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Dick und Jane

Dick und Jane
komödie , usa 2005
original
fun with dick and jane
regie
dean parisot
drehbuch
judd apatow, nicholas stoller
cast
jim carrey,
tea leoni,
alec baldwin,
richard jenkins, u.a.
spielzeit
89 Minuten
kinostart
5. Januar 2006
homepage
bewertung

7 von 10 Augen

Jim Carrey weiß wie der Hase läuft. Schon lange mehr als nur der lustige Grimassenschneider seiner Anfangszeit, interessieren ihn die simplen Schenkelklopferkomödien eigentlich nur noch am Rande. Leider bleibt jedoch die Zielgruppe für seine kleinen und feinen Charakterstücke meist überschaubar. Gut, für die "Truman Show" galt das nicht, aber die Brillanz seines "Man on the Moon" oder des vielleicht besten Films des Jahrgangs 2004 ("Vergiss mein nicht") entdeckten leider nur wenige. Daher wechselt der Mime mittlerweile recht systematisch zwischen den Fronten und lässt einem kleinen ambitionierten Projekt stets wieder etwas massenkompatible leichte Kost folgen, damit die Miete gezahlt und das nächste kleine ambitionierte Projekt gestartet werden kann. In die zotigen Untiefen der "Dumm und Dümmer"-Tage gerät er dabei zum Glück nicht mehr, aber ein bisschen Rumgezappel ist allemal noch drin. So auch in Carreys neuem Film aus der Rubrik "Mainstream", bei dem der englische Originaltitel eigentlich schon ziemlich genau ausdrückt, womit wir es hier zu tun haben. "Fun with Dick and Jane" bietet nämlich genau das: Eine Menge leichtverdaulichen Spaß mit den beiden Hauptfiguren, während ihres unaufhaltsamen sozialen Abstiegs von den Gipfeln der New Economy in die Realität der geplatzten Seifenblasen.

Denn das hätte sich Dick Harper (Jim Carrey) wahrlich nicht träumen lassen. Nach Jahren des harten Buckelns eben noch auf dem Weg in den heiligen 51. Stock seiner Firma "Globodyne" und der damit unweigerlich verbundenen Beförderung, findet sich der ambitionierte Mitarbeiter nur wenig später auf dem Boden der Tatsachen wieder. Und damit auf dem gleichen Grund, auf den auch der Aktienkurs seines Unternehmens aufschlägt, nachdem bekannt wird, dass dessen Präsident Jack McCallister sämtliche Anteile verkauft und sich abgesetzt hat. Während Dick also gleichzeitig seinen neuen wie auch den alten Job verliert, verkündet ihm Ehefrau Jane (Tea Leoni), dass sie ihren auch gerade gekündigt hat - schließlich hatte Dick ihr ja dazu geraten. Einige Zeit lang halten die Harpers ihren Lebensstil und die Fassade der Erfolgsmenschen noch aufrecht (schließlich sollen die Nachbarn nichts merken), aber als nach Inneneinrichtung und Auto schließlich auch noch der neu verlegte Rasen konfisziert wird, ist das Dilemma offensichtlich. Es muss dringend neues Geld her und sei es auf illegale Weise. Mit der neuen Karriere als Dieb und Räuber hat Dick moralisch auch eher wenig Probleme, dafür hapert es aber an der praktischen Umsetzung ganz gewaltig.

Doch schließlich steht ihm mit der patenten Jane eine Gattin zur Seite, die sich als ungleich talentierter für die kriminelle Laufbahn erweist. Dabei gelingt Tea Leoni das Kunststück, mehr als nur das weibliche Anhängsel des Komikerstars Jim Carrey zu sein, und die Beiden agieren hier, dem Titel des Films entsprechend, tatsächlich gleichberechtigt. Nach ihrer starken Rolle an der Seite von Adam Sandler im unterschätzten "Spanglish" vielleicht der endgültige Durchbruch der früheren "Nur-Ehefrau" vom mittlerweile in der Versenkung verschwundenen David Duchovny.
Was aber nicht heißen soll, dass Carrey hier nicht die eine oder andere Slapstickszene ganz für sich allein abgreift. Das ist dann manchmal urkomisch (die "I Believe I can Fly"-Fahrt im Aufzug), meistens zumindest amüsant (die dilettantischen Überfälle) und ab und zu leider auch etwas doof (Dick als ausgewiesener Mexikaner).
Mit dem als Vorlage dienenden Werk von 1977, in dem damals Jane Fonda und George Segal unter dem deutschen Titel "Das Geld liegt auf der Straße" agierten, hat dieses Remake übrigens außer der Grundprämisse wenig gemein. Ihre besondere Note erhält die Neuverfilmung dagegen durch den Versuch, auch eine Parodie auf die moderne Finanzwelt darzustellen. Folgerichtig ist dieser "historische" Film daher auch nicht in der Gegenwart angesiedelt, sondern im Jahre 2000, als auf einmal ein "New Economy"-Unternehmen nach dem anderen langsam den Bach herunter ging. Im Fall von "Globodyne" geht das allerdings bedeutend schneller, und wenn hier während eines TV-Interviews der Aktienkurs praktisch innerhalb weniger Sekunden nahezu "verbrannt" wird, ist das zwar einerseits ein völlig übertriebener Unfug, andererseits aber auch eine der witzigsten Szenen des Films.

So richtig böse wird die ganze Sache natürlich nicht, aber doch hier und da mal recht bissig. Etwas befremdlich ist dann nur das abrupte Ende der gerade erst anlaufenden Verbrecherkarriere von Dick und Jane. Denn plötzlich ergibt sich die Gelegenheit dem Fiesling McCallister alles heimzuzahlen. Damit nimmt der Film dann auch flott Fahrt auf in Richtung Happy End und wenig später ist auch schon alles vorbei. Nun gut, besser ein kurzes und knackiges Kommödchen (mit zudem noch gelungenem Abspann) als ein allzu zähes. Daher zeigt der Daumen schlussendlich auch recht deutlich nach oben für diese Produktion, die eindeutig zu den besseren von Jim Carreys "Brotjobs" zu zählen ist.

Volker Robrahn

6

ich fand den film gut.
zwar hätte ich ihn mir nicht ausgeliehen, aber durch zufall im fernsehen hat er mir richtig gut gefallen. und ich mochte das zusammenspiel der schauspiel von dick und jane. Meiner Meinung nach stimmte da die chemie.

und als belohnung war er gestern auch noch fast werbefrei und dass auf einem deutschen privat sender... sachen gibt es... ;-)

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