Paw Patrol - Der Kinofilm

Originaltitel
Paw Patrol - The Movie
Land
Jahr
2021
Laufzeit
86 min
Genre
Regie
Release Date
Bewertung
7
7/10
von Simon Staake / 18. August 2021

Das Leben verläuft wie immer in der Abenteuerbucht: gelegentlich rücken die Fellfreunde um Ryder zum Einsatz aus, ansonsten hängt man rund um die Zentrale ab. Aber dann gibt es einen Anruf aus der Großstadt: Die aufmerksame Dackeldame und Paw Patrol-Fan Liberty warnt die Paw Patrol: Besserwisser hat sich nun mit unlauteren Mitteln zum Bürgermeister der Stadt aufgeschwungen und droht mitsamt seinen Chaos-Kätzchen und zwei depperten Sicherheitsleuten, die Abenteuer-Stadt ins Chaos zu stürzen. Da hilft nur eins: Einsatz für die Helfer auf vier Pfoten...

Na also, das hätte man jetzt nicht unbedingt gedacht. Nach mittlerweile acht Jahren, in der die Fellfreunde um Ryder über 150 Abenteuer erlebten und parallel Millionenfach Spielzeug und Merchandise verkauft wurde, folgt tatsächlich jetzt noch ein Kinofilm (und zwar ein richtiger, nicht wie zumindest in Nordamerika erschienene aus verschiedenen Episoden zusammengeschnipselte „Filme“). Und eins muss man diesem Streifen lassen: Mit der extrem limitierten Animation der Fernsehserie (in der die gesamte Abenteuerbucht etwa 15 verschiedene Bewohner hat, um die Anzahl an Animationsmodellen klein zu halten) sowie ihren ebenso kostengünstig wiederholten Sequenzen hat dieser Kinofilm nicht mehr gemeinsam: Er steht der Konkurrenz in der Animationsbranche in nichts (oder fast nichts) nach, hier wird geklotzt, nicht gekleckert, und wer wie der Rezensent von seinem Nachwuchs in diesen Film gezerrt wird, bekommt zumindest ein bisschen was zu sehen für sein Geld. Was das erwachsene Begleitpersonal dagegen nicht bekommt: einen Film, der Witze oder Anspielungen für Erwachsene einbringt oder eine Story präsentiert, die nicht direkt für die Zielgruppe der 3- bis 6-jährigen gedacht ist. Man bleibt hier so unterkomplex wie in der Serie.


Was insofern nicht schlecht ist, als das der Film nicht in die Falle fällt, in die diverse Kinderserien für ihre Kinofilme stolpern: In dem Versuch, alles größer und bedeutsamer zu machen (und auf Spielfilmlänge zu kommen), werden die Geschichten komplizierter, die Bösewichter böser und der Ton oft dunkler und ernster. Dass dies hier nicht passiert, ist dem Film durchaus anzurechnen: Auch hier ist Bürgermeister Besserwisser eher ein tolpatschiger Depp denn ein wirklich verdorbener Typ, die Rettungsaktionen der Hunde sind zwar deutlich aufgemotzt und wesentlich aufregender als die gemächliche Serie, aber eben nie so übertrieben, dass es den jüngeren Fans zu viel wird. Und die Erwachsenen können wenigstens darüber staunen, dass auf der großen Leinwand Chases Einsatzfahrzeug deutliche Anleihen am Batmobil nimmt. Wie gesagt: Fürs Auge wird einiges geboten, auf die penetrant fröhliche Musik zu stampfenden Elektronikbeats hätte man allerdings auch verzichten können, da ist dieser Film zu sehr den modernen Konventionen des Genres verhaftet.

Wer sich mit seinen Sprösslingen mehr oder minder gut durch Dutzende, wenn nicht hunderte von Folgen gekämpft hat, darf allerdings ein wenig enttäuscht sein, dass sich der Film natürlich wieder mal hauptsächlich Polizei-Schäferhund Chase widmet, dem Streber und Guthund unter den Fellfreunden. Ich hätte ja gerne wie viele andere einige der anderen Hunde im Rampenlicht gesehen, stattdessen bekommt der eh schon als nicht-so-heimliche Hauptfigur etablierte Köter einen dramatischen Hintergrund, ein plötzliches Trauma und die dann folgende Wiedergutmachungsgeschichte.

Da mit dem neuen Teammitglied Liberty auch noch eine neue Figur zu Leinwandzeit kommen muss, werden die anderen Figuren der Paw Patrol zu Nebenfiguren und im Falle von Zuma und Rocky zu reinen Statisten degradiert. Also auch wie in der Serie. Wird der Zielgruppe bei all der Action egal sein, auch wenn viele der größtenteils weiblichen Skye-Fans enttäuscht sein werden, wie wenig ihr Lieblingshund zum Zuge kommt, auch wenn diese am Ende noch mal zeigen darf, was sie drauf hat. Durch den Umzug in die Stadt muss man auch auf manche Favoriten der Abenteuerbucht verzichten, Nebenfiguren wie Käpt‘n Tollpatsch oder Bürgermeisterin Gutherz samt Henrietta haben nur kurze Cameo-Auftritte.

 

 

Tja, wie also das Ganze nun bewerten? Der Nachwuchs aus der Zielgruppe sagt: Bester Paw Patrol aller Zeiten, klare zehn Augen! Ich sage: die vernünftige Animation und Zielgruppenfreundlichkeit auf der einen balancieren die Langeweile für Erwachsene auf der anderen Seite aus für mittelprächtige vier Augen. Zusammengewürfelt ergibt das dann die Gesamtpunktzahl und einen Film, der genau auf sein Publikum zugeschnitten ist. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Bilder: Copyright

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