Interview mit "Burlesque"-Hauptdarstellerin Christina Aguilera

von Volker Robrahn / 25. September 2011

Filmszene: Christina, sind Diamanten tatsächlich immer noch der beste Freund eines jeden Mädchens, wie im Film besungen?

Christina Aguilera: Nein, nicht in diesem speziellen Fall. Denn da haben sie mir eher ein paar Schmerzen und Prellungen an den Beinen verschafft, als ich mit den Dingern am Körper die Choreographie eingeübt habe. Aber sonst: Na klar! Sonst wären meine Finger nicht auch heute damit bestückt.

Pretty in Pink: Aguilera bei der Premiere von "Burlesque" in Berlin

"Burlesque" ist zwar Dein erster echter Spielfilm, aber in vielen Musikvideos hast Du ja auch schon in gewissem Sinne geschauspielert. Wie groß und vielleicht auch schwierig war dieser Sprung für Dich?

Für mich war das schon etwas komplett Neues. In den Videos lebe und drücke ich ja eher meine eigene Persönlichkeit aus und das meist auch zu Musik die ich selbst geschrieben habe, für die ich also eine natürliche Leidenschaft besitze. In "Burlesque" dagegen ist alles was ich tue immer auf meine Filmfigur Ali zurückzuführen. Das ist dann ein völlig anderer Prozess, war aber eine Herausforderung, der ich mich unbedingt stellen wollte, und auf das Ergebnis bin ich auch durchaus stolz.

Du hast aber vorher immer mal wieder Filmangebote abgelehnt. Was hat Dich diesmal überzeugt?

Na ja, erstmal war ich schon immer ein Fan der "Burlesque"-Tänze, habe Bücher darüber gesammelt und sehe es als eine hervorragende, sehr kraftvolle Ausdrucksmöglichkeit für weibliches Selbstbewusstsein und Sexualität. Und ich bin noch nie so im Tanzen "aufgegangen" wie jetzt dabei. Ich kann jeder Frau also nur empfehlen das doch auch mal auszutesten.

Du hattest privat zuletzt eher schwierige Zeiten und eine Trennung zu verarbeiten. Wie glücklich bist Du im Moment?

Ich befinde mich da sicher noch irgendwie in einer Phase des Übergangs. Ein neuer Lebensabschnitt liegt vor mir, aber ich bin sicher, dass es ein sehr guter werden wird. Ich halte mich ja für ein cleveres Mädchen und bin daher auch überzeugt, dass die Entscheidungen, die ich treffe, die richtigen für mich sind.

Könnten da dann auch weitere Kinofilme mit dazu gehören? Eventuell sogar welche ohne Tanz und Gesang?

Auf jeden Fall! Auch wenn es mir wahrscheinlich keiner glaubt, aber es war überhaupt nicht mein Plan, nun gleich mit einem Musikfilm aufzutauchen. Ich wollte eigentlich viel lieber mit einer kleinen Rolle in einem netten Independent-Film anfangen, nur um so mal die Füße ins Wasser zu halten. Tja, hat wohl nicht geklappt, wie man sieht. Das Projekt "Burlesque" war einfach zu reizvoll und wurde dann auch irgendwie immer größer.

.. und umringt von Kameras auf dem roten Teppich

Wie gefielen Dir denn die etwas intimeren Liebesszenen, die es ja auch gibt?

Die sind doch eher etwas merkwürdig und angespannt, mit der Kamera und zig Leuten, die einen dabei beobachten. Sind jedenfalls nicht die Spur "sexy", falls jemand das glauben sollte. Wobei mein Partner Cam ja eigentlich derjenige ist, der im Film am meisten Haut zeigt. Wir haben jedenfalls das Beste draus gemacht und zwischendurch viel rumgeblödelt.

Was tust Du, um Dich persönlich fit zu halten?

Weil ich ja immerhin auch schon 30 werde, nicht wahr? Na, während der Dreharbeiten war es anstrengend genug und ich musste schon deshalb diszipliniert sein um überhaupt in die engen Kostüme zu passen. Ansonsten hab ich aber ein anderes Rezept, nämlich Boxen. Da kann man so schön die Aggressionen raus lassen. Aber ich freue mich durchaus auf meinen 30. Geburtstag und werde den auch entsprechend groß in meinem Haus in L.A. feiern.

Deine Musikkarriere betrachtend: Verspürst Du da einen starken Druck mit den aktuell angesagten Acts wie z.B. den Black Eyed Peas oder Lady Gaga konkurrieren zu müssen?

Vielleicht hat es damit zu tun, dass ich mittlerweile Mutter bin, aber ich bevorzuge für mich selbst zur Zeit eine etwas beschaulichere, selbstbeobachtende Rolle. Mein letztes Album hab ich ja kurz nach der Geburt meines Sohnes veröffentlicht und der Titel "Bionic" bezieht sich auch auf meine persönliche Entwicklung als Frau in dieser Zeit und das Gefühl, oft wie eine Maschine funktionieren zu müssen. Die nächste Platte wird daher sicher wieder sehr persönlich sein, nicht mehr die große "Pop Explosion" für die ich früher mal stand.

Ist denn Mode für Dich heute noch wichtig?

Nicht mehr so wie das früher mal der Fall war, nein. Da gab es für mich kaum etwas Schöneres als mit Mode und Make-Up kreativ herumzuspielen und alles Mögliche auszuprobieren. An diesem Punkt meines Lebens drücke ich aber lieber auf andere Weise aus, was ich fühle, als durch Äußerlichkeiten. Ich weiß, das sieht man mir nicht wirklich an, ist aber tatsächlich so.


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