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Babylon A.D.

Babylon A.D.
scifi-action , frankreich 2008
original
babylon a.d.
regie
mathieu kassovitz
drehbuch
mathieu kassovitz, eric bresnard
cast
vin diesel,
melanie thierry,
michelle yeoh,
charlotte rampling, u.a.
spielzeit
101 Minuten
kinostart
11. September 2008
homepage
http://www.babylon-ad-film.de
bewertung

6 von 10 Augen

Was ist eigentlich mit Vin Diesel passiert? Nach einem steilen Aufstieg zum wohl angesagtesten Actionstar des neuen Jahrtausends bugsierte sich der sympathische Mime durch einige fragwürdige Entscheidungen ins vorübergehende Karriere-Aus. An den Fortsetzungen seiner Franchise-Hits "The Fast and the Furious" und "XxX" war er nicht interessiert und erlitt stattdessen mit seinem Herzensprojekt "The Chronicles of Riddick" kommerziellen Schiffbruch. Für Sidney Lumets kleinen Thriller "Find me Guilty" erntete er dann zwar einiges Kritikerlob, fand aber ebenfalls kein Publikum. Doch jetzt kündigt sich seine Rückkehr an, wenn auch noch nicht in einer großen Hollywoodproduktion. Es ist stattdessen die Garde um Frankreichs Starproduzenten Luc Besson, die Diesel nun nach Jahren erstmals wieder in einer Rolle besetzt, die ihm wahrlich auf den Leib geschrieben scheint.

Denn als genauso harter wie illusionsloser Abenteurer und Söldner Toorop findet sich der Mann mit der ausdrucksstarken tiefen Stimme in einer Umgebung wieder, die auch für einen "Riddick" geradezu maßgeschneidert wäre. Es ist eine düstere Erde der Zukunft, geplagt von Bevölkerungsexplosionen, Umweltverschmutzung und Verbrechen. Da Toorop zudem nicht gerade wenig Feinde hat, zögert er nur kurz das Angebot des Unterweltbosses Gorski (Gastauftritt eines bizarr geschminkten Gerard Depardieu) anzunehmen. Seine Mission lautet, das junge Mädchen Aurora (Melanie Thierry sieht aus wie die junge Vanessa Paradis) aus der russischen Einöde möglichst unauffällig nach Amerika zu bringen. Als Belohnung winken eine Million Dollar und die Chance dort ein völlig neues Leben zu beginnen. Einzige Begleiterin der Beiden ist Auroras Lehrerin, die resolute Nonne Rebecca (Michelle Yeoh). Es dauert allerdings nicht lange, bis Toorop zwei Dinge völlig klar werden: Die junge Frau hat offensichtlich viele Gegner und außerdem einige ganz besondere Fähigkeiten.

Von "unauffällig" kann demnach kaum die Rede sein, denn die Reise des Trios ist selbstverständlich gespickt mit Prügeleien, Schießereien und Explosionen. Wer Bessons Produktionen kennt, seien es SF-Streifen wie "Das fünfte Element" oder auch Thriller-Ware der Marke "Die purpurnen Flüsse", der weiß auch welches Niveau an Schauwerten und was für einen Look er hier erwarten darf. Das sieht alles sehr schick schmutzig und überzeugend aus, was sowohl für die Kulissen als auch die Inszenierung der Actionszenen gilt. Der Diesel kämpft wie ein Berserker und für die Nonne wurde natürlich nicht ganz umsonst eine kampferprobte Darstellerin wie Michelle Yeoh engagiert. Da kann der Kassenpatient nicht meckern und freut sich über die eine oder andere spektakuläre Sequenz, bei der dann auch mal gleich ein ganzes Schiff im Eis versinkt.
Dass es daran anschließend dann mit irgendwelchen Schneegleitern weiter übers Eis geht, gehört dabei zu den Fragwürdigkeiten im Handlungsverlauf, die man lieber nicht sammeln und zählen sollte. Denn in dem Punkt gilt es sich Nichts vorzumachen: Die weiter oben vergebene Auszeichnung "überzeugend" wird hier natürlich ausschließlich für die visuelle Umsetzung, das gebotene Actionfeuerwerk und den durchgehend versprühten Coolnessfaktor vergeben. Inhaltlich steht das Ganze dagegen auf einem mehr als wackeligen Konstrukt und präsentiert sich dabei nicht nur eher flach und anspruchslos, sondern auch gespickt mit der einen oder anderen unlogischen bis fragwürdigen Drehbuchentscheidung.
Denn es kann doch eigentlich nicht ernst gemeint sein, wenn die Anführerin der "Bösen" (bei der es sich im Übrigen um die famose Charlotte Rampling handelt) ihre Schergen ausschickt um die gnadenlose Verfolgung der Flüchtigen aufzunehmen und man dann von diesen anschließend aber auch gar Nichts mehr sieht und ebendieser Handlungsstrang komplett im Nirgendwo verschwindet. Dass dem Praktikanten da im Schnittraum leider der Kaffee über dem entsprechenden Filmmaterial ausgelaufen ist, scheint zumindest plausibler als die bewusste Entscheidung, den Film wirklich so zu schneiden.

Dies sind dann halt die Momente in denen man als Zuschauer den Kopf beim besten Willen nicht ganz ausschalten kann, ansonsten gelingt das aber doch recht mühelos, eben weil man hier so glänzend unterhalten wird. Auf einen kurzen Nenner gebracht haben wir es bei "Babylon A.D." mit einer Art Trash-Version des thematisch ähnlich gelagerten, dabei aber weit subtiler und komplexer angelegten "Children of Men" zu tun. Das ist zwar etwas abwertend, aber keinesfalls böse gemeint, denn "Babylon A.D." macht schließlich jede Menge Spaß und sieht auch hervorragend aus. Sicher noch nicht das große Comeback des Vin Diesel in die Welt des Blockbuster-Kinos (so er die denn überhaupt anstrebt) aber immerhin ist er mal wieder präsent, zeigt sich in guter, motivierter Form und bildet ganz klar Zentrum und Herz eines absolut brauchbaren Films.

Volker Robrahn

3

Habe den Film vor zwei Wochen in New York gesehen. Habe mich seit langer Zeit auf Vin Diesel gefreut.
Der optische Reiz des Films ist unumstritten. Ich gebe Herrn Robrahn recht, inhaltlich bitte wirklich Hirn an der Kinokasse abgeben. Ich habe so oft mit dem Kopf schütteln müssen und die Auflösung des Plots war mehr als spannend.

7

Habe den Film in der Vorpremiere gesehen und kann ihn eigentlich fast uneingeschränkt empfehlen.
Zu diesem Film ist allerdings zu sagen, dass auch hier wiederum mal wieder nicht die Version ins Kino gekommen ist, welche sich der Regisseur gewünscht hätte.
So sind leider, um den Film schneller zu machen, viele Szenen geschnitten worden, die die geistige Haltung dieser Welt greifbarer und philosophischer machen; sehr zum Ärger des Regisseurs, der dies nachhaltig enorm kritisiert hat.

Auch fand ich , dass die Actionszenen mal wieder so hektisch geschnitten waren, was für mich ein eindeutiger Minuspunkt darstellt. Die düstere Zukunftsversion und das Setdesign sind allerdings sehr gelungen, wie ich fand.

Wär z.B. "Children of Men" gut fand, wird auch von dieser Zukunftsversion wohl nicht enttäuscht werden.
Ich freue mich jedenfalls schon auf den Directors Cut auf Blu-Ray.

"Zu diesem Film ist allerdings zu sagen, dass auch hier wiederum mal wieder nicht die Version ins Kino gekommen ist, welche sich der Regisseur gewünscht hätte."
Das ist - bezogen auf Europa - falsch.
In den USA kommt die verkürzte Version, in Europa sozusagen das Original. Wie viel selbst da das Studio schon rumgepfuscht hat, ist natürlich ne andere Sache.

So erklärt sich dann auch, warum zB die IMDB-Wertungen außerhalb der USA deutlich besser sind als dort.

"Das ist - bezogen auf Europa - falsch."

Echt? Ist ja cool. Obwohl ich grundsätzlich interessiert wäre, wollte ich mir den Film nicht anschauen, weil der Regisseur dazu aufgerufen hat nicht reinzugehen, weil er ihn nicht so umsetzen durfte, wie er wollte.

Aber wieso zeigen die in den USA bloß eine geschnittene Version??? Ist mir unbegreiflich.

Übrigens - auch wenn die Frage "Was ist eigentlich mit Vin Diesel passiert?" nur eine rethorische war - er hat soweit ich weiß viel Zeit mit der Produktion von "Hannibal, the Conquerer" verbracht, der aber leider aufgrund einiger Finanzierungsschwierigkeiten nach hinten verschoben wurde. Eigentlich waren 200 Millionen vorgesehen, Diesel hat dann aber versprochen, ihn für 50 zu machen. Diese Budgetmängel waren angeblich auch ein Grund warum Diesel selbst Regie führt.
Finde ich sehr ärgerlich, denn gerade bei Historienfilmen ist das Budget schon sehr wichtig. Habe aber trotzdem Hoffnung auf einen guten Film. Vin Diesel traue ich eine Menge zu, wenn man ihn nur lässt.

2

Der Film ist total misslungen. Die Dialoge und Schauspielleistungen sind unfreiwillig komisch, die Actionszenen unübersichtlich und die Handlung abstrus. Kulissen und Specialeffects schwanken zwischen gut und billig. Einzig einige Einstellungen, wie die des zukünftigen New-York, retten hier die zwei Punkte.

5

Der Film war ansatzweise gut, driftet aber immer wieder in eine andere Richtung ab.
Irgendwie sollte es wohl ein ernsterer Film werden und dann ging es wieder in Richtung Action.

Die Stimmung war schon recht gut und die Atmosphäre meistens stimmig.

Leider hatte die Story oft Schwächen und das störte den Genuss bisweilen.

Die Auflösung ging dann in eine nette Sience Fiction über - auch wenn
ich selbst das Ende nicht mochte. Aber das ist ja jedem überlassen.

Fazit:

Ich habe schon eine Menge schlechterer Filme gesehen aber auch einige
viel bessere. Wem das Thema zusagt und wer Mr. Diesel mag, kommt auf seine Kosten. Wobei ich immer mehr überlege warum man 9,50 für eine Karte 3,90 für eine Cola und 3,20 ! für eine Tüte Erdnüsse bezahlen soll. (und das mal 2)Dafür kann ich mir 6 Monate später die Super Mega Extra Limited Special Edition auf DVD kaufen....

In der SZ gab es einen Artikel zu dem Film inklusive Interview mit dem Regisseur. Die europäische Version ist auch nicht der Director's Cut, den wird es nur auf DVD geben.

Immer dasselbe, Filme die auf dieser Seite eine mittelmäßige oder schlechte Wertung kriegen, anzusehen, lohnt sich, die sind in der Regel sehr gut bis überragend. So auch hier (sehr gut).

3

Wieso versuchen Franzosen eigentlich immer Hollywood zu kopieren? (und scheitern daran)

5

Wieder einer dieser Filme, die zu Beginn wirklich gut starten. Dichte Endzeitatmosphäre, Vin Diesel als charismatischer Hauptdarsteller, interessante Szenerie.
Und dann verliert der Film mit jeder viertel Stunde ein Stück dieser Vorteile. Die Story entwickelt sich zunehmend unverständlicher weiter, aus der dreckigen Atmosphäre am Anfang wird dann zum Ende doch noch eine geleckte HighTech Stadt und der Auflösung der Story am Ende scheint nicht mehr ganz so viel Konzentration beigemessen worden zu sein.
Wirklich schade, denn ich mag Vin Diesel. Wenn ihm endlich mal einer eine intelligent gestrickte Story mitgeben würde, würde das mit den schon vorhandenen Schauwerten einen wirklich sehr guten Film ergeben.

Daher leider diesmal wieder nur: Sehenswert aber nicht wirklich empfehlenswert.

Vielleicht beim nächsten Mal, Vin! ;-)

5

Ich hab mich nicht gelangweilt und komischerweise hat mir vin diesel echt gefallen. Mittelmaß.

8

Fand den Film gut !
aber es stimmt schon, er beginnt sehr stark und lässt dann mehr nach. Hat mir trotzdem gut gefallen. Mir wurde nie langweilig und spannend fand ich ihn auch.
Ohne Vin Diesel wäre der Film allerdings nur halb so gut.

8

gelungen und unterhaltsam. und lecker vin diesel ;o)

3

Ich habe die laut Cover ungeschnittene Version von Babylon A.D. gesehen und vorweg: ich liebe Actionfilme, ich bin gerne bereit, über fehlende Logik hinwegzusehen und ich halte Vin Diesel für einen der ganz Großen. Trotzdem fühlte ich mich im Ggs. zu Herrn Robrahn leider nicht besonders gut unterhalten und habe darüber sinniert, woran das wohl gelegen haben könnte.

Mögliche Lösungen: Erstens sind sich die Macher von vorneherein nicht klar darüber, wohin die filmische Inszenierung der Vorlage soll: Sozialkritisches Drama? Klamotte? Thriller? Science Fiction? Action? Road Movie? Irgendwie besitzt Babylon A.D. von alledem etwas. Einzigartig zum Beispiel Gérard Depardieu als einer der vielen Antagonisten, der uns hier wirklich zum lauten Loslachen gebracht hat. Eine emotionale Grundtendenz lässt der Film aber ansonsten bis auf die meiner Ansicht nach total verkitschte „Rolle der Familie“ völlig vermissen.

Zweitens sind die Profile der unglaublich vielen Gegenspieler eindeutig dem hohen Erzähltempo zum Opfer gefallen. Das mag für Actionfans toll klingen. Unterm Strich haben wir damit zwar ständige Bedrohungen, durch die verwirrende Unvorhersehbarkeit der farblosen Gegner, die im Serious Sam – Stil aus allen Ecken gekrochen kommen und nur darauf warten, kurz und schmerzlos weggeknallt zu werden, leider aber zu keinem Moment so richtige Spannung – ein Element, das für einen Thriller doch sehr wichtig gewesen wäre..... Erschwerend kommt hinzu, dass der im Dickicht der Handlungsstränge Halt suchende Zuschauer schon bald zu ahnen beginnt, dass den Hauptakteuren auf ihrem Weg nichts so richtig Schlimmes zustoßen wird. Das liegt vermutlich an...

... Drittens: Die Charaktere der Protagonisten sind erschreckend blass. Keine Verwundung der Hauptdarsteller vermag den Zuschauer auch nur ein bisschen anzurühren, weil einfach zu wenig Tiefe besteht, um sich mit irgendwem auf der Leinwand zu identifizieren. Einzig Vin Diesel ist in der Lage, den durchaus schwierigen Spagat aus Killer und Sympathieträger zu vollziehen. Allerdings grenzen seine körperlichen Fähigkeiten dann doch stark an den „Hulk“ oder „das Ding“ aus den Marveladaptionen, was wiederum jede Form von aufkommender Spannung im Keim erstickt. In jedem Steven Seagal Film wurde diese Aufgabe besser gelöst – nur mit schlechterer Story und schlechteren Bildern.

Das führt dann auch zum vierten Punkt, der inkonsequenten, uneinheitlichen Erzählperspektive, die ein Eintauchen des Zuschauers in die Welt von Babylon A.D. einfach unmöglich macht. Der innere Monolog aus der Startsequenz wäre besser beibehalten worden und hätte das filmische Resultat bestimmt um einiges aufgewertet. Aber nein: Man versucht plötzlich eine Bedrohung aus dem „Off“ mit schwer einzuschätzenden technischen Gadgets zu erzeugen und verlässt damit das Innenleben von Toorop bis zur Schlusssequenz des Streifens: schlecht gelöst, meine Herren.

Dass der Film visuell doch durchaus beeindruckt, ließ mich dann am Ende nur noch Mitleid mit den Machern haben: Eine wirklich verpasste Chance. Die erzählte Geschichte ist nämlich eigentlich gar nicht so dünn, dass man sie mit Babylon A.D. auf Uwe Boll Niveau hätte runterfilmen müssen.

Drei Punkte, aber nur, weil ich hier so nen guten Kaffee hab ;-)

8

Fand den Film echt klasse.
Düsteres Endzeit Szenario mit klasse Action.
Story war auch ok.

Um Längen besser wie viele knallbunte Hollywood Endzeit Filme.
Haben die Franzosen gut hinbekommen.

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