Crime 101

Originaltitel
Crime 101
Land
Jahr
2026
Laufzeit
140 min
Genre
Regie
Release Date
Bewertung
8
8/10
von Volker Robrahn / 11. Februar 2026

Ein Meisterdieb mit Ehrenkodex, ein Detektiv der sich in die Aufgabe verbeißt diesen zur Strecke zu bringen, das Ganze getaucht in kühle Großstadt Neon-Bilder. Wem beim ersten Blick auf das Konzept von „Crime 101“ nicht ziemlich schnell ein Film namens „Heat“ in den Sinn kommt, der – hat das Meisterwerk von Michael Mann mit Robert De Niro und Al Pacino offenbar nicht gesehen. Dennoch ist dieser neue Thriller mit echter Starbesetzung weit mehr als ein Abklatsch des Genannten, präsentiert gleich vier zentrale und gut ausgearbeitete Charaktere und geht auch ganz grundsätzlich eigene Wege.

Davis (Chris Hemsworth) begeht in regelmäßigen Abständen Raubzüge, die ein bis ins letzte Detail geplantes Vorgehen, viel Mut und Selbstkontrolle erfordern, denn verletzt wird bei seinen Taten grundsätzlich niemand, auch wenn es um Millionenbeträge geht. Das Muster in den Verbrechen, die stets nah an einem Zugang zum Highway 101 begangen werden fällt dabei lediglich dem etwas heruntergekommenen Detective Lubesnik (Mark Ruffalo) auf, dem dessen Vorgesetzte aber wenig Glauben schenken. Ziemlich frustrierend läuft es auch für die auf besonders wohlhabende Klienten spezialisierte Versicherungsagentin Sharon (Halle Berry), deren Karriere innerhalb ihrer Firma sich nicht in die erhoffte Richtung entwickelt. Währenddessen stoßen die Bedenken, die Davis bei der Annahme von neuen Aufträgen zeigt, seinem Kontaktmann Money (Nick Nolte) irgendwann soweit auf, dass er sich einen neuen, wesentlich skrupelloseren Helfer sucht, den unberechenbaren Orman (Barry Keoghan). Als sich die Wege dieser Menschen kreuzen wird schnell klar, dass wohl nicht alle mit heiler Haut davonkommen werden.

Neben spannenden und ausgeklügelten Raubzügen plus ein paar rasant inszenierten Verfolgungsjagden überzeugt „Crime 101“ vor allem durch den sorgsamen Aufbau seiner Geschichte und die Entwicklung gleich eines halben Dutzends an komplexen und glaubwürdig gezeichneten Charakteren (neben den Genannten zählt auch noch Monica Barbaro in der Rolle von Davis Affäre Maya dazu). Und dafür nimmt der Film sich mit 130 Minuten Laufzeit ausgiebig Zeit, die aber sehr gut und gewinnbringend investiert ist. Man kann hier tatsächlich so gut wie alle Aktionen und Motivationen der einzelnen Figuren nachvollziehen, wodurch sich die im Grunde vom Leben der meisten Normalbürger natürlich weit entfernte Handlung als bemerkenswert realistisch anfühlt. Vor allem was Chris Hemsworth angeht ist es dabei eine echte Wohltat diesen nach all den übezogenen-albernen Rollen (von „Thor“ bis „Furiosa“) mit denen er uns in den letzten Jahren beehrt hat, endlich mal wieder in einer sowohl ernsthafteren als auch anspruchsvolleren zu erleben, die er zudem ausgezeichnet meistert. Aber auch Mark Rufffalos „Loser“-Detektiv und die zunehmend durch ihr fortschreitendes Alter und vermeintlich nachlassende Attraktivität diskriminierte Sharon von Halle Berry weiß zu überzeugen. Lediglich Barry Koghan gibt im Prinzip erneut das was wir von ihm gewohnt sind, nämlich den leicht unterbelichteten wilden Jungspund außerhalb aller Konventionen – aber auch das macht er halt sehr gut.

Es wird sich der ein oder andere finden, der manchen Handlungsstrang oder einige Details der ab und zu durchaus verschachtelten Geschichte entbehrlich findet und wahrscheinlich sind diese das auch. Sie sorgen aber eben mit dafür, dass sich der ganze Film sehr rund, durchdacht und konsequent anfühlt. Wer mit überwiegend ruhigen aber anspruchsvollen Thrillern (inklusive gelegentlichen Action-Momente) etwas anfangen kann ist daher bei „Crime 101“ absolut richtig.

Bilder: Copyright

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