Resident Evil

Originaltitel
Resident Evil
Land
Jahr
2026
Laufzeit
95 min
Genre
Regie
Release Date
Bewertung
8
8/10
von Volker Robrahn / 17. September 2026

Ungeachtet ihres kommerziellen Erfolges erreichte die insgesamt sechsteilige „Resident Evil-“Reihe von Paul Anderson nie wirklich das Herz der Fans und Kenner der Spielvorlage. Der deutlich näher am Game orientierte „Welcome to Racoon City“ scheiterte dann vor einigen Jahren an seiner schwachen Umsetzung und einem mangelhaft ausgearbeiteten Drehbuch. Aber trotz dieser fortlaufenden Belege für die scheinbare Unmöglichkeit einer adäquaten Adaption machte sich vielerorts doch eine gewisse Vorfreude breit als bekannt wurde, dass es nun ein gewisser Zach Cregger nochmal versuchen würde. Denn der hat schließlich mit seinen beiden bisherigen Werken „Barbarian“ und vor allem „Weapons“ nachgewiesen, dass er zu den innovativen neuen Hoffnungen des Horror-Films zu zählen ist. Und tatsächlich: Mr. Cregger zeigt mit einem fast rundweg gelungenen, knackigem Film allen Anderen einfach mal wie man sowas richtig angeht.

Seine Herangehensweise an die Story ist dabei zunächst sogar verblüffend simpel: Denn da der Zuschauer de Reise nach Racoon City durchgehend (und in Echtzeit) aus der Perspektive einer einzelnen Figur erlebt, mit der er Stück für Stück in das Geschehen vordringt, sich befreien, suchen und kämpfen muss könnte man sich fast wie an der Konsole fühlen - hat hier dank der dennoch filmischen Inszenierung aber nie echte Zweifel daran sich sehr wohl im Kinosessel zu befinden. Als Identifikationsfigur dient der junge Kurierfahrer Bryan (Austin Abrams), der stark gestresst von den Diskussionen mit einer schwangeren Freundin eher widerwillig einen immerhin gut bezahlten weiteren Auftrag übernimmt: Eine Lieferung mit höchster Priorität nach Racoon City, möglichst ohne Zwischenstopp. Ein Vorhaben das sich schnell erledigt hat als Bryan im dichten Schneegestöber eine Frau vors Auto läuft. Mit der aber offenbar deutlich mehr nicht stimmt als man aufgrund des Unfalls erwarten dürfte, denn bald wird Bryan attackiert und stößt bei seiner Suche nach Hilfe auf offenbar mutierte Menschen, Tiere und weitere völlig undefinierbare Wesen. Die Quelle des sich rasant ausbreitenden Horrors liegt in Racoon City, also bleibt ihm nichts Anderes übrig als sich dorthin durchzuschlagen. Mal mit, mal ohne Hilfe, aber stets mit einem derben Kommentar auf den Lippen der seiner Ungläubigkeit gegenüber dem Irrsinn um ihn herum passend Ausdruck verleiht.

Ja genau, das bedeutet, dass es auch durchaus was zu schmunzeln und lachen gibt in diesem dennoch gekonnt eine gruselige Grundatmosphäre verbreitenden Horrorbeitrag, bei dem sich die Schrecken (und auch die Auswüchse der mutierten Wesen) langsam steigern und dabei sowohl ein paar Vorbilder des Spiels zitieren, als auch einige hübsche Eigenkreationen präsentieren. Die meistens sehr effektiv aus dem bis dahin komplett dunklen Raum, Wald oder Tunnel auftauchen, ohne dass die genreüblichen Jump Scares dabei überstrapaziert werden. Apropos genretypisch;; Auch Hauptprotagonist Bryan erfüllt nur wenig die typischen Klischees des sich reichlich dumm anstellenden Teenagers sondern reagiert überwiegend glaubwürdig, nachvollziehbar und mit einer erfrischenden Natürlichkeit auf das was ihm an eigentlich Unfassbarem widerfährt. Seine bissigen und trockenen Kommentare sorgen dabei für eine meist willkommene Portion Humor, die nur diejenigen nicht in einem Film dieser Art erwarten dürften die die bisherigen Werke von Zach Gregger nicht kennen.

Das „meist“ im vorhergehenden Satz ist aber unbedingt notwendig, denn im Verlauf übertreibt man es dann doch ein wenig, es fallen Sprüche und One-Liner an Stellen wo man sie vielleicht besser weggelassen hätte und der Humor fließt nicht mehr ganz so geschmeidig sondern etwas bemüht ein. Aber das ist tatsächlich der einzige kleinere Makel den man hier anführen kann und zudem letztlich auch wieder Geschmackssache. Alles andere und wesentliche in Sachen Storytelling, Creature Design und auch Atmosphäre macht über die völlig ausreichenden neunzig Minuten Laufzeit nämlich mächtig Spaß. Wenn die Fanbase diesmal wieder nicht zufrieden ist, kann man es wohl tatsächlich sein lassen in Sachen „Resident Evil“-Verfilmungen. Aber das ist eigentlich nicht zu erwarten.

Bilder: Copyright

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