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Die Eiskönigin 2

Die Eiskönigin 2
fantasy-animation , usa 2019
original
frozen ii
regie
jennifer lee, chris buck
cast
originalstimmen: idina menzel,
kristen bell,
josh gad,
jonathan groff, u.a.
spielzeit
104 Minuten
kinostart
20. November 2019
bewertung

5 von 10 Augen
KURZ KOMMENTIERT

Unter den vielen populären Disney-Filmen des Computer-Zeitalters ragt „Frozen“ aus dem Jahr 2013 noch einmal deutlich heraus, nicht nur was das Kassen-Einspiel angeht, sondern vor allem auch die Verankerung in der Popkultur, mit zahlreichen Merchandise-Artikeln und einem herausragenden Soundtrack („Let it go“). Die Fortsetzung musste hier also auf jeden Fall her und die Wartezeit darauf ist mit sechs Jahren sogar recht lang ausgefallen. Was das Box Office angeht dürfte auch der zweite Teil der bei uns als „Eiskönigin“ firmierenden Marke die Jahresbestenlisten noch einmal ordentlich aufmischen, einen ganz so prägenden Eindruck wie das Original hinterlässt das Sequel allerdings nicht mehr.

Als Königin von Arendelle ist die Welt von Elsa und ihrer Schwester Anna eigentlich mehr als in Ordnung, zusammen mit Annas Freund Kristoff und Schneemann Olaf verbringt man viele fröhliche und unbeschwerte Stunden. Bis eine alte Geschichte in den Vordergrund drängt, die eng mit dem Schicksal der Eltern der beiden Schwestern verknüpft ist. Es geht um einen verwunschenen Wald, das darin lebende und gefangene Volk sowie die großen Fragen von Ehre und Verrat. Und es stellt sich heraus, dass die Geschichten die den Schwestern einst als Kindern erzählt wurden manchmal halt doch nur Legenden sind und die Wahrheit anders aussieht.

Man könnte dem Film auch den Untertitel „Schuld und Sühne“ verleihen und würde damit gar nicht mal groß übertreiben, denn es sind schon ziemlich schwere Themen, die den Haupthandlungsstrang bilden. Sehr moralisch und bewegend erzählt, aber dafür auch mit der Folge, dass es spürbar weniger zu lachen gibt dieses Mal und dass die eingeschobenen Gags und Lieder dann hier und da sogar etwas unpassend wirken. Leichtigkeit versprüht der Film jedenfalls nicht, wofür man den Autoren und dem Konzern aber auch Respekt zollen muss, wenn das alles von vornherein so gewollt war.

Es ist aber nicht zu übersehen, dass das neue Kapitel eben genau das ist: Eine weitere Episode, die man sich unter der Prämisse „Was könnte man denn noch so erzählen“ ausgedacht hat. Die Grundkonflikte wurden bereits im Vorgänger abgehandelt, das schwierige Verhältnis der beiden Hauptcharaktere geklärt – und daran ändert sich nun auch nichts mehr. Die Dringlichkeit, die sich aus der Tragik ergab, dass Elsas Fähigkeiten sie gleichzeitig unglücklich und einsam machten, ist nicht mehr gegeben, wodurch der Geschichte das emotionale Herz abgeht, das Millionen von Zuschauern beim Erstling noch so mitriss. Teil zwei ist dagegen nur nett und mit einer, nun ja, schon recht klaren gesellschaftspolitischen Aussage unterwegs. So richtig packend ist das aber nicht mehr und so erwischt man sich dabei, die meiste Zeit einfach in der herrlichen Animation von Wasser, Eis und Farben zu schwelgen, denn die ist nicht nur wieder gut gelungen, sondern mehr als das: Einfach makellos.

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Volker Robrahn

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