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Nach 7 Tagen - Ausgeflittert

Nach 7 Tagen - Ausgeflittert
komödie , usa 2007
original
the heartbreak kid
regie
peter farelly, bobby farelly
drehbuch
scot armstrong, leslie dixon, kevin barnett
cast
ben stiller,
malin akerman,
michelle monaghan,
jerry stiller,
rob corrdry, u.a.
spielzeit
116 Minuten
kinostart
1. November 2007
homepage
bewertung

7 von 10 Augen

 

Es existieren viele Arten der Demütigung. Zur Hochzeits-Feier der Ex eingeladen und von deren Vater verbal vernichtet zu werden, und dann auch noch am Single-Tisch, umgeben von kleinen Knirpsen, Platz nehmen zu müssen, ist sicher nicht das schönste Erlebnis, das man sich vorstellen kann. Eddie Cantrow (Ben Stiller), Eigentümer eines Sport-Geschäfts, gerade 40 Jahre alt geworden, unternimmt nach Meinung seines Vaters Doc (Familientreffen: Jerry Stiller) und besten Freundes Mace (Rob Corrdry) aber auch nichts, um Demütigungen wie dieser aus dem Weg zu gehen. Die Haare schon leicht ergraut, ist die Frau fürs Leben immer noch nicht in Sicht. Nein, es bedarf erst eines Zufalls, der in Form eines Handtaschen-Diebstahls über ihn und Umwelt-Aktivistin Lila (Malin Akerman) hereinbricht. Die Beiden lernen sich näher kennen und verlieben sich ineinander. Und das, was vor Kurzem noch undenkbar schien, wird nun Realität: die Hochzeits-Glocken läuten. Kurz darauf geht's in die Flitterwochen nach Mexiko und das Unheil nimmt seinen Lauf. Denn je mehr er über seine Frau erfährt, desto weniger möchte Eddie eigentlich über sie wissen. Als er dann auch noch die Highschool-Lehrerin Miranda (Michelle Monaghan) kennen lernt, ist seine Ehe eigentlich schon so gut wie gescheitert.

Fast exakt neun Jahre nach "Verrückt nach Mary" findet nun die zweite Zusammenarbeit der Farrelly-Brüder mit Ben Stiller den Weg in unsere Kinos - und das Ergebnis kann sich sehen lassen, trotz des unsäglichen deutschen Verleihtitels. Bekannt geworden sind Peter und Bobby Farrelly durch ihren ganz eigenen Sinn für Humor, der gern auf Tabus und entlang der Geschmacksgrenze surft, und genau der hat "Ausgeflittert" in den USA ein R-Rating beschert (entspricht etwa einer Freigabe ab 16). Vielleicht für den freizügigen und wilden Sex, vielleicht für das Schamhaar-Toupet, eventuell auch für die Fürze und diversen Flüssigkeiten, die den Körper von Lila auf verschiedenen Wegen verlassen. Wer es auf wohlgesittete Familien-Unterhaltung abgesehen hat, dürfte mit Rob Zombies "Halloween"-Remake fast noch besser bedient sein.

Die zahlreichen Scherze, die die Farrelly-Brüder hier zum Besten geben - und das sollte und muss einem vor dem Kino-Besuch einfach klar sein - sind derb, vulgär, unappetitlich - kurz: all das, was man auf SuperRTL nicht zu sehen bekommt. Aber warum ist das nun besser als der übliche Kram, der unter die Gürtellinie zielt?
Im Kern nehmen die Farrellys ihre Geschichte ernst und erzählen sie auf eine nicht uncharmante Art und Weise, angereichert mit Dialogen, die nicht so gestelzt wirken wie in den meisten anderen US-Mainstream-Komödien. Statt die Gags aneinanderzureihen und sie mit einer sinnentleerten Story zusammenzuhalten, ist es hier eher so, dass die zahlreichen Gags die Geschichte ergänzen. Weitestgehend ohne doofe Grimassen oder einen schrecklich albernen Inszenierungs-Stil, wie er die Konkurrenz häufig "auszeichnet". Zudem sind diese Gags zwar alles andere als subtil, aber auch nicht wirklich aufdringlich. Man bekommt nicht die Pistole an den Kopf gesetzt und wird aufgefordert "Lacht!". Und selbst wenn es so wäre - die Treffer-Quote liegt eh bei nahezu 100 Prozent.

Als Idealbesetzung und mitverantwortlich dafür erweist sich erwartungsgemäß Ben Stiller. Kaum ein anderer Schauspieler eignet sich so gut für Witze, die auf Kosten der von ihm verkörperten Rollen gehen. Sei es die zu Beginn angeführte Demütigung oder die späteren Qualen, die Lila Eddie bereitet, wenn sie sämtliche Songs aus dem Radio mitsingt, ihm im Bett das große Kamasutra abverlangt, aber noch nie etwas von der Missionars-Stellung gehört hat, oder ihm - recht beiläufig - in die dunklen Geheimnisse ihrer Vergangenheit einführt.
Und obwohl es sich schon nachvollziehen lässt, warum sich Eddie in die bodenständigere, humorvollere Miranda verliebt, machen es sich die Farrellys nie so leicht, Lila als das Böse, das Verrückte schlechthin zu personifizieren. Gut vorstellbar, dass sich ein großer Teil der Zuschauer deshalb fragen wird, was zum Teufel er bloß an Miranda findet, wo im Hotelzimmer doch ein rassiges Weib auf ihn wartet.

Diese Gratwanderung zwischen mitunter einmalig guten Gags, einer vielfach erzählten, aber in den Händen der Farrellys trotzdem gut aufgehobenen Dreiecks-Love-Story und Realismus in Maßen funktioniert so also eigentlich sehr ordentlich. Bis... ja, bis es zur unausweichlichen Katastrophe kommt, die sich ein jeder schon sehr früh detailgetreu ausmalen kann. Immerhin fällt sie hier nicht ganz so altbacken aus und erfreulicherweise gewinnt genau in den entscheidenden Momenten doch der Humor die Oberhand. Der Film ist dann zwar gut fünf Minuten zu lang und verpasst somit das ideale Ende, doch die finale Pointe ist auch nicht von schlechten Eltern. Und wem das immer noch nicht reicht, dem sei ausdrücklich empfohlen, sitzen zu bleiben, bis sich die Vorhänge schließen.

René Loch

7

hatte ein bisschen mehr erwartet..

7

hatte ein bisschen weniger erwartet..

7

hatte ein bisschen soviel erwartet..

7

entsprach meinen erwartungen...

7

...erwartungsgemäß ein bisschen von allem!

5

Ganz nett, ganz witzig, aber irgendwie auch ziemlich "schwachsinnig". Mit diesem Tito hab ich überhaupt nichts anfangen können, und seit wann Mexico das Klischee hat sodomistisch veranlagt zu sein war mir auch neu. Immerhin Ben Stiller hat entschädigt !

7

Eigentlich ganz witziger Film. Teilweise ganz schön vulgär, aber lustig.
Jerry Stiller hätte ruhig noch 2 bis 3 Auftritte mehr haben können, lustig wie man "Arthur Spooner" kennt. Ben Stiller als bekannter Prügelknabe funktioniert noch. Sehenswert...

Dieser Film ist der Hammer.

-einfach primma

10 Augen

8

habe gute gelacht, zumal ich was ähnliches erst selbst gerade erlebt habe. die ähnlichkeiten sind einfach frappierend.

nur der liebesschmalz stört etwas, aber darum gehts ja nunmal auch in dem film.

gruß aus b.
k++

9

Ich bin ja ein Fan von Ben Stiller, ich gebe es zu! Sobald ein Film von diesem unglaublich einfallsreichen Talent erscheint, schlage ich sofort zu. Auch hier wieder, ein toller Film, mit irrwitzigen Dialogen, komisch und zum totlachen. Hier jagt ein Gag den anderen.
Wer mal wirklich abschalten will und endlich wieder richtig lachen möchte, der sollte hier sofort zulangen. Die Kombination von Ben Stiller und den Farelly-Brüdern (Verrückt nach Mary) ist ein Volltreffer. Kann ich nur empfehlen. Komik pur!

3

Mein Gott, dies soll kein MainStream-Kino sein? Der Film war natürlich wieder von vorn bis hinten vorrausschaubar. Hinzu wieder ein Ben Stiller, der scheinbar nix anderes spielen kann als immer wieder diesselben Rollen, und dies sogar noch nichtmal gut.
Ok, der Film hatte so seine witzigen Szenen, aber wenn man die sehen will, reicht auch der Trailer!

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