Heimweg - The road home

liebesdrama, china 1999
original
Wo de fou qin mu qin
regie
zhang yimou
drehbuch
bao chi
cast:

zhang ziyi,
sun honglei luo,
zheng hao,
zhao yuelin, u.a.

spielzeit
100 min.
kinostart
24.8.2000
homepage
http://www.the-road-home.de
bewertung

(9/10 augen)




 

 

 

 


 

 

In seinen schönsten Momenten nimmt das Kino einen mit auf eine Reise. In andere Länder, andere Welten: in ihrer Schönheit atemberaubend, in ihrer Fremdartigkeit faszinierend, in ihrer Universalität beeindruckend. „Heimweg“, der neueste Film des bekanntesten chinesischen Regisseurs Zhang Yimou („Rote Laterne“), ist so eine Reise. Eine Reise in das ländliche China der Fünfziger Jahre, in ein Dorf, in dem die Zeit still zu stehen scheint, dessen Bewohner die Kulturrevolution noch weniger verstehen als überhaupt bemerken, und in dem sich eine Liebesgeschichte zuträgt, die ohne Kitsch, Rührseligkeit oder große Worte, nur durch ihre einfache Wahrhaftigkeit mehr zu Herzen geht als alles, was in den letzten Monaten und Jahren mit dem Wort „romantisch“ tituliert wurde.

Es ist die Geschichte der Eltern von Changyu. Dieser kommt aus der großen Stadt zurück in sein Heimatdorf, nachdem sein Vater gestorben ist. Der Leichnam liegt im Krankenhaus der Kreisstadt, und soll nun zur Beerdigung ins Dorf geschafft werden. Changyu’s Mutter Zhao Di besteht allerdings darauf, daß dies nicht mit dem Auto, sondern zu Fuß geschieht. Einer alten Tradition folgend soll der Tote noch ein letztes Mal den Weg nach Hause beschreiten. Warum dies für Zhao Di so wichtig ist, und welche tiefe Bedeutung dieser Heimweg für sie und ihren Mann hatte, das erzählt eine lange Rückblende, die den Kern des Films ausmacht. Und während die Rahmenhandlung in der Gegenwart in einem tristen Schwarz/Weiß gehalten ist, wird man von der plötzlichen Farbenpracht der Rückblende fast erschlagen. Wie eine Befreiung kommt es einem vor, und bevor überhaupt das erste Wort über die Geschichte fällt, ist schon längst klar, wie einmalig schön diese Zeiten für Zhao Di gewesen sein müssen. Diese Zeiten, in denen der junge Yusheng als neuer Lehrer in ihr Dorf kam, und eine sanfte und ehrliche Liebe zwischen ihnen erwachte.
Die beiden lebten in einer Zeit und an einem Ort, wo man nicht einfach zu jemandem hin geht, und nach einem Date fragt. Es braucht einen ganzen Monat des distanzierten Bewunderns, bis endlich Zhao Di’s Familie an der Reihe ist, den Lehrer zum Essen einzuladen, und es endlich zum ersten Gespräch kommt. Und gerade diese fast schon greifbare Erwartung, die durch Anstandskonventionen ewig hinausgezögerte Begegnung, birgt in sich so viel Sehnsucht, Gefühl und Ehrlichkeit, daß die emotionale Kraft beinahe die Leinwand sprengt. Die manchmal befremdliche Sachlichkeit der chinesischen Sprache trägt dazu bei, daß die ganze Energie zwischen den beiden leise Liebenden allein durch die Bilder getragen wird, und dies führt zu Szenen, die wunderschön und schmerzhaft zugleich sind: Als Yusheng von der Obrigkeit in die Stadt zurück geholt wird, weil er angeblich ein „rechtes Element“ ist (keiner versteht, was das bedeuten soll), jagt Zhao Di hinter der Kutsche her, in den Händen eine Schüssel Teigtaschen, ein Symbol ihrer Zuneigung, und es zerreißt einem wirklich das Herz, wie sie schnaubend und verzweifelt über die Hügel rast, und es nur eine Frage der Zeit ist, bis sie stürzt und die Schüssel zerbrechen wird.

Warum dies gerade im ländlichen China eine besondere Geschichte ist, wird durch ein Zitat aus dem Film klar: „Damals wurden Ehen vereinbart. Die Freiheit, sich zu verlieben, war ungewöhnlich. Meine Mutter war die erste, die das tat.“ So gewinnt man als Erziehungsprodukt des westlichen Kulturkreises wertvolle Einblicke in diese fremde Welt, die für unsereins nur durch Peking, Shanghai, Maoismus und Kulturrevolution geprägt ist. Jeder fünfte Mensch auf diesem Planeten ist ein Chinese. Und die meisten von ihnen waren noch nie in Peking. Und so ist beinahe das Wertvollste, daß man von „Heimweg“ lernen kann, die Tatsache, daß diese angeblich so fremden Menschen auf der anderen Seite der Welt uns viel ähnlicher sind, als wir glauben. Die emotionale Stärke dieses Films liegt in seiner Einfachheit: Eine simple Liebesgeschichte, ein Familienepos, Sehnsucht, Fürsorge, Trauer und Dankbarkeit. Dies ist alles genau so universell und allumfassend, wie das Bedürfnis, nach Hause zurückzukehren.
„Heimweg“ ist ein Film, der von der Schönheit des Einfachen lebt, in dem man sich vollkommen verlieren kann, bei dem man sich für keine Träne schämen muß, und der die Welt wieder ein bißchen erträglicher macht. Würden doch nur mehr Studios den Blick über den Tellerrand wagen, und so, wie in diesem Falle Columbia Pictures, ihre Möglichkeiten nutzen, um uns hierzulande von den köstlichen Früchten des nicht-westlichen Kinos kosten zu lassen.

Bilder: Courtesy of Columbia Pictures, Copyright 2000

F.-M. Helmke

 


 

Name: Thomas Gentzsch
Email: ThomasGentzsch@web.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Genial! Ein stiller, emotional beeindruckender Film voller berauschender Bilder in beeindruckenden Farben. Mal etwas ganz anderes als das gewohnte hochgestylte HK-Kino der letzten Jahre oder die sattsam bekannten Blockbuster aus Hollywood. Eine kleine Perle mit einer sexy Zhang Ziyi, die ihr Talent in "Tiger & Dragon" ein weiteres Mal unter Beweis stellt. Geheimtip!



Name: Michael W. Folz
Email: jerrit @ gmx.net
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Für dieses absolute Meisterwerk sind 9 von 10 Augen schlicht zu wenig. Zu "The Road Home" gibt es nur einen möglichen Kommentar: Ansehen, ansehen, ansehen.



Name: Uwe Marpe
Email: cfm-computer@t-online.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Film und Musik einfach nur genial. Habe mir die Filmmusik aus der DVD gelöst und eine tolle CD davon gebrannt. Oder hat Jemand den originalsoundtrack auf CD gesehen?



Name: Master_C
Email: christiansaba@hotmail.com
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Ich bin sprachlos. . .Zurücklehen, anschauen, und geniessen



Name: wotanskrieger
Email: crimson_snake@web.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

ein echt toller film...ansehen!!! mehr kann man da nicht sagen



Name: Lene
Email: marlen.keller©gmx.ch
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

... unglaublich feinfühlig, wunderschöne Momente, unglaublich toller Film. Mein Lieblingsfilm.



Name: Lene
Email: marlen.keller©gmx.ch
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

... unglaublich feinfühlig, wunderschöne Momente, unglaublich toller Film. Mein Lieblingsfilm.



Name: genji
Email: genji-@hotmail.com
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

...als ich ihn mir angeguckt habe kamen mir mehrmals die tränen...das passiert nicht oft bei filmen...also dafür diese wertung



Name: ally
Email: -
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Sehr feinfühlig und warmherzig! Ein super Film!