Die Turteltauben

Originaltitel
Lovebirds
Land
Jahr
2020
Laufzeit
86 min
Release Date
Streaming
Bewertung
7
7/10
von Frank-Michael Helmke / 26. Mai 2020

“Die Turteltauben” beginnt als eine sehr charmante und originelle Rom-Com und fängt in wenigen Minuten ein, wie sein Hauptpaar Leilani (Issa Rae) und Jibran (Kumail Nanjiani) sich kennengelernt und verliebt hat. hat. Einen schnellen Zeitsprung beziehungsweise vier Jahre später ist davon scheinbar nichts mehr übrig geblieben. Im ernüchternden Beziehungsalltag versackt und wegen jener Kleinigkeit streitend, sind Leilani und Jibran eigentlich fertig miteinander und ihrer Beziehung. Dummerweise fahren sie in diesem Moment einen Fahrradfahrer an. Und kurz darauf taucht ein vermeintlicher Cop auf, kapert den Wagen der beiden und gibt dem flüchtenden Radfahrer endgültig den Rest. Mehrfach. Der Kerl flieht vom Tatort – ebenso wie Leilani und Jibran als ihnen klar wird, dass sie wie die Mörder dastehen.

Was folgt, ist in seiner generischen Pärchenkomödie-Struktur schon recht offensichtlich. Zwei, die nicht mehr daran glauben, miteinander funktionieren zu können, müssen miteinander funktionieren, um ihre eigene Unschuld zu beweisen. Und erkennen durch dieses Abenteuer, wie gut sie eigentlich doch zusammen funktionieren.

Der Thriller-Plot, der hierfür als Folie dient, läuft solide seine Etappenpunkte ab, während er Leilani und Jibran alle paar Minuten in ein neues Szenario wirft, durch das sie sich zusammen irgendwie durchimprovisieren müssen. Was mal mehr, mal weniger gut klappt, und was auch mal mehr, mal weniger witzig ist.

Was „Die Turteltauben“ dabei von durchschnittlicher Genre-Mittelklasse abhebt ist das Glück, dass er zwei Hauptdarsteller mit großem komödiantischem Talent besitzt, die mit ihrem Gefühl für Timing und Tempo die Screwball-artigen Streitereien zwischen ihren Charakteren mit genau der richtigen Mischung aus Witz und Glaubwürdigkeit rüberbringen. Issa Rae und Kumail Nanjiani geben dem oft benutzten Muster „Pärchen fängt sich in den unmöglichsten Situationen an zu streiten“ den nötigen Schwung und die so wichtige Leichtfüßig- und Liebenswürdigkeit, dass man mit ihnen als Paar mitfiebert. Es hat eine etwas traurige Ironie, dass der Film bei Netflix erscheint, denn eigentlich wäre er der perfekte Date-Film. Aber ins Kino kann man derzeit ja leider sowieso nicht so richtig.

Das Zusammenspiel seiner Hauptdarsteller hält „Die Turteltauben“ auch dann noch am Laufen, wenn die schlagfertige Dynamik der beiden etwas in den Hintergrund gedrängt wird, weil der Krimiplot abgewickelt werden möchte. Der ist weder sonderlich spannend noch sonderlich einfallsreich – abgesehen von der großen „Verschwörung“, in die Leilani und Jibran hier reinstolpern. Der Höhepunkt ihrer Amateur-Ermittlungsarbeiten ist so köstlich schräg und durchgeknallt, dass Leilanis Frage „Haben wir gerade denselben Traum?“ sehr angebracht ist.

Die knusprige Laufzeit von nur 86 Minuten ist ein Indikator dafür, dass „Die Turteltauben“ nicht viele Asse im Ärmel hat, um mit seinem Plot zu punkten. Sie weist aber auch darauf hin, dass der Film um seine Stärken weiß: Rae und Nanjiani dürfen gemeinsam ihr Dialog-Feuerwerk abfeuern, und dazwischen beeilt man sich, zum nächsten Setup für die beiden zu kommen, bevor die Sache anfängt durchzuhängen.

So ist „Die Turteltauben“ flott und kurzweilig weggesnackt. Kein großer Wurf, aber für einen netten Filmabend ohne viel Anspruch absolut in Ordnung. Und vielleicht kann man auch auf dem heimischen Sofa ein kleines Date daraus machen.

Bilder: Copyright

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