Mord ist mein Geschäft, Liebling

Jahr
2009
Laufzeit
106 min
Genre
Release Date
Bewertung
6
6/10
von Volker Robrahn / 22. Juni 2010

Toni Ricardelli (Rick Kavanian) liebt seinen Beruf. Der zuverlässige Profikiller wird gut bezahlt, hat flexible Arbeitszeiten und viel mit Menschen zu tun. Dass die Damenwelt meistens schnell Reißaus nimmt wenn er offenherzig von seinem Job erzählt, lässt ihn jedoch irgendwann in dieser Richtung etwas vorsichtiger werden. Als er sich an die Erledigung des aktuellen Auftrags seines Paten Pepe (Bud Spencer) macht, der darin besteht, dem der Unterwelt ziemlich lästigen Enthüllungsautoren Enrico Puzzo (Franco Nero) das Licht auszublasen, begegnet er dabei der etwas schusseligen, aber sehr attraktiven Verlagsangestellten Julia (Nora Tschirner). Und als diese ihn für eben diesen Puzzo hält, dessen Gesicht der Öffentlichkeit nicht bekannt ist, da spielt Toni lieber erstmal mit, anstatt die Dame über die tatsächliche Situation aufzuklären. Doch lange kann das nicht gut gehen, denn wenn die Unterwelt glauben muss, dass Puzzo noch am Leben ist, wird mal kurzerhand eine ganze Armada von Killern losgeschickt um das zu ändern. Unter ihnen auch der bayrische Altmeister Münchinger (Christian Tramitz), der den Toni aber eigentlich ganz gut leiden kann.

Dieser "Münchinger" wird leider meist von der Ausübung seines Berufes dadurch abgehalten, dass regelmäßig im ungünstigsten Moment sein Handy klingelt. Dessen Erkennungston ist die Melodie aus der "Erdinger Weißbier"-Werbung und dran ist meistens die Ehefrau, die gerne wissen möchte wann denn der Gemahl zum Abendessen daheim ist. Eine hübsche kleine Rolle, die Christian Tramitz auf den Leib geschrieben scheint und man ist geneigt zu sagen, dass es vor allem diese kleinen gelungenen Gags und Besetzungscoups sind, bei denen "Mord ist mein Geschäft, Liebling" die meisten Pluspunkte sammeln kann. Ein detailverliebtes Setdesign, ein paar Swingklassiker von Dean Martin und dazu passend die alten italienischen Haudegen Bud Spencer und Franco Nero oder auch ein Günter Kaufmann (ja, der aus dem Dschungelcamp) in netten Gastrollen.
Das alles kann einem schon ein Lächeln aufs Gesicht zaubern, und die Grundidee, eine moderne Neuauflage klassischer Screwball-Komödien der Marke "Bettgeflüster" zu inszenieren, ist ja auch erstmal sehr sympathisch. Im Gegensatz zum eher parodistisch angelegten und bewusst überdrehten "Down with Love" vor ein paar Jahren wirkt der Film von Drehbuchautor und Regisseur Sebastian Niemann ("Hui Buh, das Schlossgespenst") aber mehr wie eine liebevolle Hommage auf ein so gut wie ausgestorbenes Genre - eine Herangehensweise, die vielleicht auch etwas erfolgversprechender ist.
Diese Ehrerbietung besteht dann aus den bereits genannten durchaus gelungenen Komponenten, weist aber leider auch einige Schwächen auf, die das fertige Gesamtergebnis etwas trüben. Da wäre zum einen der reichlich unwitzige und oft sogar nervige Handlungsstrang um Julias schüchternen bzw. komplett lebensunfähigen Verlobten Bobfried (Janek Rieke) samt ihn ständig begleitenden Psychiater (Ludger Pistor). Dazu gehört aber auch die Hauptfigur des Toni Ricardelli, für die sich Rick Kavanian sichtbar in Form gebracht hat und dabei so attraktiv aussieht wie man ihn wohl noch nie zuvor gesehen hat. Bedauerlicherweise wird das gewaltige komische Potential, das Kavanian bisher in seinen Kino- und TV-Produktionen mit Bully Herbig an den Tag gelegt hat, hier aber nicht wirklich ausgenutzt. Cool und charmant ist er wahrhaftig, der Toni, richtig witzig aber leider nur selten. Auch das richtige Gefühl für die Länge einzelner Szenen scheint die Macher manchmal im Stich gelassen zu haben, vor allem in der zweiten Hälfte hängt die Handlung doch ab und zu etwas durch und ein paar Straffungen hätten sicher nicht geschadet.

Es wirkt fast so, als sei es den Beteiligten schwer gefallen, hier etwas rigoroser zu schneiden, weil sie selbst soviel Freude an dem hatten, was sie da produziert haben. Denn wenn "Mord ist mein Geschäft, Liebling" eines erfolgreich vermittelt, dann ist das die Lust und den Spaß den die Mitwirkenden vor und hinter der Kamera hier offensichtlich hatten. Und genau dieser Eindruck macht es einem dann auch schwer, dem Film ob seiner weniger gelungenen Elemente ernsthaft böse zu sein. Ein Werk also, bei dem das finale Gesamtergebnis tatsächlich einmal eher weniger ergibt als die Summe seiner einzelnen Teile. Diese sind dafür aber für sich betrachtet doch ausgesprochen nett und charmant.

Bilder: Copyright

Den Film muss ich mir auf jeden Fall anschauen. Werde ihn wahrscheinlich nicht mal gut finden, aber ich bin einer jener im Interview erwähnten jungen Fans, die Bud Spencer niemals im Kino gesehen haben (als ich ein Kind war liefen die Filme aber noch rauf und runter im TV). Und das kann ich mir nun natürlich nicht entgehen lassen, auch wenn es keine coole Prügelklamotte ist.

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8
8/10

Einfach ein sehr witziger und unterhaltsamer Film. Macht ungeheuer Laune

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3
3/10

Habe den Film gestern gesehen und fand ihn nicht gut. Alle witze sind vorhersehbar und die ganzen szenen sind so zäh wie kaugummi. Dazu kommen noch übertrieben viele Klischees ins Spiel. Dann die gelobten sets. Allein in Italien der Hotelportier...zeigt doch ziemlich deutlich meiner Meinung nach wie viel Wert auf Kleinigkeiten gelegt wurde. Einzig und allein Rick Kavanian hält hier mit seinem witz und charme das ganze ding über wasser. So dass ich nicht schon nach 10 min wieder aus dem kino raus bin.

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Blöder gehts wohl nicht mehr, völiger stumpfsin ! Für den mühl zu schade könte de anstecken !

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