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Ein Film mit dem Titel
„Shaft“ trägt nicht nur einen großen Namen, sondern auch
eine gehörige Portion Filmgeschichte und soziale Bedeutung auf
seinen Schultern. Der Original-„Shaft“ von 1971 war der erste große
Polizeifilm mit einem charismatischen, farbigen Hauptcharakter und
einem beinahe ausschließlich schwarzen Ensemble. Als DER Film,
auf den die schwarze amerikanische Minderheit nur gewartet zu haben
schien, begründete „Shaft“ das sogenannte „Blaxploitation“-Genre,
welches eine Reihe von ähnlich gelagerten, auf eine schwarze
Zielgruppe zugeschnittenen Actionfilmen sowie zwei Fortsetzungen des
Originals ( „Shaft’s Big
Score“, „Shaft in Africa“) nach sich zog. Richard Roundtree wurde
in der Rolle des John Shaft zu einer Ikone der schwarzen Bevölkerung,
verlieh dieser neues Selbstbewußtsein und machte sie endgültig
zu einem ernstzunehmenden Faktor für Hollywood. Die daraus resultierenden
großen Erwartungen kann John Singletons Neuverfilmung leider
nicht erfüllen. Es gibt vor allem zwei Gründe, sich diesen Film anzusehen: Erstens das damals Oscar-gekrönte und auch nach knapp 30 Jahren immer noch unglaublich geniale und coole „Shaft“-Titelthema von Isaac Hayes, welches sich durch den gesamten Film zieht. Allein die Opening Credits sind wie ein Musikvideoclip inszeniert und rücken Shaft mit Lederjacke und Sonnenbrille gekonnt in Szene. Und zweitens natürlich Samuel L. Jackson als eben dieser John Shaft, der von Beginn an klar macht, daß niemand anderes diese Rolle hätte spielen können. Genau wie damals Richard Roundtree ist auch Samuel L. Jackson ganz klar die Idealbesetzung für den coolen Frauenhelden mit den markigen Sprüchen. Niemand stiehlt ihm hier die Show, und wenn er sein breites Grinsen aufsetzt, kann dem Cop, der sich so ungern an Regeln hält, keiner mehr wirklich böse sein. Der
Fall, in den Detective Shaft gleich zu Beginn des Filmes verwickelt
wird, entwickelt sich eher unspektakulär. Vor einer Bar wird
ein junger, farbiger Mann schwerverletzt aufgefunden, der kurz darauf
stirbt. Der mutmaßliche Täter ist schnell gefunden: Walter
Wade (Christian Bale) befindet sich noch in der Bar und stellt sich
nicht nur als Sohn eines schwerreichen weißen Geschäftsmannes
heraus, sondern auch als menschenverachtender, gewalttätiger
Rassist. Die einzige Augenzeugin jedoch verschwindet, Wade kommt gegen Kaution frei und setzt sich erst einmal in die Schweiz ab. Erst zwei Jahre später kehrt er plötzlich zurück und wird sofort von John Shaft in Empfang genommen, der diesen Fall unbedingt abschließen möchte. Als Wade jedoch erneut gegen Kaution freikommt, quittiert Shaft seinen Polizeidienst und ermittelt auf seine Weise... Im
Laufe der Handlung vermischen sich zwei eigentlich unabhängige
Fälle, als Wade den ebenfalls von Shaft kurzzeitig festgesetzten
Drogendealer Peoples Hernandez und dessen Gang für seine Zwecke
einspannt. Danach nimmt die Geschichte allerdings einen ziemlich vorhersehbaren
Verlauf und kann nicht weiter überraschen. Nun sollte man erwarten, daß „Shaft“ von vornherein nicht auf eine originelle Handlung setzt, sondern eher versucht, Atmosphäre und das besondere Feeling des Originals einzufangen oder zeitgemäß zu interpretieren. Davon ist jedoch wenig zu spüren. Während der Original-„Shaft“ ganz konkret gegen schwarze Nationalisten, weiße Mafiosi und organisierte Korruption antrat, fehlen der Neuverfilmung solche Grundsatzthemen. Es gibt zwar korrupte „kleine Fische“ und der Bösewicht ist ein rassistischer Weißer, aber dieses wird eigentlich nie herausgestellt und zum Thema gemacht. Die Probleme eines farbigen Polizisten in seinem Viertel („Too black for the uniform, too blue for the brothers“) werden nur kurz angerissen. Und obwohl Shaft natürlich immer cool und locker drauf ist, darf er nicht mal seine Rolle als „Ladies Man“ und „Bad Ass“ richtig ausleben. Ein oder zwei nette Sprüche und das wars. Die Bräute schleppt anscheinend immer noch John Shaft senior ab (Richard Roundtree in einer netten Gastrolle als „Onkel“). Deutlich übertreffen kann der Film seine Vorgänger allerdings im Punkt Gewalttätigkeit: Im letzten Drittel wird geballert und getötet, daß es eine Freude (oder auch nicht) ist. Und einige schöne Action-Stunts erfreuen das Auge. Ob man damit aber fehlende Charaktertiefe ausgleichen kann, ist zu bezweifeln. Neben
dem überragenden Samuel L. Jackson verblassen natürlich
die weiteren Darsteller: Christian Bale spielt überzeugend
einen kaltherzigen, weißen Psychopathen, was allerdings stark
als Trainingsrunde für seine Rolle in „American
Psycho“ anmaßt. Jeffrey Wright gibt einen überzeugenden,
aber arg klischeehaften Hispano-Drogendealer. Toni Colette, als gesuchte
Augenzeugin der eigentliche Handlungsaufhänger, darf nur eingeschüchtert
und verschreckt rumstehen und bleibt damit ähnlich blaß
wie schon in „The Sixth Sense“, was ihr aber
immerhin eine unverständliche Oscar-Nominierung einbrachte. Die
Gaststars aus der Musikbranche – Vanessa Williams und Busta Rhymes
– sind als Shafts Assistenten auch nicht viel mehr als Stichwortgeber.
Insbesondere bei der Besetzung von Busta Rhymes, der ja in seinen
Musikvideos sehr vielseitig auftritt, hätte man mehr erwarten
können.„Shaft“ ist daher nur ein durchschnittlich guter Actionfilm, der eigentlich auch irgend einen anderen Titel tragen könnte, da er den speziellen Qualitäten und Besonderheiten seines Vorbildes und Namensvetters kaum gerecht wird. Aber die Musik ist geil! |
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Bilder: Copyright Paramount Pictures

Big
Score“, „Shaft in Africa“) nach sich zog. Richard Roundtree wurde
in der Rolle des John Shaft zu einer Ikone der schwarzen Bevölkerung,
verlieh dieser neues Selbstbewußtsein und machte sie endgültig
zu einem ernstzunehmenden Faktor für Hollywood. Die daraus resultierenden
großen Erwartungen kann John Singletons Neuverfilmung leider
nicht erfüllen.
Der
Fall, in den Detective Shaft gleich zu Beginn des Filmes verwickelt
wird, entwickelt sich eher unspektakulär. Vor einer Bar wird
ein junger, farbiger Mann schwerverletzt aufgefunden, der kurz darauf
stirbt. Der mutmaßliche Täter ist schnell gefunden: Walter
Wade (Christian Bale) befindet sich noch in der Bar und stellt sich
nicht nur als Sohn eines schwerreichen weißen Geschäftsmannes
heraus, sondern auch als menschenverachtender, gewalttätiger
Rassist.
Im
Laufe der Handlung vermischen sich zwei eigentlich unabhängige
Fälle, als Wade den ebenfalls von Shaft kurzzeitig festgesetzten
Drogendealer Peoples Hernandez und dessen Gang für seine Zwecke
einspannt. Danach nimmt die Geschichte allerdings einen ziemlich vorhersehbaren
Verlauf und kann nicht weiter überraschen.
Neben
dem überragenden Samuel L. Jackson verblassen natürlich
die weiteren Darsteller: Christian Bale spielt überzeugend
einen kaltherzigen, weißen Psychopathen, was allerdings stark
als Trainingsrunde für seine Rolle in „
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