Scream VI

Originaltitel
Scream VI
Land
Jahr
2021
Laufzeit
121 min
Genre
Release Date
Bewertung
5
5/10
von Volker Robrahn / 9. März 2023

Nachdem der nach langer Pause erschiene fünfte Teil der Scream-Reihe sowohl bei Publikum als auch Kritikern erfolgreich punkten konnte, hat es nun nur gut ein Jahr gedauert bis das Regie-Team Gillet/Bettinelli-Olpin nachlegt und einen weiteren Film mit den im Vorgänger eingeführten beiden Schwestern vorlegt. Dass mit Jenna Ortega einen dieser Beiden zwischenzeitlich als "Wednesday" zum Serien-Star aufgestiegen ist, kommt der Vermarktung dabei natürlich sehr gelegen, dennoch spielt Ortega hier weiterhin die zweite Geige der kleinen Schwester, die von der deutlich vorsichtigeren und ängstlicheren zum Teil gegen ihren Willen beschützt wird. Was sich aber recht schnell doch als absolut notwendig erweist, nicht nur weil man sich aufgrund des Umzugs nach New York in einer deutlich gefährlicheren Umgebung aufhält, sondern weil das Thema "Ghostface" für die beiden geplagten jungen Frauen eben noch längst nicht erledigt ist.

Was zu erwarten war, schließlich schlagen sich die Überlebenden der Vorgängerfilme teilweise schon seit Jahrzehnten damit herum, wobei hier vom Original-Cast tatsächlich nur noch Courteney Cox dabei ist, während eine Neve Campbell diesmal aussetzt. Alles eine Nummer größer und extremer nun also im Big Apple? Im Großen und Ganzen schon, wird doch bereits in der Pre-Credit-Sequenz eine weitere "Ghostface"-Inkarnation quasi im Vorbeigehen abgehandelt, während die eigentliche Bedrohung erst im Anschluss richtig loslegt. Zudem haben wir es jetzt auch mit für die Reihe bislang untypischen Massenszenen in der Öffentlichkeit zu tun, denn auch im Supermarkt oder in der U-Bahn wird nun fleißig gemeuchelt. "Untypisch"  ist es auch, wenn unser Maskenmann dabei sogar zur Schrottflinte statt zum Messer greift, was einige Hardcore-Fans eventuell sogar als eine Art Verrat an den Regeln der Franchise empfinden könnten.

Denn um genau solch eine "Franchise" handelt es sich hier schließlich, wie uns auf der bei "Scream" stets vertretenen Meta-Ebene erklärt wird. Wobei die Ausführungen zum typischen Inventar eines Horrorstreifens sowie dem Verhalten der darin vorkommenden Figuren wirklich nichts Neues mehr bringen. Dieses Stilmittel, dass sich die Charaktere ihres Daseins als klischeehafte Filmfiguren mehr oder weniger selbst bewusst sind, wirkt mitunter eher bemüht, zumal man sich dann in der Realität halt völlig anders verhalten und wenigstens ansatzweise versuchen würde vielleicht doch mit dem Leben davonzukommen, anstatt einfach weiter Party zu machen und die Tode der ringsum massakrierten Freunde lediglich zur Kenntnis zu nehmen. Aber um Realismus ging es in dieser Reihe ja noch nie, und so sollte das Ganze besser auch nur innerhalb der eigenen Marke und anhand der bisher vorliegenden Vergleichsexemplare bewertet werden.

Und da schneidet Folge sechs lediglich  ordentlich ab, was die Inszenierung angeht kann das Niveau von Teil fünf gehalten werden, nur wirkt es halt nicht mehr ganz so erfrischend wie im wirklich cleveren Vorgänger. Vor allem bei der Auflösung, wer sich denn diesmal hinter der Maske verbirgt, sah man sich wohl genötigt diese dermaßen konstruiert und absurd zu gestalten, dass auch wirklich niemand zu früh drauf kommt, wer hier (alles) Feind und nicht Freund ist. Ob das nun besonders clever oder schlichtweg Quatsch ist darf jeder für sich selbst entscheiden, wobei davon auszugehen ist, dass die Fans der Reihe damit wenig Probleme haben, sondern sich eher an der erneuten Steigerung des Irrsinns erfreuen werden. Das dürfen sie auch, aber innerhalb des nun ein halbes Dutzend Beiträge umfassenden Scream-Kinouniversums nimmt Teil sechs dennoch nur einen unteren Mittelfeldplatz ein und erfüllt Erwartungen. Mehr allerdings nicht.

Bilder: Copyright

8
8/10

Aktuell läuft Scream 7 und ich habe ihn mir sogar zweimal im Kino angesehen, um meinen positiven Eindruck doppelt zu verifizieren. Es bliebt dabei, der jüngste Teil ist eine tolle Fortsetzung.
Hier geht es jedoch um den Vorgänger und rückblickend möchte ich auch hierzu ein paar Worte verlieren, denn ich gehöre zu jenen "Fans", denen viele Dinge nichts ausmachen, die sich die Autoren so überlegen.
Scream 6 musste erstmals ohne Neve Campbell auskommen und verliert damit das Gesicht der Scream-Queen und ich muss sagen - auch wenn mich die Rückbesinnung in Teil 7 freute -, dass es diesem Film nicht schadete und vielleicht sogar guttat.
Auch der Beginn, der mit einer Enthüllung des Killers endete sorgte für offene Münder und das Stadt-Szenario wirkte ähnlich frisch wie in Teil 2, als man sich auch mal aus den Einfamilienhäusern heraus traute.
Der finale Twist war dann so weit hergeholt, wie man es von eh und je gewohnt war und was schon immer die Schwäche aller Scream-Filme war, inklusive Teil 1. Motive, die wirken, als hätte man diese im Nachgang hinzu-konstruiert oder die schlicht nicht über "Rache wegen irgendwas" hinausgehen sind auch hier der Standard und man darf nicht lange nachdenken, warum die Maskerade und das Hinauszögern überhaupt notwendig sein sollte, wo es doch zahlreiche Möglichkeiten gäbe, das Opfer zügig zu eliminieren.
Aber wir sind in einem Film und Teil 6 macht hier nichts anders oder falscher als die Vorgänger. Im Gegenteil. Die teils kompromisslose Härte, die seit Teil 5 eingezogen ist, fühlt sich richtig an und vermittelt zumindest das Gefühl, alles könnte möglich sein.
Am Ende stimmt es natürlich: viel Neues gibt es nicht, aber das will der Fan eigentlich auch nicht. Ich warte aber immer noch darauf, dass im letzten Scream-Teil, den es je geben wird, endlich Gale Weathers als die große Drahtzieherin hinter allem enthüllt wird. Wenn jemand ein durchgängiges Motiv hat, dann wohl sie. In diesem Sinne: Scream 8 darf kommen...

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