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Hero

Hero
martial arts-drama , china 2002
original
ying xiaong
regie
zhang yimou
drehbuch
zhang yimou, li feng, wang bin
cast
jet li,
zhang ziyi,
maggie cheung,
toni leung, u.a.
spielzeit
99 Minuten
kinostart
5. Juni 2003
homepage
bewertung

8 von 10 Augen

All Style, no Substance. Das ist eine Formel, die man gemeinhin gerne amerikanischen Actionfilmen vorhält, die ihr Gewicht einzig auf möglichst aufwendige Schauwerte legen und eine ordentliche Story dabei gerne einmal außen vor lassen. Was passiert, wenn sich ein renommierter fernöstlicher Dramatiker wie Chinas Regie-Ikone Zhang Yimou (u.a. "Rote Laterne", "Heimweg") an solch einem Grundsatz versucht, veranschaulicht "Hero" - ein Film, der immer noch dreimal soviel Handlungskomplexität vorzuweisen hat als der durchschnittliche Hollywood-Actioner, im sich zwangsweise aufdrängenden Vergleich mit dem Meilenstein "Tiger & Dragon" aber weitaus platter daherkommt. Dafür aber mit mehr Action. Und schön bunt.

Es ist vielleicht unfair, "Hero" sofort den "Tiger & Dragon"-Spiegel vorzuhalten, Fakt ist jedoch, dass es ohne dessen phänomenalen internationalen Erfolg dieses Projekt wohl nie gegeben hätte. Zudem taucht die "Tiger & Dragon"-Schönheit Zhang Ziyi hier in einer Nebenrolle auf, der Komponist Tan Dun ist auch derselbe (der denn auch ziemlich uninspiriert seine eigenen Motive aus dem früheren Film kopiert), und als Referenzpunkt bietet sich Ang Lee's Oscar-gekröntes Martial Arts-Drama auch fürs Publikum an: Denn wer schon bei "Tiger & Dragon" den mythischen Rahmen nicht akzeptieren konnte und sich darüber aufregte, dass sich die Protagonisten in ihren grazilen Kampfeinlagen federleicht den Gesetzen der Schwerkraft vollständig zu widersetzen vermochten, wird auch hier sehr schnell anfangen zu motzen.

Und noch etwas haben beide Filme gemeinsam: Auch im Westen bekannte Stars des Martial Arts-Genres kämpfen sich durch eine Story mit einer historischen Legende als Vorlage. Wobei die Geschichte von "Hero" wesentlich stärker in der chinesischen Gründungsmythologie verwurzelt ist: Vor mehr als 2000 Jahren war China ein geteiltes Land, in dem sich sieben unterschiedliche Königreiche einen fortwährenden Kampf um die Vorherrschaft lieferten. Besonders martialisch ging dabei der damalige König des Reiches Qin vor, und so war es nicht weiter verwunderlich, dass treue Gefolgsleute der anderen Reiche ihm permanent ans Leder wollten. Recht erstaunt ist der König von Qin daher, als eines Tages ein namenloser Kämpfer (Jet Li) in seinem streng bewachten Palast auftaucht und behauptet, die drei gefürchtetsten Attentäter des Landes - Gebrochenes Schwert (Tony Leung), Fliegender Schnee (Maggie Cheung) und Himmel (Donnie Yen) - im Kampf getötet zu haben. Darauf steht eine mächtige Belohnung, kann sich der Tyrann doch jetzt wieder in Sicherheit wiegen, doch zunächst muss der Namenlose erzählen, wie ihm dieser Triumph über die vermeintlich drei besten Schwertkämpfer Chinas gelang. Was folgt ist eine Erzählung, die den König von Qin mit Skepsis erfüllt, und so legt er anschließend dar, wie er glaubt, dass die Geschichte wirklich verlaufen ist.
Mehrere Male wird auf diese Weise in ausgedehnten Flashbacks auf den Weg des Namenlosen zum Königshof zurückgeblickt, jedes Mal wird die Geschichte variiert, um letztendlich bei der Wahrheit anzugelangen. Ohne, dass das Ende hier verraten werden soll, zumindest dieser Hinweis: Am Schluss des Films steht eine moralisch äußerst fragwürdige Entscheidung, über die nachzudenken durchaus lohnenswert ist. Einfach so schlucken sollte man diese Argumentation jedenfalls nicht.
Vor diesem schwer verdaulichen Ende dominiert jedoch die visuelle Ästhetik - und was für eine. Bewusst scheint Regisseur Zhang Yimou die erzählerischen Passagen seines Films kurz zu halten, die effektive Handlung in jeder Episode wird knapp zusammengefasst, um dann möglichst schnell wieder Platz zu machen für das eigentliche Zentrum des Films: Kampfsequenzen von brillanter Choreographie, wie man sie selten sieht. Und das bezieht sich nicht nur auf die Kämpfe selbst: Die visuelle Ästhetik jeder Episode wird klar von einer bestimmten Farbe dominiert (so tragen alle handelnden Personen z.B. ausschließlich grüne Gewänder und begegnen sich auch in einer vorherrschend grünen Landschaft), und in einer rauschhaften Bilderflut, die zugunsten des visuellen Spektakels jeglichen Realitätsbezug gerne aufgibt, zelebriert Zhang Yimou so die konsequente Überhöhung des Stils über die Geschichte - wie eingangs erwähnt. Bei manch einer Sequenz hat man dann wirklich den Eindruck, dass sie einzig um sich selbst Willen eingefügt wurde: der erzählerische Nutzen für die Geschichte ist gleich Null, aber hübsch anzusehen ist es eben trotzdem. Mit der fast Holzhammer-artig vorgetragenen Farbsymbolik muss man übrigens vorsichtig sein, denn im fernen Osten genießen Farben nicht unbedingt dieselben Konnotationen wie hierzulande. Wenn in der letzten Episode zum Beispiel alle Akteure in strahlendes Weiß gehüllt sind, so ist das kein Zeichen von Unschuld, sondern unterstreicht die besondere Tragödie der Handlung: In China ist Weiß die Farbe der Trauer.

Von der Erzählweise her naturgemäß etwas holprig, mag "Hero" die Freunde einer ordentlich aufgebauten Geschichte nicht unbedingt befriedigen - aber darum geht's hier letztlich auch nicht wirklich. Wohl auch in dem Bewusstsein, der vielschichtigen und komplexen Geschichte von "Tiger & Dragon" nicht das Wasser reichen zu können, konzentrierte sich Zhang Yimou konsequent auf die Ausbreitung des Kampfkunst-Aspekts, und triumphiert zumindest diesbezüglich auf ganzer Linie. Es ist schon kein Zufall, dass die visuell aufregendsten Filme unserer Tage allesamt aus Asien kommen oder von dort inspiriert wurden. Für Freunde des Fernost-Kinos ohnehin ein Muss, ist "Hero" auch all jenen zu empfehlen, die sich gerne von einer einzigartigen Bilder- und Farbenflut erschlagen lassen. Einen schöneren Film (rein visuell zu verstehen) wird man dieses Jahr wohl nicht zu sehen bekommen.

Frank-Michael Helmke

10

Ein faszinierender Film,dessen Kampfsequenzen pure poesie sind.....wunderbar choreographiert und inszeniert in malerischen farben...ein meisterwerk!

10

Ja, einfach der Hammer, ein Film für menschen mit horizont. Ich versteh nur eines nicht, wenn ich mir einen Streiffen auf DVD anguck und mir gefällt dieser nicht dann nimm ich die Fernsteuerung und drücke den roten Knopf, liebe Leute dazu braucht man keinen Dr. oder eine spezielle Kampfkunst erlernt haben, übt diese Technik und ihr werdet sehen ;o)

4

Schöne Bilder gabs in der Tat, aber der Rest ?

Die sogenannten Kampfszenen haben mich irgendwann nur noch angeödet, vor allem die blöde und unrealistische Rumfliegerei, Superman hat ja schließlich nicht mitgespielt.

Die Schauspielerleistungen waren für einen asiatischen Film O. K. (also mangelhaft).

Und eine sinnvolle Geschichte hab ich ja schließlich auch nicht erwartet.

1mal angucken und vergessen.

9

Man kann einen asiatischen Film nicht mit europäischen Maßstäben messen. Für Hero braucht man wirklich ein bisschen Geduld und Offenheit für diese für uns ungewohnte Machart. Wahrscheinlich ist das wieder einer dieser Filme, die man nur hassen oder lieben kann, je nach dem von welchem Standpunkt aus man ihn sieht.
Bis auf die zweifelhafte Moral finde ich ihn jedenfalls perfekt.

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