Sexy Beast

gangsterfilm, gb 2000
original
sexy beast
regie
jonathan glazer
drehbuch
louis mellis, david scinto
cast:

ray winstone,
ben kingsley,
ian mcshane,
amanda redman, u.a.

spielzeit
88 min.
kinostart
27.6.2002
homepage
 
bewertung

(8/10 augen)




 

 

 

 


 

 

Manchmal definiert sich ein Film über eine einzelne seiner Figuren. Wenn man sich später mit irgendeinem Zuschauer über solch einen Film unterhält, kommt die Sprache immer zuallererst auf diese eine Figur. In vielen Fällen nennt man sowas "career-making performance" (siehe Cuba Gooding jr. in "Jerry Maguire"), in anderen Fällen erfinden sich großartige Darsteller komplett neu, wenn keiner damit gerechnet hat. So wie Ben Kingsley, der Mann, dessen berühmteste Rollen Mahatma Gandhi und der Buchhalter Itzhak Stern in "Schindlers Liste" waren. Und nun spielt er Don Logan. Don Logan, das ungelogen größte, gemeinste, niederträchtigste und hassenswerteste Arschloch der jüngeren Filmgeschichte. Logan ist "Sexy Beast", und "Sexy Beast" ist nur deshalb kein endlos genialer Film, weil Don Logan leider nur als Nebenrolle fungiert.
Hauptcharakter in diesem kleinen feinen Gangsterfilmchen des ehemaligen Werbe- und Videoclip-Regisseurs (noch so einer?) Jonathan Glazer ist der englische Ganove Gal (Ray Winstone), der seinen letzten großen Coup schon hinter sich hat und jetzt seinen wohlverdienten "Ruhestand" gemeinsam mit seiner Ehefrau (und ehemaligen Porno-Darstellerin) Deedee und einem befreundeten Ganster-Paar an der spanischen Costa del Sol verbringt. Die erste Einstellung des Films setzt die Zeichen: Gal brät im wahrsten Sinne des Wortes in der Mittagssonne, auf einer pervers weißen Terrasse, mit ein paar Bier und einem Aschenbecher neben sich. Dieser Typ will nichts mehr tun und braucht nichts mehr tun. Aber dann kommt ein unerwarteter Telefonanruf: Don Logan, Handlanger für einen dicken Londoner Gangsterboss hat sich angekündigt und will Gal für einen letzten Job zurück nach England holen. Gal will den Job nicht, seine Frau und Freunde wollen es nicht, aber zu Don Logan sagt man nicht einfach so Nein.
Wieso nicht, wird von seinem ersten Auftreten an klar. Generell schlecht gelaunt, bellt Logan abwechselnd Befehle und Gemeinheiten durch die Gegend, regt sich über alles und jeden auf, sondiert seine Umgebung mit stetem Misstrauen, eruiert bei allen Anwesenden sofort den wunden Punkt und bohrt wenn es sein muss nicht nur seinen Finger, sondern den ganzen Arm hinein. Eine dicke Ader auf seiner Stirn scheint konsequent vor Wut zu pochen, und die Art und Weise, wie er Fragen stellt, lässt nur die Antwort zu, die er hören will. Und wenn die nicht kommt, fragt er so lange weiter, bis er sie kriegt. Zu Don Logan sagt man nicht Nein. Weil man diesen Typ einfach hassen muss. Aber im gleichen, wenn nicht höheren Maße muss man vor ihm Angst haben.
Kingsley als Logan ist schlichtweg genial, hat natürlich mit dieser Rolle auch sehr dankbares Material zur Verfügung und klatscht mit seinem unglaublichen Auftritt nicht nur alle anderen Darsteller, sondern gleich den ganzen Film an die Wand. Ray Winstone als Gal brilliert in einem Part, der viel Zurückhaltung und Nuancen verlangt, aber eben auch die konsequente Unterwürfigkeit, solange Kingsley präsent ist. Und wenn er es nicht ist, vermisst man ihn zu sehr, um den Rest wirklich schätzen zu können.
Der Szenarien-Wechsel von Spanien nach London (denn natürlich reist Gal zurück, nur das Warum ist ziemlich interessant) kommt sehr abrupt und tut dem Film nicht gut. Zum einen geht die so brillant gestrickte Sonnenbrand-Psychokrieg-Atmosphäre der ersten Stunde von jetzt auf gleich komplett verloren, zum anderen verschwindet mit der Rückkehr nach England leider auch Logan, und der Zuschauer wird mit einem Antiklimax einer Story allein gelassen, die ihn eigentlich nur wegen dem nun fehlenden Bösewicht interessiert hat.
Auch wenn sich Regisseur Glazer aufgrund seiner beruflichen Vergangenheit wie erwartet leicht damit tut, seinen Film visuell hochwertig in Szene zu setzen und sich auch in der zweiten Hälfte so einige durchaus als aufregend und schwer einfallsreich zu bezeichnende Einstellungen finden (einsamer Höhepunkt ist ein Unterwasser-Bankraub: grandiose Idee, grandiose Umsetzung), als Erzähler muss er noch lernen. Zu sehr wirkt die London-Episode wie ein angeklebtes Extra-Stück, das zwar nötig ist, um die Story des Films rund zu machen, aber leider kaum mit dem vorher Gesehenen mithalten kann.

So steht am Ende ein paradoxes Urteil: Kingsley's Vorstellung hier ist so unglaublich gut, dass er damit den Film kaputt macht. Weil man jede Minute, die er nicht auf der Leinwand ist - wo er niemanden nach Strich und Faden anscheißt und immer kurz davor zu sein scheint, seinem Gegenüber in den Arm oder wesentlich empfindlichere Stellen zu beißen - irgendwann nur noch als eine verlorene Minute ohne Don Logan registriert. Also falls das noch nicht ganz klar geworden ist: Der Eintritt für diesen Film ist jeden Euro wert - allein schon für Don Logan. Für den sogar das Doppelte. Einzig bedauerlich: In dem Jahr, in dem Denzel Washington für seine erste Bösewichtsrolle in "Training Day" mit dem Oscar als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde, blieb Ben Kingsley für die vielleicht beste Vorstellung seiner an Höhepunkten nicht armen Karriere sowohl der Golden Globe als auch der Oscar verwehrt. Dafür würde Don Logan erstmal wieder einen richtig dicken Hals kriegen. Ein Glück für die Adademy-Mitglieder, dass dieser Typ nur auf Zelluloid existiert.

F.-M. Helmke

 




Name: Florian Schröder
Email: florianwoo@hotmail.com
Bewertung:                 (7 von 10 Digital Eyes)

"Sexy Beast" ist in seiner Art ein Unikum. Der Film scheint inmitten einer bereits bestehenden Situation und Handlung einzusteigen und entreisst sich dem Zuschauer am Ende genauso schnell wieder wie er gekommen ist. Irgendwo dazwischen lässt der Film den Zuschauer vor Don Logan (Ben Kingsley) zittern, mit ihm perfide lachen und wegen seines Handelns den Kopf schütteln. Ben Kingsley liefert eine unvergleichbare Glanzleistung ab, mal komisch naiv, mal unberechenbar brutal. Kingsley liefert einen ebenso intelligenten wie perversen Psychopathen ab, jenseits von klischeehaften Zuckungen und Macken.

Allerdings ohne Kingsley plätschert der Film so dahin. Kingsley lässt die anderen Darsteller, vom starken, aber sehr passiv agierenden Hauptdarsteller Ray Winstone abgesehen, weit hinter sich. Der Zuschauer sucht vergeblich nach einem roten Faden, an den er sich halten kann, aber findet bis zum Ende keinen.

Einzig filmisch ist "Sexy Beast" außergewöhnlich. Zumeist mit langen Rückblenden und obskuren Ideen gespickt (man denke an die "Felsen"-Szene), schafft er eine clevere, aber schwierige Gratwanderung zwischen Thriller und Komödie. Zeitlupeneinstellungen und langanhaltende Ruhemomente geben ihr Übriges dazu.

Am Ende bleibt ein Zwiespalt: Der Film bot für einen Thriller einfach zuwenig Suspense, für eine Komödie war er zu sehr auf das abstruse Charakterprofil von Kingsleys Rolle Don Logan ausgelegt. Der Film ist sicher sein Geld wert und der Psychopath Don Logan seinen Schauspieler, aber er könnte sich eher zum Kultfilm als zum Sommerhit entwickeln.



Name: kino
Email: fan
Bewertung:                     (9 von 10 Digital Eyes)

Endlich mal wieder ein Film zum geniessen!
Angefangen mit der genialen Swimmingpoolszenerie zieht einen der Film sofort in seinen Bann. Er erreicht seinen Höhepunkt dem Auftreten von Don Logan, der in dieser Rolle einfach Kult ist. Danach hat der mit surrealen Elementen gespickte Film (die schwarze Gestalt erinnnert stark an "Mulholland Drive") auch noch einiges zu bieten. Abgesehen von dem brillanten Don Logan sind aber auch die anderen Charaktere wie das befreundete Gangsterpaar oder der klassische Pate hervorragend besetzt.
Auch wenn jetzt Sommer ist: Der Film lohnt sich in jedem Fall!



Name: andy
Email: a.grote@schuster-partner.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

hammer!!!



Name: Jeff
Email: dre@ger.com
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Cool!!!



Name: Markus
Email: webmastermoe@web.de
Bewertung:                     (9 von 10 Digital Eyes)

ALso,
dieser Film ist genial ! Leider ist die deutsche Übersetztung ( wie sooft) sagen wir mal "anders" ! Dieses "Fette Sau" bei der "Nein, Doch,Nein,Doch - Geschichte ist auf dem Original nicht zu hören.
Don ist genial, keine Frage. Aber wer hat die Sache mit dem Haasen verstanden? Ich gebe hier auf jeden Fall auch "Anspruch-Punkte"

moe



Name: Furious Anger
Email: -
Bewertung:                   (8 von 10 Digital Eyes)

Spitze,einfach genial wenn Kingsley einen seinen Wutausbrüche bekommt und anfängt loszuschimpfen als ob es kein Morgen mehr gäbe.



Name: Sta2think
Email: nospam@nospam.de
Bewertung:                     (9 von 10 Digital Eyes)

Hat im Kino von Anfang bis Ende viel Spaß gemacht.
Intelligente Unterhaltung.
Ich brate... Ich schwitze... Ich schmelze...



Name: Mondkalb
Email: eugenbergen@gmx.de
Bewertung:                   (8 von 10 Digital Eyes)

Fan...super...duper...tastisch



Name: Detroitben
Email: -
Bewertung:                     (9 von 10 Digital Eyes)

Dieser Film ist in meinen Augen vor allem eines:kurzweilig.Diser Film ist kein Stück zu kurz oder zu lang.Dies ist für mich zu einer löblichen Ausnahme geworden,da viele Filme besser geesen wären,hätte man sie nicht unnötig in die Länge gezogen.
Ein weiterer sehr positiver Aspekt ist das deutliche Profil der unterschiedlichen Charaktere.Jede Person nimmt eine Rolle ein,die wichtig für den Film ist und ihn dadurch sehr vielseitig macht.Die schauspielerischen Leistungen vermitteln alle vor allem eines:Die Glaubwürdigkeit der dargestellten Charaktere.Da ist ein brutaler psychisch gestörter krimineller mit einer übelsten wortakrobatik ausgestatteter ben kingsley nur das sahnehäubchen.



Name: wr
Email: er
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

denzel washington hat den oscar als bester hauptdarsteller bekommen, kingsley war als bester nebendarsteller nominiert....



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Bewertung: von 10 Augen