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Immer Drama um Tamara

Immer Drama um Tamara
komödie , großbritannien 2010
original
tamar drewe
regie
stephen frears
drehbuch
stephen frears
cast
gemma arterton,
nicholas hardiment,
tamsin greig,
luke ewans, u.a.
spielzeit
111 Minuten
kinostart
30. Dezember 2010
homepage
http://www.sonyclassics.com/tamaradrewe
bewertung

8 von 10 Augen

 

Die Mittelklasse als gesellschaftliche Schicht spielt im britischen Kino eher eine untergeordnete Rolle. Regisseure wie Ken Loach, Mike Leigh oder auch Andrea Arnold begeben sich mit ihren Erzählungen meisten ins Arbeitermilieu. Deshalb ist es interessant zu beobachten, dass nach Leighs "Happy-Go-Lucky" und "Another Year" nun auch "Queen"-Regisseur Stephen Frears sich der Mittelklasse zuwendet.

Seine Komödie "Immer Drama um Tamara" (soll wohl ein lustiger Titel sein, ist im Vergleich zum schlichten Original allerdings eine reine Frechheit) basiert auf einem Comic von Posy Simmonds. Es ist die Geschichte der Journalistin Tamara Drewe (Gemma Arterton), die nach langer Zeit aus London wieder in ihr Heimatdorf auf dem Land zurückkehrt und damit eine ganze Gruppe von Menschen durcheinanderbringt. Da ist zum einen der berühmte Krimiautor Roger Allen (Nicholas Hardiment), der gemeinsam mit seiner Frau Beth (Tamsin Greig) ein Schreib- und Recherchedomizil für angehende Schriftsteller und Romanciers führt. Und dann gibt es auch noch Gärtner Andy Cobb (Luke Evans), der Tamara schon in ihrer Jugend liebte, sie aber hinter der zynischen Großstadtfassade nicht mehr wiedererkennt. Eigentlich lieben alle Tamara. Nicht nur Andy und Roger laufen bald hinter ihr her, sondern auch noch der Indierock-Star Dominic Cooper (Ben Sergeant).

Es entspinnt sich ein wahrer Reigen an Fehltritten und Betrügereien. Da folgt eine Intrige auf die andere. Die Darsteller - allesamt hervorragend - haben sichtlich ihren Spaß dabei, die verschrobenen Charaktere zu spielen. Das Drehbuch ist gespickt mit ironischen Dialogen, die immer wieder gerne die Möchtegern-Intellektuellen ziemlich dumm aussehen lassen.
Stephen Frears hat aus der Vorlage eine herrliche Komödie gemacht, die sich besonders durch den Erzählrhythmus auszeichnet. Mit großem Gespür für den Witz seiner Geschichte (auch den visuellen) ist Frears nicht an den großen vorhersehbaren Wendungen interessiert. Er versteht es, seine Geschichte nuanciert voranzutreiben, ohne dabei seine Figuren der Lächerlichkeit preis zu geben. Das ist in diesem Fall besonders wichtig, da der Film in viele kleine Mikro-Erzählungen zerfällt und daher ständig in Gefahr steht die Gesamtheit aus den Augen zu verlieren. Aber Stephen Frears ist nun mal ein ganz toller Filmemacher, der sein Handwerk über alle Maßen beherrscht.
So wird eine kleine Nebenhandlung zu Beginn des Films im weiteren Verlauf zum eigentlichen Rhythmusgeber der ganzen Geschichte: Zunächst sind die beiden vollkommen gelangweilten Mädchen Jody und Casey nur komisches Beiwerk. Sie lungern den ganzen Tag an der Bushaltestelle herum, lesen Teenager-Magazine und träumen von den großen Stars, die natürlich um ihr Kaff einen ganz großen Bogen machen. Doch aus ihren harmlosen Scherzen und Streichen, die sie Tamara, Roger und dem ganzen Rest spielen, entwickeln sich Verwicklungen und Konflikte, die am Ende die Karten neu mischen.

Am Ende ist "Immer Drama um Tamara" ein Film, der Erwachsene zeigt, die sich vollkommen von ihren Trieben leiten lassen und jegliche Vernunft verloren haben. Nur in einer solchen Welt können Kinder das Ruder an sich reißen und damit die geltende Ordnung vollkommen auf den Kopf stellen. Frears inszeniert das vergnüglich und mit leichter Hand, so dass der häufig bitter-böse britische Humor voll zur Geltung kommen kann. Ein wunderbarer Spaß, um das Kinojahr ausklingen zu lassen.

Patrick Wellinski

das deutsche kinoplakat ist ja noch grauenhafter als der deutsche titel...das poster erinnert eher an "coole teens jetzt ohne jeans"...

Die Kombination von deutschen Titel und Plakatmotiv erinnert tatsächlich am ehesten an billige Softpornos aus den 1970ern. ("Es jodelt in der Lederhose") Wer auch immer das verbrochen hat, darf sich vermutlich über drastisch reduzierte Zuschauerzahlen freuen.

Denn ganz ehrlich: dümmlicher geht es ja wohl nicht mehr. Das vermittelt ein vollkommen falsches Bild von dem Film, und so darf es auch nicht verwundern, wenn die Zuschauer fernbleiben.

Ich jedenfalls hätte mich abschrecken lassen, wenn ich nicht schon mit der Graphic Novel vertraut gewesen wäre, auf der dieser Film basiert.

3

Der Schauspieler heißt Roger Allam und der Name des von ihm verkörperten Krimiautors ist Nicholas Hardiment. Ich frage mich sowieso ob der Kritikier den Film gesehen hat, er ist unkomisch, gefühllos, dramaturgisch ein Gähner und deshalb äußerst langatmig.

("Es jodelt in der Lederhose") *Lach*

"Wer auch immer das verbrochen hat, darf sich vermutlich über drastisch reduzierte Zuschauerzahlen freuen."

Das ist was drann!

Hätte vor der Kritik auch nicht gedacht das sich hierbei um eine sehr gute Komödie von Stephen Frears handelt, erst die 8 Augenbewertung hat mich neugierig gemacht:)

3

Irgendwie bringt der Rezensent da ganz schön viele Namen durcheinander. Und, wie auf Filmszene auch üblich, auch die Handlung. Ich weiß nicht, wen er mit "Möchtegern-Intellektuellen" meint oder wie seine Definition von "Intellektueller" lautet, aber diese Betitelung trifft einfach nicht zu, genausowenig wie die schräge Behauptung "Und dann gibt es auch noch Gärtner Andy Cobb (Luke Evans), der Tamara schon in ihrer Jugend liebte, sie aber hinter der zynischen Großstadtfassade nicht mehr wiedererkennt."

Neben der Rezension ist übrigens auch der Film ziemlich schlecht. Man geht nicht ins Kino, um eine bessere Seifenoper zu sehen, und genau darum handelt es sich hier. Ein Film, dem man die Vergessenheit wünscht.

8

Ziemlich netter, kurzweiliger Film, schönes Spiel mit den Klischees (die Schriftsteller, die Teenies, die backende und hühnerzüchtende Gattin, der Rockstar, ...).
Ich zumindest habe mich gut im Kino amüsiert. Sicherlich kein Film, über den ich 2 Jahre nachdenken werde, aber durchaus sehenswert.

PS: Das Plakat empfinde ich auch als nicht allzu gelungen, das Original-Plakat zeigt aber übrigens genau das gleiche Bild. Andererseits fällt es natürlich aus dem Einheitsbrei der Filmplakate auf, vielleicht war das der Grund für die Wahl.

9

Seit diesem Film gucke ich wieder Frauenfilme. Ich hab ihn geliebt!!!
Nur selten langatmig, aber das ist ein wirklich toller Film!!!
FG

3

Einfach unglaublich laaaaangweilig.

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