Masters of the Universe

Originaltitel
Masters of the Universe
Land
Jahr
2026
Laufzeit
133 min
Genre
Release Date
Bewertung
7
7/10
von Volker Robrahn / 3. Juni 2026

Auch wenn der bisher einzige Versuch einer Realverfilmung vor vier Dekaden alles andere als ein Publikums- oder gar Kritikerliebling war,dürfte es niemanden überraschen, dass nun eine Neuauflage von „Masters of the Universe“ in die Kinos kommt. Zu groß und populär ist diese Marke weiterhin (bzw. nach einer längeren Flaute erneut) als das nicht immer wieder neue Figuren, Comics etc. erscheinen würden. Und nun also auch ein Hollywood-Blockbuster, dem es mit der heutigen Technik ja auch möglich sein sollte ein zumindest visuell weit beeindruckenderes Werk abzuliefern, als es der Trash-Gurke mit Dolph Lundgren aus der sich damals finanziell hoffnungslos übernehmenden Cannon-Produktionsschmiede möglich war. Dieses Vorhaben gelingt in visueller Hinsicht dann auch ohne irgendwelche Abstriche. Mit welcher Tonart man sich dem Thema hier inhaltlich nähert ist dann aber wieder eine ganz andere Geschichte.

Der kleine Prinz Adam musste als Kind einst seine Heimat „Eternia“ auf der Flucht vor dem bösen Eroberer Skeletor verlassen und verlor auf seiner Flucht durch den Dimensionstunnel dabei zu allem Überfluss auch noch das mächtige Schwert dass ihm Kraft verleihen sollte. Und so hat sich Adam nun seit fünfzehn Jahren mehr schlecht als recht auf der Erde eingerichtet, ohne jemals die Sehnsucht nach seiner Heimat, seiner Familie und den alten Freunden zu verlieren. Mit seinen Tagträumen und der Suche nach dem magischen Schwert kommt er allerdings in der modernen Leistungsgesellschaft nur schwer zurecht und als dann sowohl das Schwert als auch alte Bekannte aus Eternia doch eines Tages auf der Erde auftauchen ist daher bei Adam die Freude bei Adam groß.Doch da ahnt er noch nicht welche Herausforderungen bei seiner Rückkehr nach Eternia auf ihn warten. Wenn die Handlung nach nur wenigen Minuten Eternia verlässt stellt man sich natürlich sofort die „die werden doch nicht etwa..?“- Frage . Die werden doch nicht etwas genau den gleichen Fehler wiederholen der dafür sorgte dass die erste Adaption der Franchise so unfassbar öde geriet und fast jedes Gefühl für ihre ergiebige Fantasy-Welt vermissen ließ – indem man den Großteil der Geschichte auf der (damals gegenwärtigen) Erde spielen ließ und sich die muskel- und waffenbepackten Helden somit auf reichlich anachronistische Weise durch ein 80er-Jahre Setting mühen mussten. Die damaligen Budgetgründe dürften doch bei dieser großen Studio-Produktion nun eigentlich keine Rolle mehr spielen um es wieder genauso machen zu müssen. Und so ist es erfreulicherweise auch nicht, der Aufenthalt auf unserem blauen Planeten fällt dann doch deutlich kürzer aus und nachdem man ihn einmal verlassen hat kehrt die Handlung auch nicht mehr dorthin zurück. Man etabliert damit lediglich die aktuelle Situation von Adam als unverstandenen „Fremdkörper“ und variiert zudem die sonst gern verwendete Methode einer Hauptfigur die ihre wahre Herkunft vergessen hat und erst wieder „erweckt“ werden muss. Unser Adam hier erzählt dagegen jedem ungefragt von seiner mystisch-magischen Herkunft auf einem anderen Planeten und erntet damit natürlich ausschließlich Kopfschütteln oder schnell flüchtende Dates. Das ist durchaus amüsant und hält diese Episode angenehm kurzweilig.

Wobei schon in dieser Phase etwas beginnt was sich durch den gesamten Film zieht: Das fast schon penetrante Bemühen um Selbstironie, mit Figuren denen jeglicher Pathos sofort selbst auffällt und für peinlich Berührung sorgt, die sich ein bisschen schämen mit Namen wie „He-Man“, „Fisto“ oder „Ram-Man“ angesprochen zu werden und sich im Grunde völlig klar darüber sind, dass das ganze Fantasy-Gedöns hier doch ziemlich alberner Kinderkram ist. Was ja auch im wörtlichen Sinne zutrifft, den „Masters of the Universe“ war nun mal eine ziemlich simple Cartoon-Serie für Kinder, die sich anschließend dann mit ihren Spielzeugfiguren ordentlich einschenkten. Wie geht man sowas also als Erwachsener an? Nicht mit dem Bierernst der dem Original innewohnte jedenfalls, denn das kann ja keiner ernst nehmen, da wird man ja ausgelacht. Allerdings schlägt das Pendel hier mit vielen mehrfach wiederholten (und nicht immer gelungenen) Gags derart stark in die entgegensetzte Richtung aus, dass es leider schnell arg verkrampft und bemüht wirkt statt nur ein bisschen augenzwinkernd.

Was aber auch der einzig ernsthafte Kritikpunkt ist, an einem sonst äußerst unterhaltsamen. Laune machenden Spaß der nun endlich auch eine adäquat umgesetzte optische Version von Eternia liefert. In der sowohl die Szenerie als auch die Kämpfe ansprechend aussehen und selbst die Kostüme eben gar nicht so total albern wirken. Es gab jedenfalls schon diverse Superhelden-Kloppereien (und mit denen lässt sich „Masters“ ja am ehesten vergleichen) bei denen sich eine Laufzeit von etwas mehr als zwei Stunden deutlich länger anfühlte. Nicht jedem gefallen bekanntlich CGI-Effekte, aber billig sehe auch die hier tatsächlich nicht aus. Der junge Hauptdarsteller Nicholas Galitzine macht seine Sache sowohl physisch als auch mimisch ziemlich ordentlich und vor allem die Nebenfiguren sind gut getroffen und bereichern das Geschehen ungemein. Und was ist mit Erzschurke Skeletor? Nun, auch der soll und kann hier aufgrund des Prinzips jede pathetische Geste oder Äußerung sofort in einem Witz aufzulösen letztlich nicht ernst genommen werden, funktioniert als altmodisch-reinrassiger Bösewicht ohne jegliche Moral oder Entwicklung aber dann doch recht gut. Und selbst diejenigen die eines Jared Leto aufgrund seiner zahlreichen (und mitunter fragwürdigen) Auftritte der letzten Jahre eigentlich überdrüssig sind dürfen sich entspannen, denn zumindest sein Gesicht müssen sie hier nicht sehen.

Es bleibt der erwähnte Eindruck, dass man es aufgrund der Angst sich ansonsten lächerlich zu machen ein wenig übertrieben hat in Sachen Selbstironie und Metaebenen. Ansonsten enthält „Masters of the Universe“ aber alle Zutaten um sowohl die eingefleischten Fans als auch das Massenpublikum zufrieden zu stellen und damit den Grundstein für das Revival der Franchise auch im Kino zu legen. Da hebt auch ein Dolph Lundgren den Daumen.

Bilder: Copyright

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