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Shaolin Kickers

Shaolin Kickers
sport-komödie , hongkong 2002
original
siu lam juk kau
regie
stephen chow
drehbuch
stephen chow, kan-cheung tsang
cast
stephen chow,
vicki zhao,
man tat ng,
yin tse, u.a.
spielzeit
88 Minuten
kinostart
11. März 2004
homepage
bewertung

6 von 10 Augen

 

"Golden Leg" Fung (Man Tat Ng) war einmal der gefeiertste Fußballstar des Landes. Aber ein absichtlich verschossener Elfmeter nach Bestechung durch den zwielichtigen Hung (Yin Tse) und die nachfolgenden wütenden Proteste der Zuschauer, bei denen ihm das Knie zertrümmert wurde, haben seiner Karriere ein so frühes wie unschönes Ende bereitet. Nun, viele Jahre später, ist Hung zum mächtigen Funktionär herangewachsen - und Fung verdient bei ihm sein Gnadenbrot, Beleidigungen und Demütigungen inklusive. Als er dem jungen Shaolin-Mönch Sing (Stephen Chow) begegnet, dessen Maxime "Mit Kung Fu geht alles besser" ist, ist für Fung die Chance zur Revanche gekommen. Nach anfänglich gefragtem Überzeugungsvermögen Sings macht dieser ihm seine Erfindung schmackhaft - Shaolin-Fußball! Und so sammelt sich um Trainer Fung und Kung Fu-Ass Sing ein Team von Außenseitern, um sich dem gefürchteten "Team Evil" von Hung im Pokalturnier zu stellen.

Genie und Wahnsinn liegen ja bekanntlich dicht beieinander. Im Falle von "Shaolin Kickers" quasi aufeinander. Denn hier wechseln sich wirklich einfallsreiche und komische Momente mit Klamauk der schlimmsten Art und vielleicht nur im asiatischen Raum verständlichen Szenen ab. "Shaolin Kickers" ist teilweise glorios, teilweise schlicht dämlich. Und dabei immer, wie in asiatischen Komödien durchaus üblich, komplett abgedreht. Und so lässt dieser absurde Genremix eigentlich nur ein klares Ja oder Nein als Urteil zu, denn trotz fast ausgewogenem Verhältnis zwischen Gelungenem und Abstrusem muss man sich entscheiden, ob man das Gezeigte nun albern und doof oder amüsant und toll findet.

Erfinder dieser asiatischen Wundertüte:
Stephen Chow, mittlerweile beliebtester Star der ehemaligen Kronkolonie und inoffizieller Nachfolger vom in Hollywood (nicht immer glücklich) untergekommenen Jackie Chan. Als Regisseur, Drehbuchautor und Star in Personalunion ist er nahezu alleinverantwortlich - im guten wie im schlechten Sinne.

Es gibt im Film:
Die Guten (Fungs Team von Außenseitern mit ihrem Star Sing), die Bösen ("Team Evil", unter der Leitung des hassenswerten Hung) und die Hässliche (Bäckerin Mui, Sings love interest, die eigentlich nicht mitspielen darf, und am Ende den Tag rettet).

Und auch für den Film selbst gibt es:
Das Gute (die Mischung aus "Tiger and Dragon" bzw."Matrix"-artiger wirework und überzogenen, aber gelungenen CGI-Effekten während der Fußballspiele, den eindeutigen Highlights des Films), das Hässliche (ein Großteil der umgebenden Story mit unlustigen, schwachsinnigen Szenen, wie dem Fettwanst und seiner manischen Liebe für rohe Eier oder dem Über-den-Kopf-Stülpen getragener Unterwäsche) und das Schlechte (Eine vom US-Verleih Miramax für den internationalen Verleih deutlich gekürzte Version des Films, von der Kenner der Originalfassung behaupten, sie wäre im Vergleich wesentlich minderwertiger).

Sonst noch erwähnenswert?
Auf welche Weise sattsam bekannte US-Klischees aufs Korn genommen werden. Als Beispiel sei da nur das Märchen vom hässlichen Entlein genannt. In Hollywood sieht das so aus: Ein offenkundig hübsches Mädchen wird mit Hornbrille, unmodischer Frisur und Hippie-Sack-Klamotten ausstaffiert, so dass sie dann nach der dem verlogenen "Ich akzeptiere dich wie Du bist"-Credo dieser Filme immer konträr gegenüberstehenden "Überarbeitung" (neue Kleider und Frisur plus Kontaktlinsen) blitzartig hübsch und natürlich auch gesellschaftlich akzeptiert ist. In "Shaolin Kickers" ist das Mädchen am Anfang tatsächlich hässlich - und zwar richtig hässlich. Wir reden hier von Pusteln und Warzen und sie umkreisenden Fliegenschwärmen. Und wenn sie sich dann später ganz wundersam als hübsch entpuppt - trägt sie eine Glatze!

Was bleibt:
Eine bizarre, comicartig überzeichnete, zwischen alle Kategorien fallende Action-Sport-Komödie Marke Hongkong, for aquired (asian-flavored) tastes only.

Und?
Erwähnte ich vorhin, dass "Shaolin Kickers" nur ein klares Ja oder Nein zulässt? Deswegen nehmen wir also unseren ganzen Mut zusammen, entscheiden uns für ein glasklares Jein und geben dem Film 6 Augen (als Durchschnitt der 1000000 bzw. 0, zwischen denen der Film sich bewegt), ziehen die alten Botten an und gehen raus auf den Bolzplatz, um auch ein paar der coolen "Über den Köpfen der Leute mit dem Ball jonglieren"-Tricks zu probieren. Mögen die Verletzungen nicht zu gravierend sein.

Simon Staake

10

des film ist so was von geil des ist das beste film für mich

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