Das Urteil - Jeder ist käuflich

justizthriller, usa 2003
original
runaway jury
regie
gary fleder
drehbuch
brian koppelman, david levien
cast:

john cusack,
dustin hoffman,
gene hackman,
rachel weisz, u.a.

spielzeit
138 min.
kinostart
29.04.2004
homepage
www.dasurteil-derfilm.de
bewertung

(7/10 augen)





 

 

 

 



 

Filme nach Romanvorlagen von John Grisham bestehen üblicherweise aus den selben Grundbausteinen. Sie handeln nahezu ausnahmslos vom Kampf um Moral und Gerechtigkeit und fast immer spielt sich eben jener Kampf im Gerichtssaal ab. Dort stehen sich als Hauptprotagonisten meist der junge, idealistische Anwalt, der sich gegen das scheinbar übermächtige korrupte System auflehnt, und der gewiefte Starverteidiger im Designeranzug gegenüber, der wiederum selbiges System beschützen will. So oder ähnlich gesehen in Filmen wie "Der Klient", "Die Jury", "Der Regenmacher" oder auch "Die Firma", wobei letzterer bis heute als die wohl gelungenste Grisham-Verfilmung gilt, und das bleibt leider auch so nach "Das Urteil", der sich nicht nur titeltechnisch nahtlos in die Reihe seiner zahlreichen Vorgänger einreiht.
Denn auch hier dreht sich wieder alles um einen spektakulären Gerichtsprozess, genauer gesagt um die Schadensersatzklage einer Witwe gegen einen namhaften Waffenkonzern, den sie für den Tod Ihres Mannes, der beim Amoklauf eines Kollegen ums Leben gekommen ist, verantwortlich macht. "Gerichtsurteile sind viel zu wichtig, um sie Geschworenen zu überlassen", das ist jedenfalls die Meinung von Rankin Finch (Gene Hackman), einem skrupellosen Jury-Berater, der von der Waffenfirma engagiert wird, um den Prozess mit Hilfe der Auswahl, Überwachung und Einschüchterung von Geschworenen zu gewinnen. Als sein Gegenspieler fungiert der von Dustin Hoffman dargestellte Wendell Rohr, der als Anwalt der Klägerin den Prozess mit fairen Mitteln gewinnen möchte. Die Situation spitzt sich schließlich zu, als beide Seiten von der geheimnisvollen Marlee (Rachel Weisz) die Jury-Entscheidung gegen einen Millionenbetrag zum Kauf angeboten bekommen: Ihr schwer zu durchschauender Freund Nick Easter (John Cusack) hat es in die Gruppe der zwölf Geschworenen geschafft und manipuliert deren Mitglieder subtil von Innen. Ein gefährliches Katz- und Mausspiel um die entscheidenden Stimmen der Jury beginnt.

Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, ist "Das Urteil" im engsten Sinne kein klassischer Gerichtsthriller. Der Film beschäftigt sich weniger mit dem Prozess an sich, sondern vielmehr mit der Beeinflussung der Geschworenen durch verschiedenste Druck- und Lockmittel. Konventionelle Gerichtsszenen wechseln sich hier mit hektisch geschnittenen Bildern aus Finchs Kommandozentrale ab, von wo aus die zwölf Geschworenen mittels modernster Technik überwacht und studiert werden. "Das Urteil" wirkt hier zuweilen wie eine Symbiose aus den Filmen "Die Jury" und "Der Staatsfeind Nr.1", womit wir bereits beim großen Problem des Films angelangt wären: Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, das Alles so oder in ähnlicher Form schon mal irgendwo gesehen zu haben. Was leider größtenteils der Vorlage von John Grisham anzulasten ist, die zwar versucht das altbekannte Justizthriller-Schema mit neuen Aspekten zu kombinieren, was in diesem Fall aber leider nur sehr begrenzt gelingt, weil sich der Bestseller-Autor immer noch zu sehr an sich selbst orientiert.
Zu vorhersehbar wirkt hier daher nicht nur die Handlung an sich, sondern auch die moralischen Motive der handelnden Personen und damit auch die Botschaft, die uns "Das Urteil" am Ende vermitteln möchte. Diese Art von Déja-Vu-Erlebnis wird unglücklicherweise durch die Besetzung noch unterstützt, die zwar durchweg aus hervorragenden Schauspielern besteht, die einzelnen Rollen wurden aber leider allesamt nach dem Prinzip "Bloß keine Experimente" vergeben. Hoffman spielt hier mal wieder den anständigen Moralisten von nebenan ("Outbreak" lässt grüßen), Hackman hat mal schnell Kevin Spaceys Part aus "Die Jury" übernommen, und Cusack gibt erneut den undurchschaubaren Helden, den wir von ihm auch schon gesehen haben. Natürlich erledigen alle drei Ihre Aufgabe äußerst lobenswert und auch Rachel Weisz bestätigt Ihren Ruf als ernstzunehmende, aufstrebende leading lady von Hollywood, aber allgemein wäre hier eine Besetzung gegen den üblichen Strich eindeutig eine Überlegung wert gewesen.

Trotz allem bleibt anzumerken, dass "Das Urteil" mit Hilfe seiner tollen Schauspieler und seiner durchaus gelungenen Inszenierung den Zuschauer über die Gesamtlaufzeit von 138 Minuten mühelos unterhält und seine vorrangige Mission damit in gewohnt solider Grisham-Manier erfüllt. Leider hat man das Ganze 10 Minuten nach dem Abspann genauso mühelos wieder vergessen, was gepaart mit der offensichtlichen Nähe zu seinen Vorgängern schließlich zu einer Wertung von "nur" 7 Augen führt. "Das Urteil" bleibt also im Grunde all jenen zu empfehlen, die noch nicht allzu viele Grisham-Adaptionen gesehen haben, für alle anderen gilt: Ab in die Videothek, "Die Firma" ausleihen und gleiche Qualität für weniger Geld genießen.

J. Miesen

 


Name: knut.heirich
Email: sebsch87@freenet.de
Bewertung: -

Hallo!
Ich hab den Film leider noch nicht sehen können und bis Filmstart 22.04 ist sicher noch eine weile hin, wollte aber eigentlich den autor der rezension nur fragen ob er sich die Romanvorlage zum Film mal durchgelesen hat?

P.S.: Die Firma ist (und wird es auch noch sicher eine weile bleiben) die beste Grisham_Verfilmung, was nicht nur durch die Top-Besetzung, sondern auch durch die au dem Buch sehr gut auf die leinwand übertragene Spannng kommt. Dies kann eine verfilmung des Urteils gar nicht erreichen.....



Name: Tommy
Email: adman@giga4u.de
Bewertung:                   (8 von 10 Digital Eyes)

Also ich habe den Film gerade in der Überraschungpremiere gesehen und muß sagen: Der FIlm hat mich mehr als 2 Stunden sehr gut unterhalten. Er ist aber im Prinzip eine einzig lange Gerichtsverhandlung,der einzig von der Spannung lebt und weniger durch tolle Action, Erotik etc. glänzt.



Name: J.Miesen
Email: Johannes.Miesen@gmx.de
Bewertung:                 (7 von 10 Digital Eyes)

An knut.heirich:
Hi Knut, habe das Buch zum Film nicht gelesen. Du hast mit Deiner Argumentation durchaus Recht. Wie auch in der Rezension zu lesen ist, ist "Das Urteil" handwerklich ein absolut gelungener Film. Man kann der Crew wahrlich keinen großen Vorwurf machen. Leider ist das Ergebnis in diesem Fall aber nur so gut, wie es die Vorlage zulässt und das ergibt in der Endabrechnung dann schließlich eine Sieben-Augen-Wertung.
MFG
Johannes



Name: Sue
Email: sue@kluetsch.dyndns.org
Bewertung:                   (8 von 10 Digital Eyes)

wen meine Kritik dazu lesen will, bitte in die Filmkritiksection auf www.stephanmund.de schauen, dort gibt es nach den Ü-premieren die Kritiken zu den gesehenen Filmen.



Name: Cobra
Email: cobra-pc@gmx.de
Bewertung:       (2 von 10 Digital Eyes)

17.04.04

NOTE 2+


Wenn man den Filmtitel liest kann man sich eigentlich schon denken daß es sich hier um eine weitere John Grisham Romanverfilmung handelt, gelle?
Diese hier wurde allerdings im Vergleich zur Vorlage etwas "modifiziert", denn im Buch geht es um eine Klage gegen die Tabakindustrie. Da diese seit Erscheinen des Romans (ich glaub 1996) schon genug in die Mangel genommen wurde (die USA sind ja mittlerweile ein Paradies für Nichtraucher wie mich), hat man sich kurzerhand dazu entschieden die Waffenindustrie in den Mittelpunkt des Geschehens zu rücken.

Wobei das eigentlich so nicht stimmt, denn nicht der Prozeß an sich steht in "Das Urteil" im Mittelpunkt, sondern das Interessenspielchen zwischen Ankläger (der stets korrekte Rohr), Verteidiger (der skrupellose Fitch) und einem der Geschworenen (der undurchschaubare Easter). Es geht um die Manipulation der übrigen Geschworenen, um einen Wettlauf mit der Zeit und die Frage welche Partei es letztlich schafft die Juroren auf seine Seite zu ziehen.

Das alles wurde wirklich äußerst packend inszeniert, der stets glaubhafte Verlauf der Handlung baut einen nie einbrechenden Spannungsbogen auf, der schließlich in einer überraschenden Schlußwendung mündet. Exzellent kann ich da nur sagen, für mich gehört "Runaway Jury" eindeutig zu den besten Grisham Verfilmungen!

Sehr großen Anteil am Gelingen des Films hat die hervorragende Darsteller-Liste. Sei es Dustin Hoffmann als prinzipientreuer Anwalt der Klägerin, Gene Hackman als das gerissene Arschloch vom Dienst, John Cusack als der geheimnisvolle Geschworene der seine ganz eigenen Ziele verfolgt oder Rachel Weisz als Easters Freundin und Helferin - die Rollen sind maßgeschneidert für ihre Darsteller. Hinzu kommen jede Menge bekannter Gesichter in den Nebenrollen, z.B. Jeremy Piven, Bruce McGill, Bruce Davison, Luis Guzmán und Orlando Jones. Einfach klasse was für ein Cast hier zusammengetrommelt wurde und allein deshalb ist der Film im Kino sein Eintrittsgeld schon wert!

Fazit:
"Das Urteil" ist eine von Anfang bis Ende spannende Grisham-Verfilmung, die mit einer lockeren, aber dennoch packenden Inszenierung sowie einer geradezu perfekten Darsteller-Riege punkten kann. Langeweile kommt in diesem Justiz-Thriller nie auf, also bleibt mir nur zu sagen: Ins Kino gehen und gut unterhalten lassen, aber pronto... ^^

MfG,
Thommy

P.S. Ich hoffe dieses Review ist annehmbar, dank zu vieler Smirnoff Ice bin ich etwas durmelig im Kopf... *g*

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"Gerichtsurteile sind viel zu wichtig, um sie Geschworenen zu überlassen!"
(Rankin Fitch)



Name: Cobra
Email: cobra-pc@gmx.de
Bewertung:                   (8 von 10 Digital Eyes)

Hoppla! Sorry hab mich wohl vertan bei den Augen. Richtig müßten es natürlich ACHT sein, net bloß zwei... ;)



Name: Fred
Email: Fred@yahoo.de
Bewertung:                     (9 von 10 Digital Eyes)

Ich stimme mit der Rezension nicht überein. "Das Urteil" ist nicht imgeringsten ein einziger Gerichtsfilm, sondern vielmehr eine Psycho-Studie über Manipulation und Einschüchterung. Es geht auch nicht um den Fall "Waffenkonzern versus Witwe", sondern vielmehr um den Raub einer Meinung und um die Tücken des amerikanischen Rechtssystems.

Und nochwas: Wenn sich mal ein Schauspieler zu weit vorwagt, dann schreien alle "Was soll der Müll denn?", aber wenn 4 erstklassige Schauspieler eine solide Arbeit abliefern, dann passt es auch wieder nicht in den Kram.

Außerdem hättet Ihr erwähnen können, dass Hoffman und Hackman seit 46 Jahren die besten Freunde sind und das erste Mal gemeinsam vor der Kamera stehen. Wenn man das weiß, dann wird die Szene auf der Gerichtstoilette zu einem echten cineastischen Highlight! Nur an sowas ist hier anscheinend keiner interessiert...




Name: Van Helsing
Email: Van Helsing@.com
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Gelungener und spannender John Grisham Thriller mit toller Starbesetzung(bis in die Nebenrollen: u.a Orlando Jones,Luis Guzman)John Cusack Gene Hackman Rachel Weisz und Dustin Hoffman spielen perfekt.



Name: B
Email: B
Bewertung:                   (8 von 10 Digital Eyes)

naja

Die Bewertung des Films fällt echt schwer, wenn man das Buch von Grisham gelesen hat. Allerdings ist dies ein Manko aller Grisham-Verfilungen, da bei keinem dieser Filme bislang mehr als die Namen der Charaktere und die Idee der grundlegenden Geschichte aus der Vorlage, bis hin zu völlig unterschiedlichn Enden, übrig geblieben sind.
Der Film ist gut gemacht, (deshalb auch die Bewertung) allerdings kommt man zu dieser Schlussfolgerung nur, wenn man jegliche Kenntnis von der Story, welche man von der Lektüre des Buches hat, kurzzeitig verdrängt. So ist der Witz des Buches vollkommen verloren gegangen. Außerdem wurde die Subtilität mit der Easter die Jury beeinflußt, hier einer überflüssigen Dramatik und Hektik geopfert.
Die Änderung des Gegners von der Zigaretten- zur Waffenindustrie war so überflüssig wie ein Kropf, was auch dazu führte, daß man bei der Filmstory von der Serie "The Practice" klauen mußte. Da wurde das Thema mit der Resistenz gegen Fingerabdrücke nämlich schon mal im gleiche Kontext thematisiert. Man könnte fast an einen versteckten Witz glauben, da im Film gleich am Anfang der ehemalige Hauptdarsteller der Serie, Dylan McDermott, erschossen wird. ha ha
Letztlich gilt für diese Grishamverfilmung das selbe wie für alle Vorgänger - Vorlage meilenweit verfehlt aber trotzdem annehmbare Unterhaltung geschaffen -
Jeder der das Buch gelesen hat, sollte den Film allerdings meiden.

PS An den Autor der obigen Rezension. Die Schlußfolgerung, Der Film kann eben nur so gut sein, wie es die Vorlage zu läßt. , ist ein goldener Satz den würde ich sofort rahmen lassen. War hier aber leider nichts. Selbst wenn der Film schlecht wäre, würde das keinen Rückschluß auf die Vorlage zu lassen.



Name: captainkeating
Email: captainkeating@gmx.net
Bewertung:                 (7 von 10 Digital Eyes)

Ein unterhaltsamer Film mit guten Schauspielern und spannender Inszenierung. Die 138 Minuten vergehen wie im Flug. Allerdings finde ich das Ende ein wenig fragwürdig, weil das Verhalten von Marlee und Easter als legitim dargestellt wird. Trotzdem gute Unterhaltung!



Name: Frank
Email: -
Bewertung:                 (7 von 10 Digital Eyes)

Eine verdammt spannende Inszenierung, die von Anfang bis Ende brilliant unterhält. Die Darsteller sind durchweg sehr gut aufgelegt und verleihen ihren Figuren Leben und Glaubwürdigkeit, auch wenn diese doch weitestgehend klischeebehaftet bleiben. Das ist dann auch das Manko an der Geschichte, die dann doch zu idealistisch aufgelöst wird. Das Ende hinterlässt zwar ein gutes Gefühl, was aber nur oberflächlich bleibt – ein skrupel- und gewissenloser "Bösewicht" hat seinen Denkzettel bekommen. Das hat man alles schon einmal gesehen. Daher ist es richtig, dass Gesehene schnell wieder vergessen wird, auch wenn die Darsteller eigentlich eine Leistung vorweisen, die dem entgegen spricht – so bleibt das konspirative Treffen der Charaktere von Gene Hackman und Rachel Weisz die herausragende Szene, die wirklich hängen bleibt.



Name: Julian
Email: ---
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Also ich fand den Film spitzenmäßig. Wie den Anwälten nach und nach klar wird, dass die Geschworenen wirklich bestochen wurden, einfach genial. Für mich ist und bleibt dieser Film einer meiner Lieblingsfilme.



Name: Peter Produzent
Email: usw@aon.at
Bewertung:                     (9 von 10 Digital Eyes)

Beste Grisham verfilmug ever. Grandioses Ende, grandiose Schauspieler. Tolles Thema. Durch eine gute Strukturtierung und den Schnitten an den richtigen Stellen keine sekunda lang träge.



Name: Flixos
Email: -
Bewertung:                     (9 von 10 Digital Eyes)

Die brillanten Darsteller und die gute Filmidee machen diesen Thriller zu einem Highlight, das man nicht verpassen darf.



Name: blumenkind
Email: ljsibold@web.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

der film ist eine wahrhafte meisterleistung und übertrifft alle seine vorgänger!man merkt wie gut sich die schauspieler auf die rolle eingelassen haben und kann dies 138 minuten am stück genießen.der film ist ein wahrer festschmaus für alle thrillerfans!!
p.s. dustin ich will ein kind von dir



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Bewertung: von 10 Augen