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Hollywood.
Show-Zentrum der Welt. Ein niemals enden wollender Reigen aus Stars,
Glamour, Geld, Schönheit, und Schein. Hier werden Träume
wahr. Irgendwann zumindest. Einer von denen, die schon ziemlich
lange auf die Erfüllung ihres Traumes warten, ist Bobby Bowfinger
(Steve Martin), Chef der Bowfinger International Pictures.
Klingt zwar großspurig, in Wahrheit ist das Firmenhauptquartier
aber gleichzeitig sein ziemlich baufälliges Haus. Auf den Anrufbeantworter
spricht nur die Telefonfirma, um ihn an das Bezahlen seiner Rechnungen
zu erinnern. Doch dann wittert Bowfinger seine Chance: In einem
Drehbuch seines Buchhalters (und Teilzeit-Empfangschefs) erkennt
er einen potentiellen Hit.
Schnell
trommelt er den üblichen Haufen Verlierer zusammen, mit dem
er immer arbeitet, macht großspurige Versprechen und behauptet
völlig dreist, der berühmte Action-Star Kit Ramsey (Eddie
Murphy) hätte ebenfalls zugesagt. Was der natürlich nicht
hat. Aber das ist ja kein Hinderungsgrund. Fehlt nur noch eine weibliche
Hauptdarstellerin, und die ist schnell gefunden in Daisy (Heather
Graham). Dieses Landei aus Ohio ist gerade aus dem Bus gestiegen,
hat absolut keinen Plan (Wo muß ich hin, um Schauspielerin
zu werden?), stolpert direkt in die Auditions bei Bowfinger
und kriegt den Job, weil ein Nebendarsteller scharf auf sie ist.
Daisy hat zwar überhaupt keine Ahnung vom Filmgeschäft,
aber ansonsten ist sie nicht dumm, und wie man sich beliebt macht,
weiß sie ganz genau.
Los gehen die Dreharbeiten zu Chubby Rain, einem Film
über außerirdische Invasoren, die in Form von dicken
Regentropfen auf die Erde kommen. Und Kit Ramsey spielt mit, weil
Bowfinger ihn mit versteckter Kamera verfolgt und seine Darsteller
durchs Bild laufen läßt. Der arme Ramsey ist natürlich
sehr schnell sehr verwirrt, als ihm wildfremde Menschen auf einmal
Zeugs von Aliens, Sex und Mutterschiffen erzählen. Und das,
wo ihm doch gerade sein Mindhead-Guru (Scientology läßt
grüßen!) erfolgreich eingebläut hat, daß es
keine Außerirdischen gibt.
Und
so nimmt das Unheil seinen Lauf. Bowfinger und seine Crew entwerfen
ihren Drehplan täglich nach dem Terminkalender von Ramsey,
und so ist der Arme bald nirgendwo mehr sicher vor unheimlichen
Begegnungen. Das Abstruse dabei: Der Großteil von Bowfingers
Leuten glaubt, Ramsey würde wissen, was läuft. Er
will nicht wissen, wo die Kamera steht, und er redet nie mit seinen
Co-Stars. Das bringt ihn nur aus seiner Rolle; erklärt
der findige Regisseur seinen leichtgläubigen Helfern die extravagante
Verhaltensweise des Stars. Und die sind so begeistert, endlich einen
richtigen Film zu machen, daß sie ohnehin alles glauben würden.
Hauptsache, sie sehen ihren Namen später auf der Leinwand.
Letztendlich ist das der Kern der ganzen Geschichte: Bowfingers
große Nummer ist zum einen eine brüllend komische
Slapstick-Komödie, wenn es daran geht, den nichts ahnenden
Ramsey in ein bestimmtes Verhalten zu drängen (einige der Ideen
sind wahrlich so unglaublich, daß man minutenlang nicht zu
lachen aufhören kann). Zum anderen ist es aber eine erstaunlich
intelligente Satire darüber, wie Hollywood wirklich funktioniert,
wie verrückt die Leute dort alle sind, und was sie nicht alles
machen, um in einen Film zu kommen. Im Vergleich zu dem völlig
durchgeknallten Ramsey wirkt Bowfinger fast schon wieder normal,
und sein Einfallsreichtum ist wahrlich bewundernswert.
Weiterhin
stellt der Film die Wiedervereinigung zwei der größten
Comedy-Ikonen der Achtziger dar. Seit beide Saturday Night
live verließen, haben Steve Martin und Eddie Murphy
nicht mehr zusammen gespielt. Das ist wirklich schade, denn hier
brennen beide ein wahres Feuerwerk an komödiantischer Schauspielkunst
ab. Und während Martin im Prinzip die Hauptrolle hat, ist es
Murphy, der richtig groß auftrumpft. Neben seiner ohnehin
schon grandiosen Leistung als Kit Ramsey spielt er auch noch den
beknackten Jiff, den Bowfinger als Body-Double einstellt, und dieser
Charakter ist wirklich der helle Wahnsinn. Ein Trottel, wie er im
Buche steht, ist Jiff so begeistert, in einem Film zu sein, daß
er für Bowfinger sogar über eine stark befahrene Autobahn
rennt (zweimal!) und danach immer noch brav Kaffee holen geht. Dieser
Charakter ist so ziemlich das komischste, was Eddie Murphy je gespielt
hat, und das ist schon eine Leistung in einem Film, in dem man eine
Doppelrolle besitzt.
Das Drehbuch stammt ebenfalls von Steve Martin, der bereits mit
früheren Arbeiten (z.B. L.A. Story) bewiesen hat,
welch feines Gespür er für wirklich komische Dinge besitzt.
Er braucht weder Vulgarismus noch große Schadenfreude, um
sein Publikum zu amüsieren, und so abgefahren seine Charaktere
auch sind, letztendlich bleiben sie alle absolut liebenswert. Außerdem
versteht er es hervorragend, die tolle Grundidee lange und abwechslungsreich
auszureizen, indem er mit immer neuen Wendungen und verrückten
Einfällen den Zuschauer bei der Stange hält. Wenn man
Bowfingers große Nummer sieht, wünscht
man sich wirklich, Martin würde öfter mal einen Stift
in die Hand nehmen.
Das
Drehbuch ist phantastisch, die Darsteller unglaublich komisch (Heather
Graham legt einen imitierten Dillentantismus an den Tag, daß
man sich nur noch schütteln kann), einzig uninspiriert ist
der Regisseur. Frank Oz ist so etwas wie der Standard-Comedy-Initiator,
der vornehmlich Vehikel für Stars und/oder Spezialeffekte dreht.
Sein handwerkliches Können ist dementsprechend wenig imposant,
und es ist wohl ihm zuzuschreiben, daß der Film streckenweise
etwas den Schwung verliert und das phantastische Tempo der Dreh-Sequenzen
dazwischen aus völlig unerfindlichen Gründen immer wieder
einbricht. Mit einem etwas enthusiastischeren Regisseur wäre
Bowfingers große Nummer wahrscheinlich ein
vollkommenes Nonstop-Vergnügen geworden.
Was bleibt ist eine nette, streckenweise recht bissige Komödie
über den allgemeinen Spleen der Menschen in Hollywood. Die
Idee ist genial-komisch, wenn auch total unrealistisch, und bei
mancher Szene bebt der ganze Saal vor lachen.
Was wir schließlich alle von Bobby Bowfinger lernen können:
Niemals die Hoffnung aufgeben, solange du noch nicht 50 bist. Und
jeder Film kostet netto 2184 Dollar.
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