Hope

Originaltitel
Hopeu
Land
Jahr
2025
Laufzeit
157 min
Regie
Release Date
Bewertung
8
8/10
von Volker Robrahn / 7. Oktober 2026

Es mangelt ganz gewiss nicht an starken Filmen, die das südkoreanische Kino in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Der Oscar-Gewinn von Bong-joon Hos „Parasite“ für den besten Film des Jahres (und nicht etwa nur den besten fremdsprachigen) war nur der öffentlichkeitswirksame Höhepunkt für eine ganze Reihe an aufregenden und teils innovativen Werken, die vom Thriller bis zum Drama oder der Sozialsatire viele Bereiche bearbeiteten. Etwas in den Hintergrund geriet dabei das klassische Horror -Genrekino für das Filmnationen wie Südkorea und Japan bei uns im Westen lange Zeit hauptsächlich bekannt waren. Nun hat Korea zwar keinen „Godzilla“ zu bieten, aber das man dort dennoch in der Lage ist ein wuchtiges und bombastisches Monsterfest abzuliefern beweist nun Na Hong-jins „Hope“, der weder seinen Protagonisten noch dem Zuschauer größere Atempausen lässt.

Ohne jede Vorgeschichte oder Einführung der Charaktere wirft uns der Film sofort ins Geschehen, denn nur wenige Minuten nachdem der Polizeichef Bum-seok (Hwang Jung-mim) herbeigerufen wurde um eine auf der Straße liegende, übel zugerichtete Kuh zu begutachten und anschließend in einem nahegelegenen Dorf verwüstete Häuser und herumliegende Leichen entdeckt. befindet er sich auch schon mitten in der Attacke eines wild um sich schlagenden und sich rasend schnell bewegenden Monsters. Dass sowohl der wackere Polizist als auch das Publikum aber erst einmal nicht zu sehen bekommt, jedenfalls nicht vollständig. Denn immer wieder verpasst es die Kamera um winzige Sekundenbruchteile und zieht damit die Spannungsschraube mächtig an. Als das clevere Versteckspiel dann schließlich doch beendet wird ist schnell klar, dass man gegen dieses (oder sind es gar mehrere?) Wesen selbst als bewaffneter Mensch eigentlich keine Chance hat, was aber nicht bedeutet, dass es Bum-seok und seine zur Unterstützung herbeigeeilte Kollegin Sung-ae („Squid Game-StarJung Ho-yeon) nicht dennoch mit allen Mitteln versuchen.

Gut eine Stunde dauert die in Echtzeit ablaufende Hatz, deren Aggregatzustand ständig zwischen Jagd und Flucht hin und her wechselt. Und ist so gekonnt, rasant und visuell einfallsreich inszeniert, dass man konstatieren muss: So etwas gab es auf diesem Level noch nicht oft zu sehen. Ein Sog, dem man sich kaum entziehen kann und bei dem die Teilnahme aus dem sicheren Kinosessel heraus jede Menge Spaß macht. Dass das nicht ewig so weitergehen kann (jedenfalls nicht bei einer Laufzeit von zweieinhalb Stunden) ist letztlich aber klar und so tut die Ruhepause nach der wirklich furiosen ersten Filmhälfte zunächst durchaus gut. Und wenn man sich dabei fragt was dieser zwar ungemein aufregende, inhaltlich aber doch offenbar eher simple Film wohl jetzt noch zu bieten haben wird, darf man sich auf eine kleine Überraschung gefasst machen. Denn es wird deutlich komplexer, eine fast schon epische, mit Rückblicken angereicherte Storyline entfaltet sich und wir erleben das Geschehen schließlich sogar aus Sicht der (gar nicht durchgehend) monströsen Besucher. Eine deutlich größer aufgezogene Geschichte als zunächst gedacht also, von der wir hier womöglich sogar nur den Auftakt zu sehen bekommen, das bleibt ein wenig offen.

Am Ende weiß man aber zumindest warum die Credits neben den südkoreanischen Darstellern - die auch hier gelegentlich dem aus westlicher Sicht typischen Overacting frönen – auch die Namen der Hollywood-Stars von Michael Fassbender und Alicia Vikander auflisten. Zugegeben, die zweite Filmhälfte ist nicht mehr ganz so packend und hätte auf die eine oder andere etwas zähe oder zu lang geratene Szene verzichten können. Und darüber wie realistisch manche Verwandlung oder Verfolgugsjagd wohl ist sollte man auch auf keinen Fall mehr als eine Sekunde lang nachdenken. Aber das was bei „Hope“ insgesamt geboten wird ist wirklich unterhaltsam und spannend genug um darüber recht mühelos hinwegsehen zu können.

Bilder: Copyright

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