Die „Toy Story“-Reihe ist schon ein besonderes Phänomen. Bei der spätestens seit dem dritten Film stets die Frage gestellt wurde ob denn ein weiterer wirklich nötig sei, dieser inhaltlich noch etwas Neues zu sagen habe und auch ganz grundsätzlich die bis dahin überragende Qualität der Vorgänger halten könne. Doch dann legte Pixar mit Teil 3 ein Werk vor das für Viele sogar zum persönlichen Favoriten wurde. Und als man der damit eigentlich abgeschlossenen Trilogie vor ein paar Jahren einen weiteren Film folgen ließ, entwickelte auch der sich trotz vieler erst skeptischer Stimmen erneut zum Publikums- und auch Kritikerliebling. Also sparen wir uns dieses Ritual beim nun anstehenden fünften Teil, setzen uns positiv gestimmt und erwartungsfroh in den Kinositz - und stellen knapp hundert Minuten später fast schon leicht überrascht fest, dass das diesmal aber wirklich nicht so besonders innovativ war.

Denn es geht erneut um das Kernthema mit dem alles mal anfing: Älteres, ausgedientes Spielzeug wird durch deutlich Moderneres ersetzt und hat damit arg zu kämpfen. Und das heranwachsende Kind muss lernen was denn wirklich wichtig und im Leben von Bedeutung ist. Denn hier wird den „analogen“ Spielzeugfiguren nun ein nicht nur elektronisches sondern digitales, mit dem Rest der Welt vernetztes Tablet ins bisher so heimelige Kinderzimmer gesetzt. Was zu zunehmender Missachtung durch ihre Besitzerin Bonnie führt, die nun nach dem Aufwachen genauso reflexartig zum mobilen Gerät greift wie es die Kinder in ihrer Umgebung schon länger tun. Und die sogar beginnt sich für ihre alten Spielzeugfiguren zu schämen, da sie bei den „collen“ Mädchen dazugehören möchte. Für Bonnie gibt es bald nur noch „Lilypad“ und die Freunde rund um Captain Buzz Lightyear und Cowgirl Jesse landen ausrangiert in der Garage. Doch da eilt dann Sheriff Woody zu Hilfe, um nicht nur das Leben seiner Freunde sondern auch das der im Inneren sehr unglücklichen Bonnie wieder in Ordnung zu bringen.

Was ist neu? Die zentrale Rolle von Jesse aufgrund der Abwesenheit des zunächst mit seiner Freundin Porzellinchen anderen Tätigkeiten nachgehenden Woody – durchaus sinnvoll, da die zentralen Menschenkinder hier halt auch weiblich sind. Dazu eine ganze Armee gestrandeter Buzz Lightyear-Figuren auf der Suche nach den Sternen bzw. einem Anführer. Und natürlich die Ausdehnung auf die digitale Online-Welt, in der kaum noch jemand persönlich miteinander redet sondern nur noch auf Bildschirme starrt. Das zu kritisieren ist aktuell natürlich ziemlich naheliegendes Thema, gleichzeitig aber auch ein recht dankbares, bei dem sich wohl alle auf die Kernbotschaft einigen können. Zumindest theoretisch, denn mit der Umsetzung in der Praxis sieht das dann ja oft wieder etwas anders aus. Aber letztlich spielt Lilypad im Grunde eben doch genau die gleiche Rolle wie einst Buzz Lightyear als neuer und technisch aufgerüsteter Konkurrent. Und auch dem Muster den Antagonisten nicht so richtig böse sondern lernfähig zu gestalten folgt man bei Pixar/Disney weiterhin.

Es ist zu erwarten, dass diese durchaus emotional gestaltete Geschichte bei jüngeren Generationen dennoch gut ankommen wird, denn erzähltechnisch läuft das alles auf gewohnt hohem Niveau, wenn auch nicht mit der ganz hohen Gagdichte wie bisher gewohnt. Dass das auch für die animationstechnische Seite gilt setzt man dabei ja eigentlich schon voraus, kann aber auch nicht mehr ganz so zu beeindrucken wie zu Zeiten als die Umsetzung der computergenerierten Charaktere noch für großes Staunen sorgte. Was sicher etwas ungerecht ist, angesichts der enormen Verdienste der „Toy Story“-Reihe in diesem Bereich. Aber so ist das eben im Jahr 2026: Der aktuelle Beitrag ist weder inhaltlich noch technisch eine Revolution, er ist halt „nur noch“ recht gut.
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