kleine Werbepause
Anzeige

Wir waren Helden

Wir waren Helden
kriegsfilm , usa 2002
original
we were soldiers
regie
randall wallace
drehbuch
randall wallace
cast
mel gibson,
sam elliott,
chris klein,
keri russell,
greg kinnear,
madeleine stowe, u.a.
spielzeit
137 Minuten
kinostart
4. Juli 2002
homepage
bewertung

8 von 10 Augen

Der Name Randall Wallace steht für monumentales Kino, sowohl die gute als auch die schlechte Sorte. Als Drehbuchautor von Mel Gibson's bravourösem Schotten-Epos "Braveheart" sowie Michael Bay's emotionslosem Kriegskitsch "Pearl Harbor" hat Wallace bereits beide Extreme des Breitband-Schlachtengemäldes abgedeckt, um sich nun mit seinem eigenen Regiedebüt deutlich für eine Seite zu entscheiden: Die bessere.
Die meisten Eigenheiten teilt Wallace's Erstling allerdings nicht mit seinen alten Skripts, sondern mit Ridley Scott's jüngstem Werk "Black Hawk Down". In Thematik, Aufbau und Botschaft nahezu identisch (essentielle Dialogzeilen entsprechen sich Wort für Wort), unterscheiden sie sich zunächst lediglich durch das Setting: Während Scott sich mit einem gescheiterten Einsatz der US-Armee Anfang der 90er in Somalia befasste, gilt das Augenmerk von Wallace der ersten größeren amerikanischen Kampfhandlung im Vietnam-Krieg (November 1965), in der sich 400 US-Soldaten von einer 2000-Mann starken feindlichen Übermacht umzingelt sahen.
Im Gegensatz zu "Black Hawk Down", der seinen semi-dokumentarischen Ansatz durch den Verzicht auf viel Hintergrundstory für seine Charaktere untermauerte, setzt Wallace aber gerade hier seinen stärksten Akzente. Er opfert viel Zeit und Raum, um seine Protagonisten als vor allem eins darzustellen: Familienmenschen. So lernen wir Colonel Hal Moore (Mel Gibson) mitsamt seiner enormen Kinderschar und Ehefrau (Madeleine Stowe) zunächst auf dem heimischen Stützpunkt kennen, wo er seine neuen Offiziere formt und die zahlreichen Soldaten-Gattinnen eine ähnliche Gemeinschaft bilden, zu der wir immer wieder zurückkehren werden, während ihre Männer auf dem Schlachtfeld kämpfen und sterben. Junge und idealistische Menschen wie Lt. Jack Geoghegan (Chris Klein, "American Pie") und seine schwangere Frau Barbara ("Felicity" Keri Russell) finden sich hier ebenso wie der alte Armee-Haudegen Major Plumley (Sam Elliott), der als Moore's rechte Hand einen gesunden und pragmatischen Ausgleich zu dessen gebildeter Grübler-Manier bietet (als Moore ihm zu Missionsbeginn rät, ein Gewehr mitzunehmen, entgegnet er lapidar: "Wenn es soweit ist, dass ich eins brauche, werden genug davon auf dem Boden herum liegen"). Auch wenn dieses Idyll voller großäugiger Kinder und bezaubernder Ehefrauen ein wenig überzogen erscheint: das Ziel, diese Männer als Menschen wie du und ich zu präsentieren, die sich daher unser volles Mitgefühl verdient haben, wird erreicht.
Das Kernstück von "Wir waren Helden" (ein sehr unglücklicher deutscher Titel, denn es geht ja gerade darum, dass es keine außergewöhnlichen Helden sind) ist - wie bei seinem Bruder im Geiste - die ausgedehnte und möglichst detailgetreue Darstellung der zentralen Schlacht. Obwohl der Film auf dem von Colonel Moore persönlich und dem ebenfalls damals anwesenden Journalisten Joe Galloway verfassten Tatsachenbericht "We were soldiers once ... and young" beruht, wird hier - bei allem Bemühen - doch deutlich, dass Wallace als Regisseur die Präzision eines Ridley Scott fehlt: dem Chaos des Gefechts ist nur sehr schwer zu folgen, und das räumliche Verhältnis der verschiedenen Schauplätze wird nie ganz klar. Um den taktischen Erwägungen Moores und seines vietnamesischen Gegenüber folgen zu können wünscht man sich fast eine eigene Karte herbei.
Womit wir allerdings schon bei einem der erstaunlichen Pluspunkte von "Wir waren Helden" angekommen wären: Die Darstellung der Vietnamesen ist hier überraschend ausgeglichen. Natürlich bleibt das Augenmerk hauptsächlich auf amerikanischer Seite, doch ab und an streut Wallace wertvolle Szenen aus dem Planungsbunker der Gegenseite ein, in denen sich der vietnamesische Kommandant als geistiges Äquivalent zu Moore erweist: Beide denken entlang der selben Linien. Überhaupt gelingt es dem Film, das Gefecht als Kampf unter Gleichen darzustellen, die allesamt nicht hier sind, weil sie es wollen, sondern weil es ihre Aufgabe ist. Während die meisten Vietnam-Filme diesen sinnlosesten aller amerikanischen Kriege mit entsprechend desillusionierten Portraits moralisch korrumpierter Soldaten verbinden (siehe z.B. "Platoon"), bewegt sich "Wir waren Helden" auf dem schmalen Grat, die Männer hier nichtsdestotrotz als aufrechte Menschen zu zeigen, obwohl sie für eine falsche Sache kämpften. Und das gelingt. Wallace zeigt keine Scheu davor, die amerikanische Arroganz zu betonen und Vietnam als politische Fehlleistung zu präsentieren. Der Punkt ist, dass es hier um die Soldaten geht - Männer, die letztlich keine Entscheidungsmacht darüber haben, für was oder gegen wen sie kämpfen. Als einer von ihnen schwer verwundet dem Tode nahe ist und die Worte "Ich bin froh, für mein Land sterben zu können" heraus presst, will man sich schon abwenden, als der Soldat noch einmal aufatmet und seine letzten Worte korrigiert: "Sag meiner Frau, dass ich sie liebe." Bei allem Patriotismus (und der wird hier merklich heruntergeschraubt) ist sich Wallace doch mehr als bewusst, dass es wichtigere Dinge im Leben gibt (oder zumindest geben sollte) als die Flagge auf der Uniform.
Auch ohne unnötiges Fahneschwenken finden sich in "Wir waren Helden" genug aufrechte Werte, um ihn vom sarkastischen Ton der meisten Vietnam-Filme deutlich abzuheben. Vollkommen unironisch wird Moore als tief religiöser, ehrenhafter und gebildeter Mensch dargestellt, der aus den Lektionen der Geschichte lernen will und seine Befehle akzeptiert, ohne sie zu gutzuheißen. Mag dies vielleicht auch daran liegen, dass der Film auf Moores eigenem Buch basiert, das Mittel wirkt: Auch wenn es sich hier um Kriegsmelodram vom Feinsten handelt, Wallace hat den Kniff raus und reißt selbst die Zuschauer emotional mit, die solcherlei Werken grundsätzlich kritisch gegenüber stehen. Hätte er "Pearl Harbor" anstelle von Michael Bay selber verfilmt, hätte daraus vielleicht ein halbwegs anständiger Film werden können.
Ein Wort der Warnung für seichtere Gemüter sei noch vermerkt: Wie auch in "Black Hawk Down" erspart der Film seinen Zuschauern wenig von den Schrecken des Krieges, von Einschusswunden en masse bis zu von Napalm-Bomben halb verbrannten Menschen wird einem hier so einiges zugemutet, zensurfreundliche Weichzeichner wie bei "Pearl Harbor" sind bei dieser Thematik aber auch nicht angebracht.
Die einzigen Kritikpunkte, die sich Wallace gefallen lassen muss, sind ein Schluss, den man zu leicht in den falschen, nämlich patriotischen Hals kriegen kann, obwohl er da gar nicht hingehört, und die etwas zu gut gemeinten Versuche, es allen recht zu machen (Stichwort: Alibi-Schwarzer). Ansonsten ist ihm mit "Wir waren Helden" ein beeindruckendes Regiedebüt gelungen, dass mit überzeugender Vehemenz dafür argumentiert, dass die vielen anonymen Soldaten auf den Schlachtfeldern dieser Welt mehr Wert sind als die Männer, die sie dort hingeschickt haben. Und damit hat er wahrscheinlich recht.

Frank-Michael Helmke

10

ein echt guter film der auch sehr realistich aufgebaut ist daher von mir 10 von 10 augen

4

In einer Szene schießt Mel Gibson aus der Hüfte und verpasst einem Vietcong einen Kopfschuss.
Und das ist nicht die einzigste unrealistische Szene in diesem mittelmäßigen Film.
Nicht empfehlenswert!

3

Ein leider sehr selbstverliebter, patriotischer Ballerfilm, im besten Sinne von Werken wie John Wayne´s "Green Berets". Der Film glaubt mit besonders zahlreichen und ekligen Effekten Authentizität erkaufen zu können, wirkt dadurch aber nur reisserisch.
Auch das drumherum ist sehr mau: die Szenen in denen die Ehefrauen mit den Briefen über ihre gefallenen Ehemaänner konfronitiert werden, schneiden das Thema "wie der Krieg zu Hause ankam" etwas zu beiläufig und oberflächlich an, und geben dem Film insgesamt keineswegs Tiefe dazu. Die Inszenierung von Mel Gibson´s Charakter reizt das Klischee des besonders fürsorglichen Familienmenschen, der mit den Kids im Auto singt, und im Kampf zum extra eisenharten mega-Macho wird, bis an die Grenze der Farce aus. Mag ja sein, das Col. Moore so war - nur sollte man sich als Regisseur Gedanken machen, wie solche Szenen heute beim Publikum ankommen. Kurz: man kann getrost auf diesen Film verzichten.

8

Ich fand den Film ganz gut nur die Zahlen stimmen nicht ganz überrein. Wie viele Kilometer ist die X-Ray von der USA entfernt?
Der Film ist gut nachgemacht.

Kommentar hinzufügen

Freiwillige Angabe; die E-Mailadresse wird nicht angezeigt.
 
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.
7 + 4 =
Diese einfache Rechenaufgabe ist zu lösen und das Ergebnis einzugeben, z.B. muss für 1+3 der Wert 4 eingegeben werden.