Mord und Margaritas

komödie, usa 2005
original
the matador
regie
richard shepard
drehbuch
richard shepard
cast

pierce brosnan,
greg kinnear,
hope davis,
philip baker hall, u.a.

spielzeit
96 min.
kinostart
20.04.2006
homepage
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bewertung

(6/10 augen)




 

 

 

 


 

 

Filme über Profikiller stehen in Hollywood seit jeher hoch im Kurs und üben auf den Zuschauer stets aufs Neue eine enorme Faszination aus. Das Spektrum reicht von zeitlosen Klassikern wie Fred Zinnemanns "Der Schakal", Luc Bessons "Leon" oder Michael Manns "Collateral", allesamt Meisterwerke ihres Genres, bis hin zu locker-leichten Komödien wie dem wunderbaren "Grosse Pointe Blank" mit John Cusack oder dem erst kürzlich erschienenen und leider enttäuschenden "Mr. & Mrs. Smith". Allesamt leben diese Filme von der unwiderstehlichen Anziehungskraft, die von ihrer Hauptfigur ausgeht. Hitman Vincent aus "Collateral" zeichnet Regisseur Mann als einsame Figur, die zwar auf gewisse Weise beginnt, Sympathie für seine Geisel zu entwickeln, aber gleichzeitig unfähig ist, irgendeine Form von Mitgefühl für Menschen zu empfinden. Er ist zu dieser Emotion schlichtweg nicht imstande, was ihn zu einer tragischen Figur macht. Als Zuschauer weiß man meist nicht, ob man so einen Menschen denn nun verabscheuen oder bemitleiden soll. Und eben genau jene Ambivalenz machen sich die guten Filme dieses Genres zunutze. Filme über Profikiller faszinieren.

"Mord und Margaritas" gehört in der oben genannten Einteilung eindeutig in die Gruppe der Komödien. Auftragskiller Julian Noble (Pierce Brosnan) leidet unter einer Midlife-Crisis. Seit Jahren hetzt er von Auftrag zu Auftrag, bis er irgendwann realisiert, dass es keinen Menschen in seinem Leben gibt, der ihm nahe steht und der sich ernsthaft für Ihn interessiert. Das einzige was ihm noch bleibt, ist seine Arbeit, doch was würde passieren, wenn er bei dieser auf einmal versagen würde? Als er in Mexico City eintrifft, um dort einen weiteren Auftrag zu erledigen, begegnet er in der Hotelbar Danny Wright (Greg Kinnear), einem Geschäftsmann aus Denver. Danny ist nach Mexiko gekommen, um dort einen möglichen Vertrag abzuschließen, der ihn und seiner Frau Bean (Hope Davis) aus einer ernsthaften finanziellen Krise helfen könnte. So unterschiedlich diese beiden Männer auch sein mögen, werden Sie schon sehr bald auf eine Art und Weise aufeinander angewiesen sein, von der die beiden im ersten Moment noch nichts ahnen.

Wenn man über diesen Film spricht, muss man zwangsläufig mit Pierce Brosnan beginnen. Seine Darstellung des Killers Julian Noble ist grandios und im Grunde alleine die Eintrittskarte wert. Ex-Bond-Darsteller Brosnan teilt das Schicksal seiner vier Vorgänger, die nach ihrer mal mehr oder weniger erfolgreichen Bond-Karriere nie mehr aus dem Schatten des britischen Geheimagenten heraustreten konnten. Lediglich Sean Connery ist es viele Jahre später gelungen, sich von der Rolle zu lösen, alle anderen sind gescheitert. Eben dieses Schicksal teilt natürlich auch Pierce Brosnan, der schon so oft gebetsmühlenartig wiederholt hat, er wolle nicht auf die James Bond-Rolle beschränkt werden.
Tatsächlich könnte dies der Film sein, mit dem er das 007-Image hinter sich lassen könnte, und daher hat er ihn sich sicher nicht zufällig ausgesucht. Die Figur des Julian Noble ist der Anti-Bond schlechthin. Er ist Alkoholiker, flucht was das Zeug hält ("I look like a Bangkok hooker on a Sunday morning, after the Navy's left town"), bezahlt Frauen, um mit ihm zu schlafen und ist zu guter letzt nicht mal mehr imstande, seinen Job ordentlich zu erledigen, weil er sein Gewehr nicht mehr ruhig halten kann. Wie Brosnan diese abgewrackte Figur spielt, die selbst noch versucht mit minderjährigen, mexikanischen Mädels zu flirten, das ist wirklich ganz große Klasse. Völlig zurecht hat er dafür eine Golden Globe-Nominierung erhalten, in "Mord und Margaritas" zeigt er vielleicht sogar seine beste Vorstellung überhaupt.
Ihm gegenüber steht Greg Kinnear ("Besser geht's nicht"), der den Part des steifen Geschäftsmanns übernimmt, der mit dem alternden Profikiller auf den ersten Blick wirklich gar nichts gemeinsam hat. Kinnear erweist sich hier ebenfalls als Glücksgriff, und so gehören die gemeinsamen Szenen der beiden Protagonisten dann auch zu den absoluten Highlights des Films. Es macht Spaß den beiden zuzusehen, wie sie trotz oder gerade wegen Ihrer Unterschiede zu Freunden werden, die sich am Ende schließlich gegenseitig brauchen, um zu überleben. Das Drehbuch unterstützt die beiden mit ein paar wirklich toll geschriebenen Szenen, die für sich allein betrachtet immer wieder für heitere und teils auch traurige Momente sorgen, wobei gerade letztere und damit auch das nachdenkliche Ende zu den mit Abstand stärksten Momenten des Films zählen.

Nach soviel Lob muss allerdings leider angemerkt werden, dass "Mord und Margaritas" in vielen anderen Punkten hohen Ansprüchen nicht gerecht wird. Besonders in Sachen Dramaturgie offenbart das Drehbuch vor allem im Mittelteil doch enorme Schwächen, so dass auch das tolle Zusammenspiel der Protagonisten hier nicht mehr viel retten kann. Regisseur Shepard hat sich außerdem offenbar entschieden, seinem Film einen gewissen comicartigen Stil zu verleihen: So kündigt er Ortswechsel häufig in grellen Farben auf voller Leinwandgröße an und baut mal eben zwischendrin ein paar Slapstick-Sequenzen in den Handlungsablauf ein, die zwar für sich genommen durchaus komisch sind, aber dann doch das ohnehin schon eher langsame Erzähltempo noch stärker ausbremsen, so dass der Film in jenen Minuten förmlich zum Stehen kommt. Diese Comic-hafte Inszenierung verleiht dem Film zwar eine gewisse Leichtigkeit, verhindert in manch ernsteren Momenten jedoch, dass man sich als Zuschauer wirklich voll und ganz mit den Charakteren identifizieren kann, so dass so manch ernstere Szene, die für sich allein genommen auch wirklich schön inszeniert und toll gespielt ist, im Endeffekt Ihrer Wirkung beraubt wird. Schade, hier wäre weniger vielleicht mehr gewesen.

Was also bleibt, ist ein äußerst kurzweiliger Film mit ein paar tollen Sprüchen und einem grandiosen Pierce Brosnan, aber leider eben auch dem dumpfen Gefühl, dass hier wirklich etwas mehr drin gewesen wäre als eine locker leichte Komödie, die ab und zu mal versucht ein wenig nachdenklich zu sein. Sei es drum, genug Potential für einen lustigen Kinoabend besitzt "Mord und Margaritas" allemal. Oder um es noch einmal mit Julian Nobles Worten zu sagen, "Just consider me the best cocktail party story you ever met". Nicht mehr und eben auch nicht weniger.

J. Miesen

 


Name: michi aus mannheim
Email: -
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

könntet ihr nicht mal aufhören in die rezendionen englische zitate einzubauen??!!

ich kann z.b. nicht so gut englisch, würde trotzdem aber gerne alles verstehen.
auch wenn ihr den film im original schaut könntet ihr das zitat trotzdem übersetzen. ihr schreibt dir kritik ja auch nicht auf englisch.

würde mich freuen und vielleicht auch andere, die des englischen genauso wenig mächtig sind wie ich.



Name: Merkel
Email: -
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

@michi: Wenn du noch nicht über die Vorschule hinaus bist, dann geh auf die Seite des Kinderkanals oder ruf beim Alpha-Telefon an. Aber lass uns bitte diese stilistisch schönen Rezensionen mit Blick und Sinn für das Wesentliche und Zitat-Perlen. Danke.



Name: FMW
Email: -
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

@michi:

Der Miesen benutzt englische Zitate aus stylegründen (achtung! Denglisch!)

Grosse Kritik, Joe!



Name: -
Email: -
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

Stil oder nicht. Übersetzen kann man's ja trotzdem, wäre nett.



Name: VincentVega
Email: -
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

von mir aus kann er nächstes mal komplett auf Englisch schreiben



Name: FMW
Email: -
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

Fuck off Übersetzungen....

Als ob das hier irgendeiner nicht verstehen würrde... Das sint total simple Worte...

Durch die orginalversion bleibt eine gewisse Authentizität erhalten... Gross, dass der Miesen das versucht...



Name: joecool
Email: charles@schulz
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)


So komplex sind die Zitate ja nun wirklich nicht.

Und sollen die Kritiker sich denn beim Zitieren eigene deutsche Übersetzungen zurechtzimmern, die dann in der späteren deutschen Fassung soweiso wieder anders klingen? Dann würde doch sicher auch wieder gemosert.



Name: Meerz
Email: mezzi@heime.de
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

Die Zitate funktionieren aber nur wenn man den Film bereits kennt :-P



Name: Du bist Deutschland
Email: -
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

Ohne Englisch kommst du aber nicht sehr weit, mein Freund.



Name: verrate mer net
Email: verrate mer erst recht@net.de
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

Zum Film hat mal wieder keiner was zu sagen.....



Name: maiko
Email: ja@ja.ja
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

stimme zwar zu dass brosnan gradnios spielt, alles in allem fand ich den film aber eher schwach



Name: Alexis
Email: jamesbondlebt@web.de
Bewertung:                   (8 von 10 Digital Eyes)

Selten spürt man die innere Zerissenheit eines Profikillers so deutlich. Ständig unterwegs, um den nächsten Auftrag zu erledigen, hat der arme Mörder keine Freunde, nirgendwo auf der Welt. Rührend.
Und sehr gut gespielt, bis auf die unglaubwürdigen Versagensszenen am Ende. Leider zu wenig Action, der Film hätte ein riesiges Potential diesbezueglich gehabt.



Name: Mary
Email: putcy@web.de
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

Also soviele englische zitate sind da aber jetzt auch nicht drinne, schon mal den begriff, englischwörterbuch oder englischlexikon gehört??? Dass gibt es auch im Interent, muss du einfach nur googeln *lol*



Name: Christian
Email: d@nix
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Kaum nachvollziehbar, daß der Kritiker hier nur 6 von 10 Augen verteilt. Gerade die gelungenen Überblendungen und "comicartigen" Szenen machen den Film zu einem Schmuckstück. Auch konnte ich nun keine großen Schwächen im Drehbuch erkennen. Aber Menschen die sich nur noch von hahnebüchenen Geschichten mit jeder Menge Mystik und Magie mitreißen lassen, sind wohl überfordert einen wirklich guten Film zu erkennen.
Habe den Film gestern auf DVD in der OV geschaut und war seit langem mal wieder über die volle Spielzeit mehr als gut unterhalten.

Deshalb die volle Punktzahl.



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Bewertung: von 10 Augen