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Panic Room

Panic Room
thriller , usa 2002
original
panic room
regie
david fincher
drehbuch
david koepp
cast
forest whitaker,
kristen stewart,
jared leto,
jodie foster, u.a.
spielzeit
112 Minuten
kinostart
18. April 2002
homepage
bewertung

7 von 10 Augen

Es soll Leute geben, die David Fincher's "Fight Club" nicht für einen der genialsten und beeindruckendesten Filme der letzten Jahre halten. Diese Leute befinden sich in der vorteilhaften Position, des Regiemeisters

Meister bei der Arbeit: David Fincher
am Set von "Panic Room"

neuestem Streich relativ gelassen entgegen zu sehen, während die enthusiastische Fangemeinde beim Namen Fincher nichts weniger als einen der cineastischen Überschocker des Kinojahres erwartet. Dass eine solch extreme Erfahrung im Falle von "Panic Room" ausbleibt, ist jedoch leicht nachzuvollziehen: Fincher, einer der begabtesten und visuell kreativsten Regisseure, die im Laufe der 90er Jahre aus dem Werbe- und Videobusiness auf die große Leinwand schwappten, ist ein Inszenator und hat noch nie ein eigenes Drehbuch geschrieben, soll heißen: Der Mann ist immer nur so gut wie sein Material. Nicht umsonst bezeichnete der amerikanische Kritikerpapst Roger Ebert Fincher's Erstling "Alien 3" damals als "one of the best-looking bad movies ever". Wenn's an seinen Filmen hapert, ist das für gewöhnlich nicht die Schuld des Regisseurs. Dies als Warnung an alle "Fight Club"-Enthusiasten, deren Erwartungshaltung in ungesunde Dimensionen aufzusteigen droht. Denn "Panic Room" ist ein wirklich guter und packender Thriller, aber halt auch nicht mehr.
Die Grundidee ist dabei so einfach, dass man sich fast fragen mag, wie damit fast zwei Kinostunden gefüllt werden sollen: Frisch von ihrem schwer reichen Gatten getrennt befindet sich die New Yorkerin Meg Altman (Jodie Foster) zusammen mit ihrer Tochter Sarah (Kristen Stewart) auf Wohnungssuche an der schicken Upper

Wirklich sicher? Kristen Stewart und Jodie
Foster in ihrem persönlichen Panic Room.

West Side und stößt mit viel Glück auf einen wahren Immobilientraum: Ein vierstöckiges, sehr geräumiges Wohnhaus mit schönem Ausblick, sechs offenen Kaminen - und einem sogenannten "Panic Room". Dieser neueste Trend zum Schutz vor ungewollten Eindringlingen beherbergt die Hausbewohner hinter mehrere Zentimeter dickem Stahl in einem Raum mit Nahrungsvorräten und Überwachungsmonitoren fürs ganze Haus sowie unabhängiger Strom- und Luftversorgung. Da fühlt man sich gleich viel sicherer.
Natürlich bleibt das Teil nicht lange ungenutzt: Schon in der ersten Nacht bekommen Meg und Sarah Besuch von einem Einbrecher-Trio (deren Informationen zufolge das Haus eigentlich noch leer stehen sollte) und flüchten sich in ihre Sicherheitszelle. Problem: Dass, was die Gangster suchen, befindet sich im Panic Room, und so entsteht die delikate Situation, dass Meg und Sarah hinter der Tür darüber rätseln, wie sie Hilfe rufen können, während die drei Gauner vor der Tür Pläne schmieden, wie sie die beiden dazu bringen könnten, raus zu kommen.

Bei einem sowohl räumlich als auch personell sehr eingeschränkten Szenario wie diesem sind die Möglichkeiten sehr eingegrenzt, dass Interesse des Zuschauers wach zu halten, weshalb zunächst einmal ein deutliches Lob an Autor David Koepp gehen muss: Der zeichnete nämlich auch die Figuren der Einbrecher mit genug Sorgfalt, um drei eigenständige Typen zu entwickeln, deren Gruppendynamik der angespannten Situation weitere Würze gibt. In Filmen wie diesen ist es essentiell, dass das Publikum Interesse an den Charakteren gewinnt, denn nur dann kann es auch voll mitgehen. Vorbildlich ist in dieser Hinsicht dann auch das Zusammenspiel zwischen Mutter und Tochter: Wenn Meg zu Anfang des Films Sarah ermahnt, nicht so

Das läuft nicht wie geplant: Forest Whitaker
und Kompagnon müssen improvisieren.

 

viele böse "four letter words" zu benutzen, und später dann von ihrer Tochter genau solche Ausdrücke diktiert bekommt, um in den Verhandlungen mit den Gangstern überzeugender zu wirken, so ist das nicht nur amüsant, sondern auch glaubwürdig.
Glaubwürdigkeit ist ohnehin das große Plus von "Panic Room", der sich - bei aller Abwegigkeit der Ausgangssituation - nie weit von nachvollziehbaren und realistischen Reaktionen und Szenarien weg bewegt. Die geschmiedeten Pläne auf beiden Seiten der dicken Stahltür sind zwar recht einfallsreich, jedoch nie so außergewöhnlich, dass man als Zuschauer das Gefühl verliert, in gleicher Lage auf die selbe Idee zu kommen. Und wenn einer der Beteiligten während des Showdowns meint "Warum zum Teufel haben wir da nicht dran gedacht?", dann spricht er dem Betrachter zwar aus der Seele, lässt das entsprechende Versäumnis aber auch gleich so verständlich erscheinen wie es in der Tat ist. Geht es darum, mögliche Logiklöcher präventiv selber zu stopfen, kann man "Panic Room" nicht viel vormachen (ein Vorbild, von dem sich zweitklassige Thrillerware wie z.B. "Sag kein Wort" mal eine Scheibe abschneiden sollte).
Auch die Schauspieler gefallen: Forest Whitaker ist mit seinem unverwechselbaren Teddybär-Augen in der komplexesten der drei Gangster-Figuren perfekt aufgehoben, Jodie Foster weiß auch in dieser ihr etwas fremden Filmware zu überzeugen (dass sie gegen Ende des Films einen weiten Pulli über ihr Tank Top streift hat übrigens sehr pragmatische Gründe: Die Dreharbeiten dauerten länger als erwartet, und dank Fosters zweiter Schwangerschaft wäre ihr Bauch unter dem knappen Oberteil nicht mehr zu verbergen gewesen). Besondere

Angenehm normal: Kristen Stewart als
Jung-Teenie Sarah Altman.

Erwähnung verdient sich zudem auch die zwölfjährige Jungdarstellerin Kristen Stewart, schon allein weil sie die unkonventionellste Casting-Lösung für die Tochterrolle darstellt: Kein süßes kleines Engelchen, aber auch keine angehende Schönheitskönigin, ist Stewart mit ihrem jungenhaften Haarschnitt und den Punk-Shirts wahrscheinlich der normalste Teenager, den man in letzter Zeit auf der Leinwand zu sehen bekam - und gerade darum für die Effektivität des Films so wirkungsvoll.
Natürlich ist "Panic Room" immer noch ein Fincher-Film. Das erkennt man vor allem an den gewohnt virtuosen Kamerafahrten, von denen die beeindruckendste im Inneren des Hauses den Bewegungen der Gangster folgt, während diese
draußen einen Weg rein suchen: Drei Stockwerke runter und später wieder hoch, in Schlüssellöcher hinein und hinaus, durch Türen, Durchreichen und Kaffeekannenhenkel fliegt das Auge des Betrachters. Fincher versteht es erneut vorzüglich, seiner Vorlage die interessantesten visuellen Reize zu entlocken, stellt seine trickreichen Gimmicks aber immer in den Dienst des Plots, so dass der Film nicht "überinszeniert" wirkt. Wie viel Wert er auf das passende Set Design legt wird auch in "Panic Room" deutlich, so dass das Urteil gewohnt positiv bleibt: Die Atmosphäre funktioniert, und David Fincher hat wieder einmal das beste Ergebnis abgeliefert, dass die Vorlage zu ließ.
Was allerdings immer noch keinen außergewöhnlichen Film ergibt: Trotz der geschickt konstruierten Handlung, dem konstanten und effektiven Spannungsbogen und den für Genre-Verhältnisse überraschend guten Charakterzeichnungen bleibt "Panic Room" letztlich doch an seinen Wurzeln hängen. Am Ende steht ein unterhaltsamer und größtenteils makelloser Film, dem schlichtweg dieser besondere Funken Andersartigkeit fehlt, um es mit den letzten drei Werken seines Regisseurs aufnehmen zu können. So bietet sich durchaus der Vergleich mit Steven Soderbergh's "Ocean's Eleven" an: Dort als auch hier ein meisterlich inszeniertes Stück Standardkino ohne sonderlichen Anspruch oder Tiefgang, eine Fingerübung des Inszenators als Zwischenstopp auf dem Weg zu (hoffentlich) aufregenderen Dingen. Es muss ja nicht immer gleich ein "Fight Club" sein.

Frank-Michael Helmke

10

Einer der besten filme die ich bis jetzt gesehn habe muss ich echt sagen also da gibs meiner meinung nach nichts auszusetzen...*^^* ich habe den zwar hauptsächlich wegen JARED LETO gesehn aber ich finde den film nicht nur wegen ihn so geil also...
Die 10 Augen haben sie sich verdient!! GEIL ECHT!

10

Übergeilomatikko!

Ein Mann mit einem zerquetschten Arm wird mit voller Wucht von einem schweren Vorschlaghammer am Kopf getroffen. Von der Kraft des Schlages wird er über ein Geländer geschleudert. Etwa drei Meter tiefer landet er auf einem Treppenabsatz.
Das sollte reichen, um selbst einen Zwitter aus Supermann und Rambo – wenigstens kurzzeitig – außer Gefecht zu setzen. Nicht jedoch den übellaunigen Herrn aus *Panic Room*. Er stapft umgehend die Treppe wieder hoch, denn er wird ja noch für den Showdown gebraucht.
Diese und andere Lustbarkeiten sorgen dafür, dass ein über weite Strecken spannender und fesselnder Thriller letztendlich für verständnisloses Kopfschütteln sorgt. Nach etwa drei Vierteln des Filmes geht dem Drehbuch die Luft aus, und somit reiht sich der Film ein in die lange Reihe jener Streifen, in denen ein intelligentes und durchdachtes Ende einem hanebüchen unrealistischen, hoffnungslos überzogenen Schlussakkord der Gewalt weichen muss.

Harren wir also der Tage, an denen ein seit zehn Minuten brennender Mann von drei Maschinengewehrsalven zerfetzt und strauchelnd von einer Dampfwalze überrollt wird, bevor er sich erhebt und die Hauptdarstellerin noch einmal so richtig in Bedrängnis bringt. Könnte ein Kassenknüller werden. *Panic Room* hat schon einmal die Weichen gestellt.

9

hammer film...baut spannung auf....könnte aber besser sein...

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