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Johnny English - Man lebt nur dreimal

Johnny English - Man lebt nur dreimal
komödie , großbritannien 2018
original
johnny english strikes again
regie
david kerr
drehbuch
robert wade, william davis
cast
rowan atkinson,
emma thompson,
olga kurylenko,
ben miller,
jake lacy, u.a.
spielzeit
90 Minuten
kinostart
18. Oktober 2018
homepage
http://upig.de/micro/johnny-english-man-lebt-nur-dreimal
bewertung

7 von 10 Augen

english 3 1Er ist wieder da und das an sich ist schon mal überraschend. Denn nicht nur, dass seit dem letzten „Johnny English“-Film weitere sieben Jahre vergangen sind – der zweite Teil wirkte damals bereits schon etwas weniger frisch und ein wenig wie die obligatorische Fortsetzung eines Überraschungserfolgs, nach der die Luft dann aber eigentlich auch schon raus war. Dass Rowan Atkinson statt den von vielen Fans gewünschten Mr. Bean zu reanimieren nun doch ein drittes Mal in die Haut des genauso ungeschickten wie selbstbewussten britischen Geheimagenten schlüpft, erweist sich aber letztlich doch als kluge Entscheidung. Denn Mr. English ist nicht nur in Würde gealtert und zeigt hier ein paar ganz neue Facetten, man hat sich auch eine clevere Prämisse einfallen lassen in der diese Figur hervorragend funktioniert.

english 3 2 Eine umfassende Hacker-Attacke sorgt dafür, dass auf einen Schlag sämtliche britischen Undercover-Agenten enttarnt und somit nutzlos werden. Die Premierministerin (Emma Thompson) steht gewaltig unter Druck und lässt sich auf eine Zusammenarbeit mit dem undurchsichtigen Cyber-Unternehmer „Jason“ (Jake Lacey) ein. Es gibt aber noch Hoffnung, dank des einzigen Agenten der sich bisher - nicht zuletzt aufgrund seiner eigenen Beschränktheit – erfolgreich den neuen Medien und der Digitalisierung widersetzt hat. Johnny English (Rowan Atkinson) wurde zwar eigentlich auf einen Job weggelobt bei dem er keinen allzu großen Schaden anrichten kann, doch als Mann ohne Smartphone oder Navigationssystem im Wagen ist er praktisch der einzig übriggebliebene Agent, um den Hintermännern des Cyber-Angriffs auf die Spur zu kommen. Diese Spur führt ihn zunächst zu der attraktiven Ophelia (Olga Kurylenko), was die Aufgabe für English nur um so reizvoller macht.

english 33„Ein analoger Agent in einer digitalen Welt“ lautet in einem Satz die Grundidee, und so simpel diese an sich ist, so perfekt ist sie geeignet um die Figur des Johnny English in ein paar herrlich absurde Situationen zu versetzen. So ist allein die mehrminütige Sequenz, in der sich English mit einem Virtual Reality-Sensor auf dem Kopf durch die Stadt bewegt und dabei natürlich nicht merkt, dass er statt virtueller Gangster ständig harmlose Passanten vermöbelt, visuell genial inszeniert. Wobei der „Spion, der es versiebte“ (wie es einst im Untertitel des ersten Teils hieß) hier nicht nur durch Gags und Slapstick glänzt, sondern auch eine etwas weitergehende Charakterisierung erfährt. Und zwar in die unsympathische Richtung, denn der Egoismus, die oberflächliche Geltungssucht und sein komplett rücksichtsloses Vorgehen gegenüber den Mitmenschen zeichnet letztlich auch eine ziemlich traurige und leere Persönlichkeit. Wenn ihm sein langjähriger Partner (Ben Miller kehrt als Agent Bough zurück) von seinen persönlichen Problemen erzählt, hört ihm English nicht mal zu, ist stets nur auf sich selbst fixiert. Das sind dann durchaus Momente, die man als tragikomisch bezeichnen kann.

english 3 4 Wobei: Als komplett unfähig erweist sich Agent English diesmal tatsächlich nicht, er macht dann doch auch mal was richtig, auch wenn dafür ab und zu der Zufall zu Hilfe kommen muss. Atkinson scheint sichtlich Freude zu haben an dieser Figur, obwohl er – wie er uns im Interview verriet - nicht mal alle „modernen“ James Bond-Filme gesehen hat und ihm somit gar nicht bewusst war, dass auch schon Agent 007 mit der aparten Olga Kurylenko (in „Ein Quantum Trost“) zu tun hatte. Dass mit den altmodisch-analogen Dingen gefällt aber auch dem Privatmenschen Atkinson, der hier dann auch einen seiner eigenen Oldtimer in den Film geschmuggelt hat. Dass er dann in sechs bis acht Jahren noch ein weiteres Mal Lust auf einen neuen „Johnny English“-Film bekommt ist somit wohl nicht völlig auszuschließen. Angesichts der Qualität von „Man lebt nur dreimal“ wäre das aber auch gar nichts Schlimmes.

Volker Robrahn

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