Alvin und die Chipmunks 3: Chipbruch

Originaltitel
Alvin and the Chipmunks: Chip-Wrecked
Land
Jahr
2011
Laufzeit
87 min
Release Date
Bewertung
3
3/10
von Volker Robrahn / 20. Dezember 2011

Eigentlich war die gemeinsame Urlaubsreise auf einem Kreuzfahrtschiff ja zur Erholung gedacht. Doch Dave (Jason Lee) hätte es im Grunde besser wissen müssen: Auch an Bord des Luxusliners treiben es die Chipmunks und Chipettes angeführt vom anscheinend unbelehrbaren Alvin wieder reichlich bunt und strapazieren mit ihren Streichen die Nerven der Mitreisenden. Die von Dave vorgenommenen Strafmaßnahmen bleiben nicht nur vollkommen nutzlos, sie führen sogar dazu, dass die ganze Sippe schließlich über Bord geht und auf einer einsamen Insel strandet. Dort macht man dann nicht nur die Bekanntschaft der leicht merkwürdigen Schiffbrüchigen Zoe (Jenny Slate), sondern muss sich auch ein weiteres Mal mit Bösewicht Ian (David Cross) herumschlagen, der immer noch auf Rache sinnt.

Dritte Runde für die je nach persönlicher Einstellung entweder liebenswerten oder aber unerträglich nervigen Chipmunks. Diese war nach dem erneut beeindruckenden Kasseneinspiel des zweiten Teils unvermeidlich und natürlich behält man auch die dort neu eingeführte weibliche Abart „Chipettes“ mit an Bord. Wo man aber leider nicht lange bleibt, denn die Ereignisse auf dem Schiff sind eine ganze Klasse turbulenter und aufregender als die folgende Variante eines typischen Schiffbruch-Abenteuers.

Was nicht heißen soll, dass sie besonders gut gelungen wären, denn bereits in der ersten halben Stunde wirkt das alles hier erkennbar bemüht und wenig inspiriert.  Man muss schon sehr, sehr jung an Jahren oder ein beinharter und schmerzloser Fan der sprechenden und singenden Streifenhörnchen sein, um ungetrübte Freude an deren diesmal fast ausnahmslos ziemlich platten Späßen zu haben. Denn da wird mitunter ganz tief in die Klamottenkiste gegriffen oder im Zweifelsfall einfach jemandem was ins Gesicht geworfen oder einer zu Fall gebracht – nach dem Motto „plumps und kicher“.Alvin 3 2

Da sich zudem der Aufenthalt auf der Insel als ausgesprochen fad entpuppt, nie ein ernsthaftes Gefühl der Bedrohung aufkommt und auch das an sich recht actionreiche Finale kaum zu fesseln vermag, bleibt da selbst bei gutem Willen (welcher in erster Linie mit einer großen Unempfindlichkeit gegen schrille und nicht immer ganz verständlichen Vocoder-Stimmen gleichzusetzen ist) nicht viel Erfreuliches über. So ist es einerseits schön, dass man dem sympathischen Jason Lee nach seiner Minirolle im zweiten Film nun wieder mehr Raum zur Entfaltung gibt, andererseits zeugt die erneute Verwendung des eigentlich längst ausgelutschten Gegenspielers Ian von einer erschreckenden Einfallslosigkeit (die auch nur mit Hilfe eines doch reichlich unwahrscheinlichen Zufalls konstruiert wird). Und die neu eingeführte Figur der seit Jahren auf der Insel lebenden Zoe ist im Grunde koAlvin 3 3mplett überflüssig, bietet aber mit ihrem „Castaway“–Zitat in Form einer ganzen Reihe von vermenschlichten Basket- oder Volleybällen immerhin eine der wenigen netten Popkultur-Anspielungen.

Ach ja, gesungen wird natürlich auch noch, allerdings deutlich weniger als zuletzt und die recht kurzen Schnipsel der Chipmunk-Verwurstungen von Lady Gaga und Konsorten bleiben nicht lange im Ohr hängen, was aber andererseits ja vielleicht auch ganz gut ist. Nein, dieser dritte Aufguss bietet selbst für alle Freunde der hyperaktiven Hörnchen höchstens ein sehr mittelmäßiges Vergnügen. Und völlig neue Anhänger dürften sie mit diesem recht wörtlich zu nehmenden „Schiffbruch“ auch nicht gewinnen.

Bilder: Copyright

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