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Filmszene-Special: Die "Mamma Mia!" - Stars im Interview

mm int 1Wenn die Präsentation eines großen Kinofilms mal nicht in Berlin sondern in Hamburg stattfindet, dann ist das schon fast etwas Besonderes, ergibt aber im Falle „Mamma Mia!“ durchaus Sinn. Schließlich feierte die Musical-Vorlage zum Film ihre Deutschland-Premiere einst in der Hansestadt und lief dort dann Jahre lang sehr erfolgreich. Wenn man dann noch ein gerade erst frisch an der Alster eröffnetes Hotel für die Veranstaltung auswählt ist das tatsächlich auch für die Hollywood-Stars mal etwas Neues.

mm int 2Was vor allem Amanda Seyfried zu würdigen wusste, die die Fortsetzung „Here we go Again“ gemeinsam mit Neuzugang Lily James sowie dem erneut mitwirkenden Pierce Brosnan und Regisseur Ol Parker im „The Fontenay“ vorstellte. Und zeigte dabei trotz einer leichten Erkältung genau die Lockerheit und Offenheit im Umgang mit der Presse, für die sie sich bereits einen entsprechenden Ruf erarbeitet hat „Ich mag keine falschen, unaufrichtigen Menschen“, erläutert Seyfried, „also kann ich mich ja schlecht selbst so verhalten, selbst wenn das manchmal vielleicht der einfachere und sicherere Weg wäre. Für mich funktioniert es besser mich einfach so zu geben wie ich auch wirklich bin. Das musste ich allerdings auch erst lernen“. Einem zweiten „Mamma Mia!“ -Film stand sie dabei zunächst durchaus skeptisch gegenüber: „Ich hab zuerst gezögert und ernsthaft überlegt, ob das wirklich eine so gute Idee ist. Ich meine, zehn Jahre später, was für eine Geschichte soll das werden? Wovon soll die handeln, ich konnte mir das irgendwie nicht vorstellen. Das war aber gerade zu dem Zeitpunkt als ich mein Baby bekommen hatte, dann habe ich das Drehbuch gelesen und das war so gut und es passte auch hervorragend zu meiner Situation und ich dachte okay, das wird vielleicht doch etwas, was ganz Besonderes sogar“. Genau wie ihre Filmfigur Sophie sind auch für Seyfried einige Jahre seit dem ersten „Mamma Mia!“ -Film vergangen und das spiegelt sich durchaus in der Rolle wieder. „Ich spiele irgendwie dann doch wieder mich selbst, so wie ich es auch damals mit einundzwanzig getan habe. Der Unterschied ist, dass sich im realen Leben die Probleme leider nicht in einem Song auflösen. Ich meine, wäre das nicht großartig, wenn man bei einem heftigen Streit einfach irgendwann anfangen würde zu singen – dann wäre doch die ganze schlechte Energie auf einem Schlag weg. Es sollte auch wieder mehr Flashmobs geben, finde ich. Denn Musik macht glücklich.

mm int 3Für Lily James, zuletzt mit der Realverfilmung von „Cinderella“ und an der Seite des „Baby Driver“ im Kino erfolgreich war die Musical-Familie dagegen eine neue Erfahrung. „Mit Abba-Songs bin ich im Haus meiner Eltern aufgewachsen, die waren auf einer Menge Compilations vertreten, die mein Vater zusammengestellt hat, aber in diese „Mamma Mia!“-Familie zu kommen das war schon fast surreal für mich. Allein die Vorstellung in die Schuhe einer Meryl Streep zu schlüpfen nötigt einem natürlich jede Menge Respekt ab. Sie hat dieser Figur eine unheimliche Tiefe verliehen“. Ob die Rolle der jungen Donna, die innerhalb kürzester Zeit mit drei Männern zusammenkommt ein Symbol für aktuell starke Frauenfiguren sei bezweifelt James aber: „Sie ist ein echter Freigeist, eine Frau, die ihr Leben selbst in die Hand nimmt und völlig auf den Kopf stellt. Wobei wir den Fakt, dass Sie mit mehreren Männern schläft nie zelebrieren oder als erstrebenswert hinstellen, aber das gehört nun mal zur Essenz der Story und jede einzelne Affäre ist für sich auch völlig nachziehbar, denke ich. Es war bisher tatsächlich so, dass ich oft starke Frauen spielen durfte, selbst wenn ich in „Stolz und Vorurteil“ gegen Zombies gekämpft habe. Das ist zwar immer sehr inspirierend, aber es steckt sicher kein Plan dahinter.“ So etwas wie die wilde Performance von „When I kissed the Teacher“ ist aber genau das, was sie sich immer gewünscht hat mal ausleben zu können. „Das ist ja die Eröffnungsnummer und dabei war es vor allem toll, dass auch die Anderen mit am Set waren und uns angefeuert und unterstützt haben, das hat sehr geholfen“.

mm int 4Für seine „Gesangsleitungen“ im ersten Film musste sich Pierce Brosnan dagegen einst auch ein wenig Spott gefallen lassen. Daher war er nun nicht allzu traurig, dass seine Anteile in diesem Bereich diesmal reduziert wurden. Was sogar zu sehr schönen, berührenden Momenten führt wenn er als Sam beispielsweise den Abba-Klassiker S.O.S. anstimmt. „Mir hat das ja damals viel Spaß gemacht, aber ich war trotzdem ganz froh, als man mir mitteilte, dass ich diesmal keine kompletten Songs zu singen habe – ich denke der Gag ist dann auch durch,niemand engagiert mich schließlich wegen meiner Gesangskünste. Bei „S.O.S.“ ging ich ins Studio um diese Version gemeinsam mit Benny von ABBA aufzunehmen und er kam dann auf die Idee doch einfach nur die Zeilen zu singen und den Refrain wegzulassen – ein genialer, brillanter Einfall, es funktioniert so viel besser.“ Ansonsten freut sich Brosnan mal wieder in Hamburg zu sein, wo er vor genau zwanzig Jahren den James Bond-Film „Der Morgen stirbt nie“ gedreht hat. „Ich habe sehr schöne Erinnerungen an Hamburg,die Stadt ist tief in meinem Herz verankert“ erzählt er. „Damals waren meine Frau und mein Sohn mit dabei, der erst ein Jahr alt war. Jetzt ist er einundzwanzig und ich kann kaum glauben, wie schnell die Zeit vergangen ist.“ Die Schauspielerei bereitet ihm weiter große Freude, aber der 65jährige nimmt sich auch viel Zeit für andere Dinge. malt er seit einiger Zeit und sein Portrait von Bob Dylan, dass er für wohltätige Zwecke versteigern ließ, brachte sogar einen unerwartet hohen Preis ein. „Ich habe eine dazu ein kleine Rede gehalten, über schwere Schicksale berichtet und an die Menschlichkeit appelliert. Dann begann das Bieten und der Hammer fiel schließlich bei 1,4 Millionen Dollar , das war natürlich der absolute Wahnsinn. Aber fast noch mehr hat es mich gefreut, dass meine Söhne ganz von allein einige meiner Bilder in ihrem Zimmer aufgehängt haben – das war dann auch so eine Art persönlicher Oscar für mich“. Seine Heimat sind mittlerweile die USA und über deren aktuellen Präsidenten ist auch er nicht glücklich, möchte dem aber auch nicht allzu viel Redezeit widmen. „Ich werde natürlich immer Ire bleiben, aber ich liebe auch Amerika, ich liebe die Menschen dort, das ist mittlerweile meine Heimat und die gerät so sehr in Verruf aufgrund dieses Mannes aus dem Reality-TV.“ Mittlerweile hat er auch begonnen seine Memoiren zu schreiben. „Mein Freund, der Schriftsteller Mark Bailey schreibt die Gedanken und Geschichten auf, die ich ihm erzähle. Dabei ergeben sich viele melancholische Momente und Ich liebe Melancholie. Ich bin sehr gespannt was dabei herauskommt - aber es wird schon noch ein wenig Zeit brauchen bis wir fertig sind.“

mm int 5Dem für die Fortsetzung verpflichteten Autor & Regisseur Ol Parker stellte sich dagegen die Herausforderung zehn Jahre nach dem ersten Teil eine brauchbare Fortschreibung der Geschichte zu entwerfen, mit der auch bei den beiden ABBA-Komponisten Benny & Björn punkten konnte. „Allein die Tatsache, dass die Rolle von Meryl Streep diesmal völlig anders ist zeigt ja, dass wir auf so etwas keine Rücksicht genommen sondern das Drehbuch hundertprozentig der Geschichte angepasst haben die wir erzählen wollten – und sie war da auch völlig bei uns. Und auch Benny & Björn haben sowohl die Freiheit als auch genug Geld um einfach „nein“ zu sagen, wenn es ihnen nicht gefällt und sie die Befürchtung hätten der neue Film könnte irgendwie dem Ruf des Ersten schaden. Aber sie haben „ja“ gesagt und das hat mich natürlich sehr gefreut“. Dass man diesmal auch auf unbekanntere Titel aus dem ABBA -Katalog zurückgreift sieht er dabei nicht als Nachteil oder Risiko. „Wir suchen die Lieder nicht nach ihrer Bekanntheit aus sondern einzig danach wie gut sie vom Arrangement und Text her zu unserer Geschichte passen, wobei Benny an der einen oder anderen Stelle dann auch mal ein paar Textzeilen abgeändert hat, damit es runder wird. Und auch in einem „normalen“ Musical kennt das Publikum ja nicht von vornherein schon alle Songs, die müssen dann eben während der Vorführung überzeugen“. Und bei einer Sache ist sich Parker ohnehin ziemlich sicher und mit seinen drei Hauptdarstellern einig: „Mit diesem phantastischen Cast wird das Publikum auch den neuen „Mamma Mia“-Film einfach lieben.“

Volker Robrahn

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