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Es: Kapitel 2

Es: Kapitel 2
horror , usa 2019
original
it: chapter two
regie
andy muschietti
drehbuch
gary dauberman
cast
james mcavoy,
jessica chastain,
bill hader,
bill skarsgard,
isaiah mustafa, u.a.
spielzeit
169 Minuten
kinostart
4. September 2019
homepage
bewertung

5 von 10 Augen
Es: Kapitel 2 - Poster

Als Andy Muschietti vor zwei Jahren mit seiner Adaption des von vielen als besten Stephen King-Roman überhaupt bewerteten „Es“ herauskam, trug dieser Film nicht den Zusatz „Kapitel 1“ im Titel, obwohl er nur einen Teil der Geschichte erzählte, nämlich den Kampf der jugendlichen Freunde gegen das kinderfressende Monster. Die schon im Roman enthaltene Fortführung mit der Rückkehr der erwachsen gewordenen Protagonisten war zunächst nur eine Option, wurde nach dem überragenden kommerziellen Erfolg des Films aber schnell zur Gewissheit. Und für die Fortsetzung hat man die Laufzeit dann auch nochmal verlängert, so dass sich die im Horrorgenre doch ziemlich ungewohnte Länge von 169 Minuten ergibt. Es: Kapitel 2Ist die gerechtfertigt? Auch wenn wir es bei dieser Geschichte mit mehr als einer Handvoll relevanter Figuren zu tun haben, die nach ausführlicher Charakterisierung verlangen, kann diese Frage dennoch nicht mit einem klaren „Ja“ beantwortet werden. Denn die Gewichtung der einzelnen Handlungselemente ist leider recht unausgewogen, ufert an einigen Stellen unnötig aus, während man von anderen gern mehr gesehen hätte.


Sie hatten einen Eid geleistet, und als nach 27 Jahren in der Kleinstadt Derry erneut Kinder verschwinden und der Horror-Clown Pennywise wieder sein Unwesen treibt, erinnert Mike Hanlon (Isaiah Mustafa) seine Freunde von einst daran, nun zurückkehren und das begonnene Werk zuende führen zu müssen. Eine Nachricht, die von den in alle Winde verstreuten Mitgliedern des „Clubs der Verlierer“ mit unterschiedlichen Stufen des Entsetzens aufgenommen wird. Nicht nur, dass eigentlich keiner zurück will, auch die Erinnerung an die Geschehnisse von damals ist bei jenen, die Derry verlassen haben, mittlerweile verblasst. Doch sie kommt Stück für Stück zurück, als sich die Jugendfreunde schließlich im Ort einfinden um sich sowohl ihren ganz persönlichen Dämonen als auch vereint ihrem größten Feind zu stellen. Der hat seine „würdigen Gegner“ von damals sogar erwartet und quält sie nun erneut mit perfiden Spielchen und Schreckensaktionen.


Es: Kapitel 2Nach einem starken emotionalen Auftakt ist man gespannt, wie sich das Leben der Freunde im Laufe der Jahre entwickelt hat, doch dieser Part, der sowohl in der Buchvorlage, als auch in der ersten Verfilmung von 1990 größeren Raum einnahm, wird hier erstaunlich schnell und fast pflichtschuldig wirkend abgearbeitet, da das Drehbuch jedem der Sieben genau eine Szene zugesteht um deren jeweils aktuelle Lebenssituation zu etablieren. Vor allem die Motivation Beverlys (Jessica Chastain) sich stets nur mit dominanten und aggressiven Männern zusammenzutun, bleibt so ziemlich unklar. Dabei ist die nicht unwichtig, gerade weil die einzige Frau des Bundes sich im Verlauf noch zwischen zwei sehr unterschiedlichen Männern wird entscheiden müssen. Jessica Chastain verleiht ihrer Beverly dennoch viel Charisma, und überhaupt gehört das Casting zu den absoluten Stärken des Films. Ausnahmslos jeder wirkt hier tatsächlich wie ein älteres Ebenbild seiner Jugendversion, inklusive des Gegenspielers Henry Bowers. Es: Kapitel 2Aus einem hervorragenden Cast ragt dabei neben Chastain aber nicht etwa der prominente Name James McAvoy heraus, sondern etwas unerwartet Bill Hader. Denn der „Saturday Night Live“-Star und bisher eigentlich als reiner Komödiant bekannte Darsteller verkörpert den seine Unsicherheit stets hinter lässigen Sprüchen verbergenden Richie Tozier extrem überzeugend.

Auch aufgrund dieser starken Besetzung hätte man sich deshalb etwas mehr Szenen gewünscht, die die zwischenmenschliche Dynamik ausspielen, doch nach dem packenden, sich schnell zu einem Schrecken wendenden Wiedersehen in einem chinesischen Restaurant kommt da in Sachen „Gruppe“ nicht mehr allzu viel. Denn so wie im Vorgänger jeder einzeln seine erste Begegnung mit dem Clown zu absolvieren hatte, stellt sich nun auch jeder seinem persönlichen, zu überwindenden Trauma. Und das wirkt halt recht redundant, wenn es am Stück serviert und nicht wie in der Buchvorlage durch den Wechsel der Handlungsebenen verteilt wird. Einzelne starke Szenen bleiben dabei nicht aus, doch – und das ging ja vielen auch beim Vorgänger schon so – echter „Horror“ mag sich auch in diesem Kapitel nicht einstellen.

Es: Kapitel 2Denn die übertrieben grotesken Auftritte von Peter Skarsgard als Clown Pennywise zeigen zwar den Einfallsreichtum der Macher, was Verformung von Körpern angeht, kommen aber mit ihrer klar erkennbaren CGI-Herkunft oft auch etwas albern daher. Der subtile Grusel und Horror, den Stephen King in seinen Büchern so imponierend zu vermitteln weiß, lässt sich halt nur schwer ins Medium Film übertragen, dafür ist leider auch die neue Adaption von „Es“ wieder ein Beleg. Denn wenn er dort einfach nur schildert, wie sich auf einem Foto in einem Buch plötzlich jemand zu bewegen beginnt, erschreckt das deutlich mehr als diese aufgeblähte Visualisierung. Nicht ohne Grund hat man wohl für den Trailer eine lange, fast ungekürzte Sequenz ausgewählt, in der diese Erzeugung einer gruseligen Atmosphäre tatsächlich mal gelingt.

Aber diese „Immer noch ein bisschen mehr“-Philosophie der modernen Blockbuster ist eine Krankheit, der auch Regisseur Muschietti verfällt, hier noch etwas mehr als bereits im Vorgänger. Wenn dann im Finale der Antagonist immer wieder und noch einmal in neuer Gestalt auf die tapferen Freunde niederkommt und sich das über eine gefühlte (und auch tatsächlich fast erreichte) Stunde hinzieht, dann ist es einfach zu viel des Guten und eben auch des Bösen. So bleibt ein sehr gemischtes Fazit zurück, bei dem man die Darstellerleistungen und die handwerkliche Arbeit anerkennt, allzu oft jedoch die passende Atmosphäre und Subtilität vermisst.

Volker Robrahn

Im Vergleich zu Teil eins,

4

Im Vergleich zu Teil eins, extrem schwach.
Wer auf Jumpscares steht, kommt auf seine Kosten.
Alle 5 Minuten springt einem was ins Gesicht. Die Geschichte
kommt dabei - trotz 170 Minuten - zu kurz.
Schlimmer noch, trotz allem ist er langatmig und man schaut
sehr oft auf die Uhr.
Selbst die alte Serie ist besser als diese CGI Orgie.

Sonst kann mich mich nur Herrn Robrahn anschliessen.

Ich hatte mich sehr auf ES 2

4

Ich hatte mich sehr auf ES 2 gefreut und muss mich der Rezi anschließen.
Der Film wirkt sehr formelhaft.
Grusel wird hier komplett durch einen Jump Scare nach dem anderen ersetzt.

Mir gefällt noch etwas

Mir gefällt noch etwas anderes an den IT-Filmen nicht.
Wahrscheinlich ist dies kein Kriterium, welches man an Film oder Geschichten anlegen darf, da Kinos ja keine "moralischen Anstalten" mehr sind und Kunst/Unterhaltung ja frei sein soll.
Aber was mir an den Es-Geschichten und ihren Figuren schon auffällt ist, dass sie im Grunde in erster Linie durch eines zusammengehalten werden: Hass.

Das "Es" selbst ist hierbei natürlich das gehassteste Ding überhaupt, der schreckliche Terrorclown den man am liebsten mit der Axt in Stücke schlagen will.
Aber auch sonst sind alle Protagonisten von Figuren umgeben, die ebenfalls extrem hassenswert sind - Eltern, Schulkameraden oder neuerdings Alte Menschen und Ehepartner usw.
Man kommt aus dem Hassen gar nicht mehr heraus.

Irgendwie doof, oder?

Sehr gute Kritik, alles auf

4

Sehr gute Kritik, alles auf den Punkt gebracht.
Die völlige Überfrachtung des Special Effects macht den Film für mich extrem langatmig, dabei hervorragende Figuren, der man eine größere Entwicklung der Charaktere in 169 min. gewünscht hätte

Kaum zu glauben, aber

3

Kaum zu glauben, aber tatsächlich NOCH schlechter als der ohnehin schon total verkorkste 1. Teil. Ein überlanges seelenloses Stückwerk, völlig überfrachtet mit sinnfreiem CGI. Wirkt steril und lustlos, total daneben !

Eine Totale Vollgurke der

3

Eine Totale Vollgurke der Film. ... 1 Auge für den Humor, 1 Auge für die gelungenen Effekte, 1 Auge für einige gelungenen Horrormotive. Ansonsten Schrottreifer Film, dem es weder an Energie oder oder handwerkliches Geschick fehlt sondern einfach an der Fähigkeit eine Geschichte vernünftig aufzubauen und zu erzählen.

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