Gäbe
es einen Preis für den wortkargsten Hauptdarsteller, Clint Eastwood
wäre ein ganz heißer Aspirant auf den Titel. Schweigsam
und dabei immer hart durchgreifend, der geborene Einzelgänger,
so kennen wir Mr. Eastwood seit Jahrzehnten. Meist gibt er den Lonesome
Cowboy oder den knallharten Cop. Das ist sein Metier, und da er nun
schon seit einigen Jahren seine Filme selbst produziert und eigenhändig
Regie führt ("Bloodwork" ist seine 23. Regiearbeit)
wird sich daran auch in Zukunft sicher wenig ändern. Sein neuester
Film reiht sich da völlig nahtlos ein, wie ein kurzer Blick auf
den Inhalt schnell zeigt.
Der erfahrene, unerbittlich für das Recht kämpfende FBI-Profiler
Terry McCaleb (natürlich Clint Eastwood) steht vor einem schwierigen
Fall. Der Serienmörder "Code Killer" hat ein weiteres
Opfer in Unmengen von Blut hinterlassen. An der Wand steht: "Fang
mich, McCaleb" und darunter ein nicht zu entschlüsselnder
Zahlencode. In der Menschenmenge vor dem Haus sieht McCaleb einen
Mann mit blutverschmierten Turnschuhen, der auch prompt flüchtet.
Bei der Verfolgung erleidet McCaleb einen schweren Herzanfall. Er
scheidet aus dem Dienst aus.
Zwei
Jahre später hat sich für den alten Cop nach langer Wartezeit
ein Spenderherz gefunden und er erholt sich nach dem schweren Eingriff
blendend. Auf seinem Hausboot im Yachthafen genießt er den
Ruhestand und vertreibt sich die Zeit mit seinem Nachbarn, dem Althippie
Buddy Noone (Jeff Daniels). Wenig später tritt Graciella Rivers
(Wanda De Jesús) mit einer Bitte an ihn heran. Ihre Schwester
wurde am selben Tag ermordet, an dem McCaleb operiert wurde, und
sie glaubt, dass er ihr Herz trägt. Nach anfänglichem
Zögern beginnt MacCaleb mit Recherchen in dem bisher ungeklärten
Fall und stößt bald auf überraschende Zusammenhänge.
Dieser
routiniert an nur 38 Tagen abgedrehte Thriller kann nicht voll überzeugen.
Die Story geht in Ordnung, aber das klassische Strickmuster und
der sehr tiefe Griff in die Klischeekiste lassen keinen großen
Spaß aufkommen. Den pensionierten alten FBI-Hasen, der sich
aufgrund persönlicher Betroffenheit noch einmal an einen schwierigen
Fall macht, haben wir schon oft genug gesehen. Und der besorgten
Ärztin, der ehemaligen Kollegin, die ihm noch was schuldig
ist, und der Schwester der Toten fehlt mehr als nur ein bisschen
Persönlichkeit.
Wer seine Sache hingegen gut macht ist Jeff Daniels, der als gammeliger
Ex-Surfer Buddy einen erfreulich komödiantischen Gegenpart
zum mürrischen, steifen McCaleb abgibt. Dieser kleine Lichtblick
und die sagen wir mal nette Auflösung bewahren den Film vor
der absoluten Überflüssigkeit. Der Rest ist unspektakulärer
Durchschnitt.
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