Das Zimmer meines Sohnes

drama, ita 2001
original
la stanza del figlio
regie
nanni moretti
drehbuch
n. moretti, l. ferri, h. schleef
cast:

nanni moretti,
laura morante,
guiseppe sanfelice,
jasmine trinca, u.a.

spielzeit
99 min.
kinostart
11.10.2001
homepage
www.daszimmermeinessohnes.de
bewertung

(10/10 augen)




 

 

 

 


 

 

Gewinner der Goldenen Palme für den besten Film in Cannes 2001

Giovanni (Nanni Moretti) ist Psychoanalytiker in einer kleinen italienischen Stadt. Er hat einige Patienten, die schon lange zu ihm kommen und zu denen er schon ein fast freundschaftliches Verhältnis hat. Auch sein Privatleben verläuft größtenteils problemlos, er führt eine glückliche Ehe mit Paola (Laura Morante) und hat zwei heranwachsende Kinder, die Tochter Irene (Jasmine Trinca) und den Sohn Andrea (Giuseppe Sanfelice). Die Familie ist sehr sportlich, Giovanni joggt, Irene spielt Basketball und Andrea Tennis, auch sonst unternehmen alle viel miteinander, es herrscht einträchtige Idylle.
Eines Sonntagmorgens, als Giovanni mit seinem Sohn joggen gehen will, wird er von seinem Patienten Oscar (Silvio Orlando) um Hilfe gebeten und fährt zu ihm. Zur gleichen Zeit hat Andrea einen Unfall und stirbt.
Sein Tod verändert das Familienleben, nicht nur dadurch, dass jetzt jemand fehlt, auch die anderen treiben eher auseinander als sich näher zu kommen. Paola zieht sich weinend in ihr Schlafzimmer oder in ihre Arbeit zurück, Irene trifft sich mit ihren Freunden und Giovanni versucht sich mit Sport zu betäuben. Doch diese Betäubung funktioniert nicht und er macht sich Vorwürfe, da er den Unfall hätte verhindern können. Schließlich muss er seine Praxis schließen und seine Ehe droht zu zerbrechen.
Doch eines Tages liegt ein Liebesbrief an Andrea im Briefkasten, von seiner Freundin, von der die Familie bisher nichts wusste. Besonders Paola erhofft sich in ihrer Trauer hier eine Möglichkeit, ihren Sohn vielleicht ein Stück weiterleben zu lassen.

Nanni Moretti ist im italienischen Kino eine bedeutende Figur. Nicht nur, dass er in seinen Filmen meist die Hauptrolle, Regie, Drehbuch und Produktion übernimmt, er hat eine Produktions- und Verleihfirma, ein eigenes Kino in Rom und veranstaltet ein jährliches Filmfestival für Nachwuchstalente mit einem eigenen Preis, dem Sacher d´Oro. Zudem gilt er als eine Art Don Quichotte, da er in seinen Filmen auch politisches Engagement gegen Berlusconis Politik zeigte.
Seit 1973 macht Moretti Filme, die ihm bis jetzt 1981 den Goldenen Löwen von Venedig, 1985 den Silbernen Bären in Berlin, 1993 die beste Regie in Cannes und schließlich dieses Jahr die Goldene Palme für "Das Zimmer meines Sohnes" einbrachte. Und das auch völlig zu recht.
"Das Zimmer meines Sohnes" ist ein wunderschöner, wenn auch unglaublich trauriger Film. Trotz aller von der Handlung gebotenen Möglichkeiten, in ein hollywoodeskes Rührstück abzudriften, umgeht Moretti jegliche Art von Kitsch oder Theatralik. Stattdessen zeigt er äußerst realistisch, wie Menschen mit dem Zusammenbrechen ihres bisherigen Lebens umgehen, da er sich selbst seit der Geburt seines Kindes verstärkt mit dem Tod beschäftigt.
Der Film pendelt zwischen den humorvollen Teilen wie einigen Patientengesprächen und den entsprechenden Alltagssituationen nach Andreas Tod ohne jemals künstlich zu wirken, man beobachtet eine ganz normale Familie die mit einem Schicksalsschlag umzugehen versucht und sich nach und nach wieder zusammenrauft. Wahrhaft wahrhaftig.

V. Kampschulte

 





Name: ariane schmidt
Email: ariane@rega-sense.ch
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

sehr eindrücklich und extrem realistisch dargestellt. ausgezeichnete schauspieler. kein film für "nur mal schnell ins kino"...



Name: KC
Email: DrZicke@lycos.de
Bewertung:     (1 von 10 Digital Eyes)

Der Film war echt zum einschlafen. Ganz recht der Film ist schon etwas anspruchsvoller, aber extrem öde. Er wird nur von den Patienten des Vaters etwas amüsanter. Ich habe den Film leider bis zum ende gesehen, da ich dachte es kommt dann bestimmt ein überraschendes Ende, was leider nicht der Fall war. Aber was mich am meisten aufregt, dass sie meisten Leute sich den Film ansehen und dann so tun als hätten sie die psychologischen Erklärungen, dabei haben sie eigentlich keine Ahnung.



Name: Svenja
Email: allDreams@uboot.com
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Ich fande diesen Film wunderschöne und er hat mich zu Tränen gerührt!Doch ich würde gerne mehr von dem Sohn andrea (Guiseppe Sanfelice) wissen!



Name: Matthias
Email: matthiasengmann@gmx.de
Bewertung:                     (9 von 10 Digital Eyes)

das was im film geschah, geschah auch in unserer familie. für die absolut 100% zutreffende beschreibung der situation, die emotionen verdient der film jeden preis und jedes lob, welche er gewonnen hat. Ich sage aus meiner eigenen erfahrung: absolut real! genial!

p.s.: über die stilmittel verliere ich kein wort, dass wäre vollkommen fehl am platz.



Name: Simone
Email: meyer-eb@jfemail.de
Bewertung:                   (8 von 10 Digital Eyes)

der film war sehr berührend und ich denke, dass er die Situation sehr glaubwürdig geschildert hat, ohne ein derart traumatisches Erlebnis jemals selbt erlebt zu haben.

Sehr begeistert war ich aber auch von der Musik, insbesondere von dem Song, der während des Abspanns läuft. Sollte irgendjemand wissen, von dem der Song ist, wäre ich total dankbar, wenn man mir das kurz mitteilen würden. Meine Internetrecherchen haben bisher leider nix ergeben.




Name: Nico
Email: mceerainman@hotmail.de
Bewertung:                     (9 von 10 Digital Eyes)

ich finde der film ist sehr gut gemacht....und er hat jeden preis verdient



Name: Gabriele
Email: gerardsiehl@aol.com
Bewertung:   

Wohl denen, die sich in einer solche Ignoranz (s.o.) über den Film äußern können - und möge das Schicksal sie vor dem Verlust eines geliebten Menschen bewahren!
Ich selbst bin auch betroffene Mutter - und ich empfand diesen Film als den besten, der sich mit dem Thema Verlust des Kindes beschäftigt. Er zeigt - sehr sensibel und genau - das Drama, das Einbrechen des Unvorstellbaren in eine Familie.
Dass es in der Realität viel schwerer und schmerzlicher ist, das kann ein Film (und soll er auch nicht) zeigen! Ich habe mich jedenfalls in meiner Trauer verstanden gefühlt. Danke für solche Filme! Danke für mutige RegisseurInnen, die sich an das Thema "Tod" wagen (s.Almodovar z.B.)
Gabriele Gérard
www.trauer-um-florian.de

Gabriele Gérard



Dein Kommentar zu diesem Film:
Name:
Email:
Bewertung: von 10 Augen