Serien

Es ist in den letzten Jahren schon viel darüber geschrieben worden, dass das Fernsehen das Kino als höchste Form des filmischen Erzählens abgelöst hat – ein Prozess, der zumindest für Amerika unbestreitbar ist, wo sich die Produktion der großen Filmstudios immer mehr einengt auf so genannte „Event-Filme“, die auf großes Spektakel denn auf starke Figuren und Geschichten setzen, um ihr Publikum ins Kino zu locken.
Das unglaubliche Comeback der Veronica Mars findet dieser Tage in ausgewählten Lichtspielhäusern statt – diese Tatsache allein ist schon mal erstaunlich. Schließlich war die Serie 2007 nach drei mit katastrophalen Quoten versehenen Staffeln ("Veronica Mars" war konstant auf den letzten Plätzen von immerhin etwa 150 Programmen der amerikanischen TV-Primetime) eingestellt worden.
Don Draper, die Hauptfigur von “Mad Men“, kann ein ganz schönes Schwein sein. Genau genommen benehmen sich eigentlich die meisten Männer in der Erfolgsserie von Matthew Weiner wie Schweine. Trotzdem schauen sowohl Publikum als auch Kritiker nun schon seit fünf Staffeln voller Begeisterung Don und seinen Kollegen bei deren Arbeit in einer New Yorker Werbeagentur der 60er Jahre über die Schulter.
Wer sich vom heimischen Kinoprogramm gelangweilt fühlt, dem bieten sich seit einiger Zeit ja wahrlich attraktive Alternativen auf der einst verpönten Mattscheibe. Ob “Lost“, “The Wire“, “The Sopranos“ oder “Mad Men“ - das US-Fernsehen produziert seit einigen Jahren Serienhighlights am Fließband.
​“Jump the shark“ – so bezeichnet man in den USA den Moment einer TV-Serie, der als eindeutiges Zeichen für deren kommenden Niedergang angesehen werden kann. Für einige “24“-Fans kam dieser Augenblick in Episode sieben der sechsten Staffel, als Terroristenjäger Jack Bauer (gespielt von einem grandiosen Kiefer Sutherland) ohne große Umschweife damit begann seinen eigenen Bruder zu foltern.
Bei allem Respekt für die "Voyager", die Crew des französischen Captains Picard oder die von Krisen gebeutelte Raumstation Deep Space Nine: Auf keine andere Veröffentlichung haben die Freunde der Franchise Namens "Star Trek" wohl so sehnsüchtig gewartet, wie auf die DVD-Edition der Original-Serie aus den sechziger Jahren.
Sie ist moppelig, beziehungsfrustriert, tollpatschig, unfassbar naiv - und das Beste, was dem deutschen Fernsehen in den letzten Jahren passiert ist. Als Doktor Gretchen Haase im Frühsommer 2008 erstmals bei RTL über den Bildschirm flimmerte, setzte zunächst auf breiter Front der übliche deutsche Nörgel-Reflex ein, der dem hiesigen Fernsehen im Allgemeinen und der deutschen TV-Serie im Speziellen jegliche Innovationsfähigkeit abspricht.
Am Ende der dritten Staffel der außergewöhnlichen TV-Serie "24" sitzt Agent Jack Bauer (Kiefer Sutherland) alleine in seinem Auto. Die tödliche Bedrohung wurde abgewendet, die Terroristen überwältigt und die Vereinigten Staaten vor einem Anschlag unvorstellbaren Ausmaßes bewahrt.
Es scheint mittlerweile fast so, als ließe sich die Qualität einer Serie an ihren Einschalt-Quoten in Deutschland ablesen. Gute, innovative Serien mit frischen Ideen, fast ausnahmslos aus den Vereinigten Staaten kommend, stehen regelmäßig vor der Absetzung. Im besten Fall. Beispiel "The Shield": Soeben von Kabel 1 aus dem Programm genommen.
Letzte Runde für die Teenager aus Point Place und die wilden Siebziger selbst, denn mit dieser achten Staffel geht nicht nur die Serie, sondern in ihr auch das titelgebende Jahrzehnt zu Ende. Die gute Nachricht bei Betrachten dieses nun von Sunfilm abschließend herausgebrachten DVD-Sets: Es hätte wesentlich schlimmer kommen können. Die schlechte bleibt indes, dass diese Staffel nie das Gefühl des eigentlich Überflüssigen ablegen kann und demnach die Schwächste der Serie ist.