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Eliane
Richter (Corinna Harfouch) will ein Porträt von ihrem Sohn
Alexander (Cyril Sjöström) und ihrer Tochter Lilli
(Karoline
Harfouch) malen lassen. Dafür fährt sie raus aus der Stadt
zum Maler Max Hollander (Josef Bierbichler), der diese
Kunst perfekt
beherrscht. Sein Atelier steht voller großformatiger
Porträts
von meist jungen athletischen Männern. Einer sitzt mit dem
Rücken zum Betrachter und lässt die Füße ins
Schwimmbecken baumeln. Es ist Max Lieblingsbild, doch das
erfährt
Eliane nicht. Sie will ihre Kinder gemeinsam auf einer
Leinwand
verewigen lassen, denn Alexander ist tot. Vor einem Jahr
nahm er
sich das Leben. Die Familie ist daraufhin auseinander
gebrochen.
Besonders die 21-jährige Lilli findet sich ohne ihren
Bruder
nicht mehr zurecht.
"Im Winter ein Jahr" heißt der neue Film von Caroline
Link, die 2003 den zweiten deutschen Auslands-Oscar mit
ihrem Melodrama
"Nirgendwo in Afrika" gewann. Link wollte daraufhin in
Hollywood Fuß fassen, aber das ging gründlich schief.
Immer
wieder versuchte sie neue Projekte in Angriff zu nehmen,
scheiterte
aber an den Repressionen des amerikanischen Studiosystems.
Daraufhin
packte die talentierte Filmemacherin ihre Koffer, kam
zurück
nach Deutschland und verfilmte Scott Campbells Novelle
"Aftermath"
- an der sie sich die Rechte gesichert hatte -
ausschließlich
mit deutschen Darstellern. Auch dieses Mal erzählt Link
eine
Familiengeschichte, so wie sie es schon in ihren vorigen
Filmen
("Pünktchen und Anton", "Jenseits der Stille")
gemacht hat. "Im Winter ein Jahr" ist ein bürgerliches
Kammerspiel geworden, ein Film über Menschen in Trauer und
auf der Suche nach neuem Halt im Leben.
In den Fokus rückt dabei Lilli, die zwischen den
ungeliebten
Sitzungen bei Max und dem Stress in der Schauspielschule
auch noch
eine unglückliche Affäre mit einem Künstler beginnt
und völlig hilflos durch den Alltag taumelt. Doch bei dem
schwulen
Maler Max blüht Lilli allmählich auf. In seiner Gegenwart
öffnet sie sich, denn Max hört ihr zu. Er interessiert
sich für sie. Er gibt ihr das, was eigentlich die Aufgabe
ihrer
Eltern wäre.
Max
seinerseits kommt durch die Zeit, die er mit Lilli
verbringt, auch
mit sich selbst wieder ins Reine, denn auch sein Leben ist
ziemlich
chaotisch verlaufen. Natürlich spielt dabei der Junge auf
einem
seiner Bilder eine gewichtige Rolle. Während Max das
Gemälde
von Alexander und Lilli langsam zu Ende malt, merken Lilli
und ihre
Eltern, wie sich die Welt seit dem Tode Alexanders
weitergedreht
hat, während sie selbst aus der Bahn geworfen worden und
nun
zurück finden müssen.
Insofern ist "Im Winter ein Jahr" ein Film über einen
Neuanfang und trotz seiner tief berührenden Melancholie
ein
hoffnungsfrohes Werk. Dass dies im Kinosaal funktioniert
ist zum
größten Teil dem brillanten Darsteller-Ensemble zu
verdanken.
Joseph Bierbichler als schwuler Künstler glänzt durch
seine ihm eigene Ruppigkeit und Lakonie. Auch Corinna
Harfouch kann
die eiskalte Mutter besonders eindringlich porträtieren.
Aber
der eigentliche Star des Films ist die junge Karoline
Herfurth.
Ihre Leinwandpräsenz ist umwerfend. Der jungen
Schauspielerin
gelingt das Kunststück, Lillis Gefühlsausbrüche nie
lächerlich erscheinen zu lassen, obwohl die Gefahr oft
groß
ist. Dagegen kann Hans Zischler leider nicht bestehen, wie
überhaupt
seine Rolle den einzigen
wirklichen
Schwachpunkt des Films darstellt. Vater Thomas wirkt nie
wirklich
anwesend. Sein Erscheinen bringt die Figuren nicht voran.
Er hängt
etwas in der Luft und gerät deshalb schnell in
Vergessenheit.
Trotzdem erinnern die darstellerischen Leistungen des
Films an das,
was am aktuellen deutschen Kino derzeit am besten ist -
nämlich
seine Schauspieler.
Caroline Links Film erzählt von der tiefen Leere die nach dem Tod eines geliebten Menschen entstehen kann, wenn man kein Netz hat, das einen auffängt. Es ist ein Film über die Entfremdung nach dem Verlust und einer über den Prozess der Trauer. Link weiß die große Leinwand mit emotionalen Bildern zu füllen und man erkennt ihre sensible Art der Schauspielführung. Wenn sie auch in Zukunft weiterhin so starke Filme dreht, dann dürfen wir froh sein, ihr Talent nicht an Hollywood verloren zu haben.


Dieser Film ist ein Geschenk, zumal wenn man ganz unvoreingenommen hineingeht, gar nicht soviel weiss von der Geschichte und sich von der ganz unaufdringlichen Spannung tragen lässt. Die grösste Leistung dieses Films ist die verhältnismässig simple Geschichte so spannend und emotional erzählt zu bekommen von der Regie Caroline Link.
Naja muss meinem Vorredner wiedersprechen.
Die Geschichte an sich ist ja nicht schlecht jedoch fragt man sich die ganze zeit worauf es hinausgehen wird/soll und schauapielerisch ist es auch nicht das beste. Alles in allem nicht unbedingt zu empfehlen.
Nur ein Tipp an die Seitenbetreiber. Ich kann ja verstehen, dass der Überblick etwas verloren gehen kann bei so vielen k(c)arolines. Aber ich würde mir das ganze nochmal vornehemn. Angefangen beim gerahmten Teil ganz oben.
gruß vic
Den Fim kenne ich leider nicht.
Ich habe den Film gerade gesehen und kann nur sagen...hammermäßig. Wunderschöne Bilder, schöne Filmmusik, sensationell gespielt, vor allem Karoline Herfurth, charismatische junge Frau, sehr beeindruckend, auch die anderen Schauspieler agieren zurückhaltend gut. Die Geschichte ist traurig schön, intelligente! Dialoge. Diesen Film kann man empfehlen, da er gut darstellt, wie eine Familie durch einen Schicksalsschlag auseinander brechen kann.
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