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Captain Marvel

Captain Marvel
superhelden-action , usa 2019
original
captain marvel
regie
anna boden, ryan fleck
drehbuch
anna boden, ryan fleck
cast
brie larson,
samuel l. jackson,
jude law,
ben mendelsohn,
clark gregg,
annette benning, u.a.
spielzeit
124 Minuten
kinostart
7. März 2019
homepage
https://disney.de/filme/captain-marvel
bewertung

6 von 10 Augen

marvel 1Für Marvel-Verhältnisse war das schon eine recht lange Pause, denn seit „Ant-Man & The Wasp“ gab es tatsächlich mehr als ein halbes Jahr lang keinen neuen Beitrag zur Erfolgsreihe. Was natürlich auch damit zu tun hat, dass man halt nicht einfach so weiter machen konnte nach dem dramatischen (und offenen) Finale des „Infinity Wars“. Dafür gibt es nun aber gleich den Doppelpack aus der in den 90er Jahren angesiedelten Origin-Story von „Captain Marvel“ und der Avengers-Fortsetzung „Endgame“, in welcher die mächtige Kämpferin eine bedeutende Rolle einnehmen wird. Gerade mal sieben Wochen werden zwischen diesen beiden Filmen liegen, mit denen dann „Phase 3“ auf vermutlich höchst spektakuläre Weise abgeschlossen wird. Nun aber erst mal die weibliche Titelheldin, wobei Marvel in dem Punkt ja keineswegs Vorreiter ist, sondern der äußerst erfolgreichen Wonder Woman von DC folgt. Und an die kommt „Captain Marvel“ dann qualitativ auch nicht ganz ran.
 

marvel 2Seit langem befinden sich die Rassen der Kree und der Skrull im Krieg miteinander, als die Kree-Soldatin Vers (Brie Larson) von ihrem Mentor Yon-Rogg (Jude Law) in ihren ersten großen Einsatz geschickt wird. Der geht jedoch schief, Vers wird gefangengenommen und von Ober-Skrull Talos (Ben Mendelsohn) verhört, da der Feind bei ihr Informationen über eine ganz bestimmte Waffe oder Maschine vermutet. Doch die mit besonderen Kräften ausgestattete Kriegerin kann entkommen und landet schließlich ungeplant auf der Erde des Jahres 1995. Dort erregt sie schnell die Aufmerksamkeit des Shield-Agenten Nick Fury (Samuel L. Jackson) und dessen Helfer Coulson (Clark Gregg), die sich allerdings zunächst nicht vorstellen können es mit außerirdischen Superwesen zu tun zu haben. Da aber auch die zum Gestaltwandeln fähigen Skrull auf der Erde angekommen sind, rauft man sich zusammen und versucht die Infiltration aufzuhalten. Dabei wird Vers langsam klar, dass sie die die Erde gut kennt und hier lange Zeit gelebt hat – allerdings unter dem Namen Carol Danvers. Und das Geheimnis ihrer Herkunft ist eng mit einer entscheidenden Wende im Kree-Skrull-Krieg verbunden.
 

marvel 3Wer vorab bereits mitbekommen hat, dass hier die Vorgeschichte der „Avengers-Initiative“ erzählt werden soll und sich auf neue Mosaiksteinchen im großen Marvel-Epos freut, der dürfte zu Beginn von „Captain Marvel“ gleich aus doppeltem Grund etwas ernüchtert dreinschauen. Denn nach der schönen Idee, sämtliche Cameo-Auftritte des kürzlich verstorbenen Stan Lee in das Marvel-Logo einzubinden, folgt der galaktische Konflikt zweier bisher noch nicht groß aufgetretener Rassen und damit eine völlig andere Geschichte, die aber leider nicht besonders interessant ist. Die ersten 20 Minuten schildern eine Mission und einen Kampfeinsatz, wie er auch aus Dutzenden x-beliebiger SciFi-Serien stammen könnte. So richtig los geht das Ganze daher erst als Vers schließlich ihre Bruchlandung auf der Erde inmitten einer „Blockbuster“-Videothek hinlegt. Damit (und vor allem mit dem Auftauchen von Nick Fury) ändert sich dann auch komplett der Ton des Films, denn von nun an wird es leicht und amüsant. Wie in einer klassischen Buddy-Cop-Komödie ziehen Brie Larson und Samuel L. Jackson fortan durch die Gegend und frotzeln sich dabei gegenseitig mit Sprüchen, dass es eine wahre Freude ist. Und weil man schon mal dabei ist werden dann auch weitere Aliens in die lässige Gang mit einbezogen und hauen einen Oneliner nach dem anderen raus.

marvel 4Damit schlägt der Humor-Quotient am Ende so hoch aus wie es bisher nur im letzten „Thor“-Kapitel der Fall war, doch in diesem Setting und vor allem dank Mr. Jackson funktioniert diese Masche glücklicherweise ganz prächtig. Der ist sich nämlich nicht zu schade eine guten Anteil der Gags auf seine Kosten gehen zu lassen und kristallisiert sich gerade deshalb als der heimliche Star des Films heraus. Die digitale Verjüngung des Darstellers erreicht dabei mittlerweile eine solche Perfektion, dass man als Zuschauer auch nicht durch ein irgendwie doch merkwürdiges Aussehen abgelenkt wird und die Macher es auch problemlos wagen können, diese Methode nicht nur für ein paar kurze Szenen, sondern durchgehend einzusetzen. Und ja, wir erfahren hier auch wie denn Nick Fury eigentlich sein Auge verloren hat. Nur so viel: Die Erklärung ist weit weniger heroisch als man es bei dem verdienten Kriegsveteranen vermutet hätte (und auch eine völlig andere als in der Comicvorlage).

marvel 5Apropos Comicvorlage: Die etwas älteren Marvel-Fans erinnern sich ja noch daran, dass die Figur des „Captain Marvel“ ursprünglich eine männliche war und der für den Frieden zwischen den Rassen kämpfende Kree Mar-Vell einst an der sehr menschlichen Krankheit Krebs starb, bevor seine Freundin Carol Danvers in sein Kostüm schlüpfte. Wer noch weiß, wie damals sein Gegenspieler hieß, der kennt auch schon den Bösewicht des nun ein halbes Jahrhundert später entstandenen Blockbusters. Denn die alte Originalgeschichte eines damals eher obskuren Helden hat man sehr liebevoll mit eingebaut und dabei lediglich das Geschlecht von Mar-Vell geändert. Denn wie schon bei „Wonder Woman“ ist hier (fast) alles weiblich, nicht nur die Titelfigur, sondern auch die Verantwortliche auf dem Regiestuhl. Die heißt Anna Boden und ist zuvor noch nicht mit buntem Popcorn-Kino aufgefallen. Unterstützt wird sie von ihrem langjährigen Partner Ryan Fleck und beider Inszenierung des ungewohnten Stoffes gelingt ziemlich makellos. Lediglich beim ebenfalls von den Beiden verfassten Drehbuch lassen sich ein paar Schwächen ausmachen, nicht immer läuft die Geschichte ganz rund und über den missglückten Anfang haben wir ja bereits gesprochen. Die Entscheidung, eine Herkunftsgeschichte mal nicht chronologisch sondern hauptsächlich im Rückblick und damit von hinten nach vorne zu erzählen, weiß aber durchaus zu gefallen.

marvel 6Für die technische Seite und die unvermeidlichen großen Actionszenen zeichnen dann andere Spezialisten verantwortlich und obwohl die stark gepimpte Captain Marvel (deren Name so im Film nie fällt) mit ihren Flugkünsten und gewaltigen körperlichen Kräften stark an den Urvater aller Superhelden aus dem Konkurrenz-Universum erinnert, sind die Effekte und Raumschlachten lediglich routiniert umgesetzt, da haben wir bei den Avengers schon Aufregenderes erlebt. Auch scheint Brie Larson mit ihrer Rolle noch ein wenig zu fremdeln. Vor allem wenn sie sich als stark und selbstbewusst präsentieren möchte, wirkt das mit diversen Posen und betont coolem Mienenspiel manchmal etwas zu gewollt. So charismatisch und eins mit ihrer Rolle wie die Kollegin Gal Gadot (um noch ein letztes Mal den Vergleich mit „Wonder Woman“ zu bemühen) ist sie jedenfalls noch nicht und das kommt durchaus überraschend, wenn man bedenkt dass wir es hier mit einer bereits oscarprämierten Darstellerin und dort mit einem Ex-Model zu tun haben.

Insgesamt funktioniert „Captain Marvel“ daher etwas unerwartet vor allem als Buddy-Film und Komödie und etwas weniger als einschneidendes Epos für die große Marvel-Welt. Die entsprechenden Verbindungen werden aber natürlich am Ende noch geknüpft und wer weiß, vielleicht reißt Carol Danvers dann in ein paar Wochen ja doch das Geschehen an sich und rettet das halbe, von Thanos ausgelöschte Universum. Der Film „Captain Marvel“ ist dazu aber wohl doch nur die Vorspeise.

Volker Robrahn

Das überraschendste an diesem

4

Das überraschendste an diesem überflüssigen Neuzugang im Marvel-Universum ist wie langweilig er doch geraten ist. Gefühlte 50 Minuten lang hält sich der Film damit auf dem Zuschauer die banale Vergangenheit der uninteressanten Heldin näher zu bringen: ein bisschen Top Gun-Historie, ein paar Rückschläge im Leben und die dazugehörige Extraportion Kampfgeist ergeben die Superheldenbiografie aus dem Baukasten. Brie Larson bleibt dabei so blass wie ein Brie und schafft es nicht mal ansatzweise so etwas wie Charisma auszustrahlen. Die Witzelchen zwischen ihr und Nick Fury sind weit unter Marvel-Niveau, der Plotpoint in der Mitte des Films übliche Standardkost und selbst Furys Verlust des Auges irgendwie vorhersehbar. Am enttäuschendsten empfand ich allerdings Frau Marvels Superkräfte: sie schleudert Schurken durch die Gegend, brennt sich durch Türen und Wände und braust wie ein Glühwürmchen auf Speed durchs All. Die 80er-Jahre-Föhnfrisur sitzt dabei immer. Originell geht anders. Ich hoffe inständig, dass dieser belanglose Neuzugang nicht den nächsten Avengers ruiniert.

Ganz ok, viel Potenzial

5

Ganz ok, viel Potenzial vertan.

Der Film kommt viel

8

Der Film kommt viel unterhaltsamer rüber als man nach den vielen Kritiken vermuten konnte. Es gab schon deutlich schwächere Filme aus der Marvel-Reihe, Thor 2 oder Guardians otG 2 z.B.
Wenn Brie Larson etwas blasser wirkt als die anderen Superhelden, wirkt es dennoch nicht störend. Der absolute Hingucker ist allerdings der verjüngte Samuel L. Jackson: diese Qualität der Computer-Animation ist phänomenal und allein das Eintrittsgeld wert.

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