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Rollerball

Rollerball
action , usa 2002
original
rollerball
regie
john mctiernan
drehbuch
larry ferguson, john pogue
cast
jean reno,
chris klein,
ll cool j,
rebecca romijn-stamos, u.a.
spielzeit
91 Minuten
kinostart
28. März 2002
homepage
http://www.rollerball.com
bewertung

1 von 10 Augen

 

"Rollerball" ist ein filmisches Erlebnis von Seltenheitswert. Denn wie oft bekommt man schon eine teure, High-Profile Studioproduktion zu sehen, mit berühmten Darstellern und einem im fraglichen Genre bewanderten Regisseur, die sich ausnimmt, als wäre ein Haufen blutiger Amateure am Werk gewesen, die vom nötigen Handwerk ungefähr so viel verstehen wie Verona Feldbusch vom Kochen. "Rollerball" mit den ersten Gehversuchen eines Filmstudenten zu vergleichen ist eine Beleidigung für jede Filmschule, denn alles, was dieser Streifen falsch macht, wird einem an derlei Institutionen eigentlich schon im ersten Semester ausgetrieben. Das Wort "stümperhaft" muss neu definiert werden.

Schon die Handlung lässt in ihrer Nicht-Existenz jeden "American Pie"-Ableger wie ein Shakespearesches Drama erscheinen: Ein paar Jahre in der Zukunft lässt sich der Beinahe-Eishockey-Profi Jonathan Cross (Chris Klein) von seinem besten Kumpel Marcus (LL Cool J) dazu überreden, seine Mannschaft im neuen Trendsport Rollerball zu verstärken. Diese vollkommen als Medienereignis hochgezogene Show findet in der Einöde Zentralasiens statt (Uzbekistan, so die Ecke). Wieso ist absolut nicht ersichtlich, aber immerhin ist diese Lokalität eine willkommene Ausrede für eine höchstpeinliche Volksaufstand-Parabel gegen Ende (die einzige Gelegenheit, bei der sich dieses Remake dem sozialkritischen Kontext des Originals von 1975 nähert). Dass dieses aus Motorradfahrern und Rollschuhläufern auf einem acht-förmigen Spielfeld bestehende Spektakel rational betrachtet nur in Amerika entstehen könnte wird vom Drehbuch geflissentlich ignoriert. Und so kann eines der Hauptanliegen des skrupellosen Liga-Bosses Alexi (Jean Reno) auch der Abschluss eines Vertrags mit dem amerikanischen Kabelfernsehen sein - auch wenn genau diese Sendeanstalten eine Nummer wie Rollerball selber erfinden würden. Alexi ist jedenfalls jedes Mittel Recht, um seine Einschaltquote nach oben zu treiben, auch die Inszenierung einiger "Unfälle". Um deren Effekt für den Filmzuschauer zu verdeutlichen, prangt immer mal wieder eine formschöne Digitalanzeige auf der Leinwand, welche die momentanen globalen Einschaltquoten wiedergibt. Kaum spritzt auf dem Spielfeld ein bisschen Blut, schon schnellt die Anzeige nach oben - als hätten die Fernsehzuschauer das instinktive Gefühl, dass beim Rollerball gerade was passiert ist, und sie daher umschalten müssen. Herr, lass Hirn von Himmel regnen.
Zwischen den ohne jeden Esprit inszenierten Spielszenen geht es dann darum, den üblen Machenschaften Alexis ein Ende zu setzen, wozu natürlich nur unser amerikanischer Held im Stande ist. Ohne jegliche Motivierung wird dann auch noch eine Möchtegern-Love Story zwischen Jonathan und seiner holländischen Teamkollegin Aurora (Supermodel Rebecca Romijn-Stamos) eingeworfen, die dem Zuschauer genauso als vollendete Tatsache vorgesetzt wird wie alles andere in diesem Film. Erläuterung, Erklärung, Hintergründe? Keine Spur. Was passiert, passiert, manchmal weiß man noch nicht mal wieso, weil die Überleitung fehlt, ist aber auch egal, es gibt schließlich noch viel mehr, dass hier Grund zur Aufregung bietet.
Die Figuren - speziell die Rollen von Jean Reno und LL Cool J - sind so hemmungslos überzeichnete Karikaturen gängiger Klischees, dass man sich gleich jegliche Charakterformung gespart hat. So kann dann auch keiner behaupten, hier wäre was nicht stimmig. Chris Klein ist schlichtweg fehlbesetzt: Mit seiner paradoxen Mischung aus Kantenkörper und Knuddelbär-Visage war er perfekt für seine Rollen in "American Pie" und "Election", hier wirkt er hingegen nur noch lächerlich, wenn er sein bemüht-aggressives "Jetzt gibt's Saueres"-Gesicht aufsetzt. Der beste Witz ist indes Aurora, eine Figur, die sich laut Drehbuch aufgrund einer wenige Zentimeter langen Narbe unterm linken Auge ihres Aussehens schämt - diese dann mit einem Bilderbuch-Body wie Rebecca Romijn-Stamos zu besetzen zeugt von gar außergewöhnlichem Geschick.

Kann man für die erbärmliche Handlungsführung noch die Autoren und für die konzeptlos zusammengeschnipselten Actionszenen den Cutter verantwortlich machen, blamiert sich John McTiernan - immerhin Schöpfer des Genre-Meilensteins "Stirb langsam" - bis auf die Knochen mit einer nächtlichen Verfolgungsjagd, für die er der Kamera ohne jeglichen Grund einen dicken Grünfilter übergestülpt hat. Das Endergebnis wirkt wie durch ein Nachtsicht-Gerät betrachtet, entzieht der Sequenz die Bildschärfe, sorgt für verwirrende Lichtblendungen, und tötet so jeglichen Ansatz von Dynamik oder Action. Man sucht im Mainstream-Kino lange nach solch enormen Regiefehlern, dass sie ausgerechnet einem Veteranen wie McTiernan unterlaufen ist ein deutliches Omen für die Gesamtqualität dieses Machwerks.
Wer übrigens wissen will, was es mit dem Spiel Rollerball eigentlich auf sich hat: Es hat irgendwas mit durch die Gegend rollen und einen Metallball gegen eine Scheibe schmeißen zu tun, ist aber letztendlich auch egal, weil man als Zuschauer ohnehin völlig im Dunkeln darüber bleibt, was im Spiel genau vorgeht, geschweige denn, wann es zu Ende ist und wieso. Von Bedeutung ist lediglich das extrem rüde Spielverhalten aller Beteiligten, und wenn Alexi fürs letzte Spiel im Film alle Regeln außer Kraft setzt, fragt man sich höchstens "Welche Regeln?". Die heftigen körperlichen Attacken bleiben in ihrer Darstellung übrigens zumeist genauso blutlos wie die entscheidenden Körperteile der weiblichen Spieler in den gemeinsamen Umkleidekabinen verdeckt bleiben. Sonst wäre ja die Altersfreigabe ab zwölf gefährdet.

Eine Liste der Fehlleistungen und des handwerklichen Versagens bei der Produktion von "Rollerball" ließe sich lange, lange weiterführen. In der Tat muss man sehr angestrengt suchen, wenn man unter den Hollywood-Produktionen der letzten Monate (wenn nicht Jahre) etwas finden will, dass so dermaßen versaubeutelt wurde. Wo Komödien wie "Tomcats" oder "Der verrückte Professor 2" cineastischen Bodensatz bilden, weil sie ganz bewusst in die Kanalisation des guten Geschmacks hinabsteigen in dem Irrglauben, das wäre komisch, ist "Rollerball" in allen Belangen einfach nur Filmemachen allerunterster Kajüte. Ein vollständig misslungenes, chaotisches Durcheinander.

Frank-Michael Helmke

1

Handlung?
Welche Handlung?
Ernsthaft:
aus der Idee hätte man etwas machen können und die Schauspieler sind ja auch nicht so schlecht gewählt.
Vermutlich wurde aus dem Film so viel heraus geschnitten, dass selbst die Actionscenen ohne besonderen Zusammenhang erscheinen.
Anders kann ich mir dieses Chaos nicht erklären.
Eine explizite "Message" kann man nur erahnen.

An das Original von 1975 reicht dieser Mist in keinem Fall.
Dort ist die Handlung zwar etwas zäh und die Geschichte ebenfalls dürftig, aber: man versteht, um was es gehen soll und die Actionscenen sind in der ungeschnitteten Version sehr gut gemacht und ergreifend.

1

Der Film ist der Oberlutscher.

Habe den gestern Nacht in der Wiederholung gesehen und nur gedacht "Was für eine Technik, sieht aus wie vor 30 jahren gedreht". Die "Actionszenen" waren so derbe langweilig und verwirrend, dass man sich fragt, wer ist für diesen Schrott Film"geschichte" (der grottigsten Filme überhaupt) nur verantwortlich? Die Handlung hat keinen roten Faden, sondern aneinandergereihte konfuse Bilder, die man nicht versteht. Slipknot wirken total deplatziert und lächerlich. Die Schauspieler gehen (Warum spielt Reno hier mit? Er hat weitaus mehr Potential).
Es scheint mir fast so, als ob alle kleinen Kiddies, die keine Ahnung von guten Filmen haben, diesen hier als toll ansehen. Aber selbst Film-Klassiker wie Indiana Jones, etc. hatten tausendmal bessere Action und Special Effects zu bieten (einer meiner All-time Favoriten) als diese relativ neue Gurke.

Einfach nur schwach.
Btw: Slipknot ist kein Heavy oder Death Metal sondern New Metal. Deine Bezeichnung , dass Slipknot Death Metal sei "Schakal" ist ein Schlag ins Gesicht für alle Death Metaller , die Ahnung haben.

-10 Augen für diesen Schrott

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