Der Tiger und der Schnee

dramödie, ita 2005
original
la tigre e la neve
regie
roberto benigni
drehbuch
roberto benigni, vincenzo cerami
cast

roberto benigni,
nicoletta braschi,
jean reno,
tom waits, u.a.

spielzeit
114 min.
kinostart
30.03.2006
homepage
http://www.concorde-film.de
bewertung


(3/10 augen)




 

 





 

Eine Ruine im Mondlicht. Ein Geistlicher, eine wunderschöne Braut. In der Gemeinde sitzen tote Schriftstellergrößen, am Klavier singt Tom Waits ("Down by Law", "Coffee and Cigarettes") "You can never hold back spring", und der Bräutigam (Roberto Benigni) tritt in Unterwäsche an den Altar. Dies ist die Anfangsszene aus "Der Tiger und der Schnee", und sie gehört zum wenigen Schönen, was dieser Film bieten kann. Roberto Benigni ist ja seit langem bekannt für seine peinlichen Auftritte. Sei es bei der Oscarverleihung für "Das Leben ist schön" oder einer beleidigenden Äußerung über Papst Johannes Paul II., der Italiener irritiert das Publikum. Auch "Der Tiger und der Schnee", geschrieben, verfilmt und gespielt von Benigni ist mit extremem Rumgehampel und pausenloser sinnfreier Monologbeschallung nur schwer erträglich. Fand Benigni in "Das Leben ist schön" noch den schmalen Grad zwischen Kitsch und Tragik, so ist er hier mal wieder (man erinnere sich an "Pinocchio" oder "Der Sohn des rosaroten Panthers") jenseits der Schmerzgrenze angelangt.

Der römische Dichter des Werkes "Der Tiger und der Schnee" Attilio (Roberto Benigni) ist schwer verliebt. Er träumt jede Nacht den gleichen Traum von der Hochzeit mit seiner Vittoria (Benignis Ehefrau und Stamm-Filmpartnerin Nicoletta Braschi), während er sie tagsüber wie ein trotteliger Stalker verfolgt. Dann erfährt Attilio, dass Vittoria, die im Irak Interviews mit dem Dichter Fuad führen wollte, bei einem Bombenanschlag verletzt wurde und im Koma liegt. Mitten im Irakkrieg kann Attilio nicht einfach so hinfliegen, darum muss er zu einigen Tricks greifen, um zu seiner geliebten Vittoria zu kommen. Zwischen Bomben und Plünderungen, nervlich überreizten amerikanischen Soldaten und Fuad (Jean Reno), der mit seinem Land leidet, versucht er ihr das Leben zu retten. Doch auch wenn sie wieder aufwachen würde, so weiß Vittorio durch ihre eigenen Worte vor der Abreise, dass sie ihn erst lieben kann, wenn sie in Rom einen Tiger im Schnee sieht.

Man kann sich in diesem Film kaum entscheiden, was das Schlimmste ist: die Degradierung der irakischen Bürger zu Plünderern und Dieben, die Attrappen-artigen Filmsets in den Kriegsszenen (am besten noch mit animiertem Superkitsch-Sternenhimmel) oder Benigni, Benigni und Benigni. Auch die Geschichte um den Dichter Fuad, der von Reno mit einer Traurigkeit versehen wird, die zeigt, was Trauer wirklich ist, wird sinnlos verheizt, da ja ausschließlich Benigni die Hauptperson sein darf. Nicoletta Braschi spielt mit großer Intensität, bis auf die Komaszenen natürlich, aber man fragt sich an manchen Stellen, ob sie nicht ins Koma gefallen ist, um den Monologen ihres irren Verfolgers zu entgehen.

Es gibt noch etwas, was für diesen Film spricht: Das Lied "You can never hold back spring", welches Tom Waits für den Soundtrack lieferte, ist wirklich ein Genuss. Doch eine Nummer von Tom Waits reicht leider nicht für einen kompletten Spielfilm. Die Geschichte nutzt auf schamloseste Weise den Hintergrund des Irakkriegs für eine Liebesgeschichte aus, die eigentlich nicht schlecht geschrieben ist. Besonders das Ende enthält einen Twist, der sich lohnt, aber während der Zeit zwischen Anfangssequenz und Filmende kann man auch ruhig ein kleines Nickerchen machen. Aber bitte nicht zu tief schlafen, denn die wunderschöne Anfangsszene wird im Film in anderen Versionen mehrfach wiederholt. Das ist leider auch das einzige, was einen davon abhält, das Kino zu verlassen.

M. Semenowicz

 


Name: Ozrael
Email: Ozan1000@hotmail.com
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

Hmm..muss ehrlich gestehen, ich weiss nicht was ich nach der Kritik denken soll. Dass Benigni rumhampelt ist nichts neues denke ich, anders kenne ich ihn gar nicht. Nicht dass wir uns Falsch verstehen, bin relativ neutral ihm gegenüber eingestellt, was man glaub ich von dem/der? Rezensentin nicht sagen kann. Wünsche mir in zukunft ein wenig mehr kritik statt polemik, ein bischen tiefgründiger dürfte es bitte auch sein.."anfangszene gut, ende gut, Benigni kasperl hampelmann" ist mir ehrlich gesagt zu wenig... so bekomme ich als leser den eindruck, sie hätten gar keine lust gehabt und wollten sich besonders kurz fassen.

Bevor ichs vergesse:über benignis auftritt bei der oscarverleihung lässts sich wahrlich streiten, die einen fandens hüü die anderen hott..deswegen verschwenden sie doch demnächst nicht so viele zeilen über ihre für die kritik irrelevanten persönlichen auffassungen..ist mir ehrlich gesagt egal, wie sie über derartige auftritte denken, viel lieber hätte ich mehr über die machart des films gelesen..wie ist der schnitt? gibts noch einen Score ausser den Tom Waits Songs? Wenn ja, wie ist dieser?

Ok zum Schluss noch: Pinocchio und "sohn des rosaroten p." hat benigni mitgespielt, aber mit der inszenierung nichts zu tun gehabt.."Das Leben ist schön" ist sein "Baby" wo er alle fäden in der hand hält, so wie "tiger..Schnee"



Name: Chilly
Email: @hanse.net
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

Schließe mich Ozan1000 an.
UNd den Oskarauftritt fand ich super;



Name: Daniel
Email: ks@ks.ks
Bewertung:                   (8 von 10 Digital Eyes)

Wirklich eine bescheidene Kritik; auch wenn man mit Bengini nicht so viel anfangen kann, sollte man zumindest Objektiv darüber schreiben können.

Es gibt ja im Grunde zwei Lager zu Benigni: Die Einen, die seine übertriebene Gestik nervig finden und die andere, die dieses rumgezappel an ihm lieben. Ich gehöre zur zweiten Sorte und finde, dass gerade das seinen Charakter so liebenswert und lebensnah macht. So kann ich auch nur jeden, der zur zweiten Gruppe gehört, empfehlen sich diesen wunderschönen Film anzuschauen. Benigni schuf auch hier wieder eine herzergreifende Geschichte (mit einem klasse Ende), die eine überzeugende Kombination aus seinem großartigen Spiel, der ergreifenden Musik und den tollen Bildern ist. Zwar muss man dem Film manchmal eingestehen, dass etwas der rote Faden fehlt und es manchmal so vorkommt, als wäre nur Szene an Szene anneinandergereiht. Aber sonst bekommen Liebhaber des Meisterwerks Das Leben ist schön genau das geboten was ihnen an genanntem Film so gefallen hat. Wer wieder 2 Stunden ein Lächeln auf seinem Gesicht haben möchte, der ist hier genau richtig. Wunderschöner Film, dessen einziger Kritikpunkt er fehlende rote Faden ist.



Name: Stefan
Email: st@st.de
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

ozrael hat schon alles gesagt was ich nach dem durchlesen dieser eher peinlichen rezension dachte. die 3 augen werden hier nur damit begründet, zumindest anhand des textes, dass der/die rezensent/in offenbar eine antipathie gegen begnini hat...doch was hat das mit dem film zu tun?

nicht falsch verstehen. schlechte wertungen sind OK. schlechte begründungen aber nicht.



Name: Reswan
Email:
Bewertung:                     (9 von 10 Digital Eyes)

Ich finde es lächerlich zu sagen dass die irakischen Bürgern zu Plünderern und Dieben degradiert werden!! Die Umstände im Krieg sind immer chaotisch, da kann man doch nicht von einer Degradierung sprechen! Diese Äußerung ist da eher die Beleidigung. Ich bin selbst halb Irakerin und finde dass Begnini die Menschen dort keinesfalls schlecht dargestellt hat!
Außerdem hat derjenige, der die Kritik geschrieben hat nichts von dem verstanden, was Begnini mit dem Film sagen will! Nämlich dass man das beste aus seinem Leben machen sollte, egal wie schwer das Leben ist! Man kann Begnini auch nicht vorwerfen, dass er ein dummer Hampelmann ist. Er hat selbst sehr viel durchgemacht und er genießt sein Leben wenigstens, im Gegensatz zu den meisten meiner deutschen Mitbürger- ohne jemanden damit beleidigen zu wollen! Er nimmt sich selbst eben nicht so ernst, er ist ein Kind geblieben, was ist schlecht daran? Ich kann es verstehen, dass er manchen auf die Nerven geht, aber er ist keinesfalls auf sich selbst fixiert und der Film ist ebenfalls sehr sehenswert!
Ich würde dem Schreiber vorschlagen ihn nochmals anzuschaun und einmal zwischen den Zeilen zu lesen!



Name: Fritz
Email: world.wide.streberlein@gmx.de
Bewertung:               (6 von 10 Digital Eyes)

überspitzt formuliert könnte man sagen: "das leben ist schön" mit irakkrieg statt zweitem weltkrieg. das grundprinzip, dem traurigen mit humor zu begegnen, zündete bei mir aber diesmal weniger. es gab zwar wieder ein paar klasse szenen die meine lachmuskeln erschütterten, aber manchmal gingen mir wie der rezensentin begninis monologe auf die nerven. der irak und die iraker dienen als bloße kulisse, der film könnte in jedem anderen krieg spielen. der teil des films, der im irak spielt, ist bis auf wenige zündende gags lanweilig und furchtbar unrealistisch. der film ist sicherlich nicht so gut wie "das leben ist schön", aber auch nicht so schlecht wie ihn die rezensentin macht.



Name: Cla
Email: claudio009@yahoo.de
Bewertung:                     (9 von 10 Digital Eyes)

Ws wurde wirklich schon alles gesagt, doch wer Benigni nie in Originalsprache hat sehen/hören können, hat leider nur die Hälfte von ihm erlebt bzw die Witze so wie die Pointen. Er ist ein Mythos in Italien und für all' die, die zu den glücklichen gehören, seine Sprache auch zu verstehen und somit auch den wahren Benigni zu schätzen.



Name: Daniele
Email: donlombardi@web.de
Bewertung:                        (10 von 10 Augen)

Ich lasse mich nicht mehr herunter, diese peinliche Rezension einer/s frustrierten Benigni Hassers/in.
Er gehört dazu nämlich ein wenig Verstand, und der scheint dem- oder derjenigen gänzlich abhanden gekommen zu sein.


Ich muss Cla auf jeden Fall beipflichten, habe den Film selbst nur in Italienisch gesehen, war absolut begeistert und kann die deutsche Version nicht beurteilen.

Benigni polarisiert, und das ist da gute an ihm. Er ist in einer Reihe anzusiedeln mit Adriano Celentano, mit er z.B. noch zu Berlusconi-Zeiten eine ordentliche Politparodie im Italienischen Fernsehen abzog.
Der Film ist natürlich nichts für jemanden, der gerne Schema F-Filme sieht und mit einer Handlung jenseits der üblichen Hollywood-Klischees nichts anzufangen weiss.



Name: Martin Zopick
Email: martin.zopick@gmx.net
Bewertung:                  (7 von 10 Augen)

Der Tiger und der Schnee

Ein netter Film, auf den man sich einlassen muss ohne mit dem moralinsauren Skalpell des Verstandes alles logisch zu sezieren. Natürlich gibt es Knacks und Lacks im Plot, die von Charme und Liebenswürdigkeit – manche nennen es Oberflächlichkeit – überdeckt werden
Und damit das ganze am Ende nicht im zuckersüßen Schmalz des Happyends versinkt, gibt es ja noch den tollen Song mit der Superstimme von Tom Waits, der von Beginn an immer wieder wirkungsvoll eingesetzt wird.
Es stört auch echte Benigni Fans nicht, dass er sich selbst kolportiert, wenn immer wieder Kleidungsstücke vertauscht werden oder kleine magische Wunder passieren, die nicht von dieser Welt sind.



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