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Windtalkers

Windtalkers
kriegs-action , usa 2001
original
windtalkers
regie
john woo
drehbuch
john rice, joe batteer
cast
nicolas cage,
mark ruffalo,
adam beach,
christian slater,
roger willie, u.a.
spielzeit
134 Minuten
kinostart
1. August 2002
homepage
bewertung

4 von 10 Augen
 

Zweiter Weltkrieg, Schauplatz Pazifik. Um zu verhindern, daß ihre Geheimcodes weiterhin ständig von den japanischen Feinden entschlüsselt werden, setzt die US-Armee Navajo-Indianer als sogenannte "Codesprecher" ein. Diese beherrschen als Einzige einen speziell entwickelten Code, der auf ihrer Muttersprache basiert. Aufgrund ihrer besonderen Bedeutung werden den Navajos eigene "Beschützer" zur Seite gestellt, deren primäre Aufgabe jedoch lautet, den Code zu schützen - "um jeden Preis". Dies beinhaltet den unausgesprochenen Befehl, im Falle einer eventuellen Gefangenschaft die Codesprecher zu töten. Nur absolut befehlstreue Marines werden für diese Mission rekrutiert, und einer von Ihnen ist Joe Enders (Nicolas Cage). Der hat gerade seine komplette Einheit sterben sehen, gerade weil er sich immer blind an die Befehle gehalten hat. Doch als die Soldaten während der Schlacht um die Insel Saipan immer enger zu einem verschworenen Haufen zusammenwachsen, kommen selbst in Joe Enders erste Zweifel auf. Würde er tatsächlich so weit gehen, seine Freunde auf Befehl zu töten?

Wird er wohl letztendlich nicht, im neuen Drama von Regisseur John Woo über Freundschaft und Loyalität. Der widmet sich hier nämlich wieder einem seiner Lieblingsthemen aus alten Hongkong-Kinotagen. Doch während Woo in seinen früheren Werken - trotz all der vordergründigen Gewalt - meist starke und überzeugende männliche Charakterstudien ablieferte, bietet "Windtalkers" nur eine Aneinanderreihung von schon dutzendfach gesehenen Hollywoodklischees. Das fängt bei Nicolas Cages "Harte Schale, weicher Kern"-Figur an, geht über das naive Greenhorn, das natürlich schnell lernt, über sich hinauszuwachsen, und hört beim unbedingt notwendigen Rassisten der Einheit noch lang nicht auf. Dieser Redneck erlaubt sich selbst während eines Gefechts diverse Beschimpfungen und Bedrohungen seiner Navajo-Kameraden und läßt sich dann natürlich dreißig Filmminuten später von eben denen das Leben retten - was auch zu seiner sofortigen Läuterung führt. Den größten Raum nimmt allerdings der Charakter von Joe Enders ein, was aus zwei Gründen sehr ärgerlich ist: Denn erstens präsentiert uns Nicolas Cage hier (das aber zumindest überzeugend) einen Unsympathen erster Kajüte, um dessen Schicksal und Gewissensnöte man sich nicht wirklich scheren mag. Und zweitens läßt dessen Omnipräsenz auch kaum noch Platz für das eigentlich interessante Thema des Films, nämlich die titelgebenden "Windtalkers". Der Einsatz dieser Navajo-Indianer und ihre Aufgabe sind nämlich ein an sich sehr spannendes und bisher kaum bekanntes Thema des Zweiten Weltkriegs. Nur erfährt der Zuschauer darüber leider so gut wie gar nichts und muss statt dessen die üblichen "Wie behauptet sich die Minderheit"-Spielchen über sich ergehen lassen. Hätte man hier die Navajos einfach durch Schwarze ersetzt, es wäre der gleiche Film dabei herausgekommen.

So dienen diese schablonenhaften Charaktere also lediglich als Staffage für ein Action- und Schlachtengewitter, wie man es von John Woo erwarten durfte - und auch bekommt. Dieses ist dann zwar auch gewohnt dynamisch und beeindruckend inszeniert, doch auch dabei verzettelt der Meister sich in zahlreichen endlosen Gefechtsszenen, so dass man zu der Überzeugung kommt, der Film hätte eigentlich "Die Schlacht um Saipan" heißen müssen - dann wüßte man wenigstens, was einen erwartet. Und was bei stilisierten Cop-Filmen sehr gut funktionieren mag, nämlich die effekthaschende, völlig übertriebene und dadurch verfremdende Darstellung von Gewalt, wirkt bei einem Realismus und historische Genauigkeit für sich in Anspruch nehmenden Werk einfach deplaziert. Wenn auch in "Windtalkers" keine beidhändig schießenden Helden durchs Bild laufen, ist doch ansonsten so ziemlich jeder Unsinn an haarsträubenden Aktionen erlaubt.

Ermüdend und auch eher ärgerlich das Ganze. Denn die Erkenntnis, daß wir hier nach "MI-2" erneut einen glatt gebügelten und uninspirierten John Woo zu sehen bekommen, betrübt. Zumal Woos vorherige Zusammenarbeit mit Nicolas Cage bei "Im Körper des Feindes" doch zu seinem besten (oder sogar seinem einzigen wirklich gelungenen?) Hollywoodfilm führte. Da durfte man eigentlich mehr erwarten. Doch anscheinend hat die ehemalige Ikone des Hongkong-Films auch längst ganz andere Vorstellungen davon, was wir denn noch von ihm erwarten sollten. Im Interview spricht er nämlich von geplanten "Musicals" und "Westernkomödien". Ob das jemand sehen will, bleibe mal genauso dahingestellt wie die Frage, ob der alte Schelm das wirklich ernst meint. Aber auch wenn nicht, muss jedem Fan spätestens nach dem enttäuschenden "Windtalkers" ohnehin klar werden: John Woos Tauben fliegen nicht mehr.

 

 

 

Volker Robrahn

1

Bullshit! Ich halte meinen Kommentar bewusst kurz, denn mehr Gedanken über diesen Blödsinn hat das debile Machwerk nicht verdient!

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