Vertical Limit

Originaltitel
Vertical Limit
Land
Jahr
2000
Laufzeit
120 min
Genre
Release Date
Bewertung
6
6/10
von Jan Kucharzewski / 23. Dezember 2010

Elliot Vaughn (Bill Paxton), Multimilliardär und Hobby-Bergsteiger, will im Zuge einer PR-Aktion für seine neu gegründete Fluglinie "Majestic-Airlines" den K2 besteigen, jenen Gipfel im Himalaja, der unter Profis als Schwierigster der Erde gilt. Unterstützt wird er dabei von einem Team aus professionellen Gipfelstürmern, unter ihnen die junge Annie Garrett (Robin Tunney). Die hat ein äußerst gespanntes Verhältnis zu ihrem Bruder Peter (Chris O´Donnell), der vor Jahren während einer verhängnisvollen Kletterpartie die Sicherheitsleine seines Vaters kappen mußte, um sein eigenes Leben und das seiner Schwester zu retten. Durch dieses Erlebnis leicht traumatisiert, hat er seitdem nie wieder einen Berg erklommen. Als der Aufstieg zum K2 aber fehlschlägt und sowohl Vaughn, sein Bergführer, als auch Annie in 7000 Metern Höhe von einer Lawine verschüttet werden, überwindet Peter sein Trauma und organisiert mit Hilfe des zurückgezogen lebenden K2-Veteranen Montgomery Wick (Scott Glenn) eine waghalsige Rettungsaktion.

Chris O´Donnell am ApparatIn den Produktionsnotizen zu "Vertical Limit" verkündet Regisseur Martin Campbell ("GoldenEye"), daß sein Film nicht von Bergen und dem Bergsteigen handelt, sondern hauptsächlich von Menschen. Die imposante Landschaft sei lediglich eine Kulisse für die zwischenmenschlichen Konflikte und nicht der Kern des Films.
Schade, denn sonst hätte aus "Vertical Limit" ein erstklassiger Actionreißer werden können. Was Campbell und sein Stunt-Team auf die Leinwand gebracht haben, ist in Sachen Dramatik und Spannungsaufbau nämlich kaum zu überbieten: da hängen ganze Reisegruppen an langsam reißenden Sicherheitsleinen über gähnenden Abgründen, Nitroglyzerinkanister platzen im Minutentakt und jagen unzählige Gletscherwände in die Luft, Lawinen rumpeln im voluminösen THX-Sound über die Zuschauer hinweg, Hubschrauberrotoren rattern nur knapp an Felsvorsprüngen vorbei, und wenn einer der Protagonisten den unvermeidlichen Abgang Richtung Boden macht, dann fliegt ihm die Kamera mit rasender Geschwindigkeit hinterher. Im Gegensatz zu Filmen wie Cliffhanger sieht auch die Bergkulisse die meiste Zeit über nicht wie billiges Pappmaché aus.
Hängen im SchachtLeider will "Vertical Limit" mehr sein als nur reines Actionkino; und genau hier liegt das Problem des Films. Den eher mittelmäßigen Schauspielern gelingt es nicht, gegen das uninspirierte Drehbuch und die unterirdischen Dialoge anzuspielen. Scott Glenn im Ötzi-Look und mit gewohnt stoischer Mimik bietet da den einzigen Lichtblick, während die anderen Darsteller lustlos bis überzogen auf der Leinwand agieren.
Die allesamt klischeehaften Konflikte (von denen es in diesem Film bei weitem zu viele gibt) besitzen höchstens Seifenopern-Niveau und werden dermaßen überdramatisiert, daß sämtliche Authentizität verloren geht. Zudem sehen sich die Charaktere alle paar Minuten mit zutiefst philosophischen Entscheidungen über Leben und Tod konfrontiert, ohne daß die Frage, ob es richtig ist, ein Menschenleben für ein anderes zu opfern, auch nur annähernd ergründet wird.

Unglücklicherweise steht die Action nicht als eine homogene Einheit da (was für vieles entschädigt hätte), sondern wird immer wieder von nervigen Zwischenspielen unterbrochen, wodurch das Tempo des Films erheblich gedrosselt wird. Überhaupt wird hier Heterogenität mit Vielschichtigkeit verwechselt, was den Film wie einen Flickenteppich aus zusammenhanglosen Szenen erscheinen läßt, von denen allein die Actionsequenzen zu überzeugen wissen. Die sind dann aber auch so gut gelungen, daß jeder Fan des Genres durchaus ein paar Mark in die Eintrittskarte investieren kann.


9
9/10

bin voll und ganz auf saschas seite, eh leute, wieso schaut ihr euch dann son shit an. jedenfalls super unterhaltung/action, prima kino,tolle bilder auch wenn die story etwas sch... ist!

Permalink

2
2/10

Ein herrlicher Kandidat für "insultingly stupid movie physics" )http://www.intuitor.com/moviephysics/). Es ist halt schon furchtbar dumm, wenn Ken und Barbie in der Todeszone den Gesetzen von Beschleunigung und Impuls trotzen, als ob sie aus Kohlefaserverbundwerkstoffen gebaut wären. Der Film klärt tatsächlich in keiner Weise über Bergsteigen und Berge auf; noch nicht einmal auf Elementarniveau. Wer seine Inspirationen für Fels und Eis aus diesem aufwendigen, aber dennoch so billigen Streifen nimmt, wird vermutlich schon am Übungsfelsen brutal ums Leben kommmen.

Permalink

.....unglaublich kacke, hab die Auflösung mehrerer Szenen im Vorfeld richtig erraten.
Ich glaub man muß ein Ami sein um das gut zu finden.

Permalink

1
1/10

Auch wenn die Macher dieser filmischen "Meisterleistung" wohl sicher nicht den Anspruch hatten, eine halbwegs realistische Darstellung des Höhenbergsteigens abzugeben: Selten einen blödsinnigeren "Berg"-film gesehen! Dass es auf 8000 Meter feinsten Trittschnee geben soll, man keine Steigeisen braucht, dafür aber Trekkingschuhe und Klamotten, die einen bereits auf der Zugspitze im Frühjahr den Kältetod sterben ließen, wußte ich bislang nicht. Die vielen weiteren unsinnigen Details, die den ganzen Film über nerven, lasse ich zur Vermeidung weitere epischer Auslassungen weg. Fazit: Finger weg von diesem Film, wenn auch nur ein bißchen Ahnung vom Bergsteigen hat.

Permalink

Neuen Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Klartext

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Website- und E-Mail-Adressen werden automatisch in Links umgewandelt.
CAPTCHA
Diese Aufgabe prüft, ob du menschlich bist um Bots zu verhindern.
Bild-CAPTCHA
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.