Das Leben kann schon hart sein: Die Beziehung zur letzten großen Liebe ist vorbei - zumindest für sie. Auf der Suche nach Trost stürzt sich Matt (Josh Hartnett, "Pearl Harbor") von einem One-night-stand in den nächsten. Doch richtig glücklich wird er damit nicht, im Gegenteil: Die ständig wechselnden Partnerinnen führen den schmucken Matt schnurstracks zum Psychiater. Da bringt ihn die Fastenzeit auf die rettende Idee: 40 Tage ohne Sex sollen's richten und das Leben wieder in geregelte Bahnen lenken.
Die Sache wäre so einfach - wenn da nicht die vielen schönen Frauen wären. Anfangs fühlt Matt sich noch prächtig: In seinem Job läuft es gut. Anstatt abends auszugehen, bemalt er Modellautos. Doch 40 Tage sind eine lange Zeit, vor allem wenn wider Erwarten plötzlich die eine besondere Frau auftaucht. Die hübsche Erica (Shannyn Sossamon) ist es, die Matt nach ihrem ersten Treffen in einem Waschsalon den Kopf ganz gehörig aus dem Gefüge dreht.
In einem Waschsalon - wo auch sonst? Alle amerikanischen Singles verbringen ja bekanntlich den Großteil ihrer Freizeit im Waschsalon. Doch das ist nicht das einzige Beispiel für Einfallsreichtum: Wie kommt man als junger Mann ausgerechnet auf die Idee, für 40 Tage enthaltsam zu leben? Dafür darf der Bruder als Entschuldigung herhalten, seines Zeichens Priester. Bei ihm beichtet Matt stets seine Sünden und redet sich seinen Kummer von der Seele. Was liegt da näher, als die anstehende Fastenzeit damit zu verbringen, auf jeglichen Sex zu verzichten?
Mit Josh Hartnett haben sich die Produzenten von "40 Tage und 40 Nächte" genau den Richtigen für diese Rolle ausgesucht. Schon in "Pearl Harbor" zog er die volle Aufmerksamkeit des jungen weiblichen Publikums auf sich, und hat damit auch diesem Film eine sichere Zuschauermenge beschert; ist ja auch ein Süßer. Er mag wohl auch ein guter Schauspieler sein, in dieser Komödie hat er aber keine Chance, dies unter Beweis zu stellen: Die Story ist viel zu dünn, alles ist vorhersehbar. Und im Grunde dreht sich doch alles nur um die eine Frage: Hält Matt die Zeit der Enthaltsamkeit durch?
Da muss man sich schon so einiges einfallen lassen, um so einen Film halbwegs in Schwung zu halten. Daher bleibt Matts Schwur auch nicht geheim, schon bald werden hoch dotierte Wetten abgeschlossen, ob und wie lange er durchhält. Wird er es mit einem Mädchen machen oder selbst Hand anlegen? Mit allen Mitteln versuchen seine Kollegen das Ergebnis zu beeinflussen, was die Sache für Matt natürlich nicht gerade einfacher gestaltet, wenn ihn die ganze Stadt plötzlich als den "Abstinenzler" kennt.
Der Film ist an einigen Stellen wirklich unterhaltsam, keine Frage. Besonders Matts Wohnpartner Ryan, der ständig auf der Jagd nach Frauen ist, und die Kollegen in der Firma halten die Handlung im leidlich amüsanten Bereich. Auf die Dauer wirken viele Gags aber platt. Ist es wirklich witzig, wenn Matt im Büro wegen einer allzu sichtbaren Erektion ausgelacht wird? Scheinbar ja, sonst würde der Gag nicht drei Minuten später in ähnlicher Form wiederholt. Und ist man humorlos, wenn man es als Zuschauer nicht witzig findet, dass Matt nach 30 Tagen Enthaltsamkeit nicht mehr normal laufen kann? Vielleicht ist man auch nur zu alt. Zumindest junge Mädchen, die Josh Hartnett anhimmeln, werden auch "40 Tage und 40 Nächte" mögen. Wie könnten sie auch anders.
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