O'Horten

Originaltitel
O'Horten
Land
Jahr
2008
Laufzeit
90 min
Genre
Regie
Release Date
Bewertung
8
8/10
von Patrick Wellinski / 1. Juni 2010

 

Bent Hamer hat sich mit seinen Filmen "Kitchen Stories" und "Factotum" einen Namen im internationalen Kino gemacht. Seine Regiehandschrift könnte man als typisch skandinavisch beschreiben. Leise, melancholische Komödien mit einem lakonischen Humor und oft kauzigen, Comic-haften Figuren. In "Factotum" gelang es Hamer sogar das literarische Universum eines Charles Bukowski mit Hollywooddarstellern sehr überzeugend auf die große Leinwand zu transferieren. In seinem neusten Film "O'Horten" kehrt der norwegische Regisseur wieder zurück in seine Heimat und verfilmt das Leben eines emeritierten Lokführers.
Odd Horten (brillant: Baart Owe), 67 Jahre alt, war sein Leben lang Lokführer. Mit großem stolz absolvierte er die Strecke Oslo-Bergen für viele Jahre. Doch nun erwartet Horten die Rente. Die letzte Fahrt tritt der pfeifenrauchende Junggeselle mit schwerem Herzen an. Die Kollegen feiern seinen Abschied mit ordentlich viel Wodka, was dazu führt, dass Horten in einem fremden Kinderzimmer landet und seinen Zug zurück nach Hause verpasst. Doch das ist alles erst der Anfang einer sehr verrückten und wunderlichen Reise tief in den norwegischen Winter.

Hamer erzählt die Geschichte eines Neuanfangs. Das Leben in der Führerkabine, welches Horten bisher so liebte, endet für ihn viel zu abrupt. Er hat keine Familie zu der er zurückkehren könnte, sondern nur eine sehr alte Mutter, die er ab und zu in einem Altersheim besucht. Er will sich mit dem Besitzer des Pfeifenladens anfreunden, indem sich Horten als passionierter Pfeifenraucher immer wieder sein Lieblingsmodell besorgt. Doch es stellt sich heraus, dass der Ladenbesitzer kürzlich verstorben ist. Horten stolpert weiter durch die Straßen, immer auf der Suche nach einem neuen Sinn, einer neuer Aufgabe oder nach einem neuen Ziel in seinem Leben. Dabei begegnet er vielen skurrilen Typen, wird Zeuge, wie der Koch seines Lieblingsrestaurants plötzlich in Handschellen abgeführt wird, oder findet sich zufällig mitten auf dem Rollfeld eines Flughafens wieder, worauf er sofort von den Sicherheitskräften festgenommen wird.
Der norwegische Regisseur betrachtet all diese lustigen Zwischenfälle mit einer erstaunlichen Gelassenheit und Beiläufigkeit, ganz so, als ob derlei Sachen in Norwegen tagtäglich geschehen würden. Natürlich ist dieser Kosmos dem häufigen Kinogänger aus dem skandinavischen Kino bekannt und sei es nur aus den lakonischen Komödien eines Aki Kaurismäki. "O'Horten" läuft zwar an ein paar Stellen Gefahr in viele kleine Einzelteile zu zerfallen, die oft etwas beliebig nebeneinander stehen. Doch der ganze Film wird durch den wunderbaren Baart Owe zusammengehalten. Er leiht Horten ein Gesicht, welches sich nie verzieht und doch immer wieder eine erstaunliche Bandbreite an Gefühlen widerspiegelt.

Man muss sicherlich dem ruppigen Charme des skandinavischen Kinos verfallen sein, um sein Herz an "O'Horten" zu verlieren und doch ist diese komisch-traurige Außenseitergeschichte ein wunderbarer Gegenentwurf zum sonstigen konventionellen Weihnachtskino. Am Ende beschleicht einen das leise Gefühl, dass "O'Horten" eigentlich nur sehr oberflächlich betrachtet ein Film über die Ziellosigkeit eines alten Mannes ist, der nichts mit seinem Rentnerdasein anfangen kann. Bei näherer Betrachtung stellt sich Bent Hamers herrlich melancholischer Film als ein hintergründiges aber auch tieftrauriges Porträt menschlicher Einsamkeit heraus.

Bilder: Copyright

2
2/10

Ich hab den Film nach über einer Stunde nicht mehr verfolgen können, weil er so einschläfernd langweilig war.
Ein paar wenige Witzige Momente gab gibt es schon. Aber der Rest, schleift und schleift. Ich bin ja schon Fan von filmen zum nachdenken. Muss nicht immer alles explodieren. Aber ich kann nicht zu dem Film raten, weil einfach sehr oft nichts passiert.
Gar nichts!
MfG

Permalink

1
1/10

leider sehr einscläfernd, bei der Szene des Skisprungs, wird der Ausgang weggelassen,Humor ist, wenn man trotzdem lacht.Zu schmunzeln gibt es eigentlich sehr wenig. Es ist auch nicht komisch, wenn jemand auf der Straße liegt, weil er betrunken ist, aufsteht und absolut nüchtern wirkt und so dann weiter trinkt. Man fragt sich, was geht mich die Geschichte eines unbekannten Lokführers a. D. an?
Ich kann nur abraten, sich den Film anzuschauen, wenn man unterhalten werden möchte!

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