Joel Coen

8
8/10

Steven Spielbergs neues Werk "Bridge of Spies - Der Unterhändler" ist einer dieser Filme auf Basis eines historischen Stoffes, die sich vortrefflich als Metapher und Kommentar zu unserem aktuellen Zeitgeschehen lesen lassen. Denn im Prinzip hat Spielberg hier (mal wieder) zwei Filme in einem gemacht, und bevor sich "Bridge of Spies" seinem titelgebenden Thema nähert und die Anbahnung des ersten Agentenaustauschs zwischen USA und Sowjetunion auf der Glienicker Brücke in Berlin zeigt, hat er seine zentralen Aussagen bereits abgehakt.

7
7/10

Folk & FluppeLlewyn Davis (Oscar Isaac) ist ein Folksänger in New York Anfang der 1960er. Leider ist der Folkboom noch nicht so recht angelaufen und so schlägt sich Llewyn mehr schlecht als recht mit Gigs im Gaslight Café durch und schläft auf der Couch von Freunden und Bekannten. Eine Neuigkeit von Jean (Carey Mulligan), der Frau des mit ihm befreundeten Folkies Jim (Justin Timberlake) bringt Llewyn dazu, sich mehr um seine Finanzen zu kümmern.

8
8/10

 

Die 14-jährige Mattie Ross (Hailee Steinfeld) kommt nach Fort Smith, Arkansas, um zwei Dinge zu finden: Den Leichnam ihres Vaters, der in die Heimat zurückgeschickt wird, und dann einen Gesetzeshüter mit echtem Mumm in den Knochen ("true grit"), der den Killer ihres Vaters jagt und zur Strecke bringt. Der härteste, aber auch kontroverseste (da - wenn es die Situation gebietet - dem feigen Schuss in den Rücken nicht abgeneigte) Marshall in der Gegend ist Reuben, genannt "Rooster", Cogburn (Jeff Bridges).

Es gibt nicht sehr viele berühmte Geschwisterpaare in der Filmindustrie. Von den wenigen vorhandenen ist das berühmteste sicherlich das Gespann Joel und Ethan Coen. Bei diesen beiden klugen Köpfen, die hinter einer Reihe wahrer Kultfilme und Meisterwerke stecken („The Hudsucker Proxy“, „Arizona junior“, „Fargo“, „The Big Lebowski“ etc.), herrscht klare Arbeitsteilung.
1990 war das Jahr der Gangster und ihrer Filme. In "Goodfellas" eiferten Robert DeNiro und Joe Pesci inmitten ihres brutalen, desillusionierenden Ambientes um das Prädikat skrupellosester Gangster und wurden auf halber Strecke von Ray Liotta überholt. In "Der Pate III" kehrte Al Pacino als Michael Corleone zurück und führte Andy Garcia in die romantisch-tragische Welt der Mafia ein.
7
7/10

Ed Crane (Billy Bob Thornton) ist ein introvertierter Loser im Jahr 1949. Er schnibbelt im Friseurladen seines Schwagers an Männerköpfen herum, pafft unaufhörlich eine Zigarette nach der anderen und redet nicht. Seine Frau betrügt ihn, kommandiert ihn herum, lässt sich von ihm die Beine rasieren. Mehr Hautkontakt ist nicht drin.

8
8/10

Man kauft sich eine einzige Kinokarte und bekommt dafür Filme von Gus von Sant, Tom Tykwer, Wes Craven, den Coen-Brüdern, Alfonso Cuaron, Walter Salles und noch einigen mehr zu sehen. Unvorstellbar?

5
5/10

Coen Brothers go Mainstream! Das musste man nach der Pressenotiz denken, in der eine bissige Rom-Com mit George Clooney und Catherine Zeta-Jones angekündigt wurde. Und siehe da, es stimmt. Leider. Denn die Coen-Brüder nähern sich in ihrem neuesten Vehikel deutlich der Mitte der Straße und kommen doch ziemlich vom Weg ab. "Ein (un)möglicher Härtefall" (der sperrige und schlichtweg dämliche deutsche Titel ist ein ebensolcher) war vielleicht als Evolutionsschritt raus aus der kleinen (und durchaus fanatischen) Kultgemeinde und ab in die breite Öffentlichkeit gedacht.

9
9/10

Wenn sich die Gebrüder Coen für einen Ausflug aufs Land entscheiden, kann dabei doch eigentlich nur eines herauskommen: etwas wesentlich abgedrehteres als je zuvor. Was gar nicht so einfach ist, hat man die Messlatte in puncto „abgefahrene Charaktere“ und „skurrile Story“ mit dem Kult-Vorgänger „The Big Lebowski“ doch fast unerreichbar hoch gelegt. Also versucht das eigenwillige Brüderpaar gar nicht, den Vorgänger krampfhaft zu übertreffen,

8
8/10

Da kommt ja einiges auf uns zu, vor allem Vorschusslorbeeren und damit große Erwartungen. Ein kurzer Blick zur IMDB verrät uns, dass es nach derzeitiger Meinung der dortigen Benutzer nur 30 Filme in der Kinogeschichte gibt, die besser sind als dieser hier. Ein schweres Paket also, das man "No Country For Old Men" mit auf den Weg gegeben hat. Dass dieses Erwartungspaket überhaupt nochmal in Form eines Films der Gebrüder Coen