag gehören und mit deren unmenschlichen Auswirkungen viele Familien zu kämpfen haben. Sie wünscht sich, dass ihr Film auch im Iran gezeigt werden könnte. Die Situation im Iran ist seit vielen Jahren ein Thema des Filmfest Hamburg und auch Mohammad Rasoulof war hier zu Gast, als er noch ausreisen durfte. </span></span></span></p> <p class="text-align-center" style="margin-bottom:11px"><img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="05631d2f-d2ce-4e27-82e3-2690307a529f" height="333" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/spotlight/specials/FilmfestHamburg2020/Sohn-Mutter.jpg" width="500" /></p> <p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">Das Festival wird am 3.10. beendet mit dem vor kurzem bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig mit dem „Goldenen Löwen“ ausgezeichneten Film „Nomadland“, von der in den USA lebenden Chloé Zhao („<a href="https://www.filmszene.de/filme/rider">The Rider</a>“). Zum dritten Mal ist die in China geborene Regisseurin mit einem Film bei Filmfest Hamburg zu Gast: Nach „Songs My Brothers Taught Me“ (2015) und „The Rider“ (2017) - ausgezeichnet mit dem „Art Cinema Award“ des Festivals - feiert auch „Nomadland“ Deutschlandpremiere in Hamburg.</span></span></span></p> <p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">Francis McDormand („Fargo“, „<a href="https://www.filmszene.de/filme/three-billboards-outside-ebbing-missouri">Three Billboards Outside Ebbing, Missouri</a>“) spielt Fern, die nach dem wirtschaftlichen Zusammenbruch einer Konzernstadt im ländlichen Nevada ihren Job, ihren Mann, ihr Zuhause verliert und sich in ihrem Van aufmacht, ein Leben als Nomadin zu führen. Die Protagonistin drückt es so aus: „I am not homeless, I am houseless“ („Ich bin nicht obdachlos, ich bin hauslos.“) Der Film zeigt die echten Nomaden Linda May, Swankie und Bob Wells als Ferns Begleitung bei ihrer Erkundung der Landschaften des amerikanischen Westens.</span></span></span></p> <p class="text-align-center" style="margin-bottom:11px"><img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="ab21e6ae-84e1-46a4-98b2-0e668a2ba4db" height="281" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/spotlight/specials/FilmfestHamburg2020/Nomadland1.jpg" width="500" /></p> <p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">Wie auch in „The Rider“ versinkt das Publikum in unglaublichen Landschaftsaufnahmen der amerikanischen Wildnis. Diesmal wird sogar noch weniger gesprochen, sondern viel über Gesichtsausdrücke und Bewegungen und Körperhaltungen erzählt. „Nomadland“ berührt, rührt zum Lachen und zum Weinen und zeigt Frances McDormand ungeschönt auch beim Pipimachen im Schnee draußen und beim Nacktbaden im Fluss. </span></span></span></p> <p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">Die Personen, die Landschaften, die herrliche Klavierbegleitung und das Einweben von Shakespeare-Zitaten ergeben zusammen ein facettenreiches Bild auf das Leben älterer Amerikaner, deren Rente nicht zum Leben reicht, die aber mit Erfindungsreichtum überleben, sich eine Gemeinschaft suchen und die amerikanische Natur erfahren. „Nomadland“ feierte dieses Jahr seine Uraufführung in gleichzeitigen Vorführungen bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig und dem Toronto International Film Festival.</span></span></span></p> <p class="text-align-center" style="margin-bottom:11px"><img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="d6ff71de-8160-434d-9339-7130474c7f12" height="281" src="https://www.filmszene.de/sites/default/files/spotlight/specials/FilmfestHamburg2020/Nomadland2.jpg" width="500" /></p> <p style="margin-bottom:11px"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">„Bas les masques!“ – lautet ein französischer Spruch, der dazu auffordert, die Masken fallen zu lassen, um die Wahrheit sichtbar zu machen. Das war laut Festivalleiter Albert Wiederspiel auch 2020 der Anspruch an die Filme des Filmfests - sie sollten die Wahrheit zeigen und sich mit der Welt von Heute auseinandersetzen. Das ist gelungen, und so bleibt dem Filmfest zu wünschen, dass wir uns 2021 mit den Filmemachern auch wieder persönlich im Festivalzelt treffen und den Film in der Hansestadt auch miteinander feiern können. Bis dahin gilt das Motto des diesjährigen Filmfest Hamburg: „Filme berühren – im Kino und online“. </span></span></span></p> </div> <section class="field field--name-comment-node-page field--type-comment field--label-hidden comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=15669&amp;2=comment_node_page&amp;3=comment_node_page" token="mJBIG-dMV1vS3C99IA8QrVnkEy0drCk22fQ5Ap8bKBo"></drupal-render-placeholder> </section> <div class="field field--name-field-notonfrontpage field--type-boolean field--label-above"> <div class="field__label">Auf Startseite verstecken</div> <div class="field__item">Off</div> </div> Sat, 03 Oct 2020 12:13:19 +0000 maggie 15669 at https://www.filmszene.de https://www.filmszene.de/das-28-filmfest-hamburg-zeiten-von-corona#comments