Whalefall

Originaltitel
Whalefall
Land
Jahr
2026
Laufzeit
100 min
Genre
Release Date
Bewertung
6
6/10
von Volker Robrahn / 14. Oktober 2026

Für jeden der als Kind „Pinocchio“ gesehen oder gelesen hat dürfte das gar nicht mal so wahnsinnig verrückt klingen: Als Mensch im Inneren eines Wals überleben und es sich eine Zeitlang gemütlich machen. Wobei wir das „gemütlich“ dann doch gleich wieder streichen, denn ein bisschen realistischer als in dem berühmten Märchen von Carlo Collodi geht es bei „Whalefall“ doch zu. Für einen Horror-Survival-Streifen mit einer derart abgefahrenen Idee sogar bemerkenswert realistisch, so dass sich das Ganze mitunter fast mehr nach einem Drama als nach einem Action-Film anfühlt.

Der junge Jay (Austin Abrams) hatte zeitlebens ein eher kompliziertes und schwieriges Verhältnis zu seinem Vater Mitt (Josh Brolin), der aus seinem Sohn einen harten Kerl und Tiefseetaucher nach eigenem Vorbild formen wollte, ein Drill dem dieser sich jedoch widersetzte. Nach dem sein todkranker Vater Suizid begangen hat und dabei von seinem eigenen Boot gesprungen ist suchten Familie und Freunde bisher vergeblich nach dessen sterblichen Überresten, eine Aufgabe, der sich nun Jay annehmen will, obwohl es ihm eben an Taucherfahrung fehlt. Unter Wasser gerät er dann auch prompt in den Überlebenskampf eines Tintenfisches der sich gegen einen ihn jagenden Wal wehrt – und wird gemeinsam mit diesem von dem riesigen Säugetier verschluckt. Was er zwar überlebt und im Inneren des Tiers wieder erwacht, aber dort reicht der Sauerstoff nur noch eine gute Stunde.

 

Die Reise ins Innere des Wals beginnt nach gut zwanzig Minuten und man stellt sich natürlich die Frage, ob und wie das Ganze nun den kompletten Film tragen soll, denn dem armen Jay mehr als eine Stunde lang dabei zuzusehen wie er im beengten Raum zwischen Magen, diversen anderen Organen und der Speiseröhre hin- und herrutscht dürfte doch etwas ermüdend für den Betrachter sein. Die Lösung, die sich das Drehbuch ausgedacht hat sind zahlreiche Flashbacks, in denen uns die problematische Beziehung zwischen dem rauen Vater und seinem deutlich sensibleren Sohn nähergebracht wird. Inklusive einiger Ratschläge und Weisheiten über das Meer und dessen Bewohner die Jay in seiner Situation jetzt vielleicht von Nutzen sein können. Allerdings werden diese Einschübe etwas zu häufig in die Haupthandlung geschnitten und erweisen sich dann auch als inhaltlich repetitiv. Darin ebenfalls zu sehen ist Elisabeth Shue als Mutter, die jedoch im Vergleich zu Josh Brolin bemerkenswert wenig zu tun bekommt und keine weitergehende Charakterzeichnung erfährt.

Austin Abrams bewegt sich dagegen auf dem Weg zu einer Art aktuellem Shootingstar, konnte er doch gerade erst als leicht schusselige, aber letztlich doch clever um ihr Leben fightende Hauptfigur im neuen "Resident Evil" überzeugen. Überlebenskampf ist auch hier nun wieder angesagt und die zahlreichen Großaufnahmen seines Gesichts und Mienenspiels geben Abrams ausgiebig Gelegenheit zu zeigen was er drauf hat, trotz eines diesmal sehr begrenzten Radius (und die meiste Zeit mit Sauerstoffmaske im Gesicht). Was wir auf seinem Weg durch das Innere des Wals zu sehen bekommen werden die Wenigsten wohl auf den medizinisch-biologischen Wahrheitsgehalt prüfen können, es sieht aber zumindest sehr realistisch und hübsch eklig aus. Spannung wird z.B. durch den Angriff des zunächst ebenfalls noch aktiven Oktopus sowie den einen oder anderen Rückschlag erzeugt, den Jay auf seinem verzweifelten Weg nach draußen natürlich auch erleiden muss. Einige Längen ergeben sich trotz der übersichtlichen Laufzeit dennoch und das gilt für beide Handlungsebenen, denn hier wie dort wiederholen sich doch einige Bilder und Situationen. Der Blick auf den Wal in all seiner Größe und Pracht von außen wird uns dabei nur sehr sparsam gegönnt, ist in diesen Momenten aber ziemlich beeindruckend. Insgesamt daher solide und von der Idee originell dieser „Whalefall“, aber leider eben nicht durchgehend packend.

Bilder: Copyright

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