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Skyscraper

Skyscraper
action-/katastrophenfilm , usa 2018
original
skyscraper
regie
rawson marshall thurber
drehbuch
rawson marshall thurber
cast
dwayne johnson,
neve campbell,
chin han,
roland moeller,
pablo schreiber, u.a.
spielzeit
104 Minuten
kinostart
12. Juli 2018
homepage
http://upig.de/micro/skyscraper
bewertung

6 von 10 Augen

skyscraper 1Es gibt nicht wenige, die von Dwayne Johnson mittlerweile ein wenig genervt, zumindest aber doch leicht übersättigt sind. Und zugegeben, der ehemalige Wrestler mit der bemerkenswerten Filmkarriere hat uns in den letzten Monaten schon reichlich oft von großen Plakaten angeschaut, meist grimmig und manchmal grinsend. Das Publikum scheint aber noch nicht genug vom „Rock“ zu haben, denn egal ob als Teil der „Fast & Furious“-Reihe oder etwas spaßiger in „Jumanji“ und „Baywatch“ (der vor allem in Deutschland sehr gut lief) akzeptiert es ihn in den unterschiedlichsten Rollen. Aktuell wird er sich nun dem Vergleich mit Bruce Willis stellen müssen, denn sein neuestes Werk „Skyscraper“ lässt bei der Beschreibung „Ein Mann alleine in einem Hochhaus gegen eine Gruppe Terroristen“ natürlich sofort an einen der ganz großen Klassiker des Action-Genres denken. Dazu kommt noch ein ordentliche Prise „Flammendes Inferno“ und fertig ist das nächste, mit vielen Schauwerten ausgestattete Blockbuster-Event.
 

skyscraper 2Als Folge eines misslungenen Kampfeinsatzes hat Will Sawyer (Dwayne Johnson) zwar ein Bein verloren, dafür aber die Frau seines Lebens gefunden und mit ihr eine Familie gegründet. Mittlerweile verdingt sich Sawyer als Sicherheitschef und hat durch die Fürsprache seines Kumpels Ben (Pablo Schreiber) einen Top-Auftrag ergattert: Er ist verantwortlich für die Sicherheitssysteme des gigantischen neuen Wolkenkratzers „The Pearl“, der kurz vor der Einweihung steht. Dafür haben Will und seine Familie vorübergehend sogar eine komplette Etage des Towers bezogen. Doch da der Erbauer Zhao (Chin Han) naturgemäß auch einige Feinde hat, wird die Eröffnung sabotiert und dabei schrecken die Gangster um Kores Botha (Roland Moeller) vor keinem Mittel zurück. Es gelingt ihnen die Codes für das Sicherheitssystem an sich zu bringen und diese abzuschalten. Anschließend beginnen sie damit das mächtige Gebäude in Brand zu setzen und es stört sie dabei auch nicht weiter, dass sich Will Sawyers Familie noch darin befindet. Den liebenden Familienvater allerdings stört das sehr und er wird alles tun, um seine Frau und Kinder herauszuholen.
 

skyscraper 3Als da wären: Ein gewaltiger Sprung vom Kran ins Gebäude, ein Rundgang um eben dieses in mehreren hundert Metern Höhe (ohne Hilfsmittel! Nimm dies, Tom Cruise!), Kämpfe gegen Flammen, böse Buben und wegbrechende Brücken. Man kann also nicht behaupten, dass einem hier nicht ordentlich Futter für die Augen geliefert würde, aber das war auch nicht anderes zu erwarten. Denn wenn man schon im Jahr 2018 mit einem an sich recht abgegriffenen Konzept, das inhaltlich lediglich ein Konglomerat aus diversen anderen Katastrophen- und Action-Filmen darstellt um die Ecke kommt, dann sollte das Ganze zumindest ein paar Nummern größer ausfallen um das Publikum dennoch ins Staunen zu versetzen.

Das gelingt auch bereits beim Rundgang durch das Wunderwerk „The Pearl“, das mehr als nur ein Gebäude ist, nämlich eine geradezu obszön gigantische und luxuriöse eigene Welt, versehen mit allen denkbaren Extravaganzen von Parks und Wasserfällen über durchsichtige Kuppeln, die einem das Gefühl geben frei im Himmel zu schweben – da können die guten alten Hochhäuser der 70er Jahre-Katastrophenfilme in der Tat einpacken. Brennen tut „The Pearl“ allerdings genauso gut wie einst diese, und es mutet schon ein wenig befremdlich an mit welch stoischer Gleichmut selbst der Besitzer des Prachtbaus es nicht viel mehr als zur Kenntnis nimmt, dass dieses innerhalb kürzester Zeit besetzt, gesprengt und abgefackelt wird.

skyscraper 4Die fehlenden emotionalen Ausschläge bei den Figuren sind im im Grunde aber auch wirklich wurscht, denn nur die Schauwerte zählen hier. Weshalb man sich folgerichtig auch gar nicht erst die Mühe gemacht hat den finsteren Plan und die Motive der Schurken irgendwie realistisch oder nachvollziehbar zu gestalten. Denn handlungstechnisch ist das alles zweifellos als grober Unfug einzustufen, vor allem die geniale Idee, die gesamten Sicherherheitsvorrichtungen des riesigen Komplexes von einem einzigen Tablet abhängig zu machen (na gut, ein USB-Stick spielt auch noch eine Rolle). Was soll's, dies ist die große Effekte- und Dwayne Johnson-Show, dem es aber auch tatsächlich wieder gelingt seinen muskelbepackten Körper überzeugend als „ganz normalen Typen“ einzuführen, der dann erst im Angesicht der Gefahr über sich hinauswächst und langsam seine feinen Klamotten ablegt. Unterstützt wird er dabei – und das kommt wirklich unerwartet – von Neve Campbell („Scream“, „Wild Things“), die echt lange nicht mehr im großen Kino zu sehen gewesen war und die zudem auch nicht die Rolle des schwachen, nur zu rettenden Weibchens aufgedrückt bekommt, sondern sich ganz allein mit Köpfchen und Karatetritten gegen die klischeehaften Schurken zur Wehr setzen darf.

skyscraper 5Da man so klug war, das Spektakel nicht – wie sonst heutzutage ja gern üblich - über zwei Stunden auszuwalzen, bleibt das Tempo durchgehend hoch und stets kurzweilig, wodurch der Unterhaltungswert halt nun mal ausgesprochen hoch ist, das kann man auch mit Verweisen auf Logik und Realismus nicht wegdiskutieren. Das, was dem Popcornkino konsumierenden Betrachter von „Skyscraper“ geboten wird, ist schon enorm, und so könnte auch der mehr als nur langsam sterbende Will Sawyer eine Figur werden, mit der Dwayne Johnson alsbald in Serie geht. Vielleicht dann demnächst auf einem Flughafen?

Volker Robrahn

Haha, dachte auch gleich an

7

Haha, dachte auch gleich an Bruce Willis als ich den Film sah und ein Remake von Die Hard, aber ok da es Rock ist schau ich den mir auch gern an und als Popcorn Kino kann man ihn gut reinziehen. Überzeugt hat mich der Film zwar nicht so sehr, aber 7 Augen ist er mir wert.

Bin ja wirklich mit dem

5

Bin ja wirklich mit dem Vorwand in den Film gegangen, dass alles bloß nicht allzu Ernst zu nehmen. Aber selbst wenn man das tut, ist der Film ziemlich mies... Ich hoffe nur dass es hierzu keine Fortsetzungen gibt und das Denkmal von Bruce Willis beschädigt.

SPOILER:

Ok, da wird ein ganzer Wolkenkratzer abgebrannt (by the way: dessen Sicherheitssystem sich über ein einziges Tablet steuern lässt...!) weil der Chef dann den wertvollsten Besitz bei sich trägt und den man dann nur abpassen und zur Übergabe "bitten" muss... Ja, is klar.

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