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Was hätten Sie denn gerne? Eine leichte italienische Sommerkomödie
mit einem frisch verliebten Paar, einem launigen Pfarrer und einer
bunten Hochzeitsgesellschaft? Oder interessieren Sie sich doch mehr
für ein realistisches Sozialdrama, in dem das schleichende
Ende einer ehemals glücklichen Beziehung beschrieben wird und
auch Themen wie Abtreibung und Streit ums Sorgerecht
nicht ausgespart werden? Jede der Varianten hat ihren Reiz, aber
wer hat schon gleichzeitig Lust auf beide? Und jetzt Schluss mit
den Fragezeichen und heraus mit der ganz klaren Feststellung: Wer
sich "Casomai - trauen wir uns!" anschaut, der bekommt
tatsächlich Beides in einem Film und das ist dann leider auch
ein Problem.
Dabei schaut zu Beginn noch alles nach einer typisch italienischen
Charmeoffensive aus: Stefania und Tommaso sind seit einigen Monaten
zusammen und haben beschlossen zu heiraten. Die Hochzeit soll natürlich
was ganz Besonderes sein und so sucht man sich eine idyllische kleine
Dorfkirche aus. Der örtliche Padre kommt dem Wunsch des Paares
nach etwas Außergewöhnlichem allerdings anders nach als
erwartet. Er unterbricht seine zunächst formelhafte Rede um
die Leute, die da vor ihm sitzen, mal etwas näher kennen zu
lernen. Und er stellt immer unbequemere Fragen. Nicht nur Stefania
und Tommaso, sondern auch deren Freunden und Verwandten und ihren
Absichten geht der unkonventionelle Geistliche dabei tief auf den
Grund und entwirft für das Brautpaar eine Zukunftsvision, die
nur noch wenig Anlass für freudige Stimmung bietet.
Der
Zuschauer verfolgt dabei eine Liebesgeschichte von ihren aufregenden
Anfängen voller frischer Verliebtheit, über erste Streitereien
bis zu den wirklichen Problemen: Ein Kind und ein Job, die soviel
Zeit und Aufmerksamkeit beanspruchen, dass die Beziehung dabei langsam
auf der Strecke bleibt. Unaufmerksamkeit und Unverständnis
des Partners und zu allem Überfluss Freunde, die im Sinne eigener
Interessen intrigrieren und manipulieren. Fast zwangsläufig
verändert sich dabei auch der Ton des Films, die Stimmung,
die Farben. Bis schließlich das Leben von Stefania und Tommaso
ein einziger deprimierender Alptraum ist. Aus dem man entweder wieder
aufwachen muss oder es von Anfang an gar nicht dazu kommen lassen
darf. Und daher stellt ein eigentlich Unbeteiligter rechtzeitig
die großen Fragen: Wollt ihr diese Risiken auf euch nehmen,
seit ihr euch über die kommenden Schwierigkeiten im Klaren
und lassen euch die Anderen überhaupt eine Chance?
Ein
grundsätzlich interessantes Experiment ist die oben geschilderte
langsame Verlagerung der Atmosphäre des Films von hell nach
dunkel, von oben nach ganz unten allemal. Dass die verschiedenen
Teile des Werkes dann dabei nicht wirklich harmonieren daher auch
eine eigentlich logische Folge. Doch auch wenn dies von Autor und
Regisseur D'Alatri demnach gewollt ist, gelungen ist es eher nicht.
Der Zuschauer ist nicht nur unvorbereitet auf die Wendung zum Sozialdrama,
es stürzt auch viel zu schnell auf ihn zu, als dass er Gelegenheit
gehabt hätte sich mit den beiden Protagonisten zumindest soweit
anzufreunden, dass es ihn ernsthaft berühren kann. Und um von
den dann aufgezeigten - eigentlich jedem auch irgendwo bekannten
- Problemen besonders beeindruckt und schockiert zu sein, müsste
das Publikum tatsächlich so naiv sein, wie es die Autoren wohl
einschätzen. Um aber doch noch eine entsprechende Wirkung zu
erzielen, kommt es dann für das arme Paar schließlich
so dicke, dass man dieses Elend dann irgendwann auch nicht mehr
weiter verfolgen mag.
Der erneute Wechsel zurück zur Feierstimmung fällt dann
allerdings ebenso schwer, so dass am Schluss leider nur zu konstatieren
bleibt: Hier ist ein ehrenwertes Experiment doch ziemlich misslungen.
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