Sex Tape

Originaltitel
Sex Tape
Land
Jahr
2014
Laufzeit
94 min
Regie
Release Date
Bewertung
6
6/10
von Volker Robrahn / 9. September 2014

sex tape 1Sie hatten sich geschworen, dass es bei ihnen nie so weit kommen würde. Doch nach rund zehn Jahren und zwei Kindern ist auch die Beziehung von Jay (Jason Segel) und Annie (Cameron Diaz) im Alltag angekommen. Und der sieht so aus, dass beide abends müde ins Bett fallen und von echter Lust auf Sex kann schon lange keine Rede mehr sein. Um dem Ganzen neuen Schwung zu geben, verfallen die beiden Frustrierten schließlich auf die Idee von sich selbst ein Video bei ihren erotischen Spielen und Verrenkungen aufzunehmen. Das Experiment verläuft sogar erstaunlich erfolgreich, doch da Jay sich nicht an die Vereinbarung hält, die Aufnahmen im Anschluss wieder zu löschen, landen diese durch eine Verkettung unglücklicher Umstände auf den Tablets diverser Freunde und Kollegen. Nun gilt es Schadensbegrenzung zu betreiben, vor allem hinsichtlich Annies Bewerbung als Blogautorin beim hochmoralischen Konzern von Hank Rosenbaum (Rob Lowe). Auf ihrer Odyssee kommen die beiden Erotik-Akrobaten allerdings nicht umhin, den einen oder anderen in ihr pikantes Geheimnis einzuweihen.
 

tape 2Wie kaum eine andere Hollywoodschauspielerin beweist Cameron Diaz stets aufs Neue, dass sie keine Angst vor Peinlichkeiten und etwas „heikleren“ Szenen hat, bei denen andere prominente Namen eher abwinken würden. Seit dem Erfolg von „Verrückt nach Mary“ ist Diaz immer wieder mal in recht schrägen Filmen zu sehen, wobei sie sich zuletzt stark auf die Sparte der etwas derberen romantischen Komödie konzentriert hat und damit auch als über Vierzigjährige weiter gut im Geschäft ist. Warum nun ausgerechnet „Sex Tape“ an den amerikanischen Kinokassen eher enttäuschend abschnitt, ist daher etwas verwunderlich. Denn der Film ist zumindest kein Deut schwächer als der populäre „Bad Teacher“ und kommt auch deutlich schwungvoller daher als zuletzt etwa „Die Schadenfreundinnen“. Vor allem stimmt wie schon bei der Geschichte über die unmoralische Lehrerin auch hier wieder erneut die Chemie mit Co-Star Jason Segel, der diesmal dann auch von Anfang an Miss Diaz primäres bzw. einziges Love-Interest geben darf.

tape 3Das wirkt auch nach Hollywood-Regeln schon deshalb weniger abwegig, weil Segel sichtbar an Gewicht verloren hat. Die Vermutung, dass ihn da die Aussicht auf diese Rolle zusätzlich motivierte liegt nahe, denn beide Hauptdarsteller agieren hier in der ersten halben Stunde mit vollem Körpereinsatz und hüpfen mehrfach als Nakedeis durchs Bild. Auch wenn dabei natürlich nie mehr als blanke Hintern und kurze Busenblitzer zu sehen sind, so ist die geballte Nacktheit der Beiden doch durchaus bemerkenswert und da gibt es dann halt auch irgendwann nicht mehr allzu viel zu kaschieren. Auch was die Sprache betrifft ist das hier nichts für allzu sensible Gemüter und der Begriff „You Porn“ fällt in dieser Mainstream-Produktion genauso häufig wie der Name eines gewissen Apple-Produkts. Dass „Sex Tape“ dabei in seiner Grundaussage trotzdem letztlich brav und harmlos bleibt, dürfte dagegen niemanden wirklich überraschen. Aber immerhin erfährt man hier endlich mal, wer denn nun wirklich hinter der populärsten aller Erotik-Webseiten steckt.   

tape 4Zwar verläuft die Jagd nach den Tablets mit dem verhängnisvollen Video in sehr vorhersehbaren Bahnen und mehr als einmal entpuppen sich die aufwändigen Rettungsversuche von Jay und Annie als im Nachhinein komplett überflüssig. Doch das kann man ganz gut akzeptieren, wenn man dafür zwischendurch auch immer mal wieder solch kleine Köstlichkeiten serviert bekommt wie die Sequenz im skurrilen Heim des Hank Rosenbaum, von Ex Teenie-Star Rob Lowe hinreißend gespielt. Der entblößt nämlich hinter der Maske des Biedermannes die eine oder andere überraschende Einstellung und beweist zudem einen ganz speziellen Kunstgeschmack.

Obwohl sehr offensichtlich für eine klar umrissenes Publikum als leichte Abendunterhaltung konzipiert, funktioniert „Sex Tape“ als kurzweilige und mittelfreche, nun ja – „Sex-Komödie“ im Großen und Ganzen recht gut. Im Grunde ein typischer Fall fürs abschließende Fazit, das dann mit den Worten „…nicht mehr, aber auch nicht weniger“ endet. Die Zielgruppe sollte also Bescheid wissen.    

Bilder: Copyright

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